Köln

1.1.2016 Köln – Die Polizei Köln zieht Bilanz
Wie im Vorjahr verliefen die meisten Silvesterfeierlichkeiten auf den Rheinbrücken, in der Kölner Innenstadt und in Leverkusen friedlich. Die Polizisten schritten hauptsächlich bei Körperverletzungsdelikten und Ruhestörungen ein. […]
Kurz vor Mitternacht mußte der Bahnhofsvorplatz im Bereich des Treppenaufgangs zum Dom durch Uniformierte geräumt werden. Um eine Massenpanik durch Zünden von pyrotechnischer Munition bei den circa 1000 Feiernden zu verhindern, begannen die Beamten kurzfristig die Platzfläche zu räumen. Trotz der ungeplanten Feierpause gestaltete sich die Einsatzlage entspannt – auch weil die Polizei sich an neuralgischen Orten gut aufgestellt und präsent zeigte.
Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Köln
Pressestelle

Ganz so kann es nicht gewesen sein – so war es auch nicht, wie sich nach ein paar Tagen herausstellt. Wie es genau war, weiß aber auch nach fünf Tage offensichtlich niemand. Das, was sich langsam herausschält, ist »abscheulich, empörend und nicht hinnehmbar«, um die Worte des Bundesinnenministers zu benutzen.
An Zahlenspielen und Beschreibungen von Gewalttaten möchte sich die Redaktion der Schrottpresse nicht beteiligen. Das wird bereits woanders mit viel Elan und Engagement getan, der den Mangel an belastbaren Informationen mehr als ausgleicht. Der Chefredakteur, Redaktionskampfhund Oskar und das Redaktionsschwein Schnitzel wollen sich vielmehr in die Reihe der »linksideologischen Willkommens-Medien und einem sich selbst gleichschaltenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk« (Cicero.de) einreihen. Dort haben hoffentlich noch nicht Hysterie und hormongesteuerter Nationalismus das Ruder übernommen – eine wenigstens schwache Hoffnung. Eines dieser Medien ist der Prinzessinnenreporter.de, der in seinem Artikel »Silvester in Köln – einige Anmerkungen« eine gute Zusammenfassung des derzeitigen Erkenntnisstandes zusammengetragen hat (wunderschönes Blog bis auf die farbliche Gestaltung – aber das muß wohl so).

Die erste offizielle Reaktion liegt vor: Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker schlägt Verhaltensregeln für junge Frauen und Mädchen vor »damit ihnen solche Dinge nicht widerfahren«. Mehr Fettnapf geht nicht. Köln ist nicht Riad oder Istanbul.
Fehlt eigentlich nur die Empfehlung, daß diese Bevölkerungsgruppe gleich ganz zu Hause bleibt; sicher ist sicher.
[Ab welchem Alter ist Frau denn auf den Straßen sicher? Der Säzzer]

Da bleibt einem erst einmal die Spucke weg. Nicht wegen dem Fünfzigerjahre-Verhaltenskodex, der dort als Patentlösung angeboten wird (»Halten Sie eine Armlänge Abstand zwischen sich und Fremden!«), sondern dem eigenartigen Verständnis polizeilicher Aufgaben. 17.000 Polizisten standen beim letzten G7-Gipfel in Garmisch-Partenkirchen 7500 Demonstranten (3000 nach Polizeiangaben) gegenüber – warum gab man statt dessen keine Verhaltensregeln an die Politiker »Beachten Sie die einfach nicht – die meinen das gar nicht so!« heraus? Da hätte man sich aber viel, viel Geld und Ärger gespart und nebenbei etwas für das Ansehen des Rechtsstaates erreichen können.
Aber auf einem Bahnhof kann eine bemerkenswert große Menschenmenge Krawall schlagen, zum Teil schwere Straftaten begehen und am nächsten Tag steht im Polizeibericht »Wie im Vorjahr verliefen die meisten Silvesterfeierlichkeiten auf den Rheinbrücken, in der Kölner Innenstadt und in Leverkusen friedlich.«
Da stimmt etwas nicht. Das kann zu diesem Zeitpunkt nicht gewesen sein – es hat soweit man weiß auch Angriffe auf weibliche Beamte gegeben. Telephon und Funkgeräte werden die Polizisten ja wohl dabei gehabt haben.

»Polizeipräsident Albers wurde auch gefragt, warum es im Polizeibericht an Neujahr geheißen hatte, die Silvesternacht sei ruhig verlaufen. „Diese erste Auskunft war falsch“, sagte Albers. Das sei nicht richtig gelaufen.«

Was die Frage nicht beantwortet. Die Nachrichten von angeblich schwerverletzten Polizisten bei Demonstrationen erreichen die Medien normalerweise vor der eigentlichen Straftat – da mahlen die Mühlen dieses Mal aber sehr langsam.

Die Stunde der Faschisten. Billiger konnte man Pegida, AFD und Rassisten aller Couleur nicht unter die Arme greifen. Die Schuld der Polizei? Nein, ganz sicher nicht. Die macht zum überwiegenden Teil einen wichtigen und unabdingbaren Dienst, den niemand missen wollte. Lausig geführt, verfolgt man die Statements. »Eine Armlänge Abstand«, wo der Rechtsstaat keine Antworten zu sozialer Ungleichheit und Abstiegsängsten hat – nicht einmal auf banale juristische Probleme wie die NSU-Morde. Wo existentielle Ängste aus durchsichtigen Gründen geschürt werden und die angeblich so probaten Mittel wie Kameras und Überwachung der Privatsphäre schon bei der ersten Gelegenheit so grandios versagen wie in dieser Silvesternacht. Eine Überwachungs-Kamera hilft niemandem in der Not: Diese Erkenntnis ist von so ergreifender Schlichtheit, daß sie nicht der Erwähnung wert ist. Genau so wenig wie jede andere Art der Überwachung; jedenfalls nicht diejenige, die von Politikern jeder Färbung zum Schutz ihrer Macht gefordert wird.

Daß diese Art der Sicherheit nichts taugt, hat sich nun bewiesen. Nicht zum ersten Mal, aber deutlich. Wie können Gesellschaften mit diesen Unglücksfällen umgehen? Der Massenmord eines Breivik konnte die norwegische Gesellschaft nicht aus den Angeln heben – nicht vergleichbar mit Köln; bei weitem nicht! Das hatte eine vollkommen andere Qualität. Aber ein Beispiel dafür, wie die Werte einer Gesellschaft auf dem Prüfstand landen können. Die Deutsche Leitkultur? Am Donnerstag wollen die Faschisten in Köln einfallen und demonstrieren – vermutlich für »die Rechte der Deutschen Frau« oder den anlaßlosen putativen Notwehrschuß… irgend so eine Ungeheuerlichkeit. Mal sehen, in welchen Kolonnen die Leitkultur mitmarschiert. Ist da eigentlich eine Gegendemonstration geplant? Und wer genehmigt den Aufmarsch der Rechten? Immer mit einer Armlänge Abstand zum Fascho; Kinder, Jungfrauen und Katzen bitte zu Hause bleiben.

Heruntergebrochen auf die nötigsten Entitäten bleibt die Tatsache, daß dieses Land über Gesetze und Strafverfolgungsbehörden verfügt. Dem ist jeder unterworfen, der sich in diesem Land aufhält. Jeder. Dieses Land ist auch reich genug, die nötige Prävention gegen solche Ereignisse zu leisten. Auf dem Münchener Oktoberfest geht es ja auch.
Es gibt auch überhaupt nichts in Frage zu stellen: Die » linksideologischen Willkommens-Medien« gibt es nicht. Es gibt ein Grundgesetz, das die Frage von Asyl bereits geklärt hat. Mag sein, daß es in den Augen einiger linksideologisch ist. Aber es entspricht seinem Sinn nach unserer Verfassung.

Nuff said.

Nachtrag (vermutlich Nummer 1)

»Zugleich warnte Wendt davor, Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen. «Wir müssen jetzt genau aufklären und versuchen, die Tätergruppen zu ermitteln. Diese Gruppen und ihre Übergriffe müssen ganz gezielt bekämpft werden.» Er frage sich allerdings schon, warum jetzt der grosse Aufschrei ausbleibe, sagte der Gewerkschaftschef weiter. «Offensichtlich ist es so, dass es hier die falschen Täter sind. Wenn es andere Täter wären, etwa Hogesa-Mitglieder, wäre der Aufschrei längst da.» Wenn es sich bei den Tätern um Muslime handele, um Flüchtlinge, bestehe bei einigen offenbar die Neigung, auf Tauchstation zu gehen, mutmasste Wendt. (dia/AFP)«

Jemand sollte Herrn Wendt vielleicht einmal zeigen, wie das geht mit dem Internet. Oder einer beliebigen Tageszeitung. Nur mal eben eine rechte Seite ansurfen: Und wie da #aufgeschrien wird – frag nicht nach Sonnenschein! Rechts nicht nur blind, sondern auch taub?

Wusste ich’s doch: Noch ein Update 2

Auf unserem gestrigen Krisentreffen haben wir ein Maßnahmenpaket gegen menschenverachtende Gewalttaten beschlossen, wie sie in der Silvesternacht am Hauptbahnhof geschehen sind. Die Stadt kann unter anderem einen kleinen Beitrag leisten, indem sie auf das bereits vorliegende Angebot hinweist, das Ratschläge für Mädchen und Frauen bereitstellt, welche Verhaltensweisen in solchen Situationen bewährt sind. Auf diese weist übrigens auch die Opferschutzorganisation Weißer Ring hin. Es sind selbstverständlich die Täter, die die Polizei mit aller Härte des Rechtstaats verfolgen muss. Sollte ich eines der Opfer durch meine Äußerung verletzt haben, dann tut es mir aufrichtig leid. Ich wollte und werde auch in Zukunft keine Verhaltensregeln für Frauen aufstellen. Um solche Exzesse sexueller Gewalt künftig zu verhindern und die Sicherheit auf unseren Straßen und Plätzen zu garantieren, brauchen wir ausreichend Polizei- und Ordnungskräfte. Hier fordere ich die Unterstützung durch das Land ein.
Henriette Reker

O.K. Die Entschuldigung sollte man akzeptieren. Kann passieren. Frau Reker ist keine Berufspolitikerin, der die in solchen Fällen üblichen Floskeln widerstandslos aus dem Maul fallen. Eine parteilose Quereinsteigerin, die in ihrem Leben außerhalb der Politik bereits etwas geleistet hat. Und das ist erheblich mehr, als der große Teil aller Politiker von sich behaupten kann. Kein Parteisoldat.
Die Art der Entschuldigung bestätigt ihren bisherigen sympatischen Eindruck und wirft zudem die Frage auf, ob man lieber jemand anderen an ihrer Stelle lieber sehen würde. Was die Redaktion der Schrottpresse betrifft, so fällt uns erst einmal kein besserer ein.
So, Henriette: Und jetzt leg mal los!

Der Tahrir-Platz von Köln von Tomasz Konicz

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23 Kommentare zu Köln

  1. waswegmuss sagt:

    Willkommen in Globalista.
    Die Feierbereiche in anderen europäischen Städten gleichen schon lange Hochsicherheitsszonen. Sei es, wie in Frankreich, Polizei und Militär satt oder ein de Facto Polizeikessel wie in London. Ob man so feiern möchte steht auf einem anderen Blatt.

    Wie immer hat die Politik zu lange weggesehen und tut plötzlich auf das Peinlichste bestürzt wenn die Angelegenheit aus dem Ruder gelaufen ist. Einige selbsternannte Intellektuelle heben nun mahnend ihren dürren Gichtgriffel in Höhe. Manche werden ihn als Leuchtturm betrachten.

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    • pantoufle sagt:

      Als häufiger – wenn auch eigentlich unfreiwilliger – Besucher von Massenveranstaltungen habe ich da meine ganz eigene Meinung. Die will ich an dieser Stelle gar nicht weiter ausbreiten. Nur soviel: Es gab diverse Gelegenheiten, wo ich mich nicht entscheiden konnte, ob ich eine stumpfe Konzert-Security oder die anwesenden Polizisten für nutzloser hielt. »Hilflose Idioten« war da noch die diplomatischste Bezeichnung, die mir einfallen wollte.
      Ob man so feiern will ist die eine Sache – welcher Grad an Sicherheit dabei überhaupt gegeben ist, die andere. Auf welch niedrigem Niveau bereits Totalversagen auftreten kann, zeigte die Loveparade in Duisburg 2010. Das waren Fehler der untersten Kategorie, der alleruntersten. Jeder Rock’n’Roll-Stagemanager hätte das besser gemacht als diese Deppen. Von der juristischen Aufarbeitung… das ist nur noch zum heulen.

      Dieses Niveau ist aber in Köln scheinbar weit unterboten worden. Das waren nicht 200.000 Akteure. Das waren – wenn die Zahl stimmt – so um die 1000. Immer noch eine ganze Menge für eine handvoll Streifenpolizisten, aber auf der anderen Seite war es auch kein gewöhnlicher Wochentag im Mai, sondern Silvester.
      Im Krimi haben sie doch auch immer diese berufsvermummten Beamten, die brüllend und mit entsicherter MP die Treppen hochstürmen, wenn sich der Kommissar nicht alleine hochtraut. MEK (mach es kurz) oder wie der Verein heißt. Mit der ganzen Härte es Rechtsstaates oder wenigstens mit ausreichend Personal. Was auf jeder Demo auf Trillerpfeife funktioniert…
      Nun ja! Man wird sich wohl fragen lassen müssen, ob man nicht gewollt hat. Und wenn nicht, warum.

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  2. altautonomer sagt:

    „Es gibt ein Grundgesetz, das die Frage von Asyl bereits geklärt hat. Mag sein, daß es in den Augen einiger linksideologisch ist. Aber es entspricht seinem Sinn nach unserer Verfassung.“
    Uiiiii! Ein Verfassungspatriot, der sich an ein Asylrecht klammert, dass seit Jahren die Flüchtlingsleichen auf dem Grund des Mittelmeeres stapelt. Bester Pantoulfe. Vielleicht erinnerst Du Dich: Ein seinerzeit unter dem Druck der Alliierten und aus moralischen Gründen der Lehren aus dem Hitlerfaschismus normiertes Grundrecht auf Asyl wurde 1993 faktisch abgeschafft.

    Polizeiversagen gab es in Köln bereits im Oktober 2014, als 3.ooo Hooligans den eingesetzten 1.000 Polizisten zeigten, wem der öffentliche Raum gehört.

    Im übrigen zweifel ich auch wieder an dem mangelnden Ermittlungswillen, ähnlich wie bei den Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. Beim Opfertypus 2. Klasse (Nicht“Arier“ und Frauen)
    ist die Motivation, Täter zu ermitteln nicht besonders ausgeprägt.

    Hörenswerte 8 Min.: http://www.freie-radios.net/73045

    Als völlig absurd bewerte ich die These vom Spiegelfechter, dass die öffentliche Empörung so groß ist, weil Mittelschichtsfrauen die angeblichen Opfer sind. Proletariatsweiber würden ständig im öffentlichen Raum sexuell belästigt und es würde die Medien nicht interessieren. Nur seltsam, dass sich bei den Massenvergewaltigungen junger Frauen Jan. 2014 und Sept. 2015 in Indien die ganze Welt empörte.

    Die Entschuldigungs-, Entlastungs- und Erklärungsrhetorik erinnert mich sehr an die ersten Pressekonferenz nach den tödlichen Ereignissen anläßlich der Loveparade in Duisburg. Die Lehre daraus ist, dass trotz gutachterlicher Schuldfeststellung die Polizei aus dem Schneider ist.

    Am Ende werde auch in Köln, Hamburg und Stuttgart und wie auch bei den 817 Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte entweder die Täter nicht zu ermitteln sein, die wenigen ermittelten wegen mangelnder Beweise freigesprochen oder zu kurzen resozialiserenden Bewährungsstrafen verurteit. Knöllchen für schwere Verbrechen.

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    • pantoufle sagt:

      »[…] aus dem Hitlerfaschismus normiertes Grundrecht auf Asyl wurde 1993 faktisch abgeschafft.«
      Ja, ich erinnere mich nebulös. Das war in etwa in diesem Wortlaut gelegentlich auch schon auf der Schrottpresse zu lesen und ich sehe keinen Grund, diese Aussage zu korrigieren.
      Nun sind die Asylanten, die jetzt in Deutschland sind, aber trotzdem hier. So banal ist das. Wenn der Verweis auf bestehende Gesetze einen zum »Verfassungspatrioten« (was immer das genau sein mag) stempelt, dann soll es wohl so sein.

      Was den Ermittlungswillen betrifft, so gibt der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Wendt bereits laut: »Ich glaube nicht, daß es ein guter Stil ist, wenn der Bundesinnenminister in aller Öffentlichkeit die Landespolizei und die Einsatzleitung dort kritisiert. […] In dieser Weise pauschal über die Polizei in Köln herzufallen, das ist unanständig. Das gehört sich einfach nicht.« Wenn selbst Äußerungen des elastischen De Maizière bereits zu solchen Unmutsausbrüchen führen, ist vermutlich bereits alles zu spät. Man verbittet sich Kritik an bereits selbst zugegebenem Fehlleistungen? Ein mehr als eigentümliches Berufsverständnis, das – nicht nur Deine – Sorgen in dieser Richtung bekräftigt.

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    • flurdab sagt:

      Das Problem liegt nicht bei der Polizei sondern bei der Justiz.
      Wenn ein Trickbetrüger ohne verifizierte Persönlichkeit, nach dem dritten Aufgriff trotzdem wieder auf die Öffentlichkeit losgelassen wird, läuft etwas schief.
      Im Gegenzug weiß der Staatsschutz von mir wie lang die durchschnittliche Bremsspur in meiner Unterhose ist. Und wo ich diese gekauft habe?
      So funktioniert das nicht!
      Bei den Hooligans hat der Staat im Übrigen den gesamten Zugriff auf die Personen.
      Bei zugereisten “ Flüchtlingen“ mit erfundenen Biographien jedoch nicht.
      Das nennt man Staatsversagen und Förderung Krimineller Organisationen.

      Den Spiegelfechter habe ich mir gestern kurz gegeben. Lass mal.

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  3. altautonomer sagt:

    Ääähm…..ansonsten guter Text. Kann ich mir die Arbeit sparen.

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  4. Es gibt ja kein Problem, für das kluge Politiker nicht eine Lösung hätten. Man rät den Opfern, eine Armeslänge Abstand vom Täter zu halten (strecken Sie bitte Ihren rechten Arm gerrrade aus!). Hoffentlich halten auch die Täter zukünftig eine Armeslänge Abstand zum Opfer …

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    • pantoufle sagt:

      Ich erkenne darin in erster Linie einmal ein technisches Probelm. Allein die flächenmäßige Vergrößerung des Kölner Karnevals würde mich als Polizist erschrecken.

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  5. altautonomer sagt:

    Matthias: Armeslänge hat in Doitschland Tradition.

    https://twitter.com/EdFunke/status/684484413636382726

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    • Eigentlich muss ich über die offenbar überforderte Bürgermeisterin von Köln die ganze Zeit lachen, obwohl die Sache so ernst ist. Eine Armlänge Abstand halten: im Aufzug, an der Fußgängerampel, vor der Supermarktkasse usw. – und wie dann erst im Karneval? Da hat sunflower22a schon recht, wenn sie schreibt, man sollte 100 km Abstand von Köln halten. Wo ist eigentlich der Scheiß-Überwachungsstaat, wenn man ihn mal braucht? ;o)))

      [Hab den Link mal eingefügt. Der Säzzer]

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    • flurdab sagt:

      An den Arm Abstand habe ich auch gerade gedacht.
      Hahaha, Oldies but Doldies.

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  6. waswegmuss sagt:

    Also Leute: Benimmregeln aus der höheren Mädchenschule mit Hitlerdeutschland zu vergleichen ist schon reichlich dünn.

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    • pantoufle sagt:

      Auch wenn der übliche Nazivergleich gähnt – es ist in diesem Fall natürlich eine Steilvorlage.

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      • waswegmuss sagt:

        Oder babylonische Sprachverwirrung. Um einmal einen anderen Aspekt aufzuzeigen: Die Dame von Welt meidet Orte an denen sich der Smalltalk auf eine geringere Entfernung als eine Armlänge nähert. Aus Gründen.

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        • flurdab sagt:

          Die Burka wurde bis vor kurzem auch viel zu wenig in der europäischen Modewelt beachtet.
          Ein ganz neues Betätigungsfeld für Desinger tut sich auf.

          Wenn ich das alles richtig verstanden habe darf auch ich ab heute fremden Frauen an die Möpse oder die Möse langen.
          Endlich frei vom Diktat des Feminismus.
          Ein sehr sehr seltsamer Teil von mir findet dies herrlich.

          Man was habe ich unter dieser scheiß „Gleichberechtigung“ gelitten.

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  7. pantoufle sagt:

    »Politiker aller Parteien fanden starke Worte, sprachen etwa von „widerwärtigen“ und „widerlichen“ Ereignissen. Es fehlte auch nicht der übliche Verweis auf die „ganze Härte des Rechtsstaates“, obwohl die Kölner Polizei bisher nicht einen einzigen Tatverdächtigen ermitteln konnte. Es wäre die Aufgabe eines kritischen Journalismus, die Substanzlosigkeit solcher politischen Stellungnahmen sichtbar zu machen – und den Rechtsstaat vor überzogenen Erwartungen an seine Handlungsfähigkeit zu schützen. Es handelt sich um ein desaströses Versagen der Polizei, wenn Bürger in derer Anwesenheit Angst um ihre persönliche Integrität haben müssen. Das gilt auch für den Mordfall in Kassel, wo vor Jahren in einem Internet-Cafe ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes saß, während dessen Betreiber von einem Neonazi erschossen wurde. Das daraus resultierende „Kommunikationsproblem“ haben die Behörden bis heute nicht lösen können.«

    Frank Lübberding in der FAZ.

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  8. R@iner sagt:

    Auf reddit gefunden: Jan Leyk meint …

    Ich kenne den Typ nicht, habe seinen Namen nie gehört, aber >107.000 „Gefällt mir“ ist schon eine reife Leistung für einen Kommentar, in dem das Wort „Untermensch“ und „Nein, ich bin kein Nazi“ hintereinander beinhaltet.

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    • pantoufle sagt:

      Volkes Stimme, wie sie leibt und lebt. Nach dem gemäßigten Rebellen nun der gemäßigte Fascho. »Wo waren gestandene Männer die mal nen paar Roundhousekicks hätten verteilen können???« Die aktuelle Auffassung dessen, was sich Otto 08/15 unter Staatsgewalt vorstellt. Was so ein Tatort mit Til Schweiger alles anrichten kann?

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  9. epikur sagt:

    Auch wenn ich beiliebe kein Fan der Polizei und/oder von einem Sicherheitsstaat bin, so muss sich letztlich aber auch niemand wundern, wenn die Ermittlungsquote der Polizei, der Schutzauftrag sowie der Erfolg von Anzeigen extrem minimal sind. Wer jahrelang das Budget der Polizei radikal zusammenkürzt, weil neoliberale Hohepriester ständig nur kürzen, sparen und zusammenstreichen wollen, die Kommunen finanziell komplett ausbluten lässt – der muss sich auch nicht wundern, wenn die am Ende einfach nichts mehr bewältigt bekommen. Nicht einmal den Minimal-Auftrag.

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    • pantoufle sagt:

      Sehen wir es doch mal realistisch: Unfälle sichern, idiotische Kneipenschlägereien schlichten, Ladendiebstahl und was der Dinge mehr sind. Das sind erst einmal Dinge, die getan werden müssen und darunter vieles, wo man froh und dankbar ist, das nicht selber erleben zu müssen. Dafür ist der Haufen unterbezahlt, hat schlechte berufliche Chancen und, wie Du richtig bemerkst, werden sie zusammengespart. Daß sie Demonstranten zusammenknüppeln kommt vergleichsweise selten vor. Klingt komisch, ist aber so.

      Und so sehe ich auch das Unglück in Köln. Das waren zu wenige. Mich würde ja brennend eine Einschätzung der Beamten vor Ort interessieren. Ein Blog, eine Presseerklärung ohne Vorgesetzte – irgend so etwas. Das würde ohnehin der Situation ganz gut tun: Wie ist das, wenn da eine Handvoll Beamter dieser Menge gegenüberstehen und das einfach nicht in den Griff bekommen. Dann hätten sich diese idiotischen Diskussionen über Roundhousekick, Kniescheibenschüsse, Schwanz ab ect. vermutlich schnell erledigt.

      Dieser ganze Dreck, diese selbsternannten Supermänner, die vor Kraft auf Twitter und Facebook kaum noch laufen können: Lass diese Comic-Helden mal in diese Situation kommen. Das Geflenne möchte ich gerne hören! Dann gibt’s vielleicht auch wieder mehr Geld für die Polizei. Also die richtige in Uniform, die um die Häuser laufen. Keine virtuellen Cobs. Das ist kein verdammtes Video-Spiel!
      Statt dessen aber überflüssig Geld für BND und Verfassungsschutz in die Tonne treten.

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  10. derda sagt:

    Wie langsam durchsickert sollen sich auch in anderen Städten ähnliche, aber zahlenmäßig geringere Vorfälle ereignet haben. Sollten die Sicherheitskräfte sowas weiter zulassen dann rechne ich mit einer neuen SA.

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