Kurz und dreckig 41

Spiegeleier mit Speck, Zwiebeln,Pilzen und einer handvoll Pferdebohnen. Darüber grob gehackter Pfeffer!
Njam, Njam!

Eigentlich wollte ich etwas zur Gründung der Bundeswehr schreiben, womit ich mich seit einigen Tagen beschäftige. Das gestaltet sich leider als sehr, sehr anstrengend – fraglich, ob daraus etwas wird. Lesen tut es ohnehin niemand, aber man schreibt ja in erster Linie deswegen um es sich selber zu erklären. Traditionsunternehmen Bundeswehr.

»…teilte dem Sicherheitsausschuß des Bundestages im Bericht vom 7. Mai 1954 den Eingang von 140.000 Freiwilligenbewerbungen für die in Planung befindlichen Streitkräfte mit. Davon waren nach einer vorläufigen Struktur der Personalabteilung 100.000 Mann für den militärischen und 40.000 Mann für den zivilen Sektor der Streitkräfte vorgesehen. Die Interessenten für den militärischen Dienst gliederten sich in 30.000 ehemalige Offizieren, 50.000 frühere Unteroffizieren und 20.000 ungediente Freiwillige, wovon sich 3.500 als Offiziersbewerber gemeldet hatten.«

Dezember 1941 hatte Hitler Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch entlassen. »Das bisschen Operationsführung« könne er auch selber machen. Das Ergebnis war unter anderem die Ernennung von insgesamt 3000 Generälen, von denen nicht wenige den Krieg überlebten. Als General überlebt es sich leichter als ein Gefreiter.

»Nach Art. 6 des Kontrollratsgesetzes zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus wurden alle früheren Generalstabsoffiziere sowie die Nationalsozialistischen Führungsoffiziere (NSFO) der Wehrmacht zu den Hauptschuldigen des NS-Regimes gezählt. Unter die Gruppe der Belasteten, Militaristen, Aktivisten und Nutznießer des NS-Systems fielen die Berufsoffiziere der Wehrmacht einschließlich des Ranges eines Generalmajors, wenn sie diesen Dienstgrad nach dem 1. Juni 1936 erreicht hatten, ebenso die vergleichbaren Wehrmachtbeamten bis zum Rang eines Oberst.«

Man versucht sich (ein vollkommen hoffnungsloses Unterfangen!) in die Welt von Trümmerfrauen, Heimkehrern, Schmuggel, billigem Fusel, Mangel und vielem anderem mehr einzufühlen. Dem ganzen Dreck eines verlorenen Krieges. Und eben einem Adenauer, der die Chancen des Koreakrieges nutzt, um sich auch militärisch fester an den Westen zu binden.
Viele der höheren Offiziers-Ränge fanden aus unterschiedlichen Gründen kein Unterkommen in ihrem alten Gewerbe und ergriffen bürgerliche Berufe, oft nach kurzer Zeit der Beschäftigung in führenden Positionen. Das war eine neue Generation von Managern, die dort heranwuchs. Dort wendeten sie sehr erfolgreich das an, was sie auf der Generalstabsakademie und im Krieg gelernt hatten. Sie bildeten eine Elite, die zunehmend als Verbindung zwischen Wirtschaft, der ab 1955 wieder existierenden Armee und den alliierten Kontrollorganen dienten. Die »alten« Seilschaften bestanden überall, nicht nur in der Justiz oder der Verwaltung. Keine alten Seilschaften, sondern sehr frische und aktive. Das preußische Militär meißelte man nicht so schnell aus der Gesellschaft und schon gar nicht aus den Köpfen.

All das klingt altbacken und banal, aber wer kann sich das tatsächlich bildlich vorstellen? Gesetzt den Fall, man öffnet die Tür und hat all das greifbar vor sich? Der Pförtner zum Betriebsparkplatz ist Invalide, ein Bein verloren ’43 in Jugoslawien beim Einsatz gegen Partisanen, von denen er vorher wenigstens 15 mit eigener Hand tötete, der Abteilungsleiter ehemaliger Oberstleutnant. War in Holland, hat bei der Bahn gearbeitet, Verschickungen. Der Betriebsleiter ehemaliger Generaloberst und hat mal Stauffenberg die Hand geschüttelt, will sich aber angeblich nicht mehr daran erinnern. 12% der Arbeiter würden wieder Hitler wählen, 52% halten die Zeit zwischen 1933 – 1945 für glorreichste Deutschlands.
50, 60 Jahre sind eine lange Zeit. Wie lang, kann man an der Verständnislosigkeit ermessen, die Flüchtlings-Berichte aus heutigen Kriegsgebieten aufzeigen. »Ja, das muß sehr schlimm gewesen sein! Die Flucht und all das…«. Erinnerungen an die Erzählungen von Großmutters Flucht über die Kurische Nehrung, aber auch nicht mehr. Und selbst da ist man sich nicht sicher, ob man es von Oma oder den Mythenschmieden der Vertriebenenverbände im Hinterkopf hat.

Eine durch und durch von Militär, den Tätern und ihren Opfern durchsetzte Gesellschaft gründet eine neue Armee, genannt Bundeswehr. 62 Jahre später erklärt die Kriegsministerin, es gäbe keine traditionelle Verbindung von Reichswehr und dem mittlerweile zur Berufsarmee mutierten Nachfolger. Dann gibt es auch keine eines Deutschlands von vor ’45 und der Zeit danach. Ursula von der Leyen ist 1958 geboren, drei Jahre nach Gründung der Bundeswehr. So lange ist es vielleicht doch noch nicht her. Nicht einmal ein Menschenalter.

Eigentlich wollte ich etwas zur Gründung der Bundeswehr schreiben. Ist das schon so lange her? Leica-Kamera gegen Zigaretten, Sex gegen Alkohol, zur Homöopathie verdünntes Penicillin. Kinder klauen (ohne Helm und Knieschützer) Kohlen von den Eisenbahn-Wagons. »Wir rufen den Heimkehrer Friedrich Tarant, wohnhaft Leipzig 22, Reginenstraße 6.« Es rief der Deutschlandfunk – kann sich jemand an die Sendungen erinnern?

»Weihnachten 1946 war ich wieder zu Hause in Otterndorf. Jetzt begann die Suche nach einer Beschäftigung. Alle Versprechungen aus der Zeit, in der ich noch etwas zu sagen gehabt hatte, waren vergessen. Ich fuhr nach Stade und bewarb mich um den Posten des erkrankten Führers der Barkasse des Regierungspräsidenten. Mir wurde gesagt, das komme nicht in Frage. Meine Verdienste als Seekommandant Elbe-Weser, der das Land vor verbrannter Erde bewahrt habe, würden mir eine angemessene Beschäftigung in Aussicht stellen. Ich habe vergeblich gewartet.«

Das schrieb der spätere Konteradmiral der Bundesmarine Rolf Johannesson. (Johannesson, Offizier in kritischer Zeit)

Es ist – wie gesagt – sehr, sehr schwer. Und das, obwohl die Blaupausen dafür praktisch vor unserer Haustür liegen. Denn die Stellvertreterkriege gingen weiter.

Das Leben könnte so einfach sein.

Dinge, die man sich leider, leider nicht ausdenken kann: Tagesschau.de

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19 Kommentare zu Kurz und dreckig 41

  1. Pantoufle sagt:

    …ach ja: In eigener Sache!

    Die Redaktion der Schrottpresse freut sich besonders über ihre Neuzugang »hurra@patriot«. Redaktionsschwein Schnitzel hat ihn angeschleppt und hält ihn in einer säkularisierten Lebend-Mausefalle unter der Treppe. Fütterung dreimal täglich.
    Seine Beiträge von Länge und Gehalt chinesischer Glückskekse sollen in unregelmäßigen Abständen die Beiträge der Schrottpresse garnieren.Trotz seines schlichten Gemütes hat hurra@patriot zugesichert, auch längere Artikel verfassen zu können. Nach Absprachen unter den Altgedienten werden wir allerdings bis auf weiteres von einer Veröffentlichung absehen!

    Aber sein nichtendender Schluckauf an Aufregerchen soll uns herzlich willkommen sein.

    Die Redaktion,
    Reaktionskampfhund Oskar, Redaktionsschwein Schnitzel und der Chefredakteur

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  2. flurdab sagt:

    Das ist doch alles wieder nur eine verlogene Heuchel- und PR- Kampagne.

    Zensur- Ulla/ Alkohol und Tabakverbots- Ursel/ Flinten- Uschi zieht mal wieder mit den Photographen in ihre narzisstischen „Ich bin die Allerschürfste“- Schlacht.
    Mann muss ablenken, deshalb werden Nebelkerzen geworfen.
    Die Frage die mit der Nazikeule aus der Öffentlichkeit gedroschen wird ist und bleibt, wie es einem Soldaten gelungen ist als „Scheinsyrer“ zumindest subsidären Schutz zu erlangen.
    Dann hat der Mann eine Pistole von anno pif auf einem Flughafen in einem Revisionsschacht einer Toilette versteckt ? (welche Intelligenzleistung), weil ihm wohl eingefallen ist dass er die nicht durch die Kontrollen bekommt? Dabei hätte er die Waffe besser ordentlich konserviert in einem ZIP- Beutel in jedem Blumenkübel parken können. Um bei Gelegenheit die Waffe per PKW über die Grenze zu bringen.
    Und dann hat er auch noch ein Worddokument mit dem Titel „Meine Todesliste“ auf seinem PC abgelegt?
    Das klingt alles total logisch, geradezu schlüssig.
    Zumal der Mann ja auch quasi „Schütze Arsch“ ist und kein in Taktik besonders ausgebildeter Berufssoldat. Ja Soldaten sind Mörder und dementsprechend minderbemittelt, ganz bestimmt..
    Mit so einem Plot würde dich jeder RTL- Redakteur hochkant aus dem Büro werfen, und zwar mit Recht!
    Aber ist doch schön, wieder mal die alte Rechtsextreme in der „Bundeswehr“ Story.
    Ist doch gut das man die alten Strategien immer wieder verwerten kann.
    Nun hängen sie Bilder von Schmidt ab, verbieten das Panzerlied, Schwarzbraun ist die Haselnuss (eigentlich ein toller Integrations- Marsch) und mit dem Westerwald haben Sie bestimmt auch noch was vor.
    Uschi kann sich knipsen lassen und keiner fragt nach wie viele Mio. € McKinsey vom Wehretat für die Beratungsaufgaben abgreift, und ob dies wirklich nötig ist.
    Wie gedenkt v.d.Leyen eigentlich die Beziehungen zur französischen Fremdenlegion zu gestalten? Das sind ja auch alles Nazis, zumindest sind die Märsche der Wehrmacht noch heute im Repertoire. Die Legion war nach 1945 ja ein beliebtes Auffangbecken für deutsche Überzeugungstäter und viele, nennen wir sie Kriegsversehrte, die aus dem Alptraum einfach nicht mehr aussteigen konnten. Denen ein bürgerliches Leben einfach nicht mehr möglich war.
    Verschrottet die „Bundeswehr“ jetzt eigentlich auch alle Maschinengewehre?
    Das MG42 war ein erstklassiges Mordwerkzeug der Wehrmacht, und findet sich auch heute noch als Nachfolgemodell MG3 und G8 im Einsatz.

    Was mich am meisten Ankotzt ist die Verlogenheit.
    Als die Bundeswehr noch eine Wehrpflichtigen- Armee mit der Aufgabe der Verteidigung der Landesgrenzen der BRD und ihr Leitbild der Bürger in Uniform war, da war der Abstand zur Wehrmacht gegeben und erfolgreich gelebt.
    Egal wie viele Wehrmacht- Devotionalien in den Kasernen rumlagen. Damals war die BW eine reine Verteidigungsarmee!
    Aber nach dem Umbau zur Berufsarmee und internationalen Einsätzen zur „Gewinnung von Lebensraum im Osten“, oder auch einfach Handelswegen und Gütern, also nach dem Umbau zu einer Interventions- Armee, die das GG der BRD garnicht vorsieht, jetzt nach Rechtsextremen/ Nazis/ Faschisten zu suchen und diese als nicht akzeptabel zu bewerten.
    Diese Lüge ist so dick, die kann eigentlich niemand fressen.

    Die Wehrmacht war eine Interventionsarmee, ihre Aufgabe wurde als Angriffskrieg definiert.
    Was macht die Bundeswehr seit der „Verteidigung der Freiheit am Hindukusch“ anderes?

    Das ist ein Potemkinsches Dorf der Extra- Einfachheit, welches hier aufgestellt wird.

    Ich will nicht bestreiten das es rechtsradikales Gedankengut beim Militär gibt.
    Aber wenn man Menschen dazu bringen will, andere Menschen zu töten, muss man ihnen die Möglichkeit einräumen sich selber zu erhöhen, sonst funktioniert es nicht.
    Und das Hat Frau von der Leyen doch selbst verinnerlicht bzw. ausgelebt.
    Man denke nur an die Anpassung/ Neuberechnung der Hartz- Sätze unter ihrer Regie als Ministerin für Arbeit und Gedöns.
    14 Monate Debatte, 5 € mehr, aber kein Tabak und kein Alkohol mehr im Bedarf.
    Quasi ganz elegant die Mindestsicherung abgesenkt.

    Und die Frau sucht jetzt Faschisten?

    Grüße

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    • flurdab sagt:

      Scheiße, bin ich hier der Einzige der in den Maulkorb beißt ?
      Na diet wird ja ne nette Gesellschaft.

      Watten jetzt
      Keinen Widerspruch?
      Alles Scheiße und egal?

      Das kann doch nicht euer Ernst sein.

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      • Stony sagt:

        Laß mich raten, @flurdab, Du hast Dir mal wieder mehr als ’ne halbe Stunde Zeit genommen und wenn das niemand würdigt geht Deine Welt unter? Nimm’s hin oder … da wäre noch die kleinste Geige ebendieser, die könnte Dir ein Liedchen spielen. Link auf Wunsch.
        Smiley!

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  3. Pantoufle sagt:

    Moin Flurdab

    Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen. Allen mitlesenden Müttern einen mütterlichen Mamitag.

    Wo anfangen? Erst einmal ist mein 34bändiges Monumentalwerk »Die ehemalige Bundeswehr unter besonderer Berücksichtigung der grundsätzlichen Überflüssigkeit jedes Soldatenhandwerkes, mit handschriftlichen Anmerkungen des Verfassers und des ehemaligen Bundespräsidenten Gauck« noch nicht geschrieben. Wie der kurze, stoppelige Text weiter oben ja verrät, reicht es noch nicht einmal zu einem Grußwort.

    Ich greife mir mal aus Deinen Bemerkungen wahllos ein paar Dinge raus, die mir auffielen.

    »Als die Bundeswehr noch eine Wehrpflichtigen- Armee mit der Aufgabe der Verteidigung der Landesgrenzen…Damals war die BW eine reine Verteidigungsarmee!«

    Eine Armee innerhalb der NATO ist niemals eine »reine Verteidigungsarmee«. Sie ist mindestens eine Fleet-in-being. Spätestens, wenn auf dem Territorium dieser Armee Kernwaffen eines Verbündeten gelagert oder stationiert werden, ist diese Bezeichnung idiotisch. Kriege des 20. und 21. Jahrhunderts zeichnen sich vorrangig dadurch aus, daß sie nicht von Armeen, sondern von Volkswirtschaften geführt werden. Es sind Industriekriege. Dort wird man in aller Regel auf der Suche nach den Initiatoren, Ideen- und Geldgebern und Nutznießern fündig. Eine Armee und die politischen Akteure sind dabei Handlanger, ein Werkzeug. Dabei spielt ihr Name oder das Selbstverständnis keine Rolle. Wenn sich die Interessenlage ändert, werden auch am Hindukusch westliche Werte verteidigt oder in Mali robuste Brunnen gebohrt.
    Damit lösen sich dann auch spitzfindige Unterschiede wie Fremdenlegion, Berufsarmee oder Wehrpflicht in Luft auf: Was zählt ist der Zweck und der ist bei allen Namensgebungen der selbe.

    »Mit so einem Plot würde dich jeder RTL- Redakteur hochkant aus dem Büro werfen, und zwar mit Recht!«

    An diesem Recht würde auch ich nicht rütteln.
    Anderes Beispiel: Die Administratoren einer für das Gemeinwesen entscheidenden IT-Infrastruktur wie z.B. Schienen-Nah- und Fernverkehr, Stromversorgung, Gesundheitswesen oder Universitäten lassen dieser Bereiche sehenden Auges dermaßen verrotten, daß ein relativ primitiver Trojaner weite Teile dieser Struktur zerstören kann. Und das nicht nacheinander mal hier und dann dort, sondern zeitgleich.
    Moment, Moment – die Geschichte geht ja noch weiter! Als »der Russe«/»Putin« als Grund schon nach oberflächlicher Überprüfung ausfällt, erweist sich der Geheimdienst einer befreundeten Macht als Täter. Gibt es einen #Aufschrei, wird das zum »Skandal«? Nein, es gibt handgemalte Pappschilder.

    Die Story mit den unterbemittelten Verschwörern, die zwischen Dienst an der Waffe, Alkohol, Pornos und konspirativen Geheimtreffen (bei dem der gewählte Protokollführer alles mitschreibt) ihr tristes Leben führen, kommt mir logisch und einleuchtend vor.
    Isso!
    [Auffallend ist das Fehlen eines griffigen Namens der Zelle. »Die Aufwachenden«, »Vaterland, magst ruhig einkaufen«, »Patrioten statt Opel Corsa«… irgend sowas! Der Säzzer]

    Uschi. Kriegsministerin von der Leyen ist eine Verwaltungsbeamtin. Ihr Hauptinteresse ist, nach dem Ausscheiden von Angela Merkel aus deren Amt, sie zu beerben um Bundeskanzlerin zu werden. Das ist ihre Karriereplanung und damit liegt sie in den Punkte-Rängen. Was sie im Fall dieses »Skandals« tut oder bleiben läßt, ist ausschließlich unter diesem Aspekt zu beurteilen. Es gibt in diesem Zusammenhang keine anderen erwähnenswerten Gesichtspunkte.

    Was nun die historische Mohrenwäsche an der Bundeswehr betrifft: Man muß ein klein wenig Verständnis für die Verantwortlichen haben, da man den Soldaten keine Horrorbilder wie auf Zigarettenschachteln aufkleben kann. In Zeiten von Homöopathie, Gender, Öko, Klimazielen und selbstfahrenden Autos ist das Soldatenhandwerk ein schwer zu kaschierender Anachronismus. Das ist eine Aufgabe, der nicht nur Frau v.d. Leyen nicht gerecht werden kann. Sie ist schlicht unlösbar. Sie scheitert in einer vollkommen entpolitisierten Gesellschaft, in der jeder Migräneanfall zu einer schreienden Ungerechtigkeit einer Minderheit stilisiert wird. In der das persönliche Unwohlsein höher als das der Allgemeinheit gestellt wird, in dem diese durchaus beabsichtigte Zersplitterung zum Erblühen unzähliger Ersatzreligionen führt. Das Auftauchen von realen politischen Phänomenen führt zwangsläufig zu nicht aufzulösenden Widersprüchen. Persönliche Betroffenheit ist eben kein Ersatz für Organisationen, die die Grenzen des eigenen Kiez sprengen.

    »Aber wenn man Menschen dazu bringen will, andere Menschen zu töten, muss man ihnen die Möglichkeit einräumen sich selber zu erhöhen, sonst funktioniert es nicht.«

    Es ist mir schlicht und ergreifend nicht zu erklären, wie man Soldat werden kann. Geht nicht. Diese Droge ist mir nicht bekannt und ich will sie auch gar nicht.

    Und was Deinen zweiten Kommentar betrifft, so lasse ich es mir nicht nehmen, vor Zeit zu Zeit keine Lust auf meine Schrottpresse zu haben. Gestern war so ein Tag.

    @Stony: Ich sitze jetzt aber bereits erheblich länger als eine halbe Stunde… ach, lassen wir das!

    Allen Lesern noch einen schönen Sonntag!

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    • Stony sagt:

      Moin Pantoufle,

      zu meinem Bedauern habe ich nichts beizutragen, was auch nur annähernd einer hinreichenden Würdigung gleichkommt – nicht, daß das früher anders gewesen wäre, es wird mir nur mehr und mehr bewußt. Hin und wieder versagt meine Impulskontrolle und dann kommen solche Arschlochkommentare wie obiger bei rum, oder anderer Dünnseich. Leider. Dabei will ich eigentlich niemanden nerven, verärgern oder langweilen. (Oops. Nun ja.)

      Wie dem auch sei, schönen Sonntag noch und danke für Deine immer gern gelesenen Gedanken.

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      • DasKleineTeilchen sagt:

        also wenn versagende impulskontrolle bei dir so aussieht wie oben…ich fands völlich ok 🙂

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        • Stony sagt:

          Naja, dem dritten oder vierten Impuls nachzugeben macht es nicht wirklich besser – im Grunde heißt es doch in nem Loch zu sitzen und weiter zu buddeln, nur mit einem anderen Schäufelchen.

          wie dem auch sei 🙂

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      • Pantoufle sagt:

        Siehste, Stony: Manchmal könnte ich auch… Da schreibst Du eine ernstgemeinte Antwort zusammen und die ist dann auch keiner Erwiderung wert. Vermutlich ein »Aha! Hat reagiert!

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        • Stony sagt:

          Vllt. kommt ja noch was; für manche Stunts braucht es Zeit und Anlauf, oder so… Hoffentlich hat er es wenigstens gelesen, wäre sonst schade drum, also für ihn jetzt, für Dich gilt ja im Zweifel das im Opener angeführte (sag ich mal so leichthin). Ich fand Deinen erhellend, hab innerlich (bei seinem) abgeschalten (nebst Beißerchen in die Tischkante) bei den offensichtlichen Widersprüchen des ersten Punktes den Du Dir rausgegriffen hattest (wieviel Kriegsbeteiligungen hatten ‚wir‘ vor dem Aussetzen der Wehrpflicht?).

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  4. Lazarus09 sagt:

    Moin Leutz, ich kann eigentlich kaum noch etwas kommentieren weil ich ,zu egal welchem Thema in der letzten Zeit ,genug damit zu tun habe meine Gewaltphantasien unter Kontrolle zu bekommen.

    Braunes Gedankengut beim Barras ? Fuck yeah .. klar,logo,immer ..hat denn da keiner jedient?
    Ich hatte das Vergnügen in den 70′ und frag mich warum da irgendwer überrascht tut..
    Die Frage ist einzig was mit dem künstlichen Aufreger bezweckt werden soll.

    Cheers ..

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    • DasKleineTeilchen sagt:

      „…genug damit zu tun habe meine Gewaltphantasien unter Kontrolle zu bekommen.“

      kann ich vastehn; ich musste mich gerade im tp-forum als „unterstützer für satanistische, perverse kinderficker“ bezeichnen lassen, weil ich es gewagt hatte mich über die quetschsirene naidoo lustig zu machen.

      ach gugge mal, die verräterpartei hat auch NRW verloren…CHUUUUULZ!

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      • Pantoufle sagt:

        Abwarten! Chulz und sein Stab feilen seit 24 Stunden an Inhalten! Wenn sich das Wetter hält, wird’s ein freies Speiseeis für Hartz IV-Empfänger. Oder kalte Duschen für alle! (nicht nur für die sPD)

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  5. Pantoufle sagt:

    Moin Lazarus09

    »Die Frage ist einzig was mit dem künstlichen Aufreger bezweckt werden soll.«

    Eine gute Frage! Wenn Dir etwas griffiges einfällt, solltest Du unbedingt bei den ermittelnden Stellen des Wehrministeriums vorstellig werden. An einer guten Antwort sind die mit Sicherheit interessiert.
    Gegenüber dem letzten Wehr-Skandal ist Franco A. ein entsetzlich kleines Licht. Er wollte nicht mal in Russland einmarschieren! Auch halte ich die Bundeswehr für ein 1a-Rechtsradikalen-Auffangbecken. Die Bräunlinge sehenden Auges in den unkontrollierbaren Untergrund verschicken, halte ich für kontraproduktiv.

    Ich denke, wie es in meinem letzten Kommentar anklingt, daß man das Image der Fremdenlegion Berufsarmee noch etwas ziviler gestalten möchte. Nicht so martialisch. Claudia-Roth-Kaserne, Jürgen-Trittin-Artillerieschußbahn und die nächste Panzergeneration heißt dann nicht Leopard, sondern »der Merkel 1A3B«. Wenn man erst mal anfängt darüber nachzudenken…? Auch die negativ konnotierte Kaserne: Grünhaus, in dem eine Wehrsportgruppe trainiert. Sportlich.

    Frau v.d. Leyen hat entscheidende 72 Stunden verbummelt, den »Skandal« entweder unter den Tisch zu kehren oder aber eine aufsehenerregende Reform anzustoßen. Zum Thema Reform fiel ihr beim besten Willen nichts ein und für den »bedauerlichen Einzelfall« ist sie nicht gestrickt. Ihr Generalmotto »mach jemand anderen dafür verantwortlich« war diesmal ein taktischer Fehler, was sie ja nach ein paar Tagen selber begriffen hat. Da war es allerdings bereits zu spät.
    Da hatten unberufene bereits damit begonnen, auf eigene Faust nach Dingen zu suchen, die sie für rechtsradikal hielten, statt auf Befehle zu warten, was sie gefälligst zu finden hätten.

    Wenn Du mich fragst: Ein bedauerliches Timing-Problem, dem wir diese Posse verdanken.

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  6. Lazarus09 sagt:

    Moin Pantoufle ..

    Jo du ich denke vielleicht will man auch einfach ein paar Leute von Oben loswerden, die „Größerem“ im Weg stehn,wie bei dem Chef der Bundesanstalt für Arbeit, Jagoda seinerzeit der einem Verfechter des Neoliberalismus und der Hartz-Gesetze Platz machen musste ..?

    Weiß der Deibel, zumindest wird nix Besser und die Leute nicht schlauer guxu NRW Wahl .. die ham‘ die FDP .. DIE FDP ..wie verzweifelt oder behämmert muss man sein .. ARRRRGH

    halt dich munter mein Lieber , cheers

    .. was macht die EffJott ..?

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    • Pantoufle sagt:

      Moin Lazarus

      Der EffJott geht’s bombig. Ist jetzt schon deutlich über 100.000 und freut sich auf eine kleine Tour nach Prag nächste Woche 🙂 Danach ist mal wieder ein Satz neuer Reifen fällig, ein neuer Kettensatz, Lager hinten (wenn man schon mal am Schrauben ist), diverse Verschönerungen… na ja: Rott, Rat & Partner juckts in den Fingern.

      Und bei Dir? Eingelebt und glücklich?

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      • Lazarus09 sagt:

        Moin Pantoufle

        …das hört man gerne, da sieht man mal was gute Pflege ausmachen kann.Eigentlich is die EffJott ja auch ein solides Gerät. Ich überlege gerade meine Alltags-Midnight gegen eine Rocket III auszutauschen. die „Schönwetter HD “ hab ich auch noch ,du erinnerst dich Springergabel un so …

        Jo du in UK sind wir ja schon Jahrzehnten in Northern Ireland seit ein paar Jahren und da ist alles Bestens .. Werkstatt läuft und Verkauf auch okay ..im Kleinen halt und mehr muss es auch nicht sein,ist ja schließlich mein „Ruhestand“ .. un bei dir? Wie läufts in der Live Music Branche hast genug zu tun ? Du dürtest doch auch in den 60 sein oder .. 😛

        Jo was meint „glücklich“ einen alten „Knochen“ haben wir wieder zu Grabe getragen in FFM .. die Einschläge kommen näher… Also wass soll ich sagen .. gesund und munter ..ride free und ne Schrott und Bullenfrei Zeit

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      • Pantoufle sagt:

        Ja, ich entsinne mich 🙂 Ne Rocket III ! Der Watzmann unter den Cruisern. Ist mit seinen 370kg ja auch gar nicht sooo schwer.
        Ich selber hatte ja gelegentlich überlegt, ob ich der EffJott untreu werden sollte. Eine Triumph 955i war im Angebot und ne Susi SV hatte ich etwas intensiver unter dem Hintern. Schöne Bikes auf jeden Fall, aber für Langstrecke ziemlich ungeeignet. Die Susi ein nervöses Gerät, dessen Fahrwerk in ziemlichen Widerspruch zu ihrem Motor steht, der noch mehr Sprit zieht als meine. Bei der Triumph hatte ich mir irgendwie mehr Leistung als bei der FJ versprochen. Viel leichter ist sie auch nicht, Sitzposition =< 40 Jahren… na ja. Alles in allem ganz beruhigend, sich dann wieder auf das eigene Schwermetall zu setzen. Da weiß man was man hat! Die 60 noch nicht ganz – ich arbeite noch etwas daran. Aber natürlich noch immer Rock’n’Roll. Ich kann ja nichts anderes und meine Bewerbung als Bundeskanzler kam mit ein paar humorigen Antworten garniert abschlägig zurück. Saubande! Pass selber auf Dich auf. P.S. Töchting I ist mittlerweile in einer Lehre im Laden eines organisierten Bikers. Es wird ein anständiges Mädchen, stelle ich fest.

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      • Siewurdengelesen sagt:

        Was machst Du mit meiner Effe und wieso hat die plötzlich 30000 mehr auf der Spule? Habe doch gerade noch nachgeschaut!

        Ich finde die Kiste ebenfalls einfach nur geil. Die hat wirklich keine echten Schwächen und ist für so ein fettes Vieh absolut alltagstauglich, ob mit Chefin und leichtem Handgepäck oder nur mal so, die Yppse geht immer. Fahren kannst Du bis zum Umfallen damit, aber hin und wieder muss man ja an die Tränke;-)

        Wahrscheinlich bekommt die bei mir ebenfalls lebenslänglich wie meine gute, alte MZ.

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