Kurz und dreckig 20

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»Anderen Lügenpresse vorwerfen und selber lügen, wenn es darum geht, sein verschroben undifferenziertes und verachtenswertes Welt- und Menschenbild zu begründen, ist schon schäbig«

Lehrer Peuckmann zieht Bilanz und ärgert sich über eine Ex-Schülerin. Eigentlich war sie eine seiner intelligenten Schülerinnen gewesen, aber Intelligenz ist auch immer das, was man daraus macht.

»Man muss da, merke ich, begrifflich genau sein, intelligent, nicht klug. Denn mit Klugheit verbindet sich Moral«

Was vorhersehbar war: Facebook, Beschimpfungen, Twitter, »Wer das Genie des Führers nicht begreift…« – man kennt das mittlerweile. Immer der gleiche Ablauf, die selben Tiraden: Soziale Netzwerke scheinen hauptsächlich dafür geschaffen worden zu sein, die Grenzen der Ausdrucksfähigkeit zu definieren. Jedenfalls die einer bestimmten Klientel und die scheinen bei den Jubelpersern der AFD besonders eng gesteckt zu sein. Das muß eine Qual für einen Lehrer sein – all die verunglückten Formulierungen unkorrigiert ertragen zu müssen.
Die Schülerin war übrigens Frauke Petry.

Stichwort Ausreden: Damit ist man vor allem in Zeiten von Wahlen nicht besonders verwöhnt. Zugegebenermaßen auch sonst nicht. Aber hier war dann doch einmal eine; eine, die nicht einmal eine Ausrede war, sondern den Sachverhalt mit klaren, wenigen Worten auf den Punkt bringt.
Monsignor Lucio Angel Vallejo Balda, seines Zeichens Sekretär der päpstlichen Wirtschaftsprüfungs-Kommission Cosea, gibt zu Protokoll, daß er nicht bei klarem Verstand gewesen war als er vertrauliche Dokumente an Journalisten weitergab. Das sogenannte Vatileaks-Drama.
Grund dafür war eine Frau, die schöne Francesca Chaouqui. Wenn die Redaktion der Schrottpresse das richtig versteht, hat die liebreizende PR-Beraterin Monsignore eine Nacht geschenkt und damit eine Sinnkrise ausgelöst. Das Zölibat mag auf vieles eine Antwort geben, nicht aber auf die Brüste und die Schweißperlen einer schönen Frau.

Jetzt muß Balda nur noch an den Schlüssen aus dem Geschehenen arbeiten. » Nicht bei klarem Verstand« kann man so nicht stehen lassen: Er tat es aus Liebe, und das ist ja erst einmal ein wunderbarer Grund. Kann es einen schöneren geben?

Ja, diese Begriffe! Noch einer versucht sich daran, ebenfalls nicht bei klarem Verstand. Nur daß man das von ihm bereits kennt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will den Begriff Terrorismus auf Journalisten, Politiker und NGOs ausweiten.

»Nur weil jemand einen Titel wie Abgeordneter, Akademiker, Autor, Journalist oder Leiter einer Nichtregierungsorganisation trägt, ändert das nichts an der Tatsache, daß diese Person eigentlich ein Terrorist ist«

Nachdem Erdogan vor ein paar Tagen den Harem als Schule des Lebens bezeichnete, steht der Türkische Hofstaat offenbar kurz vor Wiedereinführung des Vorkosters.

Noch jemand möchte gerne zurück in eine glorreiche Vergangenheit, wenn auch nicht gleich 700, sondern lediglich etwa 150 Jahre. Um den Vorstoß Österreichs im Zuge der Flüchtlingskrise endgültig zu beurteilen, ist es vielleicht noch etwas zu früh. Der Hauch Habsburgs wabert durch die Gehirne einiger – Österreich-Ungarn, Zugang zum Meer, Flotte, Admiral…

»Schlepperei lässt sich nicht ganz verhindern. Wir werden daher alles, was wir jetzt an der Westbalkanroute tun, auch entlang der Italien-Mittelmeer-Route tun müssen, damit klar ist, die Zeit des Durchwinkens der Flüchtlinge nach Mitteleuropa ist vorbei – egal auf welcher Route.«

Außenminister Sebastian Kurz

Nun ist auch noch der Brennerpass ins Visier der Burgenbauer geraten. Wie schon zu Römerzeiten soll wieder kontrolliert werden. Widerstand dagegen kommt ausgerechnet von der Südtiroler Volkspartei, die sich von der Schutzmacht im Stich gelassen fühlt. »Ein Stich ins Tiroler Herz«, bejammert Pius Leitner von den Südtiroler Freiheitlichen die Pläne.
Triest: Das muß doch irgendwie zurückzukaufen sein… Italien braucht doch immer Geld!

Bismarck hatte schon gute Gründe, Österreich-Ungarn aus der Verhandlungsmasse für das deutsche Reich herauszuhalten.

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9 Kommentare zu Kurz und dreckig 20

  1. R@iner sagt:

    Wer sich ausschließlich von Kartoffeln ernährt, weil er/sie glaubt, man könne so Geld sparen, dem sei das empfohlen: Preisentwicklung von ausgewählten Waren und Dienstleistungen

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  2. pantoufle sagt:

    Guten Morgen, guten Morgen

    Ja, tschuldige – bin wie gesagt gerade schwer beschäftigt.

    »Wäre es nicht großartig, wenn ein Schuh künftig erkennen könnte, ob er gerade fester oder lockerer sitzen soll? Daran arbeiten wir«
    Sicher wird der Schuh – wenn man das noch so nennen darf – mit App und Bonusmeilen geliefert. Daran ist ja auch erst mal nichts schlechtes, wenigstens dann nicht, wenn man damit einverstanden ist auch die kleinsten Dinge des täglichen Lebens zu verlernen. Ich erwarte jedenfalls freudig die Szene im Dschungelcamp, in der die Kandidaten daran scheitern, sich Oldschool-Stiefel zu schnüren.

    Schwer beschäftigt! Da bekommt man nur am Rande mit, was so los ist; ein recht angenehmer Zustand. Am Rande beruhigen sich die Gemüter wieder etwas: 1933 ist bis auf weiteres aufgeschoben und die Nachrichten aus der Türkei werden von Tag zu Tag kurioser. So kurios, daß selbst EU-Abgeordnete und Welt-Journalisten Bedenken anmelden, mit diesem Disneyland-Sultan ernsthaft weiterzuverhandeln… wären nur nicht all diese Flüchtelinge… man hat’s nicht leicht!

    Die Hochtöner auf der Werkbank haben jetzt ein Gewicht von 2,5 kg erreicht – da ist noch Luft nach oben. Voraussichtlich ist am Wochenende Probelauf! Hoffentlich hab ich dieses Mal besser gerechnet als bei meinen verunglückten Basshörnern letztes Jahr. Auf geht’s! Da wird ein Schuh draus!

    P.S. Ich werde heute wohl mal in die große Stadt fahren, um mir das neue Buch von Heinz Strunk zu kaufen… »Der goldene Handschuh«. Darin steht vermutlich mehr über den Zustand der Republik als in meinem RSS Feeder.
    Eine sehr schöne Besprechung mit goldigen Kommentaren findet sich auf Zeit.de.

    »Das Aufmacherphoto Wer ist der Mann rechts im Bild, warum wird er nicht genannt ? Ist er etwa tatsächlich ohne wissen beim vorbeigehen fotografiert worden ?
    Perönlichkeitsrechte ?«

    C&P hat gelegentlich etwas Gehässiges.

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  3. R@iner sagt:

    Moin auch. Du brauchst dich für garnix entzuverschuldigen. Ich habe da mal eine kurze Zusammenfassung der Lage für Leute ohne Zeit gefunden:

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