Kurz und dreckig 30

Bild, Katze, niedlich

Bild, Katze, niedlich

»Die Türkei ist ein freies Land: Sie können alles sagen! Sie müssen nur den Preis dafür bezahlen.« Can Dündar in einem Gespräch mit der Tagesschau.

Sieh an: Der Kiezneurotiker äußert sich über sein Kommentariat. Sie dürfen zwar etwas zu seinen Texten sagen, nicht aber erwarten, daß er sich dazu äußert. »Internetdiskussionen sind unfruchtbar. Das waren sie schon immer. Sie bringen nix und schon gar nicht irgendwen weiter. Niemand hat je irgendwen von irgendwas überzeugt.«
Das ist ein Standpunkt. Und einen Troll hat er auch gleich mitgebracht, den Perahim Mayer mit seinen Weisheiten vom religiösen Abreißkalender. Ein schönes Beispiel! Ja, der ist bei mir auch gesperrt. Den hab ich geblockt wie ein »türkischer Nachwuchsdiktator

Andere nicht. Das war gar nicht nötig. Die einen bleiben weg, weil ich zu dumm bin; mit sowas wie mir reden sie gottseidank nicht. Andere, weil auf ihre Beiträge ernsthaft (wenn auch absolut nicht in ihrem Sinne) geantwortet wurde. Außerdem hat sich das Getrolle ohnehin mehr auf Twitter und Facebook verlegt. Dort ist man ist unter Gleichgesinnten. Oder wie es mein Lieblings-Troll mittlerweile betreibt: Auf Twitter zehnmal am Tag (erfolglos) darauf hinweisen, sein Blog zu besuchen, weil dort die aufgewärmte Brühe von Twitter steht. So genial das Geschäftsmodell erscheint… eines Tages wird auch er sterben wie seine Freunde, die bereits das Handtuch warfen.
Diejenigen, die am Schreiben interessiert sind, werden bleiben, neue dazukommen. Das ist das sichtbare Ergebnis der letzten Jahre. Trotz aller notorischen Querschläger.

»Diskussionen ist was für Leute mit zu viel Zeit. […] Und alle sind so großartig empört in ihrer heiligen Mission.« Vielleicht sind einige ja gerade daran interessiert? Weil ihnen sonst keiner zuhört oder es ihnen eine Herzensangelegenheit ist? Das kann zwar entsetzlich nerven, aber es gehört nun einmal dazu. Auch die Redaktion der Schrottpresse kann und will einen leichten Hang zur Weltverbesserung nicht verleugnen – warum sollte man es also seinem Kommentariat verbieten?
Schön: Das tut der Kiezneurotiker ja nicht. Nur darauf antworten eben auch nicht und nimmt sich dadurch die Möglichkeit, an dem von ihm unterstellten Jammertal etwas zu ändern. »Ich erwarte deswegen Verständnis dafür, daß ich nicht mit dem Internet diskutiere.« Ja, das ist zu akzeptieren. Nur ändern tut es leider auch nichts.
Was mich betrifft, so habe ich anläßlich von Erdoğans Machtergreifung wieder einmal festgestellt, wie sehr ich dieses Medium schätze, die Möglichkeit, meine Wut und Empörung darüber auszukotzen. Lesen, was die anderen darüber schreiben, sich vielleicht auch darüber aufregen… eine Replik hier, ein Kommentar dort: Man müßte viel mehr miteinander diskutieren! Man diskutiert ja nicht mit »dem Internet«, sondern mit lebendigen Menschen. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, daß es sie gibt, diese »wenigen reflektierten Menschen«.

Trolle in den eigenen Kommentarspalten? Ach du meine Güte! Wie niedlich!

»AfD wählen! Schüsse am Olympia Einkaufszentrum: Tote in München – Polizei spricht von akuter Terrorlage«

AfD-Pressesprecher Christian Lüth

»Merkel-Einheitspartei: danke für den Terror in Deutschland und Europa!«

André Poggenburg, AfD-Landesvorsitzende Sachsen-Anhalt

»Der Terror ist wieder zurück! Wann macht Frau Merkel endlich die Grenze dicht!«

AFD-Landesverband Sachsen-Anhalt

»Ich bin in München. Das muss der Wendepunkt sein: Die Willkommenskultur ist tödlich. Es geht um unser Land!«

Maximilian Krah, CDU-Vorstand Dresden

»Der Polizei-Einsatz in München – ein Fiasko genauso wie bei Olympia 1972“ – heftige Kritik aus Moskau«

Boris Reitschuster, abgehalfterter kalter Krieger

Dort sind die Trolle! Und glücklicherweise kann so jeder lesen, wessen Geistes Kind sie sind. Dann kann und muß man darüber diskutieren.

Noch mehr Trolle gefällig?
Nach den Morden in München mit Hilfe einer illegal erworbenen Waffe fordert Thomas de Maizière eine Verschärfung der Waffengesetze. »Vizekanzler« Gabriel wünscht eine bessere Kontrolle. Geisteskranke achtzehnjährige dürften nicht an Schußwaffen gelangen.
Und abgehalfterte SPD-Barden sollten nicht vizekanzeln.

So gesehen: Man ist als Blogger doch in der recht komfortablen Situation, mit denen nichts zu tun zu haben.

Sonst noch was im Internet?

Die Polizei in München hat, wie es sich darstellt, wohl einen gute Job gemacht. Und einen eigenen Star hatte sie auch während des Geschehens, ihren Pressesprecher Marcus da Gloria Martins. Der wird nun heftig gelobt, weil er sich wohltuend von diversen Pressevertretern abhob, die gerne einen kleinen Terror gehabt hätten. Soll man ihn loben, nur weil er seine Arbeit gemacht hat? Ja, in diesem Falle schon, wenn alle um ihn herum es nicht getan haben.

Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich in Ihren Kommentaren. Danke!
Die Redaktion

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Die Redaktion

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Die Redaktion

… und dann natürlich wieder Türkei.

Die türkische Prinzengarde Präsidentengarde wird aufgelöst. Zu teuer, zu nutzlos, zu babyblaue Uniformen und natürlich ebenfalls in den Putsch verstrickt wie alle anderen auch.
Langsam werden die Stimmen lauter, die offen sagen, was dort tatsächlich passiert. Zumindest die außerhalb des Machtbereichs Erdoğans. Während dessen schreitet die Neuordnung am Bosporus zügig voran, wie sich beispielhaft in der jetzt durchgeführten präsidialen Rechtschreibreform zeigt:

Der demokratische Schießbefehl
Die demokratische Todesstrafe.
Der demokratische Völkermord.
Die demokratische Verfolgung.
Der demokratische Präsidentenpalast.
Die demokratische Alleinherrschaft.
Der demokratische Ausnahmezustand.
Die demokratische Säuberung.
Das demokratische Treppengeländer.
Der demokratische Toilettengang…

Recep Tayyip »Demokratie« Erdoğan (Quelle: Internet)

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17 Kommentare zu Kurz und dreckig 30

  1. Tatsächlich ist Blogland so etwas wie die Insel der Seligen, und die Hysterischen, die durchgeknallten Trolle tummeln sich primär im Mikroblogging, bei Facebook und dergleichen. Wer der Tagesaktualität hinterherhechelt und über jede Sau was sagen muss, die grad durchs Dorf getrieben wird, dem bleibt halt nicht viel Zeit zum Nachdenken und Bedenken. Mit solchen Leuten zu diskutieren ist dann auch müßig. Andererseits ist die Kommentarinteraktion im Blog durchaus produktiv, wenn man sich den passenden Leserkreis von verständigen Leuten angelacht hat.
    Ich habe mich früher häufig zum Politikgeschehen geäußert, stelle aber rückblickend fest, dass derlei Texte und satirische Bildcollagen schon nach kurzer Zeit veraltet sind. Westerwelles Spätrömische Dekadenz der Hartz-IV-Bezieher – lang vergessen, und der Mann ist glücklich tot. http://trithemius.twoday.net/stories/neuer-scheckschwindel-westerwelles-millionen/
    War rückblickend nicht der Mühe Wert.
    Der Textvagabund im Schluss deines Beitrags ist ulkig.

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    • pantoufle sagt:

      Moin Jules

      Insel der Seligen… hmmm. Das kann man natürlich so sehen und innerhalb einer begrenzten Sphäre stimmt das sicherlich auch. Aber man müßte sich dann konsequenterweise auch Gedanken darüber machen, was denn das eigentlich ist, so ein Blog. Stefan Niggemeier bloggt, Markus Beckedahl oder Thomas Wiegold von Augen Geradeaus! Sabine, Sarah von Creativus und Tikerscherk ebenso. Und man kann das nicht im Ansatz vergleichen – ganz zu schweigen davon, daß es irgendwann eine gesellschaftlich relevante Komponente bekommen kann. Netzpolitik.org ist sicherlich alles andere als eine Insel der Seligen, aber eben auch ein Blog.

      Das ist es auch, was mich an dem Beitrag vom Kiezneurotiker ein wenig stört: Es ist durch die eigene Filterblase gesehen. Aber ich bin da vielleicht auch etwas ungerecht. Es ist ein anderer Ansatz, dem er folgt.

      Das mit den politischen Texten finde ich interessant. Vieles veraltet – das ist richtig. Innerhalb einer Woche, wenn was dazwischenkommt: Ein terroristisches Terrorattentat zum Beispiel oder ein Putsch. Auch die diversen spätrömischen Aufregerchen haben nur eine begrenzte Lebensspanne. Aber die Bilder finde ich in der Nachschau oft interessant. Man sollte sie viel öfter lesen. Vor allem diejenigen, die innerhalb von Sekundenbruchteilen mit Adolf – und Dritte-Reich-Vergleichen um sich werfen. »…ist genau so wie…« findet sich meist in jüngster Vergangenheit mindestens genau so gut, wäre nur unser mediales Gedächtnis nicht so beschränkt. Oder anders herum: Es wäre interessant zu wissen, was später einmal Platz in den Geschichtsbüchern findet (Natürlich nicht Texte von Dir oder mir! Nein, natürlich nur von den Berufenen und Protagonisten, die wir niemals in Verdacht gehabt hätten).
      Ist es der Mühe wert? Auf jeden Fall. Als Triebabfuhr!

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      • In der Tat hat das Medium Blog viele Gesichter, und untereinander sind Blogs schwer zu vergleichen. Für mich ist ein wesentliches Element die zeitnahe Interaktion in den Kommentaren. Freilich ist es schwierig, in Kommentaren zu diskutieren.Wenn der Diskussionspartner sich nicht an Argumentationsregeln hält und nicht konsensfähig ist, wird’s schnell ärgerlich und kostet nur noch Zeit und Nerven. Insofern kann ich den Kiezneurotiker verstehen. Freilich weiß ich nicht, wer bei ihm in welcher Tonart kommentiert, denn ich lese da nicht. Man muss sich begrenzen. Bei mir bedeutet es, dass ich nicht bei dem kommentiere, der nicht antwortet und umgekehrt keinen zum jeweiligen Text passenden Kommentare in meinem Blog hinterlässt. Zu deiner Bemerkung vom Platz in den Geschichtsbüchern: Ich blogge jetzt im 11. Jahr. In den Jahren haben sich eine Reihe hübscher Sekundäreffekte ergeben, die etwas Bleibendes verheißen. Aber auch sonst ist es der Mühe wert, nicht nur zur Triebabfuhr. Jeder angenehme Kontakt, der sich übers Bloggen ergibt, ist eine Bereicherung und erweitert die eigene Perspektive.

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  2. dergl sagt:

    Aber doch nicht beim Fressen fotografieren, die Katze, oder möchtest du mit Tierschützern diskutieren, dass du das arme Viech [ich böse, tierunfreundliche Kommentatorin, dass ich so ein böses Wort sage, für die du dich dann auch noch rechtfertigen musst] durch dein Belauern Anorexie entwickelt?

    Ich sage wenn ich nicht weiß was ich Sinnvolles sagen kann fast nirgendwo etwas – es sei denn, ich „kenne“ die Leute schon ein bisschen oder auch besser und es passt irgendwie durch andere Faktoren, bei Matthias E. zum Beispiel lasse ich ja öfter mal meinen Senf -, mein Hauptgrund ist aber, dass ich bei Leuten wie dir oder Stefan Rose oder auch flatter viel lerne, aber wirklich eben nichts Konstruktives beizutragen habe. (Jetzt auch nicht?!) Allerdings halte ich Kommentare auch für eine Form der Interaktion und es können fruchtbare oder hilfreiche Diskussionen daraus entstehen.

    Ich lese nicht viel beim Kiezneurotiker. Nur wenn jemand, bei dem ich häufig und gern lese noch mal explizit auf etwas hinweist, deshalb kann ich mir auch keine Meinung zu seiner Kommentarhandhabung bilden. Ich denke es wird Gründe geben warum Leute das so handhaben und es wird immer andere Leute geben, die das aus irgendwelchen Gründen irgendwie finden und irgendwie für sich nutzen.

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    • pantoufle sagt:

      Die Katze (niedlich!) bekommt ein nach ayurvedischer Methodik zubereitetes Futter mit Mäusegeschmack von Aldi!
      Irgend welche Einwände? *blutrünstig die Axt schleif*

      Das mit dem Kommentieren geht mir nicht anders als Dir. Am liebsten kommentiere ich immer noch meinen eigenen Senf. Das zwingt einen dazu, sich mit dem auseinanderzusetzen, was man da geschrieben hat… gar nicht so einfach manchmal…

      Bei anderen ist das immer so eine Sache! Am liebsten sind mir die Blogger, die ihren Spaß an Off Topics haben. Das kann ich gut. Zum Thema hakt es doch öfters und so lasse ich es dann. Besser die Schnauze halten als wieder irgend eine nutzlose Diskussion oder überflüssige Missverständnisse.
      Das ist im tieferen Sinne unsinnig, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, daß man als Blogger irgend eine Resonanz außerhalb der Zugriffsstatistik braucht. Und der vom Kiezneurotiker beschriebene Zustand (mit dem er grundsätzlich ja richtig liegt!) wird nur durch produktive Kommentare besser, nicht dadurch, daß man den Trollen das Feld überläßt.

      Ich hatte mir auf der Schrottpresse vor längerer Zeit laut darüber Gedanken gemacht, wie es zu der großen Diskrepanz zwischen Zugriffszahlen und Kommentaren kommt.
      Einige »stille« Leser kommentierten das sinngemäß mit »schweigend genießen«. Damit muß man als Blogger einfach leben lernen.
      Aber natürlich ist der Mensch an sich eitel und hört hin und wieder gerne, daß er geschätzt wird.

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      • dergl sagt:

        Wenn das Futter vegan ist nicht 😉 Du hast hoffentlich vorher den Konstitutionstyp des Tieres genau bestimmt. Vata, Pitta, Kapha, das muss alles abgestimmt werden. Wenn ein Kapha-Typ zuviel Vata-Zeug kriegt wird er fett, das kannst du diesem süßen kleinen Miezevieh doch nicht antun…

        Am liebsten kommentiere ich immer noch meinen eigenen Senf. Das zwingt einen dazu, sich mit dem auseinanderzusetzen, was man da geschrieben hat… gar nicht so einfach manchmal

        Zustimmung. Obwohl ich, glaube ich, bei mir im Blog noch nichts in der Art getan habe. Das könnte natürlich daran liegen, dass es ein recht spezielles Blog habe, weshalb zum Beispiel OTs auch nur sehr begrenzt möglich sind. Ich habe Kommentatoren dabei, die gehen in die Richtung bei der ein oder anderen Sache (Matthias zum Beispiel) und ich find’s gut und denke mir dann, da könnte ich zum Spaß drauf einsteigen, das wird lustig, weil die jeweilige Person weiß wie es gemeint ist und dann sehe ich *Oh Mist, wenn ihr das macht, dann wird der Ur-Post nicht mehr wahrgenommen wie er soll*. Das ist sicherlich ein Aspekt, der besonders bei so spezialisierten Blogs wie meinem auftritt und manchmal auch eine Gradwanderung. Wenn man über Sachverhalte oder Personen öffentlichen Lebens schreibt ist man da freier.

        Das ist im tieferen Sinne unsinnig, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, daß man als Blogger irgend eine Resonanz außerhalb der Zugriffsstatistik braucht.

        Ja. Zumindest wenn man eine Aussage hat, das Blog also nicht nur macht um sich mal eben die Seele freizukotzen, Bastelanleitungen einstellt oder irgendwas, zumal die Resonanz ja auch etwas ist, dass dir sagt wo du stehst und wie du wahrgenommen wirst. Ich hätte zum Beispiel – Eigenlob stinkt, ich weiß – ohne dass da mal Leute aus den Kämmerlein gekrochen wären nie gewusst, dass es tatsächlich zwei Zielgruppen gibt, die sich das Ding einfach gefunden hat. Ich habe das nirgendwo beworben, es wurde einfach gefunden und passte für die Leute. Besonders die Fraktion, die mir sagt, sie ist geschockt, aber es hilft ihr klarer zu sehen, hätte ich ja ohne, dass mal einer Laut gibt und sich auf Rückfrage erklärt gar nicht erkennen können, nur so aus der Statistik. Und so was führt natürlich auch wieder zu Themen, die man aufgreifen kann. Aber so etwas funktioniert nicht, wenn man sich nicht für seine Leserschaft interessiert. Das hängt natürlich wieder davon ab über was man bloggt und was es einem gibt. Ein Abkotz-Blog, ein DIY-Blog, ein Miezekätzchenphoto-Blog etc. ist vielleicht pro Post für den Autor wirklich erledigt so bald der eigentliche Post raus ist. Das ist vielleicht eine andere Form von Verantwortung hinter als wenn man eine „ernstere“ Aussage hat.

        Ich meine mich zu erinnern, dass flatter vor Ewigkeiten auch mal so was gesagt hat, dass er keinen Hehl draus mache, dass ihm die Kommentare wichtig sind, weil sie auch Ansporn wären.

        Man fragt sich ja manchmal doch warum man das macht, also wenn es einem nicht genügt einfach die Wand anzuschreien oder so was.

        „Stille“ habe ich wie jedes Blog natürlich auch. Manchmal erfahre ich erst hinten rum, dass die da sind oder um wen es sich handelt und manchmal bin ich dann erstaunt, weil die Leute in ihren eigenen Blog was ganz anderes machen. Ist trotzdem schön, dass die da sind.

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      • Ex-Vermieter sagt:

        Mit „gefällt mir“ kann man m.E. sehr gut sowohl dem Blogger als auch Kommentatoren ganz gut rückmelden, dass sie nicht allein die Insel der Seligen – oder eine andere Gegend – bevölkern.
        Ansonsten: gelegentlich „danke“ stößt doch nicht auf harte Gegenwehr, vermute ich.

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        • pantoufle sagt:

          Ja, natürlich nicht! Man muß nicht immer alles kommentieren.
          Wobei…
          Ich hab ja eine gewisse Aversion gegen dieses »gelegentliche Danke« entwickelt. Auf einigen Blogs (vorzugsweise bei Geschichten und Erzählungen) steht’s dann geballt wie die Motten im Kleiderschrank. Da mag man gar nicht mehr mitdanken: »Blumen und Käse – ein schöner Traum! DANKE!« 20 Male untereinander. Bei geschlossenen Augen steht ein Bataillon von in Tränen aufgelöster Hochsensibler Spalier, während man selbst am liebsten ein »…und dann habt Ihr gevögelt wie die Karnickel? Toll drum herumgeschrieben!« loswerden möchte.
          Das traut man sich dann nicht mehr. Von wegen unsensibel.

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          • Stony sagt:

            F: Was möchtest du werden, wenn du groß bist?
            A: So fies wie dat Pantouflesche!¡!

            ⠀⠀(ړײ)

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  3. Siewurdengelesen sagt:

    – Türkei
    Mir kommt es sowieso vor, als ob Erdogan seine Jubelperser gleich mitbestellt hat. Jedenfalls fällt es mir schwer zu glauben, daß der Großteil der Menschen in der Türkei so vorbehaltlos und kritikfrei hinter ihm stehen soll.

    – Trolle
    Subtiles Trollen durch provokante Aussagen, bei denen der empörte Aufschrei bereits eingeplant ist, scheint das neue Markenzeichen politischer Eleven zu sein. Immer schön an der Grenze und immer schön mal etwas drüber, irgendwann rutscht die Grenze und genau das kann ein bestimmter Typus erstklassig.

    Die einen wie Bachmann, Festerling,Steinbach und Pirincchi auf Dumpfbacken-Niveau per verbalem Vorsachlaghammer – Petry und andere Konsorten eher am politischen ‚Gegner‘ mit ‚vernünftigen‘ Forderungen, um sich per politischem Mainstream aufzuwerten und dadurch in der Breite gesellschaftsfähig zu werden. Im Namen der Vernunft wurde ja schon viel Unvernünftiges verzapft.Irgendwann käme auch bei diesen Typen das Schema Türkei und sie verstünden sich mit dem osmanischen Giftgartenzwerg ganz gut…

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    • pantoufle sagt:

      wg. Türkei
      Das ist ja das Entsetzliche. Auch in einer Diktatur gibt es immer welche, die dagegen sind. In diesem Fall (ausgehend von der Wahl im November letzten Jahres) etwa 40% der Wähler und man darf wohl davon ausgehen, da es mittlerweile noch ein paar mehr geworden sind.
      Wenn der große Präsident© die Presse gleichschaltet, Fernsehen und andere Medien mit hörigem Personal besetzt, kann man getrost davon ausgehen, daß auf den Bildschirmen ausschließlich gejubelt wird.
      Es ist doch an uns, ob wir so einer Berichterstattung auch nur noch ein Komma glauben! Schlimm genug, daß unsere Regierenden es tun.

      wg. Trolle
      Das ist eine Subtilität die ich nicht feststellen kann. Aber vielleicht kenne ich die richtigen Trolle nicht. Meine sind irgend welche kriminellen Psychopathen, die nur deswegen noch im Bau sitzen, weil es niemand liest.

      Zugegeben: Deine sitzen auch nicht, obwohl sie gelesen werden. Wenig subtil, aber zu dicht am politischen Mainstream, um wirklich anzuecken.

      P.S. Wenn ich das hier noch eben hinzufügen darf.

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      • Siewurdengelesen sagt:

        Troll ist grundsätzlich erstmal Troll.

        Es gibt da logisch zig Methoden, anhand derer sie in Foren/Twitter/FB und wo auch immer herumseiern.

        Da gibt es eben die, welche um ihre Absichten kein Geheimnis machen und offensichtlich grätschen, wo immer es geht.

        Bei obiger Coleur ist es insofern subtil, weil der ‚wahre‘ Hintergrund fein behängt daherkommt. Statt Ausländer raus spricht man von Rückführen von Asylanten, nennt Flüchtlinge ebenso und nicht Asylbewerber, spielt auf dieser Klaviatur mit Wirtschaftsflüchtlingen oder Sozialschmarotzern, was das Vokabular eben so hergibt, um eben nicht offiziell in den Jargon des Tausendjährigen Reiches zu verfallen und durch die Blume und daher eher Deppen-subtil genau diesen zu bedienen.

        Und da gibt es auch unpolitische Trolle, die scheinbar passende Beiträge setzen, welche je nach Forum/Blog usw. trotzdem provozieren und ggf. die Diskussion von der Sache weg auf immer weitere Nebenäste führen, wo sich dann gar nicht mehr um das Thema, sondern nur noch um Schnulli gezofft wird. Das ist auch so ein Kunststück ‚guter‘ Trolle.
        Andere Variante ist das ständige Wiederholen eigentlich nichtssagender Phrasen in zig Versionen, um dann so nach dem x-ten Aufwärmen der immergleichen Suppe aus dem ohnehin nicht vorhandenen Thema auszusteigen. In gewisser Weise ist das auch eine Form der Subtilität – finde ich jedenfalls.

        Das passiert bei den Politniks selbstverfreilich nicht, denn diese haben neben Provozieren eine Mission, die es zu erfüllen gilt. Da ist das Modell Gebetsmühle angesagt.

        Ein Beispiel zum Thema AfD:

        Lies einmal so die Beiträge der FAZ – die seit dem Ableben Schirrmachers immer mehr verflacht – oder Welt und anderer eher konservativer Wurstblätter durch. Da ist kein Furz dieser Gurkentruppe zu dämlich, um nicht doch selbige mit einem Beitrag dazu im Gespräch zu halten. Vordergründig erscheint ein ablehnender Beitrag, der beim Lesen gar nicht so schlimm erscheint, aber der Eye-Catcher AfD wurde in bester Pawlowscher Manier bedient, wenn das nicht etwas subtil ist…
        Besser kann man keine Reklame für diese machen und auch die ÖR sind da etwas primitiver in dieser Schiene drin.

        Vor Erdogan hat dieses Gleichschalten bereits in Polen und Ungarn stattgefunden, Rumänien scheint auch wieder abzugleiten und wenn in Österreich bei Neuwahlen tatsächlich Hofer Bundespräsident wird…

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  4. derda sagt:

    Meiner Meinung nach hat der Kiezneurotiker gerade weil er sich nicht um sein Kommentariat kümmert so einen Trollbefall. Die digitale broken-windows Theorie sozusagen.

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  5. pantoufle sagt:

    @derda
    Das mag schon sein. Dann müßte man aber annehmen, daß ein »gepflegter« Kommentarbereich trollfrei wäre und das ist ganz klar nicht der Fall.
    Es ist diese uralte Diskussion, ob man Trolle einfach machen läßt und sie ignoriert, mit Fischen füttert oder sie rigoros löscht. Eine wirksame Medizin ist nicht bekannt.

    @siewurdengelesen
    Über die Systematik des gemeinen Trolls wird zum Zweck der Erkenntnis »das kleine Trollhandbuch« rechts unten verlinkt. Interessanterweise kann man die dort postulierten Gesetzmäßigkeiten sowohl für den Foren-Troll, der mit dem Rückenmark denkt, wie auch für den von der AFD anwenden.

    Bei der Differenzierung der verschiedenen Stammbäume von Trollen würde ich mir nicht so viel Mühe machen. Mein Lieblingstroll behauptet genau wie ein AFD-Schreihals einer Mission zu folgen: Auf der einen Seite ein krimineller Stalker und Denunziant, auf der anderen der von mir zitierte Poggenburg, der »Politik« nur deswegen betreibt, weil er pleite ist. Die Gründe für ihr Tun sind doch eigentlich zweitrangig; sie haben nichts mit dem zu tun, was sie als ihre Mission vorgeben. In beiden Fällen reif für den Psychiater. Oder den Staatsanwalt. In der Art ihrer Argumentation, den haltlosen Behauptungen und – und damit wird es interessant – dem Hang zu faschistoiden Weltbildern gleichen sie sich wie Eier. Da treffen sie sich nämliche, da verschwimmen die Unterschiede: Es wird nie eine Diskussion, ein Konsens angestrebt, sondern ein mehr oder weniger vordergründiger Vernichtungswille gegenüber einem herbeiphantasierten »Gegner« diktiert das Handeln.
    Deswegen sehen Facebook und Twitter so aus. Die Müllhalden der niederen Instinkte.

    Oh, ich lese FAZ, Welt und die anderen konservativen Wurstblätter. Vielleicht ist Dir aufgefallen, daß ich sie sogar gelegentlich verlinke. Bei der Welt schreibt zum Beispiel Deniz Yücel (ehemals taz) äußerst lesenswerte Artikel als Türkei-Korrospondent. Das ist sozusagen alternativlos – mir fällt gerade keine linkes Wurstblatt ein, das so jemanden auf der Gehaltsliste hat. Und beim Wurstblatt taz habe ich im Laufe der Zeit Artikel gelesen, bei denen sich die Zehennägel hochklappen.
    Man muß sieben und aussortieren. Sonst wird das nix mit der Medienkompetenz.

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    • Siewurdengelesen sagt:

      „Man muß sieben und aussortieren. Sonst wird das nix mit der Medienkompetenz.“

      Da hast Du nun wieder recht;-)

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  6. Fabian Fake sagt:

    Danke für den Verweis auf das Trollhandbuch. Tut ja immer gut eigene Erfahrungen bestätigt zu bekommen. Der K-neurotiker macht imho das richtige. Das zu machen was er will und Diskussionen zu vermeiden. Wer Spaß an so was hat kann das ja machen, aber der Versuch Irgendjemandem von selbst den wahnwitzigsten Thesen/Meinungen/Argumenten/Verhalten abzubringen ist meiner Meinung nach zum Scheiten verurteilt.

    Weil, hätten diese Menschen denn selbige wenn sie die Fähigkeit oder den Willen hätten einer rationalen Diskussion oder Einsicht zu folgen?

    Auf meine eigenen gebe ich übrigens wenig. Brauche mich ja nur darin zu erinnern welchen Fehlern ich vor 10 oder 20 Jahren so angehangen habe.Manchmal schreibe ich den derzeitigen Istzustand zu einem Thema irgendwo rein. Aber nur um mal zu was in meinem kleinen Kopf grad so vorherrscht. Danach Interressiert es mich nicht mehr, außer wenn mich mal jemand auf Fehler hinweist, da bin ich sehr dankbar für.

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    • pantoufle sagt:

      Moin Fabian
      Natürlich macht es der Kiezneurotiker nicht »falsch« – er macht es eben so, wie er will. Das soll jeder halten wie er mag.
      Aber es gibt , glaube ich, einen Unterschied zwischen »von einer Meinung abbringen« und »dem eine andere Meinung entgegenstellen«. Es ist in mehrfacher Hinsicht ein gewagtes Unterfangen zu glauben, man könnte jemand anderen überzeugen. Das funktioniert beinahe nie. Was aber gelegentlich sinnvoll sein kann, ist das Körnchen eines Zweifels zu sähen. Der muß wachsen und gedeihen und man wird ihm dabei nicht zusehen können. Jeder Gärtner weiß das – die allermeisten Diskutanten leider nicht.

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