Kurz und dreckig 3

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Nachträglich alles Gute zum Weltfrauentag

Jung und naiv. Oder ist Tilo Jung auch Antisemit? Putin-Versteher ja sowieso! Fest steht jedenfalls sicher, daß er Frauenhasser ist. Punkt!
Könnte man über obengenannte Punkte noch streiten, so ist er jetzt eines zweifellos: Trollfutter.
Warum postet er auch dieses unsägliche Bildchen auf Instagram? Was die Person Tilo J. halbwegs ungestraft darf, ist bei der Marke T. Jung eine Katastrophe; das wird er nun auch wissen. »Satire darf alles – Je suis Charlie!«, aber nicht am Weltfrauentag und schon gar nicht beim Krautreporter.

Natürlich reagierte der Krautreporter umgehend:

tilo
Meedia, FAZ, Ruhrbarone und andere reagierten ebenfalls im selben Tenor. Dabei kommt nicht nur Tilo Jung unter die Räder, sondern der Krautreporter gleich mit. Ein Shitstorm vom feinsten. Sexismus? Ach, darum geht es schon lange nicht mehr – das hätte das Sujet auch beim besten Willen nicht hergegeben. Tilos Bildchen war ja nur eine Persiflage auf eine Bilder-Serie des Hobby-Photographen Murat Osmann, ebenfalls auf Instagram zu bewundern.
Ob Tilo Jung den Hintergrund des Bildes kannte, ist offen. Mittlerweile hat er es gelöscht und sich dafür entschuldigt. Ganz im Sinne stalinistischer Selbstbezichtigungen nach der Verurteilung.
So, und heute Abend lese ich meinem Jüngsten die Abenteuer von Pippi Langstrumpf in Taka-Tuka-Land vor und ihrem Vater Efraim, der dort Negerkönig ist.

Edit: Lesenswertes bei mobilegeeks

…und ein Interview mit der »getretenen Frau«

»Haste noch alle Kühe aufm Radar?« Was da klingt wie ein feuchter Pennälerspruch könnte sich beim Schweizer Militär als geflügelter Satz breitmachen. Merke: Nur wo Airbus draufsteht, ist auch Kuh drin. Das neue Anflugleitradar von Airbus Defence & Space bereitet nicht nur Freude:

«Offenbar funktioniert das System in der Ebene, aber wenn sich in den Bergen an den Hängen zum Beispiel eine Kuh bewegt, nimmt der Radar diese Kuh als feindliches Instrument wahr, und das stört»

Verteidigungsminister Ueli Maurer

Das ist aber auch das Mindeste, was man für 130 Millionen Euro erwarten darf. Es könnten ja eines Tages auch feindliche Kamelreiter sein! It’s not a bug – it’s a feature!

Hartmut Mehdorn geht, die Finanzspritze von 1,1 Milliarden Euro kommt. Oder auch 2,2 Milliarden, wenn Brüssel mitspielt. Zusammen mit den bisherigen Kosten in Höhe von ca. 4,3 Milliarden Euro sind das… warte schnell… habs gleich… plus Zinsen plus Finanzierungsaufwand plus Flughafenerweiterung… Inflationsausgleich bis 2019… [irgendwo muß doch der Taschenrechner hier rumfliegen! Der Säzzer]

Was mir dabei einfällt: In Ägypten will man in nur 7 Jahren eine neue Hauptstadt aus der Erde stampfen. Weil Kairo zu klein wird. Innerhalb der nächsten 5 – 7 Jahre soll die neue Metropole für rund 43 Milliarden Euro entstehen. Im Preis inbegriffen ist ein 90 Quadratkilometer großer Solar- und ein Freizeitpark (vier mal so groß wie Disneyland). Ach ja, und einen Flughafen natürlich auch. Von dem aus könnte man dann theoretisch direkt nach Berlin fliegen.

Und was macht Mehdorn als nächstes? Russland sucht gerade einen Präsidenten.

Das Kopftuchurteil des Bundesverfassungsgerichtes ist ein kurzes Durchatmen des Rechtsstaates. Hoffentlich nicht der letzte Atemzug.

Und dann bliebe noch ein Lacher für den Sonntag, formuliert von dem griechischen rechts-außen-Verteidigungsminister Panos Kammenos. Der erinnerte Wolfgang Schäuble an seine eigene Korruptionsvergangenheit in der CDU-Parteispendenaffäre:

»Wir Griechen erinnern uns genau, daß Herr Schäuble sein Amt als Parteivorsitzender aufgeben mußte, weil er in einen Fall von Bestechung verwickelt war. Heute ist er trotzdem Finanzminister. Bei aller Kritik an der Korruption in Griechenland sei es ja nicht so, daß Deutschland oder Schäuble immer fehlerfrei gewesen wären.«

Die Antwort Schäubles steht noch aus. Mimimimi.
Link via fefe

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0 Kommentare zu Kurz und dreckig 3

  1. R@iner sagt:

    Jaja, die Krautreporter. Die Redaktion, die sich um die wirklich wichtigen Dinge im Leben kümmert. Was kam heraus? Ein selbstverwaltetes Prekariat mit Crowdfundinganschluß und einer beschissen gemachten Webseite mit dem einzigartigen Scrollerlebnis. Spacken. War aber vorher schon klar, dass das nix wird.

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    • R@iner sagt:

      Weil Samtach iss:

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    • R@iner sagt:

      Okay, hier noch einer für den Tilo:

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    • pantoufle sagt:

      Moin R@iner

      Was soll ich sagen? Den Krautreporter sehe ich mir seit seiner Ankündigung wohlwollend an. Über die technischen Details der Seite braucht man sich nicht zu verbreiten – das ist grottig! Daß ein guter Teil der Beiträge durch Tilo Jung verfasst wird… nun ja, man kann ihn mögen oder es bleiben lassen. Er wäre nicht die Person wegen der ich dort etwas lesen würde.

      Die Sympathie, mit der ich das Ding betrachte, beruht auch auf meiner eigenen Unsicherheit darüber, wie sich die Zukunft von Veröffentlichungen im Netz darstellen soll. Blogs sind die eine Sache: One-man-shows, zeitaufwändig und rechtlich gelegentlich in einer Grauzone. Will man es vernünftig machen, kommen noch Kosten in Form von Serverplatz ect. dazu. Werbung will man auch nicht so wenig wie SEO-Geschraube, noch weniger Facebook oder Twitter.
      Damit sind die »Aufstiegschancen« schon mal klar vorgegeben.
      Carta, Krautreporter oder Vocer sind Beispiele, wie man es auch machen kann. Ohne auf Details einzugehen, die einem mehr oder weniger gefallen: Es ist schon allein die Tatsache, daß man nicht so alleine auf weiter Flur dasteht. Das ist schon etwas, was mich reizt; von dem fachlichen Lerneffekt, den es auf einen persönlich haben kann, ganz zu schweigen.

      »War aber vorher schon klar, dass das nix wird.«
      Ja, aber wie soll es denn gehen? Irgend etwas muß passieren. Die Zeiten, wo sich das Kollektiv ein gaaanz tolles Flugblatt ausdachte und in der Mensa verteilte, sind passé. (O.k. : Ich war seit Jahren nicht mehr in der Mensa – gips die noch?)
      »…mit einer beschissen gemachten Website«
      Auch so ein Ding. Man ist doch eigentlich schon froh, wenn der Inhalt halbwegs passt. Die Design-Müllhalde der Schrottpresse und anderer kommt ja auch daher, daß es hier niemanden gibt, der sich damit auskennt (und vielleicht Geld dafür haben will; soll schon vorgekommen sein!)
      Wenn man etwas für verbesserungswürdig hält, sollte man sich mit konstruktiver Kritik einmischen, mitmischen. Auch wenn gerade mal kein Shitstorm oder eine lustige Troll-Invasion anliegt.

      Ach, man könnte seitenweise darüber lamentieren. Letztlich reden wir doch über Motivation. Die Motivation, es trotzdem zu tun, trotzdem zu schreiben und sich öffentlich zu machen. Ob nun in einem Kollektiv (wie immer das organisiert ein mag) oder als Einzelkämpfer. Warum nicht Crowdfunding? Es hilft, es ermöglicht Dinge die sonst liegenbleiben würde und sich auf das zu konzentrieren, weswegen man angetreten ist: Zu schreiben.

      Mann, Mann … schon wieder viel zu lang geworden 🙂

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      • R@iner sagt:

        Wenn man etwas für verbesserungswürdig hält, sollte man sich mit konstruktiver Kritik einmischen, mitmischen.

        Das sage ich den Leuten auch immer, wenn sie irgendwo rumnörgeln. Allerdings nur dann, wenn es sich um nichtkommerzielle Projekte handelt und der Verantwortliche Interesse an Kooperation hat.

        Ja, aber wie soll es denn gehen? Irgend etwas muß passieren.

        Vor ein paar Jahren las ich eine Statistik. Darin stand, dass der durchschnittliche deutsche Internetbesucher etwa 8 Seiten regelmäßig besucht. Acht Seiten. Verstehste?
        Wenn ich in der Straßenbahn sehe, was die Leute mit ihren Smartphones machen, dann kommt dabei heraus: Facebook + Whatsapp.
        Mein Schluß daraus ist, dass man besser keine Erwartungen an das Internet als zusätzlichen Informationsträger zur politischen Aufklärung haben sollte. Das, was “wir” hier machen, lesen doch nur ein paar Hansel, die zuviel Zeit haben und mit dem Wunsch antreten, sich selbst weiterzubilden oder wenigstens Menschen mit ähnlichen Ansichten zu finden.

        Einen angenehmen Sonntag.

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