In tiefer Sorge!!

Mit ausdrücklichen 2 Ausrufungszeichen sorge ich mich um Jan Fleischhauer (SpOn, schwarzer Kanal, leidender Kolumnist). Jan Fleischhauer schwächelt – fiebrige Nervosität, unkonzentriert und fahrig; so kenne ich ihn gar nicht. Nach seiner verlorenen Schlacht um die Festung Guttenberg liegt er offensichtlich schwer verletzt darnieder und bedarf der Hilfe. Jan: Du weißt, das die Schrottpresse ein unnachgiebiger, harter Gegner ist, aber die Redaktion (der Kampfhund Oskar und ich) hat auch ein Herz! Und das schlägt mit dem gestrauchelten Gegner, auch wenn Du uns in der Vergangenheit sehr, sehr weh getan hat mit deinen Artikeln, bei deren Lektüre wir bis hin zu quälenden Magenkrämpfen lachen mussten – allein: Vergessen wir das jetzt! Wir helfen Dir!

Zusammen wollen wir mal durch Deinen Artikel gehen und nachsehen, warum auch dieser wieder danebengeglückt ist.

Du sagst, daß Exkanzler Gerhardt Schröder „[…] der Republik die größte Steuerreform ihrer Geschichte beschert, wir verdanken ihm die Hartz-IV-Gesetze, die einen maßgeblichen Anteil an der wirtschaftlichen Gesundung des Landes haben.“ Das ist so nicht ganz richtig. Mit der Steuerreform meinst Du wahrscheinlich die Änderung zur Gewerbesteuer, die sicher einen Großteil Schuld an der völlig desolaten Haushaltslage der Gemeinden und Kommunen trägt. Zusammen mit der Einführung von Hartz IV ergab das keine Achterbahn, sondern eine Rutsche und nach den Gesetzen der Schwerkraft kennt die nur eine Richtung.

Über Schröders Beziehung zu Maschmeyer bemerkst Du feinsinnig: „Warum nimmt ein ehemaliger Regierungschef Geld von einem Mann, der einen, sagen wir, hochzweifelhaften Ruf in Deutschland genießt?“. Das, lieber Jan, sollte Dir als bekennendem Konservativen doch klar sein: Geld nehmen sie alle, wenn man es ihnen unter die Nase hält. Außerdem litt die Kanzlergattin Doris unter der zunehmenden Verarmung wegen der teuren Scheidung ihres Mannes. Die knöcherne Hand des Hungers klopfte an die Türe der Schröders und sie nahmen. Wer will es ihnen verübeln? Die CDU, die zu dieser Zeit ihren Parteispendenskandal hatte? (Na gut: Das war ja auch kein windiger Drückerkönig, sonder ein honoriger Waffenhändler , der mit vielen anderen Deinen Parteigenossen 2,5 Millionen Euro zugesteckt hat). Aber wenn Du dem ehemaligen Bundeskanzler Schröder etwas vorwerfen möchtest, dann doch bitte, daß er nicht wie Altkanzler Kohl im Zuge der CDU-Affäre den Spendern sein „Ganoven-Ehrenwort“ gab, sie nicht zu verpfeifen. Das war wenigstens noch ein Ehrenmann!

Man bewegt sich auf einem dünnen Holzbrett über die Elbe, wenn man die Verstrickungen von Kapital und Politik als Waffe gegen den politischen Gegner benutzt, lieber Jan: Mappus, Koch und auch Peter Hartz, Erfinder des Gleichnamigen, könnten da als Bumerang fungieren. Die Liste ließe sich unendlich verlängern.

Wenn Du den Anfang deiner Kolumne schon völlig versemmelt hast, so sinkst Du im Mittelteil – so schwer es uns fällt, Dir das zu sagen – noch erheblich selbst unter dein Niveau ab. Oskar hat sich das keine 5 Zeilen weit durchgelesen; ungefähr bis zu der Stelle mit: „Ein Beratervertrag mit dem Gaddafi-Clan? Eine gemeinsame Strategieagentur für abgehalfterte Despoten mit Hosni Mubarak und seiner Frau Suzanne? Ein Doppel-Aufsichtsratsposten bei den Chinesen? „ und bellte dann zu mir, daß würde jetzt reichen! Das röche zwar braun, wäre aber keine Wurst – jedenfalls keine, die er fressen würde und ich sollte den Rest schreiben. Verzeih ihm bitte, Jan: Er ist gemischtrassiger Kampfhund und schon etwas älter.

Kommen wir also zum Ende. Dort ist dein Schmerz unübersehbar, wenn Du sagst „So viel Scheinheiligkeit und Verlogenheit war selten in Deutschland, hat die Kanzlerin nach dem Guttenberg-Rücktritt festgestellt. Es fällt schwer, ihr zu widersprechen.” Als würde Dir das im Traume einfallen! Aber bei all Deiner Liebe zu ihr: Wenn man  konservative Vorbilder sucht, dann doch nicht bei der FDJ und ihren ehemaligen Funktionären. Sieh doch mal in die Bücher! Fürst Bismarck zum Beispiel! Adlig, berühmt, tot! Das sollte doch reichen; und streng genommen weiß keiner mehr, wer das eigentlich war. Genau wie Dein Zitat von Fritz Mauthner. War das nicht derjenige, der gesagt hat, daß Sprache zwar ausgezeichnet zur Kommunikation tauge, nicht aber zur Erkenntnis von Wahrheit oder Wirklichkeit? Wie wahr.

Im übrigen, unter uns ehemaligen Klosterschwestern: Man selber wird nicht dadurch groß, indem man jemand anderen als groß bezeichnet. Auch nicht, wenn man zufällig in Mauthner den Richtigen trifft. Und Zufall war es doch, Jan – oder?

So, das soll es für diese Woche gewesen sein! Hund Oskar und ich hoffen, daß wir Dir ein wenig helfen konnten. Wir wünschen Dir beide eine recht baldige Genesung, damit wir bald wieder etwas Handfestes für die Schrottpresse bekommen.

Herzliche Grüße, Oskar und das Pantoufle

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