Kleiner, offener Brief an Klaus Baum

kb
Lieber Klaus
Wenn es bei Dir gesperrt ist, muß ich wohl hier schreiben. Das ist natürlich eine Wettbewerbsverzerrung, denn im Gegensatz zu den meisten Kommentatoren habe ich ein eigenes Blog.
Man hat so seine Gewohnheiten. Anstelle der Morgenzeitung, die ich nicht mehr beziehe, gibt es die Bookmarks, die beim Morgenkaffee abgearbeitet werden. Tagesscheu, TAZ, die ganzen Allgemeinen und wenn das Wetter besonders schlecht ist, die »Welt«. Danach die Blogs: Katze, Mechtild, den Jarchow und vielleicht hat Seibt was Neues geschrieben.
Gerade heute Morgen stolpterte ich über ein Blog, in dem folgende Zeilen versteckt waren (es ging um WordPress):
»Viele, auch angeblich linke Blogger, sind ja ganz begeistert von den vielfältigen Kontrollmöglichkeiten, die diese Software ihnen bietet. Man kann Leute rauskicken, ihre Kommentare verändern, den großen Boss spielen. Der kleine Diktator in uns allen.«
Ein altes Thema. Habe ich mich angesprochen gefühlt? Ja, ein wenig schon. Wenigstens auf der Schrottpresse gibt es drei Namen, die unter persona non grata firmieren. War das diktatorisches Machtgehabe? Bei Flatter stand vor eine paar Tagen ein lustiger Dialog im Thread:

»Kommentator« meint:

»Weil in Eile, hab ich den Artikel nur überflogen…deshalb nur kurz (und vielleicht) leicht OT:«

[Es folgt ein ziemlich langer Kommentar (ca. 40% des Artikels) – dazu reichte die Zeit dann doch]

Flatter meint:

»Hab den Kommentar nicht gelesen, finde ihn aber trotzdem blöd.«

Mit dem Gefühl des sattgefressenen Bären habe ich längere Zeit Flatters Antwort wiedergekäut. Ob ich auch…? Keine Ahnung: Ich hätte meinen Ärger nicht so leicht heruntergeschluckt.

Ich selber bin kein guter Kommentator. Entweder tendiere ich dazu, einen eigenen Artikel über das entsprechende Thema in den Kommentarspalten unterzubringen (ganz schlechter Stil) oder ich finde irgend etwas zum Lachen. Noch schlechter, weil Humor offenbar etwas ist, das in den allermeisten Threads überhaupt nicht ankommt. Man ist ernst, will ernstgenommen werden. Das führt dann oft zu unfreiwillig komischen Statements, die ich dann wiederum komisch finde – und dann wird’s rekursiv.
Heute Nacht sperrte Flatter den Thread über das Thema Verschlüsselung. Die Diskussion war – nicht unbedingt aus dem Ruder gelaufen – aber verlor sich im Sinnlosen. Ein simpler Appell, seine Mails zu verschlüsseln, verschwand unter einer Watteschicht von Eitelkeiten. Es führte in der Tat zu nichts mehr. Kein »Fremder« konnte sich da noch reinlesen, geschweige denn kommentieren. Diktatorisch oder einfach Notbremse?
Oder einfach ein Symptom einer aus dem Ruder laufenden Diskussionskultur?

Gelegentlich wird es aggressiv. Manchmal scheinen die Leser den Text nur auf spezielle Reizworte zu durchsuchen oder mit aller Gewalt ihren übliche Salmon unterbringen zu wollen. Dann finden sich unter dem Artikel über Eiscreme so tiefgründige Fragen wie »Du bist also für die Abschaffung von Geld, Markt und Eigentum?« oder es faselt über Gebrauchtwagen. Man kann sich nicht genug wundern, wie weit man ein Thema verfehlen kann.
Keine Ahnung, woran es liegt: Auf einigen Blogs funktioniert es. Da ist es ein Vergnügen, mitzulesen, seinen eigenen Vierzeiler unterzubringen (über den man vorher gründlich nachdenkt) und sich über eine geharnischte Antwort zu freuen. Es kann sehr viel Spaß machen. Bei anderen liest man sich gar nicht erst in den Thread hinein, weil erfahrungsgemäß immer die selben Leute das Selbe sagen. Reine Zeitverschwendung.

Was wollte ich sagen? Ach ja: Da sind dann ja noch die Blogbetreiber. Irgend jemand hat ja den Artikel ins Netz gestellt, der da kommentiert wird. Diejenigen, die sich dabei eventuell etwas dabei gedacht haben. Und auf die prasselt dann die Eitelkeit, Langeweile, Aggression – der böse Chef, Ehefrau/Mann und was weiß ich nicht alles ein. Schlimmstenfalls einfach nur unendliche Dummheit. Glücklich, wer nur einen kleinen unbedeutendes Blog wie die Schrottpresse hat.
Soviel aber ist klar: Es berührt einen dann doch, wenn es einen trifft. Den einen mehr, andere weniger. Besonders kluge Kommentatoren meinen, man müsse das aushalten – man hat so seine ganz eigenen Vorstellungen, wie genau dieser Blog im Sinne der Kommentatoren zu funktionieren habe.

Dann ist das Moderieren von Kommentaren schon »Zensur«, wo das Wort »Notwehr« angebrachter wäre. Ebenso der Kampf gegen die Eigendynamik, die einige Threats entwickeln… es ist sicherlich manchmal zum heulen. Und es kostet Zeit und Kraft.
Nun hast Du, lieber Klaus, die Kommentare vorläufig auf Eis gelegt. Das ist Deine Entscheidung und es ist eine gute Entscheidung. Wie alles im Leben kann man alles wieder ändern, rückgängig machen – wenn einem danach ist. Man soll die Meinung anderer niemals überbewerten.

Eines aber erreicht man damit meiner Einschätzung nach nicht: Eine sofortige Änderung der Diskussionskultur. Das mag jetzt hart klingen, spiegelt sicher auch meinen Pessimismus wieder, ist aber nicht ganz von der Hand zu weisen. Wenn man sich nicht bei Dir die Köpfe einschlägt, tut sie es woanders (was natürlich nicht die schlechteste Lösung ist). Um beim Beispiel Flatter zu bleiben: Sein recht rigider Kurs gegenüber penetranten Kommentatoren ist ein Mittel, ein anderes wäre eine striktere Moderation. Spätestens beim dritten Nichterscheinen eines Beitrags ziehen die schlimmsten Krawallköpfe weiter zum nächsten Blog… lass sie ziehen (nur bitte nicht zu mir!)

Man spricht oft über die lebendige Auseinandersetzung im Netz, eben diese postulierte Diskussionskultur: Aber man darf dabei nicht übersehen, daß die Art und Weise, wie sie stattfindet, immer noch Sache des Blogbetreibers ist. Das zu kanalisieren hat nichts mit diktatorischen Zensurmaßnahmen zu tun, sondern mit der Etablierung dessen, wie man seinen eigenen Kulturbegriff definiert. Und Deinen Begriff von Kultur würde jeder zivilisierte Mensch unterschreiben. Ich verstehe Deine vorläufige Sperrung deshalb als den Versuch, genau diese Kultur zu retten.

Eine gute Entscheidung.

Herzlichst
das Pantoufle

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0 Kommentare zu Kleiner, offener Brief an Klaus Baum

  1. Ruby sagt:

    Hallo Pantoufle,

    Ich stimme dir zu 100% zu. Ich lese auch auf verschiedenen Bogs und beobachte, wie manche Kommentatoren durch
    * arrogante Selbstdarstellung (je komplizierter ein Kommentator schreibt, desto mehr wächst sein Selbstbewusstsein und desto mehr schaut er auf die anderen herab)
    * oder durch Trollerei, die oft aus mangelndem Selbstbewusstsein entstanden ist (wir wissen beide, wen ich meine ;-)), eine interessante Diskussion einfach zerstört wird.

    Deine Kommentare mag ich übrigens meistens. Nur manchmal treibt dich deine Wut leider unter die Gürtellinie zu schreiben. Das hast du eigentlich nicht nötig, denn deine phantasievolle Sprache entlarvt den anderen auch ohne Beleidigungen.

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  2. pantoufle sagt:

    Moin, Ruby
    Ach, danke für die Blumen. Ich weiß: Gelegentlich gehen mir die Gäule durch…*schäm*…
    Der Mensch müht sich ja, aber die Nerven, die Nerven!
    Ist diese Diskussionskultur ein Spiegel unserer Gesellschaft? Oder sind die Psychopathen einfach nur so viel lauter? Ich weiß es nicht. Das sollen andere entscheiden. Was mir seit geraumer Zeit auf die Nerven geht, ist die unselige Vorstellung einiger Kommentatoren, daß die Threats nach ihren ureigenen Vorstellungen verlaufen sollen. Alles andere sei »Zensur« oder »Gängelung«. Konsequent zu Ende gedacht scheinen das alles Vertreter von antiautoritären Erziehungsmethoden zu sein – ab dem Kindergarten.
    Jetzt hat es Klaus »erwischt«. Ich kann es nachvollziehen – gelegentlich hat es auch mir die Bettruhe versaut und ich kenne einige Blogger, denen es nicht anders geht.
    Es ist jedenfalls so recht zum speien.

    Nun: Ich gelobe Besserung *immer noch schäm*
    das Pantoufle
    P.S. Jedenfalls, bis mir wieder ein Troll wie Tyler Durden Volland vor die Flinte läuft 😉

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  3. flatter sagt:

    Interessant: Es sind immer dieselben, die in in mehreren Blogs gesperrt sind (man beachte den Plural). Ein Troll kann ganz allein eine Diskussionskultur zerstören, deshalb mache ich Kommentatoren darauf aufmerksam, wenn sie m.E. trollen, habe mehrfach die Techniken des Trollens benannt und schmeiße sie raus, wenn das nicht reicht. Leider kann man sie vom Lesen nicht abhalten, gerade gestern war ein lange gesperrter Troll über 100 mal bei mir, um Urheberrechtsverletzungen vorzubereiten. Wäre ich klagelustig, würde der schon ohne Arsch durch die Gegend laufen. Wer jemandem, der mit solchen Gestalten zu tun hat, Zensur vorwirft, ist im besten Fall dumm.
    Im übrigen kann ich immer nur raten, die Trolle zu ignorieren, jedenfalls sie nicht direkt anzusprechen. Jede Aufmerksamkeit dieser Art feuert sie nur an.

    lieben Gruß

    Der Nazistalinist von nebenan

    p.s.: Über dem Eingabefeld steht „dein Meinung“. Ich kaufe ein e.

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    • „Immer dieselben“, Duke? Wohl kaum. In über vier Jahren habe ich mich zu etwa einem Dutzend Kommentaren in Deinem Blog befleissigt gefühlt und seit Du mal wieder gegen mich (aus mir unverständlichen Gründen) ‚persönliche Fehde‘ führst, kommen eh keine weiteren. Wozu auch? Dafür, daß Du so gut im Austeilen bist, bist Du beim Einstecken ein echtes ‚Sensibelchen‘. ICH bin nie jammernd zu den KollegInnen gelaufen …

      Denk mal drüber nach, auch wenn ich mittlerweile von dem ganzen Krams so weitweg bin wie die Kuh vom Mond.

      Es gäbe noch so manches, was ich Dir sagen könnte (könnte – nicht: MAG!), aber Du willst ebenfalls nichts bewegen, sondern Dir in Deiner selbstgewählten Rolle gefallen.
      Die Welt aber benötigt imho weniger – und nicht mehr – Selbstdarsteller.

      Das ins Stammbuch 😛
      Frank

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      • flatter sagt:

        Ja nee is klar. Soll ich jetzt die Mails veröffentlichen? Warum trollst du hier rum mit Sachen, mit denen Pantoufle nix zu tun hat? Wenn einer verbal in meiner Maildose Amok läuft, dem ich das erst nachsehe und der mich dann Jahre später unmotiviert in einem anderen Blog anpisst, will ich nicht mehr mit ihm reden. Nicht per Mail, nicht in den Kommentaren und schon gar nicht hier. Habe ich dir ausführlich erklärt. Jetzt fang nicht die Trolltour an und geh anderen damit auf den Wecker. Ende der Durchsage, danke.

        p.s.: Sorry, aber die Trolle – wie jetzt Herr von Benedikt hier – machen’s gern persönlich und verschweigen die Hintergründe, um einen vor die Wahl zu stellen, ob man Privates öffentlich macht oder sich schweigend anpöbeln lässt. Äußerst verzichtbar diese Art, weswegen ich jedem dieser Kandidaten konsequent Hausverbot erteile. Kann ich nur empfehlen.

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        • Ach – der Herr Doktor fühlt sich getrollt? Nun, man könnte auch Dein ganzes Blog als Jux und Trollerei ansehen 😀 Und bevor ich jetzt mal echt gehässig werde und Dich ohne Kleider dastehen lasse, schweige ich aus des Sängers Höflichkeit. Ist doch eh Wurscht!

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  4. pantoufle sagt:

    Moin Flatter
    Ich fürchte, das steht da schon seit Jahrenden. Ich kauf es Dir ab, wenn es recht ist.

    Ja, ich hörte den stillen Vorwurf – gelobe auch hier Besserung…

    Ich denke, Du machst das schon richtig. Jedenfalls bin ich normalerweise heilfroh, daß ich nicht so einen Trafic wie Du habe… das artet ja in Arbeit aus; faul wie ich bin.
    Der Zensurvorwurf scheint aber weiter verbreitet zu sein; an anderer Stelle empfahl ich jemandem, einen eigenen Blog zu betreiben und die Diskussion darüber nach einem Jahr wieder aufzunehmen. Unnötig zu erwähnen, daß er es nicht tat. Schade eigentlich: Vielleicht hätte er die Notizen aus der Unterwelt nicht so zugespamt.
    Jetzt ist jedenfalls bei Klaus dicke Luft, was ich zutiefst bedaure.

    Liebe Grüße
    der kommunistisch-anarchistische Markt, Geld und Vorgartenenteignende Terrorismusfreund
    das Pantoufle

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  5. AndreasK sagt:

    Übrigens, ist jemandem die Komik in obigem Bild aufgefallen?
    kommentarfunktion vorläufig generell gespert -> Hinterlasse einen Kommentar.

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  6. Hmm … was ist denn jetzt schon wieder los??? (Habe ich eben schon bei Klaus gefragt) Könnt Ihfr nicht alle einfach mal ein wenig mit Respekt miteinander umgehen? Man mag ja unterschiedlicher Ansicht sein, aber „Manieren“ fände ich schon gut. Und das gilt hier nicht Dir, Daniel! Dennoch kannst Du Dich natürlich gerne an die Nase packen, da auch DU einen „Herrn Karl“ mit mehr Aufmerksamkeit bedacht hast, als er es wert ist.

    Na ja, ich bin ja aus dieser „Blogosphäre“ BOBseidank raus und auch „die Bolledik“ juckt mich nur wenig, da ich einfach nach meinen eigenen Regeln lebe. Dennoch schaue ich gelegentlich bei alten Freunden/Kollegen vorbei und mache mir auch so meine Gedanken …

    Jetzt mache ich aber wieder die Flatter und ziehe mit meiner Gefährtin ins Wochenende 😉 Das Leben ist hart genug …

    Schönes WE
    Frank

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  7. garfield080 sagt:

    der «Kommentator»:

    sorry, ich wußte nicht, daß es eine grobe Ehrverletzung darstellt, meine Meinung zu einem offensichtlich verwandten Thema zum besten zu geben, ohne den Artikel vorher eingehend studiert zu haben.

    Ich entschuldige mich hiermit untertänigst, sollte mein unbedacht selbstsüchtiger Kommentar derartigen Groll veruracht haben – es war nicht meine Absicht.

    daß für die „40%“ die Zeit dann doch reichte, ist übrigens schnell erklärt: einen noch nicht freigebenen Kommentar einfach mit copy + paste zu verschieben, ist nämlich ne Sache von paar Sekunden.

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    • ach – DU warst der stein des anstosses?`Dich hätte ich aber für klüger gehalten 😛 und jetzt dann ne retourkutsche statt klarer ansage/diskussion zu bringen, ‚qualifiziert‘ Dich imho auch nicht wirklich.

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      • garfield080 sagt:

        Franke Bendict:
        der Hausherr hier mag mich nicht besondes. Ich geh nicht davon aus, daß er sich auf ne Diskussion mit mir einlassen würde.

        Wie du unten siehst, wurde mein Kommentar auch [nur/ vorrangig?], „als Bestätigung für das, worüber es in meinem Artikel ging“ freigeschaltet – von daher 😉

        [Streichung durch den Säzzer]

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        • garfield080 sagt:

          sorry Frank Benedikt, vertippt

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          • sry, „garfield“: nicht bei mir drüben und schon gar keine debatten, die da nicht hingehören (auch wenn ich für „echte fights“ offen bin). auch ich schlate Dich dann nicht frei, da Du es mir hättest mailen können/sollen. einseitige vorwürfe mag ich nicht gerne und ich lasse mich auch nicht instrumentalisieren. das haben schon andere probiert … 😉

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        • pantoufle sagt:

          Garfield 29. Juni 2013 17:25 (erschienen auf Karls Flatterwatch)
          ich muß jetzt nämlich weg…
          würde aber gern sicher gehn, daß er sich nicht von mir – wg eines Tippfehlers – verarscht fühlt; scheint nämlich einer der wenigen Leute zu sein die ok sind.
          da ich Pantoufles wenig Sportsgeist zutraue, ist es wohl sinnlos auf ne Veröffentlichung dieser Klarstellung zu hoffen – btw ne weitere Bestätigung, was für linke Socken manche Guten sind, aber das ist jetzt mal egal:
          mir geht’s nur drum, daß er das nicht in den falschen Hals kriegt

          Siehst Du, Garfield: Einer der Gründe, warum ich Dich nicht besonders mag. Es scheint aber durchaus auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Warum kommentierst Du dann hier? Liest Du Dich so gerne?

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          • garfield080 sagt:

            einer der Gründe warum ich dich nicht mag – das z.B. Kein Sportsgeist, wie du – nicht nur – mit deiner Anmerkung bewiesen hast. Aber war nur feine Ironie stimmt’s?
            Jetzt muß ich aber echt weg, weitere Freundlichkeiten können wir später noch austauschen.

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          • pantoufle sagt:

            PLONK
            Für die Neulinge im Neuland: »Please leave our Newsgroup, Kid«

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          • finde ich schade, daß Ihr Euch streitet, da ich das gefühl nicht los werde, daß Ihr aneinander vorbeiredet. sollte es (das gefühl) mich nicht trügen, schreibt Euch doch mal abseits der „öffentlichkeit“ und redet miteinander. oft genug ist alles nur ein missverständnis.

            friedliche grüße aus dem limbo

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          • pantoufle sagt:

            Moin Frank
            Ich streite mich nicht, bin mir nur der Erkenntnis sicher, daß man nicht jedermann zum Freund haben muß. Gründe, den Kontakt zu meiden habe ich von meiner Seite – Gründe, daran etwas zu ändern nicht. Garfield gehört zu den 3 Personen, die hier geperrt sind. Damit bin ich soweit ganz gut gefahren. Es gibt sooo viele andere Blogs: Es muß doch nicht ausgerechnet dieser sein, oder? Wenn er mich und meine Blog nicht mag, ist doch alles gut. Ich liebe Veränderungen nicht um ihrer selbst willen.
            So, und jetzt ein schönes Wochenende
            Lieben Gruß
            das Pantoufle

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  8. pantoufle sagt:

    @Garfield
    Das Copy&Pasten im Internetz nimmt langsam manische Züge an.
    Und – damit wir uns richtig zu verstehen – ist es natürlich nicht »ehrenrührig« nach grober Inaugenscheinnahme irgend etwas, das halbwegs hineinpasst, dorthin zu kopieren.
    Ehrverletzend ist es nicht. Das wäre das falsche Wort.

    Wie ich in meinem Text schrieb: Lustiger Threat, keinen Namen, keinen Link – es ging um einen modus vivendi. Deinen Kommentar habe ich diesmal freigeschaltet als Bestätigung für das, worüber es in meinem Artikel ging.
    Genau darüber.
    Irgend etwas mit Copy&Paste zu verschieben, ist eine Sache von Sekunden. Einen Artikel zu schreiben nicht. Jedenfalls nicht auf unseren Blogs.
    Plonk

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  9. Sinnfrey sagt:

    Nun ja, wer ein Blog betreibt, was ja wohl immer in Abeit ausartet, darf, kann, muss wohl gelegentlich sogar sperren, jemanden, oder die Kommentarfuktion generell.
    Ich hatte eine Weile in Flatters Blog nicht mehr zum Thema Verschlüsselung reingesehen (war ja höflich gebeten worden, das Trollen bleiben zu lassen). Dann heute Morgen doch, und überrrascht, das Thema – nach etlichen weiteren Kommentaren – geschlossen vorzufinden.
    Was hier Frank Benedikt 14:53 schreibt, erscheint mir bedenkenswert.
    Vor der Sperrung kamen im Feynsinn zu dem Thema mehr und mehr Posts, die den Aufruf zur Verschlüsselung (und die Chancen, die Sinnhaftigkeit, die Erfolgsaussichten von Verschlüsselung) gegen den Strich bürsteten, eben durch Mutmaßungen über technische Umgehungsmöglichkeiten, die durch die Dienste genutzt werden könnten. Und das mehr aus technischer Perspektive, also sachkundig, und „ernsthafter“ als mein Kofferschloß-Vergleich oder mein Hinweis auf Belletristisches.
    Man sollte man doch diskutieren, nicht nur bestätigen könnnen? Insofern sehe ich nicht, dass die Diskussion „aus dem Ruder gelaufen“ oder „von Trollen gekidnappt worden“ sei. Sperrung der Kommentarfunktion einfach deswegen, weil ein Großteil der Kommentare dem Blogbetreiber nicht folgt?

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    • pantoufle sagt:

      »Nun ja, wer ein Blog betreibt, was ja wohl immer in Arbeit ausartet, darf, kann, muss wohl gelegentlich sogar sperren, jemanden, oder die Kommentarfunktion generell.«
      Ja.
      » […] die den Aufruf zur Verschlüsselung (und die Chancen, die Sinnhaftigkeit, die Erfolgsaussichten von Verschlüsselung) gegen den Strich bürsteten, eben durch Mutmaßungen über technische Umgehungsmöglichkeiten […] «
      Wenn Du Dich hier ein wenig umsiehst, wirst Du schnell auf einen Artikel von mir stoßen, in dem ich die Sinnhaftigkeit ebenfalls relativiert habe – aber trotzdem nachdrücklich befürworte.
      Die fragliche Diskussion fand nicht auf meiner Schrottpresse sondern bei Feynsinn statt. An einer Fortsetzung seines gestoppten Threats bei mir bin ich denkbar uninteressiert.
      Nur soviel: daMax, Flatter – viele andere – und eben auch ich haben die Geschehnisse um den Leak von Snowden zum Anlass genommen, wiederholt auf die Möglichkeit und Sinnhaftigkeit von Verschlüsselung hinzuweisen. Leute, die aus welchen Gründen auch immer das ad hoc bestreiten, nehme ich aus verschiedenen Gründen nicht besonders ernst. Sie können ihre Meinung natürlich äußern, wenn ich es auch für sinnvoller halte, sie würden ihre Energie dahin verwenden, Verschlüsselung sicherer zu machen … wenn es denn solche »Asse« sind wie sie behaupten.
      Ein anderes Beispiel:
      Schreibe einen Artikel über Krebserkrankungen. Erfahrungsgemäß wirst Du nach kurzer Zeit einen Haufen Kommentatoren haben, die mit den abenteuerlichsten Theorien bestreiten, daß die klassische Medizin dem Krebs Herr werden kann. Das sei alles Einbildung, falsche Behandlungsmethoden, tote Katzen über die linke Schulter auf dem Friedhof ect. Das ganze esoterische Völkchen, was sich bei solchen Gelegenheiten ein Stelldichein gibt.
      Auf der einen Seite macht die klassische Medizin durchaus Fehler. Sie wird nämlich von Menschen betreiben. Zum Anderen aber hat sie unbestreitbar Erfolge vorzuweisen.
      Demjenigen, der an Krebs erkrankt ist, kann ich nur dringend raten, einen Spezialisten zu konsultieren. Keinen Schamanen zweifelhafter Prominenz.
      Innerhalb eines Threats über dieses Thema würde ich (die Schrottpresse) gnadenlos all die Kommentare zensieren, die »Wunderheilungen« propagieren

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      • altautonomer sagt:

        pantoufle: Deine Begründung müßte doch jetzt anhand des Krebs-Beispiels jedem einleuchten. Wie wäres daher denn mal mit dem Thema „Prostatakarzinome und der Nutzen des PSA-Tests“ (so unter uns Kerlen)? Hab gestern noch auf einer Familienfeier eine Molekularbiologin kennengelenrt, die sich mit der Krebsforschung beschäftigt. Bei dem Thema erreichte ich endlich mal meine maximale Drehzahl. 😉

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  10. pantoufle sagt:

    @Altautonomer
    Moin Alto
    Gucksu ma in Ordner »Spielregeln« in der Kopfzeile. Um Dir die Arbeit abzunehmen – da steht unter »bleib bei der Sache«:
    »Bitte versuche, zum Thema zu kommentieren. Bei meinen Artikeln wäre ich dankbar, wenn Du (lieber Leser) ungefähr beim Thema bleibst. Wenn es denn gar nicht anders geht und Du es unbedingt herausschreien mußt, meinetwegen auch OT. Aber bitte in Grenzen, ja?«
    Das ist eine kleine Notbremse, die ich mir eingebaut habe, mein Rettungsanker. Wer sich nicht daran hält, wird gnadenlos zensiert, dessen Meinung unterdrücke ich, bis es quietscht. Da werde ich schlimmer als der Bundesnachrichtendienst und die Kommentarfunktion der FAZ zusammen. Zum Diktator, Alleinherrscher, Hausmeister und zugekokster Politesse. Und das alles in einer Person.
    Schlimm, was? Beeindruckt? Angst?
    Recht so!

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    • altautonomer sagt:

      pantou: Beeindruckt. Klar. Angst. Nö. Was da bei Klaus Baum eskaliert ist, bahnte sich bereits durch die vorangegangenen, sich emotional und verbal aufschaukelnden Komentare von Hartmut und ecoli an. Klaus hat schon bei den Postings unseres gemeinsamen Freundes die Zügel zu sehr schleifen lassen, was für andere möglicherweise wie eine Einladung wirkte, da weiterzumachen, wo der Spezi aufhörte.

      PS.: Ich bin sicher, Du hast meinen Themenvorschlag als Joke verstanden, und fühle mich insoweit nicht kritisiert, sonst drohe ich mit einem Gastbeitrag „Korrelation zwischen Prostatitis und Unterzuckerung“.;-)

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      • pantoufle sagt:

        Überschrift: Prostataerkrankungen und Humordefizite.

        Ja, das hat sich irgendwann aufgeschaukelt, wenn es auch nicht ganz frei von humoristischen Momenten war. Spätestens beim »internetvibrierenden Duktus« hab ich eine halbe Stunde am Boden gelegen… Da juckt es einem schon in den Fingern, ein »best of« zusammenzustellen.
        Nur für Klaus ist das natürlich unzumutbar gewesen – irgend wann hätte er schon die Keule zücken sollen, aber dafür macht man ja streng genommen keinen Blog – auch wenn das gerne anders kolportiert wird. Mich würde schon interessieren, wie die Radaubrüder, die es angeht, das sehen. Außer einem kindischen »ich war`s nicht« drang nichts an mein Ohr.
        Nun habe ich wenig Lust, mich umzusehen, wo sie sich jetzt niedergelassen haben. Für Klaus hoffe ich: Recht weit weg.

        In diesem Sinne, Genosse (für die Abschaffung von bla, bla, bla)
        das Pantoufle

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  11. klausbaum sagt:

    ich melde mich noch

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  12. klausbaum sagt:

    das mit dem erholen klappt nicht mehr so ganz, aber unabhängig davon, leg ich mich nachher noch mal aufs ohr.
    zunächst eine bemerkung zu diesem zitat:
    »Viele, auch angeblich linke Blogger, sind ja ganz begeistert von den vielfältigen Kontrollmöglichkeiten, die diese Software ihnen bietet. Man kann Leute rauskicken, ihre Kommentare verändern, den großen Boss spielen. Der kleine Diktator in uns allen.«
    die bloggerin, die das schreibt und die ich sehr schätze, erwähnt einen punkt nicht, nämlich den, dass es im netz bei offener beteiligung immer wieder zu beleidigungen und herabsetzungen kommt, die unerträglich sind und die ich nur noch schwer ertrage. wenn man an seiner eigenen fähigkeit trotz fortgeschrittenen alters, wenn man an seiner fähigkeit zur empathie arbeitet, sind gehässigkeiten gift, sie vergiften die eigene seele.
    ich war lange zeit als lehrender tätig, sowohl bei kindern als auch überwiegend bei erwachsenen (VHS, Studenten, Führungen im MUSEUM). ich habe mühsam lernen müssen, den anderen ihren eigenen erfahrungs- und denkraum zuzugestehen. diese erarbeitete toleranz versuche ich auch auf meinem blog zu realisieren.
    wenn aber das argumentieren zur sache , das argumentum ad rem, aufgegeben wird und es übergeht in einen streit, der immer weiter eskaliert, muss man die notbremse ziehen. das hat etwas mit verantwortung zu tun und nichts mit dem kleinen diktator in uns. demokratie heißt, die fähigkeit erwerben, kritik an sich selbst zu ertragen, einsicht in die bedingtheit der eigenen strukturen zu erlangen … aber argumentativ vorgetragene kritik, die ohnehin die meisten schon nicht ertragen, ist etwas anderes als äußerungen wie: der xyz hat sich wieder einen runtergeholt oder ähnliches.

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    • klausbaum sagt:

      PS.: ich habe so plus-minus das eine oder andere jahr, so um 2000 herum ein paar jährchen bei der moderation des taz-forums mitgewirkt. das forum musste schließlich geschlossen werden, weil die mitarbeiter der taz, die hauptberuflich dafür zuständig waren, die taz ins internet zu bringen, von der abwehr gemeiner beiträge so viel zu tun bekamen, dass das forum, als ergänzung gedacht, für sie zur hauptsache wurde.

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      • pantoufle sagt:

        Nun kaue ich schon lange an einer Antwort, die ich vertreten kann, bei der ich nicht mehr als nötig lüge – schon gar nicht mich selber belüge.
        Pazifist: Ja, friedlich: In Maßen. Gesegnet mit schlechten Nerven und einer spitzen Zunge, ein Gran Geist findet sich beim gründlichen Fegen sicherlich auch – suche den Streit nicht; er findet mich.
        Ehrlich schlechtes Gewissen!
        Es hat nicht zum Villon gereicht noch zum Karl Kraus – deshalb Blog, meide die Kommentarzeilen, wo immer es geht. Trinkt roten Wein mit viel Knaster.
        Wie soll ich es sagen? Bruder Heine hat es einmal so gedichtet:

        »Friedliche Gesinnung. Wünsche: bescheidene Hütte, Strohdach, aber gutes Bett, gutes Essen, Milch und Butter, sehr frisch, vor dem Fenster Blumen, vor der Türe einige schöne Bäume, und wenn der liebe Gott mich ganz glücklich machen will, läßt er mir die Freude erleben, daß an diesen Bäumen etwa sechs bis sieben meiner Feinde aufgehängt werden – Mit gerührtem Herzen werde ich ihnen vor ihrem Tode alle Unbill verzeihen, die sie mir im Leben zugefügt – ja, man muß seinen Feinden verzeihen, aber nicht früher, als bis sie gehenkt worden. – Versöhnlichkeit, Liebe, Barmherzigkeit.«

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  13. Tante Jay sagt:

    An dieser Stelle erweiter ich meinen Altar für meine Kommentatoren um ein Triptychon und mindestens drei Kreuze.
    Weitgehend Trollfrei und die Trolle die ich mal hatte sind alle so schnell wieder weggewesen. Konnte mich gar nicht aufregen *sniff*

    Ansonsten: Jo, hast recht, ich weiß, dass das woanders deutlich anders zugeht.

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