ja wo laufen sie denn?

Montag. Spiegel Online. Kolumne. Jan Fleischhauer. Nein, das sind keine Tags, sondern die Gedanken, die ich Montag Mittag bisweilen habe. Speziell zur Mittagspause, wenn ich butterbrotkauend, den tragbaren Rechner auf dem Knie, bedaure, nicht wie früher die Reste des Essens in die Bildzeitung einwickeln zu können und in die Tonne schmeißen kann. Mit dem Laptop würde das einfach zu sehr ins Geld gehen…

Die Bildzeitung konnte man früher aus Behältern am Straßenrand entnehmen, über denen ein Schild angebracht war: „BILD vertraut seinen Lesern!“ Der Gedanke war ursprünglich, das da jeder seinen Groschen in den passenden Schlitz reinwirft und man den Zwischenhandel umgehen kann. Verein anonymer BILD-Stehler: Mein Name ist Pantoufle und ich saufe habe BILD gestohlen! Bedauerlicherweise hat der Springerverlag auch das überlebt.

Ich schweife ab: Jan Fleischhauer! Ihre hochwohlgeborene Ignoranz Jan der Erste führte noch letzte Woche den Zug der aufrechten Konservativen an, die schwarze Fahne schwenkend und im sicheren Bewusstsein, daß das Merkel auch ihn lieben würde. Ein Kampflied lag ihm auf den Lippen, er drehte sich, um die Mitstreiter zum mitsingen zu ermutigen und sah gerade noch Bosbach, der als einer der letzten dem Tross der CDU folgend, links in die Sackgasse eingebogen war. Da stand er nun: hinter ihm bohrten sich nur noch ein paar von den Grünen in der Nase – sonst aber war er alleine!

Ich will es gar nicht so lang und breit austreten: Jetzt kommt etwas, was ich an diesem Mann Häuflein Elend nicht verstehe. Statt bei seiner reaktionären Linie zu bleiben, zu zeigen, das er die Fahne hochhält, fängt er an zu schwafeln und sucht eine nicht vorhandene Linie. Ich habe die Kolumne der Woche zig-mal durchgelesen: Da steht nichts, aber auch wirklich gar nichts drin, was den Kerl überhaupt noch bewegt, geschweige denn sich zu zitieren lohnte. Der steht da immer noch hinter der Kreuzung, sieht sich stumm um, wo denn sein Hintergrund geblieben ist und kann es nicht begreifen. Jeder brave Genosse von der KPD/ML (mehr Leistung), der Abend für Abend seinen auswendig gelernten Trotzki dem Mädel hinter der Bar aufsagt, zeigt mehr Rückgrat.

Ich habe ein geheimes Faible für einige Konservative. Winston Churchill und Bismarck zum Beispiel. Immer, wenn die Realität ihnen nicht folgen wollte, bissen sie voller Wut in ihre privaten Beisshölzer, heulend, im Nervenzusammenbruch, fluchend, schreiend und arbeiteten dann daran, daß die Welt als Wille und Vorstellung wieder nach ihrer façon funktionierte. Das ist konsequent – normal für jeden, der an seine Idee glaubt und bereit ist, dafür zu kämpfen.

Das macht den Unterschied zwischen einem Vordenker (zu dem jener normalerweise aber erst in den Geschichtsbüchern wird) und dem Untertanen. Der winselt im Gegenwind noch ein paar Tage vor sich hin, bevor er dem neuen Strom folgt und assimiliert wird. Jan winselt gerade.

Ich habe fertig.

An dieser Stelle ein kleines Quiz für einen lauen Frühlingsabend: Wolfgang Staudte hat 1951 einen interessanten Stoff verfilmt, den Heinrich Mann 1914 geschrieben hat. Da kommt ein Mann mit der Barttracht Ihrer Majestät vor. Sollte man also lesen oder sich ansehen! Der erste Einsender mit der richtigen Antwort gewinnt einen aufblasbaren Farbfernseher! Also unbedingt mitmachen!

P.S. Sollte schon ein Fernseher im Hause vorhanden sein, richte ich dem Gewinner kostenlos einen Avatar meiner Wahl ein… nicht wahr, Fanny?

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0 Kommentare zu ja wo laufen sie denn?

  1. Fanny sagt:

    Aber nur weil ich keine (offizielle) Mitarbeiterin und keine Verwandte vom Veranstalter bin !
    Heute ist mein Glücktag ! Ich hab‘ ja Lampenfieber ;(
    Also, die Antwort lautet „DER UNTERTAN“ !
    Und ich hätte lieber den Hauptpreis, einen aufblasbaren Fernseher. Und wenn es keine Umstände macht, dann passend zu meinen orangenen Gardinen.
    Lieferanschrift: bereits bekannt.

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  2. pantoufle sagt:

    Und die Gewinnerin des ersten Preises ist…??? …Weder verwandt noch verschwägert, ignorieren konnte ich sie leider noch nie, die Antwort ist bedauerlicherweise richtig, orangefarbene Gardinen.. die tickt doch nicht richtig!.. doch, Umstände macht es schon , genau wie der Umzug, bei dem ich ihr geholfen habe – in den gefühlten 56zigsten Stock mit Kamin, Waschmaschine, dem Eifelturm in halber Orginalgröße aus Edelstahl und dem Bleisofa – und der die Sache mit der „Adresse vergessen“ höchst unglaubwürdig macht… undankbares Weibsbild … wenn sie nur nicht…
    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! Ja, meine Liebe! ZUFÄLLIG richtig geraten (wenn ich den erwische, der ihr das gesteckt hat! Dem drehe ich den Hals um!) Der Preis geht an… FANNY, der glücklichen Gewinnerin (Miststück! Wie komme ich aus dieser Nummer blos wieder raus?) Erwarten Sie das Paket in Kürze! (vielleicht kriegt der Postbote ja einen Herzinfakt. Ich beisse ihr in den Hals, wenn ich sie wiedersehe; genau: In den Hals! Ich suche einen ganz riesigen Fernseher aus und „vergesse“ die Luftpumpe! Genau so werde ich es machen! Die wird noch an mich denken).
    Mit Herzlichen Grüßen an die stolze Gewinnerin
    Hochachtungsvoll
    Das Pantoufle

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