Ich nenne es Evolution!

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Wer kennt nicht das Problem? Hunderte von Motorrädern auf dem Parkplatz und man sucht stundenlang das eigene, einem teuerste. Aber was soll man machen? Im Grunde sehen sie alle gleich aus. Die Evolution des Zweiradbaus hat sich auf drei Hauptzweige reduziert: Tief, hoch und langsam. Tief sieht aus, wie sich ein japanischer Designer eine wütende Haselmaus vorstellt, hoch ist wüstengängig (oder tut wenigstens so) und langsam sieht nicht nur extrem schwer und breit aus.

Der Motorradhändler meines Vertrauens erwies sich als Enttäuschung. »Nein, einen Fuchsschwanz hätte er nicht mehr. Hätte er, wenn er sich recht entsinne, schon lange nicht mehr gehabt. Genau so wenig wie diese Antennen zum dranschrauben mit einer Spiralfeder unten!« Ein unauffälliger Wink der Krämerseele und zwei kompakt gebaute Herren mit schlecht sitzenden Kitteln kamen auffällig unauffällig näher.
Aber ich wollte sowieso gerade gehen.

Aber Mann ist ja selbst und Werkzeug, Blech und Schrauben sind auch vorhanden. Ans Werk (und im Vorbeigehen die Winterspuren beseitigt) und nach wenigen Nachmittagen nun dies! Rott, Rat & Partner präsentieren: Die FJ Evolution!

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Das Auge des Fachmanns sieht mit Wohlwollen das Bemühen des Edeltuners, trotz des fast völligen Neuaufbaus keinerlei Zeichen von vorheriger oder nachträglicher Reinigung festzustellen. Und auch nur der Wissende ahnt von den Mühen, aus sorgfältig handverlesenen Blechen mit der Flex so zu arbeiten, daß die wertvolle Oxydschicht des Werkstückes nicht beschädigt oder – schlimmer noch – nach Bearbeitung aussieht!

Aus den Tiefen der Papp-Kartons erschien ein kostbares Relikt in Form eines Rücklichts – die Wissenschaft fragt nicht zu Unrecht nach Name und Herkunft! Japan! Soviel ist gewiss.

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Zerfallener Karton im obersten Regal
Ein Geheimnis in Blech
Staune Nippon

Der Nachbar hat noch ein Stück Lochblech, welches lange genug auf dem Boden lag, um den ästhetischen Ansprüchen zu genügen, die dieses Werk fordert. Auf, auf also zum fröhlichen rasen, noch kurz getankt, den neuen hinteren Schlappen eingefahren und wenn die Sonne hinter dem Wäldchen untergeht, mit Herrn Nachbarn ein Bier getrunken. »Ja, das Lochblech… Das muß irgendwo unter diesem anderen Eisenkrempel sein. Wozu brauchst Du das eigentlich?«
»Das verrate ich nicht! Hier… da… ich habs! Ich tausche gegen eines, das kein Fleckchen Rost hat! Top?«

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0 Kommentare zu Ich nenne es Evolution!

  1. da]v[ax sagt:

    ACH! Da fällt mir wieder ein, das ich dir das hier noch zeigen wollte:

    http://blog.todamax.net/2010/skulley-davidson/

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    • pantoufle sagt:

      Ähh… DaMax… das ist sehr sehr… ja, schön auch! Es ist auch ein klein wenig iggittegitt, aber trotzdem sehr, sehr schön!
      Nur nicht ganz, worauf ich hinauswollte. Hätte es nicht auch zwei Räder, so könnte man es als OT bezeichnen.

      So aber ist es ein sehr, sehr schönes…

      Motorrad??

      Aber das Problem auf dem Parkplatz hat er definitiv nicht! Immer da, wo die Schaulustigen stehen 😀

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    • lazarus09 sagt:

      Boooaaah da wirste blind….

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  2. waswegmuss sagt:

    Ich habe da eine Fuchsschwanzadresse. Aber pssst. http://www.autoteile-schuwerack.de/
    (Schöne Wackeldackel hat er auch)

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  3. lazarus09 sagt:

    … Also ich muss ja auch mal dringend was im rat-style machen 😛

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    • pantoufle sagt:

      Es macht Spaß! Mit der Verkleidung bin ich natürlich noch nicht einverstanden. Einerseits brauche ich sie, weil ich viel, viel Strecke mache und das mit mehr als 130. Auf der anderen Seite… im Moment habe ich ein Thermometer mitlaufen, daß die Kopftemperatur mit und ohne Luftzufuhr durch die Einläufe an der Seite vergleicht. Wenn sich da keine signifikanten Unterschiede ergeben, werde ich mich mal mit den Hutzen beschäftigen. Ich sage nur Lochblech! Von der Holden habe ich versucht eines ihrer Küchengitterdingens für den Scheinwerfer zu ergattern; leider hat sie sich mit irgend einem Scheiß windelweich rausgeredet… wird gebraucht blablabla. Hätte ich genau passend gemacht.

      Mit den Koffern bin ich hochzufrieden. Bei der XJ mußte das wegen den Stoßdämpfern an ein konventionelles Kofferbesteck – hier konnte ich es direkt an den Rahmen schrauben. Es ist viel schlanker und macht eine schöne Taille. Sehr elegantes und unauffälliges Kofferset.
      35 Jahre Mad Max haben ihre Spuren in meiner Seele hinterlassen.

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      • lazarus09 sagt:

        Die Koffer sind voll okay … was uns aber zur Verkleidung führt die ja eigentlich echt nicht mein Fall ist .. muss jetzt aber sagen das ich in der Richtung ein Arsch bin der lieber puristisch im Wind und Regen hängt..Hauptsache, es sieht gut aus. Vom funktionalen Standpunkt ist so eine Verkleidung natürlich ungeschlagen und Gegenargumente gibt da eigentlich keine. 😉 .. ich hab hier noch eine olle Mühle mit bad ass 19″ Apes on it ..überlege gerade ob ich die runter machen soll ..? 1 *kopfkratz* früher hatte ich da nicht so lahme arme auf Dauer….

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        • pantoufle sagt:

          Was hat Du den da rumgammeln?

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          • lazarus09 sagt:

            http://img.auctiva.com/imgdata/1/5/7/0/1/2/7/webimg/835645525_o.jpg

            340 Meilen nach Holyhead und dann von Dublin nach Bangor nochma 110 Meilen .. da merkste deine Arme nicht mehr. ..den Rest übrigens auch nicht . Ich hab so etliches rumstehen an Fuhrpark kann mich aber auch nicht trennen von dem Kram.. E-lend.. sagt auch meine bessere Hälfte sie hat 2 Ford Ka den ollen an dem sie hängt und den neueren auf den jeder immer rumgeritten ist die anderen 30 Liter Auto und 4 Liter Bike sind meine .. 😀

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          • pantoufle sagt:

            Bei aller Liebe zu individuellem Design und größtmöglicher Entfernung zum Mainstream: Aber nach 300km in der Sitzposition würde ich entweder mich oder das Bike erschießen – einer muß gehen!
            Also 300km schon, aber nicht mit der Maßgabe, daß ich schnell und pünktlich irgendwo ankommen muß. Ist das Die, wo Du mir mal den Link von der wunderschönen Gabel geschickt hast?

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          • lazarus09 sagt:

            Moin mein Lieber … kann sein das ich die schon mal gepostet habe .. ich habe ja ein Paar in meinem Besitz,meint auf mich gemeldet .. plus die Angekauften zum reparieren aufmotzen und handeln .. 😛

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      • pantoufle sagt:

        Volle Zustimmung. Aber naked ist nach 600km um die 160-180km/h echt harte Arbeit, faules Schwein, das ich bin. Ich steh den halben Morgen schon sinnend vor der Kiste: Die Temperaturmessungen gestern haben überhaupt keinen Unterschied gezeigt. Nix, nada! Ob ich da einen Lappen in die Ansaugrohre stopfe oder nicht. Die Hutzen verschwinden! Eine flache Scheibe hab ich auch noch irgendwo rumfliegen – nicht, daß das die Sache endgültig adelt, aber besser als nichts. Aber für heute ist Fahren angesagt. Die 2 Stunden gestern waren um lose Schrauben zu finden
        Heute in den Elm und über die Dörfer nageln.

        Gestern vorm Motorradhändler war lustig: Parkt da neben mir eine FJ, mit allem, was der Zubehörhandel zu bieten hat! Verchromt, geputzt und richtig toll zurechtgemacht. Ein wirklich schönes Teil. Die Dame (!), die sich die zurechtgeschraubt hat, war aber sehr freundlich und wunderte sich nur, daß ihre Möhre so völlig anders aussah als mein Schrotthaufen. War ein nettes Gespräch, nur als sie ihre Kiste anschmiß, hörte die sich genau so krank an wie meine. Ist wohl bauartbedingt 😀

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        • lazarus09 sagt:

          Jo.. ich muss auch sagen das ich solche Strecken zu 90% mit dem Auto mache ausser sei’s wie jetzt beim Umzug da hab ich meine Mühlen alle rüber gefahren da sind auch um die 400 Meilen am Stück zusammen gekommen das geht schon auf die Knochen ..drum wenn du das öfter machst lass die Verkleidung und Schild,Temperaturmessung hin oder her , da biste mit nem Tourer besser bedient als mit den gepimpten Stühlen. 😉

          Aufgemotze Effjot mit Polo und Gericke Kram .. braucht kein Mensch dann lieber Patina .. der Klang ist bauartbedingt nicht berauschend und wenn er’s ist kommt die Bullezei mit einem Krampf in der Hand ..

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        • pantoufle sagt:

          Na ja: Mein neuer Arbeitgeber ist ca. 300km hin- und das selbe zurück weit entfernt. Dann sind in den nächsten 5 Wochen diverse Festivals, darunter eines in Friedrichshafen; ich hab mal in etwa 4000km gerechnet. Könnte auch etwas mehr werden.
          Mir hat die FJ von dem Mädel ganz gut gefallen. Da waren schon ein paar Sachen verbaut, die es nicht bei Louis gibt. Es ging auch gar nicht so sehr um das Ergebnis, eher darum, daß da jemand mit Liebe an seiner Karre geschraubt hatte, was ja immer seltener wird. Vor allem, wenn die Fingernägel der Besitzerin nicht lackiert waren, sondern die typische Schrauber-Patina hatten 🙂
          Fahren würde ich so etwas allerdings auch nicht.

          Im Moment fühle ich mich hier sowieso extrem allein gelassen. Wer heutzutage alles Motorrad fährt und wie die Eisen aussehen… das ist nicht schön! Gefühlt ist hier 70% Schwermetall unterwegs. Fulldresser von HD und Honda, denen man den Wusch der Besitzer ansieht, beim Parken ein Stück Kunstrasen neben dem Seitenständer auszurollen. Mit Blümelein und einem Zwerg, in einer Hand die verschärfte Brille und in der anderen den Putzlappen. Wenn ich da aus irgend welchen Gründen in ihrer Mitten auftauche, rotten die sich immer so auffällig zusammen.
          Die Clubs hier in der Nähe machen sich auch rar. Na ja, Du weißt ja. Freie Meinungsäußerung, Versammlungsgebote und die Unsitte, nicht nur am Wochenende Motorrad zu fahren. Wie gesagt: Alles nicht so schön.

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          • lazarus09 sagt:

            ..Okay du meinst die „wild hogs“ Feierabendrocker die sich dank „guter Ausstattung“ im letzten Drittel in der Oberliga bedienen ..alles full street legal von der Stange LaKoste es was es wolle .. Jep ..die werden immer mehr, weil es chic ist im Moment. Die fühlen sich schon so richtig „bad“ wenn sie einen Spiegel ohne ABE montieren .. HAHAHA

            Ansonsten Respekt …. da ist ne ordentliche Distanz die du da reiten musst,aber per Mühle bist du da schneller und günstiger als per Auto..is ja bei uns Freelancer auch ne Rechnung und Argument. Die Zeiten wo die werte Kundschaft Übernachtungen und Spesen geblecht hat sind ja auch eher rum …

            ride safe mate 😉

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  4. derda sagt:

    Deine Koffer kenn ich. Die erinnern mich an den Truppenübungsplatz, speziell an das Nachtschießen mit dem MG…
    (Nach nur 50 Schuss Ladehemmung)

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  5. pantoufle sagt:

    @Lazarus.
    Bei Lederstrippen am Lenker bin ich Comic-geschädigt.

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  6. Rick Bewlowski sagt:

    Sag mal, die Benzinpumpe auf Bild 2 kommt mir aber arg bekannt vor. Das ist nicht zufällig ne Mitsubishi? Falls ja, sollteste da mal die Kontaktplatte kontrollieren, dat Teil ist intern nicht enstört (Freilaufdiode+Kondensator) und brutzelt sich selber die Kontakte weg. Wärst nicht der erste der damit liegen bleibt. Und schieben ist ja bei dem Eisschwein auch nicht so der Brüller 😉

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    • pantoufle sagt:

      Als ich dieses leichtfüßige Bike in einem mehr als bedauernswerten Zustand vor etwas einem Jahr kaufte, war als erstes eine Grundrevision der vergammelten Elektrik angesagt. Gewahrschaut von der selben Macke bei meiner alten VFR RC24 war die Benzinpumpe eine der ersten Kontrollstellen.
      Trotzdem aber vielen Dank – sehr freundlich und aufmerksam! Fährst Du auch das Fabrikat?

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  7. Rick Bewlowski sagt:

    Nee, fahre ne ältere Honda aus der „hoch“ Fraktion, aber auch noch eine die man auf dem Parkplatz wieder findet 🙂 Dort haben die auch diese BPs verschraubt und bei KTM auch noch. Hatte neulich nen KTM fahrer getroffen, der auch schonmal schieben durfte wegen der Pumpe, daher stach mir die so ins Auge.

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  8. Martin Däniken sagt:

    William Shatner will mit einem „Trike“ von Chicago nach L.A fahren….Extrem schickes Teil-besser wie ein Sitzrasenmäher;)
    Is besser so ab nem gewissen Alter!

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