Hobby für Ü40-Zombies

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Ganz sicher wollten die Leser meines Blogs immer schon mal wissen, wie eigentlich diese groß- und einzigartigen SW-Photos, die hier gelegentlich auftauchen, entstehen. Also nicht so in etwa, sondern ganz genau – im liebevollen Detail.
»Klar Pantoufle: Nichts lieber als das!«
»Na endlich, und ich dachte schon, dämlich sterben zu müssen!«
»S-U-P-E-R-! Und so hochaktuell! Und was ist mit dem gestürmten Präsidentenpalast in Burkina Faso?«
»… willst Du nicht lieber über Deinen Redaktionskampfhund Oskar… und was ist mit Katzen-Content??

Nichts da: Da müßt Ihr jetzt durch.

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»Die Geschichte der Negativentwicklung ist eine Geschichte voller Missverständnisse! Und auch heute noch ist dieses Thema für viele Entwickler und Entwicklerinnen ein Tabu. Deshalb ist mir wichtig, für JOE zu sprechen.
Denn ein JOE bleibt nicht außen vor wie Rodinal, sondern arbeitet natürlich genau da, wo es passiert. Im Inneren des Jobo-Unitanks! Man sieht nichts, man riecht nichts und außen bleibt alles angenehm sauber. Joe: Damit die Entwicklung sauber und diskret abläuft!«

Warum entwickelt man eigentlich seine Bilder selber? Da ist zum Einen und in vorderster Linie die Ruhe und Abgeschiedenheit in der von innen abschließbaren Dunkelkammer. Klopfen und Rütteln an der Türe wird mit einem »MOMENT! Geht jetzt nicht!« gekontert. Geht erst wieder in 2 Stunden. Oder derer Vieren. Allein das ist ihre Einrichtung wert.
Alles, was mit Photo – Entwicklung zu tun hat, ist schrecklich teuer, giftig, licht- und geräuschempfindlich. Gott erhalte allen Familienmitgliedern diesen Glauben!
Dabei ist das wichtigste Teil der Dunkelkammer gleichzeitig das billigste: Der Riegel, um die (hoffentlich einzige) Zugangstür gegen versehentliches Öffnen zu schützen. Für dreimarkfuffzig in jedem Baumarkt erhältlich.

Andere – seriöse – Gründe gibt es natürlich auch. Es ist ja eigentlich so etwas wie Wissenschaft. Wissenschaft ganz klein, aber Wissenschaft. Oder Alchemie? Im Zeitalter des Internets und seinen Foren wird bald klar: Wissenschaft! Große Wissenschaft!
Der Autor dieser Zeilen frönt unter anderem der Beschäftigung, durch ein Fernrohr den Himmel zu betrachten, nebenbei aus ähnlichen Gründen wie bei der chemischen Photographie. Allzu häufiger Besuch der einschlägigen Foren könnte einem diese kleine Freude glatt verleiden. Dort ist man der Meinung, Wissenschaft zu betreiben. Ganz Ernst! Zwar hat das Rohr nur eine Öffnung von 3 oder 4 Zoll, aber vielleicht entdeckt man ja einen Sternensplitter, der durch das All rast. Den Kevin-Ohnesorg-Kometen. Oder benannt nach seiner Tochter Schantalle. Die echte, subventionierte Wissenschaft guckt zwar auch, zum Beispiel mit dem Interferometer des VLA, das aus 27 einzelnen 25m-Teleskopen besteht, aber man weiß ja nie!

Die Nischensportart chemische Photographie ist da leider nicht viel anders. Um Foren und Blogs sollte man eigentlich einen weiten Bogen machen, was ich natürlich nicht tat. Malerisch zerfallene Gartenmöbel, Hochzeiten und das unvermeidliche »Die Bushaltestelle is zwar nich so doll, demonstriert aber die unfassbare Auflösung des Otus 1.4!« Die Schlichtheit der Bildern steht meist im umgekehrt proportionalen Verhältnis zum Preis des verwendeten Equipments.
Schlaflose Nächte, weil auf der Kamera der falsche Name stand wie auf dem Objektiv, daß das falsche Öffnungsverhältnis hatte. Nichts unter Lichtstärke 0,95, welches eine rasiermesserscharfe Nasenspitze abbildet, während die Augen in einem butterweichen Bokeh verschwimmen.

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»Hallo, Tilly!«
»Na, fremdgegangen?«
»Tilly!«
»Aber das seh ich doch an ihren Händen!«
»Ein ganz normaler Entwickler!«
»Da war bestimmt kein natürliches Hydrochinon drin, oder?«
»Sicher nicht!«
»Sehen Sie: JOE hat natürliches Hydrochinon. Sie baden gerade Ihre Hände drin!
»Stimmt! Das pflegt ja die Hände.«
»Schon beim Spülen! Das haben Tests mit Kunden bewiesen«
»Tilly: Sehen Sie meine Hände!«
»Ja! Schön und zart. Fremdgehen lohnt eben nicht!«
»Aber das natürliche Hydrochinon von JOE, das lohnt!«

Und den falschen Entwickler hatte ich natürlich auch. Genauer gesagt: Gar keinen. Also nix wie los ins Forum, zu den Leica-Lovers und Steckdosen-Verweigerern.
Man muß Instant-Kaffee nehmen! Das ist die zivile Version vom Morgenurin der War-Photographers. Auch damit soll man angeblich entwickeln können; Robert Capa und so.
Oder Rodinal. Rodinal wurde 1891 patentiert; kann also nicht verkehrt sein. Wer greift nicht zum bewährten Ford-T Modell, wenn die Zugführer wieder mal streiken? Während die Bahn nicht kommt, kommt man. Wenn auch langsam. Auffällig ist nebenbei, daß es außer Rodinal keine anderen Entwickler zu geben scheint. Illford, Moersch, Spur, Kodak oder Rollei? Die ganze Welt scheint nur Rodinal und Kaffee zu benutzen. Die Traumkombination: Ein Zeissobjektiv und Kaffee-Entwickler.
Nichts gegen Rodinal! Ich liebe es in Verbindung mit ADOX-Filmen. 50 oder 100 ISO, fast wie bei Muttern. Na gut: Muttern hatte eine Canon EOS 10, die sie mit Kodacolor-Filmen fütterte und automatisch scharfstellen und transportieren ließ. Ihre Bilder waren sehr, sehr bunt und nun ist sie tot, ihre Kamera in meinem Regal; Friede ihrer großen Seele. Ich vermisse sie sehr und ihre bunten Bilder.
Im Gegensatz zu Muttern ist Rodinal aber höchst lebendig und fand den Weg in meine Dunkelkammer. Betagter Entwickler mit betagten Filmen, bei denen jede Charge ein klein wenig unterschiedlich ausfiel, wobei das Rodinal immer noch die größere Konstanz aufwies. Aber angeblich mußte das so sein. Klickt man durch die Blogs und Foren, wird einem schnell klar, warum. Mit Rodinal (und ADOX) kauft man kein Produkt, sondern einen Mythos. Den der »guten, alten Zeit™«. Und daran ist erst einmal gar nichts Verwerfliches. Man kann mit Rodinal umwerfende Ergebnisse erzielen (man kann das mit jedem verdammten Entwickler und jedem Scheiß-Film). Sollte das Ergebnis einmal nicht ganz so großartig sein, hatte man etwas falsch gemacht. Natürlich nicht das Bild, die Auffassung, den Moment, sondern die Entwicklung. Nicht schütteln, sondern rühren – die Verweildauer im Rodinal-Erlebnisbad, die Agitation. Nun singt man nicht »Brüder, zur Sonne, zur Freiheit« beim Schütteln – die sogenannte Agitation ist eine Art Fruchtbarkeitstanz, den man mit der Entwicklerdose ausführt. Illford-Kipp, Kodak-Geschüttel – es gibt mehr Kippmethoden als Photographen. Jedenfalls, wenn man die verschiedenen Verdünnungsgrade, Standzeiten und Temperaturen (»Sind Ihre Negative wirklich keimfrei?«) mit einrechnet.
Sollte das alles nichts fruchten, muß man sich wohl oder übel eine Leica kaufen.

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»Oh nein! Überall Entwickler! Was ist denn hier passiert? Alles hin!«
»Total flau! Sie verwenden kein JOE!«
»Nein, einen billigen Entwickler«
»Wer hat Ihnen denn den empfohlen?«
»Niemand«
»Die Entwicklerdose muß ich mitnehmen«
»Oh nein!!!«
Nur JOE hat das kraftvolle Hydrochinon mit zusätzlichen komischen Chemikalien für beste Entwicklung von Negativen von Kodak bis Illford!
»Nicht vergessen: JOE bei jeder Entwicklung!«
»Nicht vergessen… (traurig geknickt)«
»Nur JOE wird von allen führenden Herstellern empfohlen!«

Everybody needs a little time away
I’ve heard her say
from each other
even lovers need a holiday
far away from each other
hold me now..
it’s hard for me to say I’m sorry
I just want you to stay

Zappa-Time: Black Page! Ade Rodinal mit seine Mysterien, seinen Temperaturen und Ritualen. Natürlich wird eine Buddel mit dem rot-braunen Gebräu seinen Platz auf dem Regal behalten. Man weiß ja nie und spätestens wenn ein photographierender Bekannter zum Besuch erscheint, ist da dieses »Ach, Du nimmst es auch« – Gefühl. Wie bei Kokain.
Im Übrigen werde ich aber in Zukunft auch anderen Entwicklern die Türe öffnen. JOE zum Beispiel. Und HCD80 (oder wie der Stoff heißt). Bückware. »Heute Abend. Eine Einheit. Da, wo immer. Aber komm alleine!«
Ich habe nämlich Lust, in einem Museum mit ISO 1600 oder höher zu photographieren, mit Grautönen, ohne Probleme, ohne Hagelkörner. Warum sollen das immer nur die Digitalen? Die haben Photoshop, ich HCD80 und JOE. Ach ja, und der ADOX wird wohl dem Kodak Trix400 weichen müssen.
Langsam beschleicht mich das Gefühl, daß es eine neue Art der analogen Photographie gibt, deren Materialien nicht explizit dem Zeitgeist, aber dem Stand der Technik (genauer der Chemie) angepaßt sind. Gerade habe ich Film Nr. 4 gebadet, ohne Voodoo bei 20° und der ist schon wieder genau so geworden, wie ich es wollte. Der Nikon F3 bleibt noch ein langes Leben  (was zum Teufel sieht so aggressiv-grottig aus wie diese Nikon? Und dieser Geruch! Und überhaupt: Ich liebe dieses Stück Metall!)

Das nächste Problem besteht darin, die Qualität der Negative aufs Papier zu bekommen. Nein, ich brauche keinen besseren Vergrößerer. Der Focomat mit seiner Optik ist erheblich besser als meine Fähigkeiten in der Dunkelkammer. Das alte Agfa-Papier oder das ADOX oder das Kentmere? Festgradiation oder die Nummer mit den bunten Filtern? Keine Ahnung – der nächste Schritt, ein Stück weiter auf der Leiter chemische Photographie. Danke Tilla, danke Michael.

Und jetzt »the Torture never stops« von einem alten Freund an der Guitarre und zurück in die dunkle Kammer, Ketten, Geißel, Streckbank, ADOX, JOE und HCD (oder wie der Stoff heißt).
Bilder, Gesichter, Träume. Da ist noch ein Gesicht, eine Idee – JOE riecht allerdings nicht so gut wie Rodinal.

 

Das drucken die nie ab! 🙂 Freunde, Kollegen, Landsleute – Ihr habt es vermutlich schon kapiert: Das ist ein Werbetext und es steckt eine unausgesprochene Wette dahinter.

 

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0 Kommentare zu Hobby für Ü40-Zombies

  1. Tilla sagt:

    Hm. Ich befürchte mal, das drucken die ab. Rock’n’Roll …. vastehste?

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  2. altautonomer sagt:

    Fotografie ist nicht mein Ding. Ich kann nur Knipsen. Spiele lieber Conga und Djembe.

    Als ich oben das schwarz-weiße Foto sah, dachte ich zunächst: Upps, jetzt kommt was über Elsässer. Na? Warum wohl?

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    • pantoufle sagt:

      Moin Altautonomer

      Das Photo? Ein guter Freund – niemand könnte weiter von Elsässer entfernt sein. Daran kanns nicht gelegen haben.
      Elsässer? Ist der gerade ein Thema wert? Und wenn ja, dann muß ich wie gewöhnlich so lange darüber nachdenken, bis es denkbar unaktuell ist… kennst mich ja. Und Du kennst ja auch meinen Widerwillen, mir irgend welche Themen vorschreiben zu lassen. Elsässer? Noch einer der Rechtsradikalen, die langsam, aber sicher das Internet übernehmen. Mein persönlicher Kampf gegen Windmühlen ist leiser.

      Ach ja: Das kam ja auch in Zeile sechs des Textes vor:»S-U-P-E-R-! Und so hochaktuell! Und was ist mit dem gestürmten Präsidentenpalast in Burkina Faso?«

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  3. Joachim sagt:

    Hydrochinon, das Photozeuchs aus den Hautcremes, mit der “umstrittenen” Kanzerogenität innerhalb der zulässigen Grenzwerte?

    Wikipedia: “Es wird auch als Inhibitor für Radikalreaktionen genutzt, um die Bildung von Etherperoxiden zu verhindern.”

    Ah ja. Das klingt nach Ubik. Du hast Ubik gefunden und JOE ist Joe Chip.

    Kurze Werbeunterbrechung:
    „lean over the bowl and then take a dive. All of you are dead. i am alive“

    Das Bild dagegen ist eine Fälschung mit GIMP. Von wegen Dunkelkammer 😉 Aber was ist schon real?

    (Hint: Philip K. Dick, Ubik 1969)

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    • pantoufle sagt:

      …Fälschung mit Gimp: Du Heini, Du! Solange WordPress keinen Briefschlitz zum Einstecken von Papierabzügen kennt, wirst Du mit dieser Fälschung leben müssen.

      Hydrochinon in allerkleinsten Dosen. Praktisch kaum wahrnehmbar. Homöopathisch sozusagen. Nur ein klitzeliges Wenig, um Schwung in die Sache zu kriegen.

      Das Buch scheint aber einen Blick wert zu sein. Danke für den Hinweis

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      • Joachim sagt:

        Heini? Hmm. Okay, Du darfst das. Doch da ist (hoffentlich) mehr. Dies hier ist eine Botschaft, in Leuchtschrift an die Wand gepinselt.

        Was man in der Dunkelkammer so machen kann, also wenn es um entwickeln, besonders von Photos – ich bin hier sehr genau – geht, das hat auch schon was in der Art Gesamtkunstwerk. Brauchst Du gar kein(e) Gimp. Kunst kommt von künstlich – ja auch von Können. Klar? Nicht? Die Dunkelkammer ist jedenfalls ein geheiligter Ort. Und Dunkel noch dazu.

        Da ist es wieder. Ubik! Was ist Realität? Kann man die verändert? Dein Text weist erstaunliche Parallelen auf. Sogar das Mittel der Werbebotschaften kommt im Roman vor … Und dann noch Joe, ein Mittel mit dem Du Silber putzen kannst und … Kurz Zappa in Joe’s Garage.

        Der Wikipedia-Artikel wird dem Buch gar nicht gerecht. Lesebefehl, so es Dir möglich ist (keine Frage) anders zu denken.

        Wer nicht anders denken kann, der bekommst Du einen Knoten im Hirn. Vielleicht mag ich ja deshalb Deine Texte. Dick ist in jedem Fall einer meiner Lieblingsautoren. Ich fragte mich schon immer, bin ich noch auf dem Mond oder schon wieder auf der Erde… Wer bist Du und wenn ja, wie Viele? Aus Ubik: “Ich bin. Ich werde immer sein”. Spock kam eindeutig zu spät.

        Aber was ist schon real.

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        • pantoufle sagt:

          Also nur kurz zum Workaround: Da ich keinen Scanner mehr besitze, photographiere ich die Abzüge mit der D90, konvertiere die Raws mit Bibble und verkleinere/schärfe nach mit Gimp. Das ist nicht heilig – das ist pragmatisch und geht nebenbei schneller als scannen. Für Interessierte: Dafür benutze ich ein 135mm/2.8 AIS, Abstand ca. 1,3m. Für Web-Anwendung ist die Qualität mehr als ausreichend, einen Scanner lege ich mir erst wieder zu, wenn der so gut ist, daß ich Negative damit in guter Qualität scannen kann. Oder auch nicht.

          Was das Buch betrifft, habe ich es auf die Liste gepackt; Nachwort vom alten weisen Lem; dann wird es wohl sehr gut oder ganz, ganz schlecht sein 🙂

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  4. Stony sagt:

    Ein wenig hadere ich nun, mit mir selbst und auch mit dir, pantoufle. Mit mir gleich mehrfach, mit dir so halb. Ein Bild, ein Satz, ein Versprechen. Uneingelöst. Ach, was bin ich auch so vorschnell, was erwarte(te) ich eigentlich? Die Antwort auf eine Frage, ausgerechnet einer der ich mich sonst vehement verweigere? Dummes Steinchen, dummes dummes Steinchen…

    Dabei gibt es doch keinen Grund zu ningeln! Viel gelernt, auch wenn ich einiges davon bald vergessen haben werde, weil ich keinen Grund habe es behalten zu wollen. Anderes hingegen ist ein Augenöffner. Die Sache mit dem Riegel z.B., die zum einen die uralte Frage löst, warum meine sonst so liebe Oma manchmal sehr rabiat werden konnte (ein hingebungsvoller ‘Riegel’, den Opa nicht für dreifuffzich bei Eisenkarl bekam); zum anderen ist das der dezente Arschtritt zum Verständnis meines Problems.

    Warum das halbe hadern mit dir? Weil du es – gewollt oder nicht – noch schaffst, daß ich mich Fragen zuwende die durchaus sinnvoll sind. Meine Güte, wo kommen wir denn da hin!?

    Oh, ganz nebenbei klärte sich für mich noch die Frage, warum hier, von der WortPress-igen Seite mal abgesehen, ‘Polemik’ und ‘Bildungsauftrag’ jeweils eigene Kategorien sind. Jaja, wenn’s flutscht, dann… *klonk*

    PS: Merci! Auch, oder vor allem, für das Photo – das ist vllt. noch lehrreicher als der Text, für mich. 🙂

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    • pantoufle sagt:

      Moin Stony

      Ich gebe es ja zu: Da hätte man noch viel mehr ins Detail gehen müssen; viel, viel mehr. Aber da geht es mir so wie meinem verehrten Vorbild, dem großen Meister der Abschweifung Harry Rowohlt, daß mir dann urplötzlich noch was anderes einfällt, wenn man dann gerade am fabulieren ist.
      Diese Unart – die ich an dieser Stelle einmal mit »persönlichem Stil« euphemisieren will – liegt mir nun einmal im Blute und hat den technisch großen Vorteil, die Geschichte an fast jeder Stelle abbrechen zu können. Wenn einen die Faulheit überkommt!
      Daß man dabei auf eine gewisse Vergeßlichkeit des Lesers vertrauen muß: Nun ja, keine Rosen ohne Döner.
      Und einigermaßen kompakt mußte ich den Plot schon halten, denn wie schon angedeutet, handelt es sich dabei um eine Werbebroschüre. Gaaanz unauffällig natürlich. Nur nebenbei. Ach, bemerkte ich eigentlich schon, wo man diese Wundersubstanzen käuflich erwerben kann? Nein? Na, wie Du schon so richtig anmerktest: Ein uneingelöstes Versprechen.
      Sollte aber Interesse an Fortsetzungen bestehen: Ich bin mit meinem Rundumschlag über Photoblogs noch lange nicht am Ende.

      Was nun das Bild betrifft, so will ich dem Verdacht vorbeugen, es würde sich um mich handeln. Nein, ehrlich: Es ist ein guter Freund. Ich sehe tatsächlich eher aus wie Gustav Landauer. Mit Bart; soviel sei verraten.

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      • Stony sagt:

        Moin Pantoufle,

        Vollstes Verständnis! Und ja, bitte weitermachen.

        Was das Bild angeht: ähem, wie du ausschaust weiß ich doch… 😛 Die Hilfe die es mir darstellt ist dergestalt, daß ich daran ‘Sehen’ lerne, was zum Teil meines Problems gehört und das uneingelöste Versprechen (so wie es sich in meiner Vorstellung formte) berührt: die Entstehung, abseits der technischen Parameter. An so Sachen wie Komposition arbeite ich mich voll Unbehagen heran, das ist für mich (noch) sehr mit gestellt aka gestelzt aufgeladen. Was nicht (immer) negativ sein muß, es ist nur halt nicht alles und einfache Antworten/Formeln/Vorgehensweisen gibt es da wohl nicht, wenn man die Gänze betrachtet. Nun, Photographie ist letztlich, denk ich mir so, wie jede andere Sprache: ein gewisses Maß kann man lernen, richtig interessant wird es aber erst, wenn man sie träumen kann, in ihr zu träumen vermag – und das lehrt einen niemand.

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      • Stony sagt:

        Nachtrag: …und das Können schließlich in eines umzusetzen weiß, mit dem sich Geschichten erzählen lassen. Dem ‘toten’ Abbild Leben einhauchen. Oder so.

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