Kurz und dreckig 43

Rock am Ring wurde wegen »Terrorgefahr« unterbrochen. Terrorgefahr: Eines dieser Worte, an die ich mich nie gewöhnen werde und deren Sinn sich mir nicht erschließt. Die »Gefahr des Bolschewismus« oder die schwerer Unwetter durchaus. Die des Terrors dagegen? Le grande Terreur (der große Schrecken) des Wohlfahrtsausschusses während der französischen Revolution. Schreckensgefahr. Nicht einmal groß – einfach nur die Gefahr eines Schreckens. Regen, Schnee, Dürre und fünf, sechs Plagen.
»Denken Sie nur an Manchester!!!«

Frankreichs Ausnahmezustand steht kurz vor seiner nächsten Verlängerung.

»Obwohl das Ziel darin bestand, neue terroristische Anschläge zu verhindern, wurden Regelungen, die durch den Ausnahmezustand ermöglicht wurden, benutzt, um 155 Demonstrationen zu verbieten. Ungefähr jeden dritten Tag wird eine Demonstration in Frankreich mit diesem Vorwand untersagt. Darüber hinaus wurden von den Präfekten 595 Demonstrationsverbote an Personen ausgesprochen mit dem Argument, dass damit Gewalttätigkeiten bei Demonstrationen präventiv verhindert würden, obwohl es meistens wenig oder gar keine Nachweise gab, die zeigen, dass die Personen an Gewalttätigkeiten teilgenommen haben.«

Amnesty International, Frankreich

»Der Ausnahmezustand erspart den mühsamen Weg über Gerichte und das damit verbundene Vorlegen von Nachweisen, um den Richter davon zu überzeugen, das der- oder diejenige nicht an einer Demonstration teilnehmen soll. Zum Aussondern unerwünschter Personen genügt im Ausnahmezustand die Unterschrift des Präfekten, der im Auftrag des Innenministeriums tätig ist.«

Heise.de

Sie tun es, weil sie es können. Der alltägliche Terror.

Darüber, wie es dazu kam und wie man bewußt und mit geplanter Absicht die Gefahr des sogenannten Terrorismus aufgebaut und gefördert hat, gibt es in der Mediathek eine kurzweilige Reportage von Arte.de.

Die Hells Angels hatten mal wieder Besuch von den Behörden. Scheinbar war die Klingel kaputt, weswegen die Man in black mit schwerem Gerät anklopften. Ein klein wenig lachhaft sieht es ja aus, dieses »hier ist die Polizei!«-Anklopfgerät. Das Ergebnis des Besuches war es auch: Man hat lauter gefährliche Dinge gefunden! Geld zum Beispiel und Anabolika. Und USB-Sticks! Angeblich auch eine Kiste mit Munition. Zumindest eine Kiste. Vielleicht sogar eine Munitionskiste. So eine, wie sie der Chefredakteur der Schrottpresse hinten an seinem Meldekrad dranhat. Als Kisten zum Einkaufen.
Sonst nix.
Die Sturmtruppen sind dann wieder abgezogen und die Biker müssen jetzt das Tor reparieren. Aber es sind ja zum Glück genügend da. Für auch nur eine Verhaftung hat’s nicht gereicht.
Sie tun es, weil sie es können. Der alltägliche Terror.

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Das Gute zuerst: Der kleine, knapp 25€ teure Plastik-Sticker hat keinerlei schädlichen Nebenwirkungen. Man klebt ihn einfach überall hin und ist sein Geld los. Womit wir übergangslos beim schlechten Teil sind: Die österreichische Stadtgemeinde Gerasdorf hat damit bereits sämtliche Kindergärten, Volksschulen, die Mittelschule und das Rathaus strahlensicher gemacht. Scharlatanerie von oben verordnet.
Wieviel Geld österreichische Gemeinden für die Mindestsicherung von Asylbewerbern ausgeben, ist nach wie vor unbekannt.

Sie tun es, weil sie es können. Der alltägliche Terror der Dummen und hoffnungslos verblödeten.

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13 Kommentare zu Kurz und dreckig 43

  1. Siewurdengelesen sagt:

    Tja – wenn mit der Terrorgefahr Teile der Bevölkerung durch Antworten verunsichert werden oder so und sich über die damit erzeugten Ängste das Volk solche tollen Gesetzentwürfe gegen Verfassung und Datenschutz viel williger akzeptiert?

    Ich halte die ganze Aktion ja von vornherein für einen geplanten Fake. Im Umkehrschluss frage ich mich, wieviele der angeblichen „Gefährder“ tatsächlich welche sind und keine erfundenen. Die Beiden von gestern sind ja mangels Beweisen bereits wieder auf freiem Fusse…

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  2. Beeindruckt hat mich auch der Beifall der Journalisten zu Marek Lieberbergs Ausführungen (ca. 1Minute 50) über Muslime und was er so alles will und aber gar nicht sehen kann. Ein leuchtendes Beispiel dafür, wie sich Journalisten niemalsnienicht mit einer Sache gemein machen. Muslime könnten auch aufs Grundgesetz schwören, bis die Finger bluten und sich 5 mal am Tag gegen Terror aussprechen – es gäbe immer noch welche, die davon nichts mitbekommen haben wollen, sie lieber unter Generalverdacht stellen und zu „Anderen“ erklären. Umberto Eco hat darüber mal einen schönen Text geschrieben: Die Fabrikation des Feindes.

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  3. Pantoufle sagt:

    Moin Dame von Welt

    Ja, da hat der Alte ziemlich die Sau rausgelassen. Ich muß gestehen, daß ich da etwas voreingenommen bin (für den Lieberberg). Erst haben sie ihm das Festival am Ring weggenommen, dann sind noch ein paar andere letztes Jahr vom Regen weggespült worden und jetzt den Ring wegen Terroralarm schließen – da ist er in die Luft gegangen.
    Ich kenne ihn und weiß, daß er ein grundanständiger Mensch ist und das es so gar nicht seine Art ist, dermaßen auf die Trommel zu hauen.
    Aber so ist das eben, wenn man nicht im stillen Kämmerlein die Tassen gegen die Wand schmeißt, sondern vor laufenden Kameras. Dumm gelaufen. Der Pressebeifall ist allerdings äußerst fragwürdig – ganz ohne Frage!
    Wie gesagt: In diesem Falle bin ich etwas voreingenommen und parteiisch!

    Zu diesem Thema und aus genau diesem Grunde hatte ich ja die beiden Arte-Dokumentationen verlinkt. Aus denen läßt sich ziemlich geschlossen erkennen, wie man eine kleine unbedeutende Randgruppe gewalttätiger Menschen zu einem Staatsfeind aufbaut. Nur 16 Jahre ist das jetzt her und nun hört man die regierungskonformen Latrinenparolen auch aus eigentlich klugen Mündern.
    Wie siewurdengelesen richtig bemerkt, sind die »Verdächtigen« wieder frei. Dieses Mal ist der Grund eine Verwandtschaft mit einem angeblichen »Gefährder«, bei der nächsten Gelegenheit hat jemand seinen Müll nicht vorschriftsmäßig getrennt und dann brauchen wir alle wieder einen Ariernachweis.
    Es ist ziemlich zum kotzen!
    Dem Lieberberg sollte man allerdings noch auf die Nase binden, daß ausgerechnet heute in Kabul ein Anschlag auf genau diejenigen, die gegen diesen Wahnsinn protestierten, verübt wurde. Zehn Tote. Wieder zehn verdammte Tote mehr!

    Vielen Dank für den Eco, den ich noch nicht kannte. Mit dem werde ich den Tag in Ruhe ausklingen lassen.

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  4. Siewurdengelesen sagt:

    „Dem Lieberberg sollte man allerdings noch auf die Nase binden, daß ausgerechnet heute in Kabul ein Anschlag auf genau diejenigen, die gegen diesen Wahnsinn protestierten, verübt wurde.“

    Und ein paar anderen, die alle Nase wieder irgendwelche Bedrohungslagen inszenieren, gleich mit. Angesichts der beinahe täglichen Attentate in den Krisenregionen in Nahost hier in D jeden Pups insbesondere durch die Medien hochzuschaukeln und sich auf alles wie die Aasgeier zu stürzen, was nur irgendwie islamistischen Anruch besitzt, ist an Zynismus nicht zu überbieten.
    Warum sind die ganzen Flüchtlinge gleich nochmal hier, denen jetzt Terrorismus zum Pauschalvorwurf gemacht wird?

    Und weil das Kraut noch nicht fett genug ist, muss sich die Plinse von Innenminister in Bayern, ein gewisser Herr Herrmann noch dazu versteigen, bei der ganzen Überwachungsscheisse gleich noch die Kinder von potentiellen Islamisten mit zu überwachen. Bei bekannten Neonazis ist da merkwürdigerweise bis jetzt keiner auf diese gloriose Idee gekommen, deren Zöglinge zu infiltrieren. Über die Methoden mag ich gar nicht nachdenken, da kommt dann vermutlich der nette Onkel vom Geheimdienst mit der Schokolade und fragt nach den elterlichen Befindlichkeiten. Oder verwanzen sie auch gleich die Handys der Kinder, damit es nicht so auffällt?

    Diesen Fanatikern ist echt nichts mehr heilig. Mann – sind die blöd Mann und der gute Mann ist mit seiner Gesinnung selbst für die CSU noch in der falschen Partei, der könnte auch Heimatminister sein…

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    • Pantoufle sagt:

      Siehe nächsten Text: »Eine erkannte Gefahr ist noch keine verhinderte…«. Sie wollen ja gar nicht und sagen es auch ganz laut.

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      • Siewurdengelesen sagt:

        „Sie wollen ja gar nicht und sagen es auch ganz laut.“

        So laut denn doch (noch?) nicht, aber ist das nicht einer der Widersprücher aller und da insbesondere der sich konservativ nennenden Parteien, wobei selbst da die Unterschiede immer mehr schrumpfen?

        Nach vorne muss man einerseits so tun, um den „Mittelschichtler“ abzuholen und andererseits immer mal den starken Max von recht und Ordnung präsentieren, um eben auch am ideologisch rechten Rand zu buhlen. Welchem der jeweilige Politiker mehr verbunden ist, sieht man dann schon.

        Dieser ganze Parteienpopanz ist m.E. einer der Gründe für die kaputte Demokratie und Politikerverdruss der Menschen. Angesichts von Fraktionszwang, Parteien als spendenabhängige Arme der jeweiligen Lobby und dem damit verbundenen Selbsterhaltungstrieb der Mächtigen muss das parallel zur Gesellschaft kaputtgehen.

        Sinnvoll ist ein Rätesystem, bei dem die Vertreter organisch von unten nach oben anhand ihres Könnens und Tuns durchgewählt werden. Dann braucht man auch nicht einer Partei die Stimme „zu geben“ und bekommt dann von dieser das Personal serviert, ob man dieses nun will oder nicht.

        Die Rolle der Medien dabei fasse ich gar nicht erst an, sonst wird´s ein eigenes Blog…

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        • OldFart sagt:

          Orthographie ist ein hinterhältiges Arschloch:

          „spendenabhängige Arme“

          Ein fieser Typo. Das war bestimmt nicht so gemeint. „Arm“ ist im Umfeld fürstlich alimentierter Polit-Versorgungsposten sicher keiner. Ich wette, es geht um die

          „spendenabhängige Armee“

          der Politschranzen, die Fußtruppen der wirklichen Machthaber, das Schwert und Schild der Reichen, um das Bild mal auszumalen. Richtig?

          Just amused. No offence intended. 😉

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        • Siewurdengelesen sagt:

          @OldFart

          „Ein fieser Typo. Das war bestimmt nicht so gemeint.“

          Das ist schon richtig so ausgedrückt. Es geht nicht um Arme im Sinne von Besitz und nicht um eine Armee als solches, sondern symbolisch um die Arme als Gliedmaßen. Und genau als solche verdingen sich eben Politiker gegen entsprechendes Bakschisch an die Parteien schon mal.

          Ist doch schön, wenn man sich noch drüber freuen kann;-)

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  5. Publicviewer sagt:

    Ja, sehr kurzweilig und wie immer kaum wirklich kritisch und außerdem null echte Hintergründe….eigentlich dann doch schrott…sorry..

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  6. Erich Gengerke sagt:

    ..sabbelt ihr hier immer noch rum – geht ma lieber an die Sonne ;-))

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