Kurz und dreckig 15

satire?

Der Mauszeiger schwebt unsicher über dem Ordner »Blogs«, der Inhalt klappt auf und da sind sie dann alle alle. Was davon klickt man eigentlich noch regelmäßig an? Man müßte mal wieder ausmisten und überhaupt sind diese – wenn nicht schon verwaisten – Links nach ein paar Jahren eher Selbstreflexion: »Das hat Dich einmal interessiert?« Warum eigentlich?
Ein paar der Internet-Tagebücher sind geblieben, wenige dazugekommen, die meisten der Lesezeichen könnten ersatzlos gelöscht werden.
Mach ich morgen.

» Liebe Hörer, liebe Facebook-User,
Wir von Radio Hamburg können die rechtsradikalen, menschenverachtenden und hirnlosen Kommentare auf unserer Facebook-Seite und Homepage nicht mehr ertragen und sagen es daher noch einmal ganz deutlich: Nazis sind bei uns nicht erwünscht! Nein, das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun. Und nein, das wird man nicht „jawohl noch sagen dürfen“. Gegen diese Ignoranz und Dummheit gehen wir nun vor. Vertretet Ihr Eure armselige Meinung auch noch dann, wenn wir sie für jeden sichtbar machen und aus dem Kommentar-Wust der sozialen Netzwerke hervorheben? In Zukunft werden wir Euch, Ihr besorgten Bürger, aus Eurer sicher geglaubten Internet-Anonymität herausholen. Ihr wollt Eure braune Suppe ganz öffentlich teilen? Dann mit aller Konsequenz. Wir werden von nun an Eure Kommentare veröffentlichen und so euer Gesicht und Euren Namen einer noch größeren Öffentlichkeit preisgeben. Den Anfang haben wir bereits gemacht. Und leider sind wir sehr sicher, dass diese „Nazi-Arschloch“-Sammlung stetig und rasant wachsen wird.
Wir wollen Euch nicht als Hörer, wir wollen Euch hier nicht – Hamburg schämt sich für Euch!«

Marzel Becker, Programmdirektor Radio Hamburg

Es geht doch! Schöne Worte zu einem leidigen Thema. Die Fortsetzung der Idee der Trollwiese vom Heise-Verlag. Nicht stillschweigend löschen, sondern auf der Weide gut sichtbar grasen lassen… sollte man viel öfter machen.

VW bescheißt. VW nutzt die Möglichkeiten, die ihnen die Technik zur Verfügung stellt. Das ist wenig überraschend und das geheuchelte Entsetzen darüber ist nicht nachvollziehbar. Oder hat sich schon mal jemand darüber gewundert, daß der tatsächliche Benzin-Verbrauch des neuerworbenen goldenen Kalbs nicht den Katalogangaben entsprach? Wohl kaum, da die unrealistischen Bedingungen für diese Angaben an jedem Stammtisch Allgemeingut sind.
Nun geht also der bekannte Teil des Abendlandes unter: »Konjunkturrisiko Volkswagen?« rätselt n-tv und auch andere schlagen in diese Kerbe. Da ist nun eine Made in Germany und sie schadet dem Ansehen des Wirtschaftsstandortes Deutschland.
Interessanter erscheint allerdings die Frage, wie groß der technologische Vorsprung anderer Dieselmotoren-Hersteller sein muß, daß ein Paradepferd deutscher Automobilkunst zu solchen Tricks greifen mußte. Oder sollten die etwa auch…?
Nein, so interessant ist diese Frage auch wieder nicht.

Ein Gastbeitrag von Captain Obvious

Seit der Ablasshandel Anfang des 16. Jahrhunderts ins Gerede gekommen war, hat die katholische Kirche diese Idee nicht weiterverfolgt. Papst Franziskus – USA-Reise – VW-Skandal? Die Redaktion der Schrottpresse sieht hier brachliegendes Potential (sind die Strafzahlungen, der VW ins Auge sieht, eigentlich die Ablassbriefe der Märkte?)

Sofortiger Baustopp am BER wegen Einsturzgefahr. Ein nicht unbekanntes Phänomen bei vernachlässigter Bausubstanz. Nächster logischer Schritt: Vorübergehende Nutzung als Flüchtlingslager.

Pantoufle folgt einem Link zu Blendle:

[Mode Hackerspielwiese]
[uninstall Addblock]
[uninstall NoScript]
[unistall FireGloves]
[uninstall Stealthy]

»Du liest diesen Artikel *hochinteressanter Artikel* über Blendle. Du hast keinerlei Verpflichtungen. Kostenlos testen«

»Blendle ist ein Onlinedienst und eine HTML5-Anwendung der Blendle GmbH. Unser Büro befindet sich im schönen und spacigen Media Plaza, Croeselaan 6, 3521 CA, Utrecht.«

»Neu bei Blendle? Wir brauchen nur deine E-Mail-Adresse.«

»Hast du schon einen Account?«

»Mit der Anmeldung erklärst du dich automatisch mit diesen eigentlich ziemlich lesbaren Nutzungsbedingungen einverstanden. Blendle verwendet Cookies. Wir können erklären, warum.«

Ich könnte auch einiges erklären, lasse es aber lieber. Es ist bestimmt eine hochinteressante Geschäftsidee, dieses Leistungsschutzrecht für Presseverleger mit anderen Mitteln, aber ein wenig klebrig fühlt es sich schon an.

Der Standard.at: »Krautreporter: Demütig und geschrumpft ins zweite Jahr«

»Die Mitgliederzahl schrumpft nach dem ersten Jahr um gut zwei Drittel auf etwa 5.000, sagt Herausgeber Sebastian Esser zum STANDARD, ohne auf die wichtigste Botschaft zu vergessen: „Es gibt ein zweites Jahr. Die Finanzierung klappt.“ Nach 900.000 Euro vor einem Jahr, sind es nun rund 300.000.“ […]
Mit dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier kommt dem Portal in seinem zweiten Jahr einer der prominentesten Autoren abhanden. Bei seinem Austritt aus dem Kollektiv kritisierte er die „fehlende redaktionelle Linie“. Neben dem Abgang Niggemeiers wird das journalistische Kernteam stark reduziert. Von knapp 30 in den ersten Monaten bleiben gerade einmal neun übrig.«

Die Schrottpresse knirscht mit den Zähnen: Auf der einen Seite war das ja eine hervorragende Idee (bloggen gegen Bares), auf der anderen Seite…
Interessanter als die nackten Zahlen wäre vielleicht die Begründung derjenigen, die nicht weiterzahlen wollen. Das völlige Verschwinden hinter der Paywall wird sicher einer der Gründe gewesen sein. Jetzt wird nach Vorbild der taz eine Genossenschaft gegründet. Der Eindruck von Rückzuggefecht drängt sich auf. Und ja: Es täte mir in der Seele weh, wenn das Projekt den Bach runtergeht – auch wenn ich die Idee mit der Paywall für kompletten Schwachsinn halte und das auch neulich laut gesagt habe.

»Es gibt genügend deutschsprachige aktuelle Informationen, multimedial und hübsch kuratiert, auch solche, die man „nur“ mit den eigenen Daten bezahlt. Schon bei durchschnittlichen englischen Sprachkenntnissen steigt das Produktangebot exorbitant an. Dank der vielen Übersetzungstools werden sogar speziellere Artikel und selbst kyrillische oder arabische Schrift zumindest grob verständlich, und auf Twitter und Facebook kommt sowieso alles irgendwann vorbei. Die Nutzer meinen es ja nicht böse, wenn sie kostenlose News vorziehen, obwohl dieser Eindruck entsteht, wenn man über „Gratiskultur“ wetternden Verlegern zuhört. Ihnen sind nur andere Dinge wichtiger, für die sie ihr Geld lieber ausgeben als für Zeitungsartikel.«

Vera Bunse

Die an Kultur interessierte Basis ist wohl einfach zu klein. Warum erinnert mich das alles so an das Ende von Charta?

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0 Kommentare zu Kurz und dreckig 15

  1. derda sagt:

    Bei den Krautreporters war leider wenig lesenswertes dabei. Es ist nicht der Geiz sondern mittelmäßiger Inhalt, den man sonst für umme an fast jeder Ecke bekommt.

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    • pantoufle sagt:

      [Da hat es meinen eigenen Kommentar gefressen… was war das denn?]

      Also nochmal:

      Bedauerlicherweise sehe ich das ähnlich. Das ändert aber nichts an dem Problem, daß es irgendwie mit dem Online-Journalismus weitergehen muß. Man kann Idealismus auf die Dauer nicht als alleinige Basis betrachten. Spätestens in seinem investigativen Bereich geht ohne Geld leider so gut wie nichts.

      Außerdem muß man sich vor dem unbewußten Reflex hüten, daß man mit der Zeit »seichtere Kost«, weil für »umme«, als unvermeidlich und als Konsequenz als gleichwertig betrachtet.

      Zu denken gab mir auch der bereits verlinkte Artikel Wolfgang Michals, bei dem in seinem Kommentarbereich viele Stimmen in die Richtung gingen, man hätte ohnehin zu wenig Zeit, sich auch nur einer Tageszeitung zu widmen. Offenbar liegt das Interesse eher bei einzelnen Artikeln, die man sich idealerweise auch noch von Aggregatoren vorkauen lassen möchte.
      Wenn man diesen Gedankengang zu Ende bringt, wäre das tatsächlich der Untergang des Journalismus wie wir ihn kennen. Oder seine Darreichungsform einem lustigen Kessel Buntes – was natürlich auch bereits eine existierende Form des Journalismus ist. Nur daß man das schöne Wort Boulevard dafür benutzt.

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    • pantoufle sagt:

      Wenn Du zufällig noch mitliest: Noch eine Meinung.

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  2. Joachim sagt:

    Vielleicht solltest Du in Erwägung ziehen, in kurz und dreckig die Artikel aufzuteilen? Das würde Kommentare bzw. die Möglichkeit zu kommentieren übersichtlicher machen.

    Also nur zu Eins. „so euer Gesicht und Euren Namen einer noch größeren Öffentlichkeit preisgeben“. Kommt darauf an. Trollwiese ist nicht schlecht. Pranger ist aber mittelalterlich.

    Ich finde Nazi-Sprüche schon, wie soll ich es sagen? Dumm? Ja dumm. Gefährlich sind sie weniger. Wer kann tatsächlich den zitierten Text lesen? Kann man nicht. Daran ändert auch eine Trollwiese nichts.

    Ich denke, wenn „Dummheit“ (im weitesten Sinne) Bestandteil der menschlichen Kultur ist, dann gehört die nicht gesondert behandelt. Wir sind so. Man kann jedoch schon was tun. Mit Propaganda kann man sich auseinander setzen. Lügen kann man entlarven. Falschaussagen kann man nachweisen. Dummheit verbietet sich von selbst. Und wenn nicht? Dann bin ich nicht der, der das bewerten darf. Würde ich das versuchen, dann würde die Welt zerbröseln,wie in einem Philip K. Dick Roman.

    Wir können allerdings verstehen. Aber nur so lange, wie diese „Information“ vorhanden ist. Streichen wir die, verbieten wir die, so sehen wir die auch nicht mehr. Wir lernen nicht, damit umzugehen. Wir werden anfällig für Propaganda.

    Und wenn Blogs durch so einen Blödsinn zerstört werden? Wenn sich Betreiber weigern, Plattform für menschenverachtende Dummheit zu werden? Wenn gar verbotene Dinge gepostet werden? Etwa, Hitler hätte keine Juden vergast? Oder es sei Zeit aufzuräumen, weil ein Land sich nicht um Andere kümmern kann?

    Anmerkung: „Andere“ sind gerade nicht nur Kinder, die gerade tot am Strand liegen. Vom Vergasen unterscheidet sich das für den nicht so sehr, maximal höchstens quantitativ. Die „Qualität“ ist identisch. Immerhin konnten sich Millionen von Deutschen auch nicht um die Männer, Frauen und Kinder kümmern, deren Häuser und dann deren Leichen brannten.

    Es gibt unmögliche Dinge. Die zu leugnen, die zu löschen oder zu verbieten wäre wie Augen zuhalten. Und so gehen wir über die Straße? Die Straße ist gefährlich. Das ist nicht schön, wenn es einen Unfall gibt. Augen auf!

    Blogger, mach ein Bewertungssystem, wenn Dir das auf den Geist geht. Ordne die Dinge, wenn Du mit offenen Augen über „die Straße“ gehen willst. Perspektivwechsel. Der Typ oben ist ein sehr armes Schwein. Blogger, Du hast Leser und Kommentatoren. Wenn die das nicht hin bekommen, dann hast Du was falsch gemacht. Es ist durchaus kreativer Umgang mit dem Schmutz der Welt möglich. Antworte mit Liedtexten ihrer eigenen (sogenannten) „Lieder“.

    Sag mir Blogger, all das was Du kritisierst, all das was Du einforderst oder beschreibst, kommt das nicht zu einem großen Teil von denen, die nach Deiner Meinung etwas falsch machen? Lebst Du nicht vom Irrsinn? Warum bloggst Du? Damit Du nicht mehr bloggen musst?

    Wird man angegriffen, so könnte man weiter ziehen. Dummerweise holen die dich irgendwann auf die eine oder andere Art wieder ein. Den Scheiß zu ignorieren ist das Dümmste, was man machen kann. Stopp, das nicht ganz richtig. Noch dümmer ist die Wirklichkeit zu leugnen und zu verbiegen, indem man sie verbietet. Das „skaliert nicht“.

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    • pantoufle sagt:

      »Pranger ist aber mittelalterlich.«
      Diese Trolle auch.

      »Und wenn Blogs durch so einen Blödsinn zerstört werden? Wenn sich Betreiber weigern, Plattform für menschenverachtende Dummheit zu werden?«
      Es sind ja nicht nur die Blogger. Das Problem ist mittlerweile allgegenwärtig. Es betrifft die Betreiber fast aller Portale, egal ob Blogs oder Kuh-Presse. Wie ich in meinem kurzen Statement »nackte Brüste« anmerkte, kann man den Begriff Troll dabei recht weit fassen; die kommen durchaus nicht nur aus der rechten Ecke. Und um es zu wiederholen: Ich bin heilfroh, daß mich diese Pest weitgehend verschont. (*klopft auf Holzkopf*)

      »Ich finde Nazi-Sprüche schon, wie soll ich es sagen? Dumm? Ja dumm. Gefährlich sind sie weniger.«
      Das wiederum sehe ich völlig anders! Und das beziehe ich durchaus nicht nur auf die offensichtlichen Naziauftritte. Es geschehen meiner Meinung nach mindestens zwei Dinge im Kielwasser dieser Hooligans.

      Zum einen bringt es den Effekt mit sich, daß andere dieser Couleur den durchaus berechtigten Eindruck bekommen haben, daß sie mit ihrem wirren Gedankengut nicht allein auf der Welt sind. Und die Front der Verbohrten wird täglich breiter; da mischt sich eine Mittelstandschicht der Pegida mit »das wird man ja noch sagen dürfen«, »besorgten Bürgern« mit unverhohlenen Faschisten. Man ist schon lange nicht mehr allein.
      »Die zu leugnen, die zu löschen oder zu verbieten wäre wie Augen zuhalten.«
      Vollkommen richtig, aber wie soll man auf »Stürmer-Niveau« sinnvoll argumentieren? Lügen kann man entlarven? Holocaust-Leugner sind der lebendige Gegenbeweis und der ist quicklebendig. Andere »Lügen« sind schlicht die Feststellung, daß elterliche Erziehung und Lehranstalten bei der Forderung, ein humanistisches Weltbild zu vermitteln, großartig gescheitert sind.
      Das biegt man nicht mal eben in einer Diskussion zurecht.

      Der andere Effekt besteht darin, daß sich ein verrohter Dialog zum gängigen Standard im Netz-Gespräch entwickelt hat – mehr noch: Sich dieses Rabaukentum in fast jeder Situation als »Sieger« erweist. Nicht nur darin unterscheidet sich übrigens Pack wie »Herr Karl « in nichts von diesem »Dennis Lühmann«. Man entzieht sich den Regeln einer zivilisierten Konversation und damit der Vernunft. Ein fataler Zeitgeist, der sich in einer völlig grotesken Überbewertung dessen zeigt, was als »persönliche Meinung« firmiert, und sich darin äußert, »dem anderen erst einmal zuzuhören«, tut ein Übriges. Seit Schantalles Leben und ihre Weisheiten das Vormittagsprogramm beherrschen, ist nicht mehr die stringente Beweisführung einer Behauptung Ziel der Debatte, sondern der amüsanteste Schreier gewinnt den Pokal.
      Daß sich der zivilisierte Teil der Menschheit mehr und mehr aus solchem Sumpf zurückzieht, ist dabei unvermeidlich – und damit den Schreihälsen das Feld endgültig überlässt. Weglaufen oder selber zum Brüllaffen mutieren, um überhaupt noch gehört zu werden: Eine undankbare Wahl.

      »Vielleicht solltest Du in Erwägung ziehen, in kurz und dreckig die Artikel aufzuteilen?«
      Das Sendeformat entspricht ohnehin nicht dem, was mir durch den Kopf ging. Es entstand eigentlich aus der Faulheit heraus, für die großen Ereignisse der Weltgeschichte nicht mehr stundenlang recherchieren zu müssen, sondern irgend einen flotten Zweizeiler hinzurotzen. Andere machen es auch, warum ich nicht auch?
      Es gefällt mir selber nicht mehr so sehr. Das kann man im Presseschredder machen… ne, da eigentlich auch nicht!
      Es läuft darauf hinaus, daß ich mir wieder mehr Zeit für Artikel nehmen sollte. Dabei hat sich im Laufe diesen Jahres herausgestellt, daß mich politische Themen immer weniger interessieren. Korrektur: Durchaus interessieren, aber mir die Jammertal-Mentalität und #Aufschrei-Attitüde zunehmend auf den Sender geht. Genau wie das weinerliche »an mein Herz, Bruder Mensch!«-Getue, wo der nötige Zynismus und Humor endgültig auf der Strecke bleibt.
      Der Soldat Frédéric Überall ist auch politisch wie der notgeile, senile Sack. Und mit erheblich mehr Lustgewinn beim Schreiben. Es sind wohl doch eher die Geschichten, die mich interessieren. Von lebendigen Menschen (oder denen ich Leben einflößen kann) und den kleinen, unwichtigen Dingen, die sie leiten.

      Was wurde eigentlich aus C.C Cleverbeek? Und meiner Kommentatorin Melina (aus Kiew)? Fragen, die dringend einer Beantwortung harren.
      Sowas hier! Ganz großartig. Hat der Kiezneurotiker verlinkt.

      Mein Bewertungssystem.

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  3. Joachim sagt:

    „Eine undankbare Wahl“ bedeutet das auf jeden Fall. Aber die Formel „Du Troll, ich gut“ geht nicht so einfach auf. Es gibt Situationen, wo sie aufgeht, wo man z.B. Nazis einfach nur noch eine klare Kante zeigen kann. „Wir dulden das hier nicht!“.

    Das muss man dann auch sagen. Mir ist genau bekannt, wie nervig das ist. Doch das geht.

    In vielen Fällen, etwa im Pagida-Umfeld, stimmt das aber so einfach nicht. Was stimmt, Menschen werden von wenigen Populisten ausgenutzt oder Menschen denken zu einfach oder Wissen es nicht besser oder haben Angst, Vorurteile und so weiter. Doch dieser Gedanke ist gefährlich, wenn der nicht zuende gedacht wird. Denn klar ist: ich bin nicht besser. Nur anders.

    Die Dinge sind kompliziert. VW hat beschissen und alle wundern sich. Ich nicht. Mich wundert, das dies erst jetzt rauskam und das sich jemand darüber wundert. Banken haben beschissen. Hat mich nie gewundert. Die EU trifft falsche Entscheidungen, wenn das Ziel eine politische Union wäre. Das ist nicht das primäre Ziel. Selbst die „guten Taten“ dienen nur einem Zweck.

    Wie bei Trollen darf man nur nicht den Fehler machen, sie alle in einen Topf zu werfen. Es gibt sogar Kommissare, die „in Ordnung“ sind und Abgeordnete, denen an ihren Wählern nicht als Wahlvieh etwas liegt. Sogar, es ist unglaublich, in der SPD und CDU. In diesen Fällen kenne ich die Beiden persönlich 😉 Wirklich!

    Werfen wir etwa Pegida-Anhänger alle in einen Topf, so sind wir es, die diese Gruppe „erfunden“ und „gebildet“ haben. Und dann wundern wir uns, dass es sie gibt.

    Menschen sind Herdentiere. Gruppen haben einen eingebauten Verteidigungsmechanismus nach außen und einen Zusammenhaltemechanismus nach innen. Gruppen haben Eigendynamik über die Individuen hinaus. Gruppenzugehörigkeit ist Selbstzweck und nicht „logisch“. Die Hälfte der Parteimitglieder einer beliebigen Partei könnten genau so gut in der entgegengesetzten Partei sein, wären sie nicht historisch da hinein gewachsen. Sie glauben „CDU“ oder „SPD“ zu sein. Sieht man genauer hin, betrachtet man die Wurzeln der Parteien, so stimmt das einfach nicht.

    Um das mal extrem zu formulieren: als dumme Nazis noch Kinder waren, da hätten wir etwas tun können. In der Schule etwa oder als Nachbar. Als sie Jugendliche wurden, da hätten wir etwas tun können. Arbeit, Ausbildung, Kultur etwa. Als sie Erwachsen wurden, da hätten wir etwas tun können.

    Ups, das ist ja jetzt. WTF?

    Und wir tun nichts. Wir werfen sie alle nur in einen Topf und schüren ihre Vorurteile, verpacken sie sogar wissenschaftlich in Gruppen, stellen sie an den Pranger. Die Zeitungen schreiben von Terror, linken Gewalttätern und die Behörden haben Augenklappen, rechts, ganz wie die Piraten. Politik stigmatisiert nach Belieben.

    Eh man, wir sind so elaboriert, so voller Kultur, so überlegen. Es ist wirklich unvorstellbar.

    Komm Beppo, ich geh mit die Straße fegen. Die hinter dem Nazi-Aufmarsch. Und dann setzen wir uns auf die Bank. Sie Sonne scheint gerade.

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  4. derda sagt:

    Es fehlt die Emphatie. Jahrelanges Predigen daß der eigene Ellenbogen das beste Kommunikationsmedium ist führt zur Verrohung. Man könnte sich jetzt fragen ob der Rückzug von moralischen Autoritäten wirklich die gewünschte Befreiung gebracht hat.

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  5. pantoufle sagt:

    Moin Joachim

    Der Artikel »die Gewalt in den Gedanken« ist interessant und außerdem ziemlich dicht an dem Thema, an dem ich da kaue.

    Zum einen muß man ganz klar zwischen dem – worüber es bisher ging – Netzton und dem Real-Live unterscheiden. In meinem beruflichen und privaten Umfeld finden sich bei den Personen, mit denen ich verkehre, eine große Bandbreite an Meinungen und Einstellungen. Wenigstens bei uns im Dorfe und in der großen Stadt in der Nähe sind darunter auch Menschen, deren Weltanschauung ich nicht im Ansatz teile (um das mal sehr höflich zu umschreiben). Eigenartigerweise kommt es im Gespräch oder im Zusammenleben aber nie (oder so gut wie nie) zu einem Benehmen oder einem Tonfall, wie ich das immer stärker im Netz wahrnehme. Was Bettina Fackelmann in ihrem Artikel versucht zu propagieren, ist offenbar also durchaus schon vorhanden, erstreckt sich nur nicht auf alle Bereiche des sozialen Miteinanders.

    Natürlich ist mir klar, daß sich diese Verhältnisse ändern, sobald die Herde marschiert und nicht mehr das Individuum im Vordergrund steht; dann trägt die Herde die soziale Bürde, die sonst auf dem einzelnen lastet, entwickelt so eine Eigendynamik. Pegida ist durchaus eine Beispiel dafür, wie gemäßigt rechts als Serviervorschlag zu gemäßigt faschistoid mutiert. Jetzt kann man sich natürlich ein Individuum herausgreifen und anhand dieser Person beweisen, daß diese Wertung eben doch falsch ist. Mit mäßigem Erfolg: Trotz der eventuell erfolgreichen Mohrenwäsche des einen werden die anderen mit ihren plumpen Parolen weitermarschieren.

    Es stellt sich die Frage, wie man sprachlich damit umgeht. B. Fackelmann plädiert für die verbale Abrüstung, einer Deeskalation, die auf Vernunft und Gewaltlosigkeit abzielt. Das bedeutet nach meiner Lesart lediglich, daß die Normen und Gebräuche des »Real-Live« Einzug in die öffentliche Diskussion halten sollen; das allein wäre ein nicht übermäßig revolutionärer Gedankengang.
    »Kurse für „gewaltfreie Kommunikation“ sind dafür eine exzellente Möglichkeit.«
    Wer wird daran teilnehmen – wer sollte daran teilnehmen? Die Liste derjenigen, die es mit Sicherheit nicht tun werden, ist lang – das ist meine grundsätzliche Überzeugung. Das liegt meiner Einschätzung nach auch daran, daß immer schneller die verbale Gewalt von gestern der Umgangston von heute wird: Aus »Ausländer raus!« wird der Asylkritiker, aus dem Abschiebelager ein Aufnahmezentrum, aus dem offen zu Tage liegenden Verfassungsbruch das Staatswohl – aus »Müllkippe« Entsorgungspark. Ja, es gab Zeiten, da haben wir noch unseren Müll weggeworfen und nicht entsorgt!
    Ein Gedanke, über dessen Gefahren Fackelmann sich auch klar ist:

    »Es geht aber genauso sehr darum, die Sprache nicht so unscharf werden zu lassen, dass Wahrnehmungen, Konflikte oder auch nur bestimmte Begriffe nicht mehr benannt werden dürfen aus Angst, in eine jeweilig unpopuläre politische Ecke gestellt zu werden.«

    Perfide wird es spätestens, wenn eine anlasslosen Totalüberwachung erst zur Vorratsdatenspeicherung über die Mindestspeicherdauer zur privaten Vorsorgespeicherung mutiert.
    Diese Beispiele sind nicht aus der Luft gegriffen. Es gibt sie – und das war nur ein Molekül einer möglichen Auswahl – und sie beschreiben überdeutlich, daß eine »gewaltfreie Kommunikation« schon lange Mainstream geworden ist. Oder genauer: Diese scheinbar deeskalierenden Begriffe werden bewußt verzerrend und manipulativ benutzt.
    Der Titel »Die Gewalt in den Gedanken« bekommt unter diesem Gesichtspunkt einen unangenehmen Aspekt. Die »unscharfe Sprache« verkommt zu einem Instrument der Herrschaft – bitte keine Wut, kein Entsetzen oder Entrüstung. »Laß uns in Ruhe darüber reden« als Beschwichtigung und sicheres Anzeichen dafür, daß es bereits zu spät ist – füge Dich und erzeuge keine unerwünschte Aufmerksamkeit.

    Das alles ist natürlich nicht neu und führt in gerade Linie zu denjenigen, die für die offizielle Linie bestimmen können, was Gewalt ist und was nicht. Die »gewaltfreie Sitzblockade« als Indikator dafür, was bereits als potentielle Gewalt angesehen wurde oder eine jahrzehntelange Hetze gegen alles, wo man linkes Gedankengut vermutete. Gewalt also.

    Auch Bettina Fackelmann unterwirft sich – vielleicht unbewußt – der offiziellen Sprachregelung, wenn sie kommentiert:

    »Ein Gewaltpotential, das sich unter materiell guten Bedingungen lange Zeit öffentlich einigermaßen unauffällig verhielt. Welches sich nun aber nicht nur in Anschlägen auf Wohnstätten für Asylanten entlädt, sondern sprachlich noch weit öfter entgleist – in Facebook-Kommentaren, in Stammtischrunden, auf U-Bahnhöfen oder eben auch in Sätzen von Politiker/innen aller Couleur.«

    Warum kein Hinweis darauf, wo dieses Gewaltpotential politisch einzuordnen ist? Ist das ein Beispiel der propagierten gewaltfreien Diskussion? Oder ein Hinweis darauf, daß man es aufgegeben hat, in diesen Kategorien zu denken? Oder um es offen und politisch unkorrekt zu formulieren: Daß der offen zu Tage liegende Faschismus längst die Mitte der Gesellschaft erreicht hat.

    Ich verstehe durchaus Deine Einwände gegen Pauschalisierungen und die Formel »Du Troll, ich gut«, aber so einfach kann man es sich nicht machen. Ja: Man muß es genau sagen warum, muß argumentieren – wenn vielleicht auch »nur« mit einem humanistischem Weltbild.
    Nein: Wenn man sich alle Türen offen hält, zieht es. Man bekommt eine Erkältung! In Zeiten, wo weltanschauliche Grenzen bewußt verwässert werden, sollte man klar definieren, wo seine eigene persönliche Grenze liegt.
    Es gibt einen Wertmaßstab der Argumente und es lohnt nicht, sich mit Youtube-Beweisen, SpOn-Kommentaren oder Facebook-Erbrochenem zu beschäftigen. Reine Zeitverschwendung! Das ist die ganz persönliche Gewalt in meinen Gedanken. Und die braucht ein Ventil.
    Gelegentlich die Schrottpresse.

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    • Joachim sagt:

      Vielen Dank(!) für diese Analyse. Da muss ich wohl noch nachdenken…

      (eine Entschuldigung dafür, dass ich so unzureichend auf Deine Themen eingehe. Ich übersehe die nicht. Doch Andere sind hier auch noch da…).

      Doch ein Punkt ist klar: „Dass der offen zu Tage liegende Faschismus längst die Mitte der Gesellschaft erreicht hat“ bewirkt bei mir, unabhängig davon, ob das so pauschal stimmen kann (siehe die Links unten), dass ich mich dann nicht mit der Mitte der Gesellschaft identifizieren kann. Dann stellt sich die Frage, womit ich mich identifiziere. Es gibt z.B. ein Grundgesetz. Es gibt Gesetze. Es gibt eine Kultur.

      Wenn die Mitte eine Art Mehrheit oder Norm ist, was dann?

      Wird plötzlich Recht zur „Lüge“ und unser Selbstbild zum Schein, wenn Faschismus oder rechtsradikale Thesen die Mitte erreichen?

      Dieser Effekt tritt nicht nur auf, wenn Faschismus die Mitte erreicht.

      Was ist mit dem Gedanken, das dies Heulen auf hohem Niveau ist, wenn ich an den Umgang unserer Gesellschaft mit „Schwächeren“ denke? Jede politische Äußerung, die Mainstream beeinflusst und Menschen ausgrenzt (so wie Seehofer z.B, der dafür aus meiner Sicht lügt) oder überhaupt manipuliert, Rechte demontiert (VDS, Überwachung, Internetkontrolle bis zur Zensurversuchen, Verletzung der Presse- oder Kommunikationsfreiheit usw.), manchmal gar betrügt, demontieren das (z.B. auch durch das Grundgesetz definierte) Selbstbild der Deutschen.

      Beim Betrug der durch Steuergelder geretteten Banken zum Beispiel bekommt „Eigentum verpflichtet“ einen seltsamen Geschmack. Besonders wenn man daran denkt, wie leicht einer alleinerziehende Mutter die „Leistungen“ gekürzt werden können. Vom NSA/BND Skandal brauchen wir da gar nicht zu reden.

      Statt dessen: Dieses Maßregeln, dieses „die Schmarotzer nicht noch anlocken zu wollen“, das wir auch bei der „Flüchtlingsproblematik“ sehen, ist ein Synonym dafür, dass wir weder das Grundgesetz noch unsere eigene Verantwortung kennen. „Politisch Verfolgte haben ein Recht auf Asyl“ stimmt nicht mit der Wirklichkeit überein wenn wir sie willkürlich in Europa verteilen, sie konzentrieren und ihrer Freizügigkeit, ihrem Recht auf Arbeit und vielem mehr berauben.

      Wie wäre es mit dem Gedanken, gemeinsam etwas zu erreichen? Komplexe wachsende Systeme müssen mit den Anforderungen leistungsfähiger werden. Sonst brechen sie zusammen. Die Ressourcen dazu zu nutzen ist nicht das Dümmste (sondern vernünftig). Im Fall der Flüchtlinge scheint mir da das Wort „gemeinsam“ der Schlüssel, der sogar Menschlichkeit in den Vordergrund stellt..

      Wo ist eigentlich die logische Begründung, dass dies hier unser Land ist? Unsere Leistung? Ich lach mich tot. Wer das sagt, der kommt wohl aus der „Mitte der Gesellschaft“ und hat in Geschichte nicht aufgepasst.

      Mir ist klar, dass da ein Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit existiert. Das Verfassungsgericht bestätigt das immer wieder. Und zwar nicht zwingend bei Faschisten sondern bei Gesetzen ordentlicher und demokratisch gewählter Politiker…

      Mir ist klar, wie damit umzugehen ist. Doch Andere gehen zu Pagida und rufen „Lügenpresse“. Einige fordern Stärke bis hin zum starken Mann oder Frau. Merkel müsse Stärke zeigen. Das ist no go (und sowieso nicht Merkels „Duktus“) und der wesentliche Grund für meine „Argumentation“.

      Sicher, Toleranz ist nicht unendlich. Doch ich muss es nicht so falsch tun, wie … die „Anderen“. Kooperation ist nicht moralisch. Sie ist vernünftig.

      In gewisser Weise sind faschistische Tendenzen direkte Folge einer inkonsistenten Gesellschaft. Es wäre also notwendig, zur Konsistenz beizutragen.

      Hier eine interessante Sicht eines „Geisteswissenschaftlers“ (sagt Fefe)
      https://blog.fefe.de/?ts=ab0693eb

      Und (auch via Fefe)
      https://de.wikipedia.org/wiki/Sekund%C3%A4re_Devianz

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      • pantoufle sagt:

        @ Joachim

        Ganz kurz und weil mir das heute Mittag im Kopf herumflog.

        Was Bettina Fackelmann da so von sich gibt, hat so etwas…tantchenhaftes.
        Natürlich muß man – was ich nicht gemacht habe – die eigene beschränkte Wahrnehmung in meinem Provinzparadies von Sprache und Gewalt von dem unterscheiden, was in Berlin an Schulen oder der S-Bahn geschieht (»Die S-Bahn nach Spandau hat 16 Stunden Verspätung. Wir bitten um Ihr Verständnis«).

        »[…] wie leicht einer alleinerziehende Mutter die „Leistungen” gekürzt werden können. Vom NSA/BND Skandal brauchen wir da gar nicht zu reden.«

        Doch! Lass uns darüber ruhig mal in ein, zwei Beispielen reden.

        Der Hedge-Fontmanager Martin Shkreli kauft die Rechte an einem Antibiotikum gegen Toxoplasmose und verteuert das Medikament um 5500% pro Tablette. Toxoplasmose ist eine Infektionserkrankung, unter der Krebs und Aidspatienten besonders häufig leiden und die auch bei Schwangeren gefährlich werden kann.
        Nicht 19% oder 100%: 5500%!

        Zusammen mit der Einsetzung des NSA-Untersuchungsausschusses war ein Löschmoratorium gegenüber dem BND ausgesprochen worden. Jetzt kam heraus, daß der BND einen ganzen Haufen E-Mails mit sogenannten NSA-Selektoren trotzdem gelöscht hat. Das nennt man Beweismittelvernichtung in einem laufenden Verfahren.
        Diese Nachricht hat es nicht einmal in die Tagesschau geschafft.

        Was verstehen wir eigentlich unter Gesetz und Kultur? Oder anders herum: Welche Werte sollen in Erziehung und Schulen vermittelt werden? Daß es sich dabei um bedauerliche Einzelfälle handelt?
        Das sind es nicht. Es ist das täglich Brot der Schlagzeile und hat Kant schon lange den Rang abgelaufen. Die Mitte der Gesellschaft, die Du zwischen den Zeilen für Dich in Anspruch nimmst, ist eine Nische – diejenigen, die sich dorthin geflüchtet haben eine vom Aussterben bedrohte Tierart.

        Und Tantchen Fackelmann scheitert mit ihren durchaus ehrenwerten Bemühungen für Deeskalation und Friedfertigkeit schlicht am gesellschaftlich relevanten Beispiel, an der Schlagzeile.
        »Wo ist eigentlich die logische Begründung, dass dies hier unser Land ist?«
        Gute Frage! Sie wird von einigen übrigens damit beantwortet, daß man dringend nach Befreiung rufenden Ländern die heimischen Augiasställe als Hort von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verkauft.

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        • Joachim sagt:

          Hat Fackelmann was tantchenhaftes? Ich würde sagen, die hat einen Beruf. Ihre Aussagen etwa zur Politik und deren „Kommunikationskultur“ halte ich für korrekt. Mehr noch, z.B. Gabriel schürt Ängste, wenn der sagt, jetzt schaffen wir das („Flüchtlingsproblem“), das sei also schon eine außergewöhnliche Leistung (besonders von ihm und der Regierung), aber dauerhaft ginge das nicht („Panik“). Die Geldrechnungen zur „Flüchtlingsproblematik“, die von der Politik aufgemacht werden erinnern an Milchmädchenmathematik. Die „Organisation“ der Flüchtlingsunterbringung scheint mir auch keine Leistung der Parteispitzen oder der Regierung zu sein. Doch Verbreitung von Panik und Angst, das scheint mir „Duktus“ der Politik zu sein.

          Wieso ist das so?

          Ängste können Aggressionen provozieren. Ängste solidarisieren mit dem „Warnenden“ und schaffen eine Front gegen den, vor dem gewarnt wurde. Genial: ich versichere mich ihrer Solidarität und schüre Aggression nach außen. Oh weh, die Geister, die rief, die werde ich nun nicht mehr los.

          Seehofer ist ein Troll. Doch Gabriel ist perfide. Welchen Interessen folgt der mit dieser Angststrategie, wenn er gleichzeitig TTIP propagiert und verspricht, uns ginge es allen besser, wenn wir staatliche Hoheit an private Schiedsgerichte abgeben. Irgendwie meinte Brandt gerade nicht „weniger Demokratie wagen“. Gabriel hat da was missverstanden.

          Um auf Fackelmann zurück zu kommen, ist es tantchenhaft, das Lied vom Frieden zu singen?
          Offen für eine andere Sichtweise und eine gemeinsame Lösung zu plädieren?

          Gehen wir auf die Straßen, in die U-Bahn (wo Fackelman unnötig von „erkennbar Nicht-Deutschen“ spricht und ich mich fragen, wie sie das denn ausgemacht hat) und fragen: Was würde ein Sozialarbeiter tun? Lebensweltorientierung ist da so ein Schlagwort, ein wenig tantchenhaft, .jedoch die einzige Möglichkeit zu den „Klienten“ vorzudringen. Im Grunde propagiert Fackelmann das, was eine gängige These der Sozialarbeit ist.

          Soweit ich das überblicke sind Fachleute in all diesen sozialen Bereichen mit der Politik und den geltenden Regeln gar nicht einverstanden. Dabei ist Sozialarbeit durchaus wissenschaftlich begründet. Das sind keine Pappnasen.

          Doch die (soziale) Situation eskaliert nicht nur, weil wir da eine schwarze Null haben. Sie eskaliert auch, weil Gabriel (der als SPD’ler eigentlich auf einer ganz anderen Seite stehen sollte), perfide Botschaften sendet. Da ist doch tatsächlich Merkel noch schlauer, wenn sie definiert, was nicht mehr „ihr Land“ ist. Freilich, um gleich wieder um zufallen. Pagida ist direktes Ergebnis politischer „Kommunikation“. Oder soll ich sagen Manipulation?

          Und da sind wir in der Mitte der Gesellschaft und auch bei denen, die gerne ein wenig mehr in der Mitte sein wollen. Die CDU sieht sich als Volkspartei der Mitte und die SPD ebenso. Die Grünen sind sowieso vollkommen in der Mitte, zwischen allen Stühlen und zusammen sind sie erzkonservativ, stimmen Bundeswehreinsätzen zu, retten Banken und sogar Griechenland, bis Menschen weder vernünftige ärztliche Versorgung, ein Auskommen im Alter oder nicht einmal ihr Geschäft betreiben können. Ja ja, hier ist nicht Griechenland. Doch versuche einmal, wenn Du in die Arbeitslosigkeit gerutscht bist, irgendwie ein Geschäft aufzumachen, das ein minimales Kapital erfordert. No way out. Ist dieser Staat vollkommen verrückt mit dieser schwarzen Null da oben?

          London z.B. wäre ohne die Spekulationsgeschäfte längst pleite. Sie schaffen nicht Geld aus dem Nichts. Sie holen sich das Geld derer, die wirklich arbeiten. Deshalb müssen ja auch die Mindestlöhne gesenkt werden (und nicht etwa wegen der Flüchtlinge). Dafür steht Schäuble.

          Als große Firma, als Bank kannst Du betrügen, hyperpleite sein und der Staat rettet Dich als „systemrelevant“. Und ich dachte, das Grundgesetz hätte irgendwie ganz andere Relevanzkriterien, wenn es vom Volk spricht.

          Und Du meinst, ich würde die Mitte für mich beanspruchen? Diesen Raum der Kompromisse? Dieses beiseite schieben von Fakten? Ignoranz gegen Tatsachen? Diesen Wohlfühlstaat, wo Freiheit meine Freiheit ist und nicht die Freiheit des Anderen?

          Nee, wirklich nicht.

          Nachtrag, eine kleine Geschichte:

          Samstag, auf der Demo gegen TTIP in Düsseldorf war da so ein Spinner, der meinte, Gewalt gegen manche Läden seinen so ganz okay. Kennst Du Düsseldorf? Man kann möglicherweise verstehen, wie der auf diese dumme Idee kommt. Was hätte ich tun sollen? Arschloch sagen?

          Und die Scheibe wäre zu Bruch gegangen? Ich habe mit ihm geredet. Nicht so wie Gabriel. Ich habe ihn ernst genommen. Später ging es darum, noch irgendwo einen Kaffee zu trinken. Der Typ meinte, so wie er rumliefe würden sie ihn in diese Edelläden sowieso nicht rein lassen. Ich meinte nur, okay, sollen die mal versuchen. Dann werden wir eben zusammen gehen. Solche Läden brauchen wir nicht.

          Die Scheiben blieben heil. Und der hat nachgedacht, ein wenig erfahren, was ein Anarchist überhaupt ist, was das bedeutet, was es an Vernunft und Willen bedingt und wer das vor ihm war. Ich bin sicher kein Anarchist. Doch das Bild des Anarchisten ist schon lange demontiert und aus politischen Gründen als terroristisch „umgedeutet“ worden. Ich bin kein Anarchist. Doch ich stehe dafür, dass man seine Meinung sagen darf. Ignoranz ist das dümmste, was man tun kann.

          Der Typ war übrigens dann ganz nett.

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          • pantoufle sagt:

            Entschuldige bitte: Meine Zeit ist gerade etwas knapp, ich bin unterwegs und eingespannt. Nur soviel: Don Alphonso hat in der FAZ eine interessante Meinung zum Thema formuliert.

            P.S. Und nicht nur für meine liebe Frau, die gerade mitliest: Zeit-Online zu Pegida

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          • Joachim sagt:

            pantoufle, Du musst mir nicht (zwingend) antworten. Weil, ich habe keine Ahnung, wo das herkommt. Muss ein Geburtsfehler sein.

            Zur FAZ: Kein klares Bekenntnis zur Meinungsfreiheit. Keine Perspektive mit dem „Problem“ umzugehen. Pack? Nun ja… das ist ja eine feine Analyse. Facebook ist nicht das Internet. Ja, wie überraschend. Und dann? Eine Ohnmachtserklärung?

            Zur Zeit: Komisch. Wieso schafft es Bachmann Hetze zu verbreiten und die Politik steht ohnmächtig da. Wer ist vertrauenswürdiger? Merkel, Gabriel und Co. oder Bachmann? Wie sind die nur jeweils in ihre Positionen gekommen, wenn sie sich von einem Populisten das Wasser abgraben lassen? Ich weiß, das Volk ist zu „dumm“. Das muss es wohl sein.

            Könnte mal jemand, der sich auskennt, ernsthaft die Frage stellen was und wieso? Ich komme mir schon vollkommen blöde vor. Nahezu die einzigen, mit denen man sich beim Thema auseinander setzen konnte, die bereit waren zu diskutieren, die mich zum Überlegen zwangen, waren diese „unmöglichen“ Pagida-„Mitglieder“ selbst. Der Rest tat das Selbe mit umgekehrtem Vorzeichen, freilich ohne diskutieren zu wollen. Es stellt sich die Frage, von wem soll ich mich übertölpeln lassen?

            Irgendwie kann das doch wohl nicht sein! Tatsächlich ist man in der Lage, dem etwas entgegen zu stellen. Tut man das, indem man andere für blöde, Pagida sozusagen für beendet erklärt? Ändert das irgend etwas, wenn man das Internet löscht, reglementiert, verbietet?

            Gut, Politiker sind natürlich blöde (natürlich nicht, jedenfalls nicht immer!), Bachmann ist klar blöde (schon, vielleicht nicht immer, aber schon mal öfter), doch mir scheint, die Journalisten sind nicht viel schlauer.

            Ist die ganze Welt böse oder dumm? Nur ich bin schlau? Quatsch, ich habe wirklich keine Ahnung. Mir scheint, es geht mir da gerade wie Michel. Wir beide haben Dinge gehört wie:

            – Kultur ist der Sieg der Überzeugung über die Gewalt. (Platon, * 428/427 v. Chr!)
            – Freiheit ist die Freiheit des Anderen.
            – Der Satz von Schweinen, nach dem alle gleich sind, doch manche gleicher, den müsse man nicht erklären…

            Außerdem soll ja eins plus eins gleich zwei sein …

            „Eine nackte Prinzessin? – Erzählen Sie keine Märchen!“, sagte der Zwerg


            Zitat wohl aus Wolf Wondratschek, „Lied von der Liebe“. Meint jedenfalls das Internet.

            Das Musikvideo zu dem Text ist „Loves Me Like a Rock von Paul Simon“. Das dürft ihr selbst auf youtube suchen (so lange das noch geht).

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  6. Fluchtwagenfahrer sagt:

    Moin Jo,
    da das Pantöffelchen im Moment keine Zeit hat hier mal ein paar Gedanken von mir.
    1.) FAZ und Konsorten Thema Meinungsfreiheit, welche meinst denn Du? Die der Medien?
    Selbstverständlich gilt das nur für und pro Medien der Rest ist nicht wirklich gewünscht, schon gar keine Abweichler.
    2.) Mit Pack gebe ich mich erst ab wenn`s in der Hütte steht, analog Flüchtling Problematik, Altersarmut etc. (hat Zeit bis…..)
    3.) Fratzenbuch, Twitter, gibt es denn da noch mehr?? Fragt die Dame mit der Raute.
    4.) Die Politik (ich vermute du meinst, die Regierungsverantwortlichen) steht nicht nur zum Thema Hetze ohnmächtig da. Aber Ohnmacht, so interpretiere ich dieses Wort, setzt voraus handeln zu wollen aber nicht zu können. Dies kann unter anderem physio oder psychologische Gründe haben. Ich denke in allen Fällen die wir im Moment beobachten spielen andere Gründe hier die übergeordnete Rolle.
    5.) Vertrauenswürdig!! Für mich persönlich. Entweder gebe ich einen Vertrauensvorschuss in oder an eine bestimmte Person von der ich mir erhoffe das unsere gemeinsamen Interessen zum gewünschten, gemeinsamen Ziel führen oder ich weiß (99%) anhand von Aussagen vertrauenswürdiger Personen das man dem jeweiligen vertrauen kann.
    Aber das ist mehr oder weniger emo. Ich Idiot bezahl im Internett ja auch BEVOR ich die Ware erhalte??!!
    6.) Zum Thema Dummheit, hmmm, ja es gibt ne Menge Vollpfosten, ist meist nicht mal ihre Schuld, schlechtes Elternhaus, schlechte Schulbildung usw. Aber wird dieses nicht auch von der Politik maßgeblich verursacht? Schlechte Löhne führen zu Mehrarbeit bzw. beide Ehepartner, Erziehungsberechtigte usw. müssen arbeiten gehen. An/& Abreise Zumutbarkeit 2-4 Stunden, is ja suppi. Thema Schulbildung, hmmmmmm könnte man stundenlang referieren was alles falsch läuft.
    Dies sind nur zwei komplexe Ursachen die zur Dummheit beitragen können.
    Aber es ist erst mal wesentlich einfacher Dumme zu „regieren“ bzw. denen vorzustehen, ach ich weiß auch nicht was man zu dieser Tätigkeit sagen soll, such dir was aus. Aber mit dem Amtseid hat das nichts zu tun.
    7.) Pägida und andere für beendet erklären, klingt nach Pofalla, auch so`n Intelligenter, aber wenn ich den Kehricht oder nennen wir es die Dinge immer wieder unter den Teppich kehre, brauch ich mich nicht zu wundern wenn die Beule so groß wird und ich beim nächsten mal drüber stolpere und auf die Schnauzte fliege.
    8.) Übrigens wird Maasen und Konsorten das Internet /IP Daten zukünftig viel mehr im Focus haben, die rüsten gerade auf. Aber auch hier ist anzunehmen das sie auf dem rechten Auge weiterhin blind sind.

    Nun Jo, hier in aller Kürze ein paar wenige meiner verworrenen Gedanken zu Lage der Nation.
    Du bist nicht allein. Ich bin auch kein Schlauer, habe keinen Kant usw. gelesen, aber zu mindestens sagt mir mein Gefühl das nicht nur hier was ganz gewaltig aus dem Ruder läuft.
    Hoffen wir mal auf unsere Bildungseliten, die uns in einer verständlichen Sprache, machbare Lösungen aufzeigen um das Dingen noch zu wuppen.
    Ich habe da allerdings so meine Zweifel.
    LG

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    • Joachim sagt:

      Das Wunderbare an anderen Meinungen ist, dass sie das sagen, was einem selbst nicht einfiel.

      Fluchtwagenfahrer:
      FAZ und „Pack“, Don Alphonso bezogen sich direkt auf die von pantoufle erwähnten Artikel. Ohnmacht bezieht sich darauf, dass selbst Don Alphonso keine Lösung (=“mehr Demokratie wagen“) brachte. Dass die Politik keine Lösung hat, das habe ich als bekannt voraus gesetzt.

      Vertrauen stellte die Frage, was los ist, wenn Tausende dem Bachmann „vertrauen“, der Politik jedoch immer weniger. Liegt das an Bachmann? Der ist doch angeblich „doof und ein Verbrecher“. Muss das sein? Reichen keine Argumente? Was bewirkt die Erkenntnis, dass Bachmann nicht toll ist und damit der Schluss, dass der Vertrauensverlust vielleicht an der Politik selbst liegt?

      Dummheit ist einerseits die behauptete „Dummheit“, etwa es sei dumm nicht wählen zu gehen, gar Pegida zu sein oder keinen Job zu haben und dann gleichzeitig zu übersehen, dass die Schere in Deutschland und Bildung etwas miteinander zu tun haben. Die „echte“ Dummheit, also wirklich kontraproduktiv ist für mich, das Offensichtliche zu leugnen, weil man gerade andere Pläne, eine andere Agenda hat.

      (War das nun eine Definition von Politik? Ich hoffe nicht!)

      Pegida wird gerade von den Medien wegen anderer Katastrophen verdrängt. Ich frage mich, ob das politische Taktik ist. Ich halte das für nicht klug. Das fällt uns irgendwann massiv auf die Füße.

      Es ist nicht klug, Immer nur Schweine durch das Dorf zu treiben um die Illusion einer Veränderung aufrecht zu erhalten und um vom Schwein von gestern abzulenken. Irgend eine Torfnase fängt sich irgendwann eines dieser Schweine und schon ist das Unheil da. Das nennt sich dann vielleicht „Gleichere Schweine gegen alle „gemeinen“ des Abendlandes“. GSgaga

      Ich will wissen, wie die Schreihälse ticken. Deshalb: Lasst mal den Bosbach, den Uhl und auch den Seehofer. Ich verdanken ihnen viel. Nur durch sie ist mir klar geworden, wie es nicht geht, was kognitive Dissonanz ist und wieso Deutschland so ist, wie es ist.

      Und im Netz? Na ja, wenn wir unsere Hardliner schon zulassen müssen, dann brauchen wir etwas, dass uns die Manipulationsstrategien klar machen kann. Wir können und sollten aus dem ganzen Schund lernen. Wir können das Netz und unser Land selbst gestalten. Wir können uns gegen Populismus, egal von welcher Seite, stark machen. Schon heute weiß kaum jemand mehr, was „nie wieder“ bedeutet.

      Doch wir verbieten lieber und sehen nichts. Ganz wie die kleinen Kinder, die sich die Augen zu halten.

      Meinungsfreiheit ist ein kostbares Gut.

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  7. pantoufle sagt:

    Moin! Da bin ich wieder. Was gips denn so? Die üblichen russophoben Schreihälse; die ersten Zivilisten sind schon tot, bevor auch nur ein russischer Kampfjet aufgestiegen ist – was die US-Airforce ganz klar besser macht.
    Kollateralschaden. Hmmm! Nach nur vier oder fünf Angriffen auf das selbe Krankenhaus. Ob das wohl die Bundeswehr mit ihren Heron-Drohnen aufgeklärt hat?
    Und jetzt noch einmal im Tieflug über die Trümmer: Das einzige Hospital in Kundus war das? Vielleicht hätte man ein paar Brunnen weniger bohren oder eine Brücke weniger bauen sollen? Nur ein einziges Krankenhaus und das wird auch noch von »Ärzte ohne Grenzen« betrieben!
    Nicht einmal der Verteidigungsminister Ashton Carter wagte es, das Wort »Terroristen« in den Mund zu nehmen – das überläßt man den afghanischen Verbündeten. Schön doof! Das Völkerrecht schützt Krankenhäuser auch dann, wenn sich Widerstandskämpfer in ihnen aufhalten (sei es als Patienten oder Kombattanten). Dann war es also kein Versehen, sondern ein ausgewachsenes Kriegsverbrechen.

    Doctors Without Borders strongly disputed suggestions that any Taliban fighters were inside the hospital at the time of the attack.»The gates of the hospital were all closed so no one that is not a staff, a patient or a caretaker was inside the hospital when the bombing happened,« the group said in a statement.

    Es hat also Überlebende gegeben. Jeder Mafia-Azubi hätte dem US-Befehlshaber erklären können, daß das immer ein Fehler ist.

    Höchste Zeit Stärke zu zeigen! Zum Beispiel damit, den Pegida-Mitläufern zu erklären, woher die ganzen Flüchtlinge kommen. Lektion 1: Die syrischen Flüchtlinge kommen alle, weil der Russe bombt.
    Gegen aufsteigende Übelkeit und Magenkrämpfe gibt es Emesan S Säuglingszäpfchen. Hilft auch bei Schlafstörungen.

    Apropos Säuglinge: Lutz »Pegida« Bachmann wird nun wegen Volksverhetzung angeklagt. Warum erst jetzt? Ist der auch doof? Nun ja: Seine Öffentlichkeitsarbeit lies gelegentlich zu wünschen übrig. So etwas kann passieren, wenn man vom Stammtisch direkt auf die Rednertribüne steigt. Nicht alle Zuhörer haben eben noch mitgesoffen. Das kann man doof nennen oder auch diplomatisch »verbesserungsbedürftig«.

    Was wollte ich sagen? Ach ja: Guten Morgen erst einmal und ich geh jetzt mal frühstücken 🙂

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  8. Joachim sagt:

    „Bachmann wegen Volksverhetzung angeklagt“. Ist schon richtig so. Wer Menschen als „Gelumpe“ „Viehzeug“ und „Dreckspack“ bezeichnet ist armselig. Immerhin ist recht offensichtlich, aus welchem „Holz“ der gestrickt ist. Wer hat schon Angst vor dem Krokodil aus dem Kasperle-Theater?

    Nicht so offensichtlich ist die Argumentation der Politik. Gabriel, Gauck, Seehofer sagen (im Klartext, so wie ich das verstehe): „Sie überrennen uns“. Wir werden alle sterben…

    Teile der CDU/CSU wollten Grenzen schließen. Schäuble möchte nun Sparen wegen der Flüchtlinge (vollkommener Realitätsverlust oder eine unanständige Taktik).

    Ist auch armselig. Doch noch mehr, es ist verfassungswidrig und verstößt gegen EU-Recht. Von Menschenrechten will ich noch nicht einmal reden. Diese politischen Äußerungen verstärken die Fremdenfeindlichkeit massiv. Sie haben weit größere Auswirkungen, als die gesamte rechtsradikale Mischpoke.

    Da haben wir also Bachmann, der eindeutig Blödsinn redet, beleidigt, hetzt und dafür vielleicht 5 Jahre bekommt. Und wir haben (einige) Politiker, die täglich in den Medien sind, die Massen beeinflussen, Angst schüren, das Grundgesetz verletzen wollen und zusätzlich den Blödsinn von Wirtschaftsflüchtlingen verbreiten. Sie hetzen, im Gegensatz zu Bachmann, sehr subtil.

    Was ist schlimmer? Wie viel Jahre bekommen die dafür? Und ich meine jetzt nicht die Pension.
    Es ist etwas faul im Staate, nein nicht Dänemark.

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