Heimatlos

Anywhere I roam, where I lay my head is home. And the earth becomes my throne / Metallica

Die kleine Heimat sucht ihre Eltern! Sie können die Kleine am Würstchenstand der AFD oder der Bücherverbrennung der Identitären Bewegung abholen.
Auch die Wortpanscher der Altparteien bemühen sich um ein Sorgerecht für diesen Begriff. Es hat aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen gerade wieder Konjunktur. Aber aus der Ratlosigkeit über das Erstarken der Rechten klammert man sich an den kleinsten Strohhalm der Erklärung. Warum eigentlich? Niemandem ist es verboten, das Wort auf die Wahlplakate zu malen. »Heimat – darum MLPD!« »Heimat: Die Violetten!«
Geht doch!
Heimat: Das Ortsschild? Der beschaulich überschaubare Ort der Kindheit – man wird ja nie hundertprozentig erwachsen, trotz aller Kopfnüsse von Realität und Gegenwart. Heimat, der erstarrte, rückwärtsgewandte Blick ins Kinderparadies.

Der kurze Zeitraum vom 16. – 18. Jahrhundert zeigt die rechtliche Dimension, für das Heimat steht. Besaß ein Bürger eine Heimat, durfte er sich dort aufhalten und konnte auf ein Minimum an materieller Versorgung hoffen, gleichgültig ob in der Stadt oder auf dem Land. Er hatte in der Not Anspruch auf Armenpflege und ein Begräbnis. Die Heimat versorgte ihn bei Krankheit, Alter, Mittellosigkeit und nahm ihn auch bei seinem Tod gewissermaßen auf ewig in sich auf. Heimatrecht zu besitzen, sei es durch Geburt, Heirat oder Einkauf, war für diejenigen, denen man es zusprach, von juristischer und ökonomischer Relevanz.
Auf der Sollseite stand die Bedingung, daß sich der heimische den Gesetzen und Bräuchen dieser Heimat unterwarf und den damit verbundenen Pflichten nachkam.
Tagelöhner, Dienstboten, Wanderarbeiter, Bettler und Landstreicher hatten bis etwa ins 16. Jahrhundert kein Heimatrecht und konnten als Heim- und Besitzlose jederzeit vertrieben werden. Das änderte sich langsam mit Beginn der Reformation, die sich verstärkt für die Rechte der Armen und Besitzlosen einzusetzen begann. Durch die kirchlich institutionalisierte Armenpflege bekamen einige Wenige der bis dahin »Heimatlosen« sehr langsam so etwas wie ein Heimatrecht.

Der Begriff Heimat bekam eine andere Bedeutung mit Beginn der Industrialisierung Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Landflucht und Bildung des Proletariats verschob das Elend und die Armut des Landes in die Stadt. Heimat wurde Inbegriff des Gegenteils des städtischen Elends, ein überhöht positiv besetzter Begriff von Schönheit, Geborgenheit und Idylle, Heimat als Heim-Weg. Es bedurfte nur wenig mehr als einer Generation, um Heimat vom Geburtsort und der Kindheit abzukoppeln. Heimat ist nicht Nation; die höheren Werte und damit verbundene Machtstrukturen von »Nation« blieben anderen, sozial höhergestellten vorbehalten. Heimat: Das »kleine Glück«, es ist auch und gerade ein soziales Unterscheidungsmerkmal. Badevergnügen am Wannsee oder der Verschlag der Brieftauben auf dem Dach.
Flüchtlingsströme sind kein Merkmal des 21. Jahrhunderts, wie die Auswanderungswelle nach Amerika von Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts zeigt. Ob aus wirtschaftlicher Not, politischer Verfolgung oder als Folge von Juden-Pogromen. Es gab immer schon mehr als einen Grund, sich eine neue Heimat zu suchen. Eine andere, neue Heimat, ohne daß die alte deswegen einen emotionalen Tod sterben mußte. Little Italy in Manhattan, China-Town in New York oder die Tatsache, daß Deutschamerikaner die größte ethnische Bevölkerungsgruppe der USA darstellen. Man kann durchaus mehr als eine Heimat haben und nach 1945 100 Millionen CARE-Pakete nach Europa schicken, in die alte Heimat. Und das, obwohl es im Deutschen keine grammatikalische Form der Mehrzahl von Heimat gibt.
Nicht erst am Ende des 20. Jahrhundert internationalisiert sich der Begriff Heimat.

Im Schwäbischen sagt man »Der Älteste bekommt die Heimat« und manifestiert so, daß Heimat nichts anderes ist als die enge Verbindung zwischen Heimat und dem Haus, das einem gehört und in dem man lebt. In der Heimat werden Konflikte auf dem kurzen Dienstweg ausgetragen, mit dem Hausrecht.

»Ehe ich aus freiem Willen und mit klaren Sinnen aus dem Leben scheide, drängt es mich eine letzte Pflicht zu erfüllen: diesem wundervollen Lande Brasilien innig zu danken, das mir und meiner Arbeit so gute und gastliche Rast gegeben. Mit jede Tage habe ich dies Land mehr lieben gelernt und nirgends hätte ich mir mein Leben lieber vom Grunde aus neu aufgebaut, nachdem die Welt meiner eigenen Sprache für mich untergegangen ist und […] meine geistige Heimat Europa sich selber vernichtet. Aber nach dem sechzigsten Jahre bedürfte es besonderer Kräfte um noch einmal völlig neu zu beginnen. Und die meinen sind durch die […] langen Jahre heimatlosen Wanderns erschöpft. […].«

Stefan Zweig, aus seinem Abschiedsbrief vor seinem Freitod 1942

Die Bedeutungsgeschichte des Wortes Heimat ist jeweils in einen kulturgeschichtlichen Horizont der entsprechenden Zeit eingebunden. Wenn dieser zur Zeit darin besteht, das Ausgrenzende und Trennende zu betonen, was durchaus darin steckt, so gibt es nur die Möglichkeit, die Kultur zu ändern. Nicht den Begriff, denn der entzieht sich durch seine Emotionalität und Vielschichtigkeit solchen Manipulationen.
Jeder, der sich früher früher oder später auf die Suche nach seiner ganz persönlichen Heimat macht, wird eine Definition dafür weder auf einem Wahlplakat oder im Abendprogramm eines Fernsehsenders finden. Weder beim Musikantenstadl noch der Hitparade der Volksmusik – volkstümelnd ist nicht heimatlich, das ist weder verwandt noch verschwägert. Es mutet schon kurios an, wenn Parteien versuchen, dem Wort Heimat ihre eigen, ideologisch und parteipolitisch gefärbte Stempel aufzudrücken. Man sollte sich darauf gar nicht erst einlassen, es könnte eine Kettenreaktion nach sich ziehen.

Identitäres Kreuzworträtsel

 

Volk, Kultur, Gemeinschaft, Identität, Erbe: Es sind ja nicht allein Worte, die sie versuchen zu okkupieren, es ist eine ganze Wortkultur. Aus solchen Petrischalen der Grammatik lassen sich natürlich leicht (un)Sätze wie »meine Ehre heißt Treue« zusammenbrauen. Ob es mit dem Hinweis, daß »Treue« in diesem Fall ausschließlich für gehirn- und gewissenlosen Kadavergehorsam steht, getan ist, sei da dahingestellt (beziehungsweise ändert erwiesenermaßen gar nichts). Nichts anderes aber geschieht im Moment mit dem Begriff »Heimat«.

»Das „Dritte Reich“ hat die wenigsten Worte seiner Sprache selbstschöpferisch geprägt, vielleicht, wahrscheinlich sogar, überhaupt keines. Die nazistische Sprache weist in vielem auf das Ausland zurück, übernimmt das meiste andere von vorhitlerischen Deutschen. Aber sie ändert Wortwerte und Worthäufigkeiten, sie macht zum Allgemeingut, was früher einem Einzelnen oder einer winzigen Gruppe gehörte, sie beschlagnahmt für die Partei, was früher Allgemeingut war, und in alledem durchtränkt sie Worte und Wortgruppen und Satzformen mit ihrem Gift, macht sie die Sprache ihrem fürchterlichen System dienstbar, gewinnt sie an der Sprache ihr stärkstes, ihr öffentlichstes und geheimstes Werbemittel.«

Victor Klemperer, Lingua Tertii Imperii

Daran gemessen, erweist sich der Kampf um die Deutungshoheit des Begriffes Heimat als weniger als ein Rückzugsgefecht.

Die Dame von Welt hat sich dem Thema von einer anderen Seite genähert und kommt zu einem Fazit, dem ich mich so nicht anschließen kann:

»Es war und ist ein großer Fehler der Demokraten und Linken in Deutschland, Heimat für einen reaktionären Begriff zu halten und seine Gestaltung den alten und neuen Nazis zu überlassen. Das darf nicht so bleiben.«

Nicht den Begriff hielten sie für reaktionär, sondern das Umfeld, in dem er gern und häufig fiel. Und das hat sie auch nicht davon abgehalten, sich in diesen Niederungen zu bewegen. Sei es ein öffentlicher Auftritt auf dem Oktoberfest, der Trachtenversammlung eines Vertriebenenverbandes oder beim Begräbnis eines Nazi-Generals. »Heimat« ist der Nachbar von Volkstümlichkeit, und da sind dem Mißbrauch Tyr und Thor geöffnet. Um Einwänden zuvorzukommen: Die Linke hat ihre eigenen Trachtengruppen, die auch irgendwo Heimat fanden!

Es stimmt in dieser Form nicht, daß »Demokraten und Linken in Deutschland, Heimat für einen reaktionären Begriff« hielten. Ein Lübecker Jungsozialist namens Herbert Fram, der die Nazizeit in Oslo oder Barcelona überlebte, hatte wohl nur ein anderes Verhältnis dazu als F.J. Strauss oder Adenauer. Und politisch-weltanschaulichen Streit genau über diesen Heimatbegriff gab es nicht nur in Verbindung mit den sogenannten Vertriebenenverbänden, deren Heimatverständnis die Ostpolitik jahrzehntelang blockierte. Das war die reaktionäre Lesart des Begriffes Heimat.

»Das darf nicht so bleiben«? Warum eigentlich nicht. Heimat: Da schwingt im Verborgenen auch ein klein wenig Heroisierung mit, ein Verdienst und Heldenkult. Das ist eine gefährliche Komponente! Die Heimat gegen irgend etwas verteidigen zu müssen. »Russische Panzerspitzen«, die Horden aus dem Osten oder aus Syrien – letztlich das Gleiche. Volkstrauertag. Nicht umsonst beginnt Victor Klemperer seine Untersuchung zur Lingua Tertii Imperii anstelle eines Vorwortes mit dem Kapitel »Heroismus«.

Dieser Diskussion sollte man sich unter allen Umständen entziehen. Sie führt in die vollkommen falsche Richtung und ist gesellschaftlich nicht vermittelbar. Oder ist jemandem ein Sachse bekannt, der schon mal eine vollverschleierte Frau auf der Straße traf?

»Die Behauptung, dass nur Moskau eine Untergrundbahn habe, ist nur so lange eine Lüge, als die Bolschewisten nicht die Macht haben, alle anderen Untergrundbahnen zu zerstören«

Hannah Arendt

»Die Faszination«, schreibt Arendt, »lag nicht einfach in Stalins und Hitlers Meisterschaft in der Kunst des Lügens, sondern in der Tatsache, dass sie es vermochten, die Massen so zu organisieren, dass ihre Lügen sich in Wirklichkeit umsetzten.«

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10 Kommentare zu Heimatlos

  1. Da hamSe mich aber mißverstanden.

    Was der Begriff Heimat beinhaltet, wird sehr unterschiedlich definiert (häufig wird vor allem gefühlt): als Ort, Kultur, Sprache, als Vergangenheit/Verlust, als Zugehörigkeit zu einer Gruppe, als Utopie oder eben in der Ehre-Treue-Heimat-Liga, auf die Sie abheben. Heimat ist nicht nur der Ort, wo schon Omma ihren Apfelkuchen gebacken hat und ich weiß, wo die Pilze zu finden sind oder wo es die beste Margarita der Stadt gibt, sondern da, wo ich klarkomme. Weil ich Rechte habe.

    Mir wichtig ist das individuelle Recht auf einen Rechtsraum, der erst den örtlichen und gesellschaftlichen Raum garantiert, in dem jedes Individuum so sein darf, wie es ist und nicht ständig existentiell hinterfragt wird oder von irgendeiner Form von Ausbürgerung bedroht ist.

    Anders formuliert: das Recht, Rechte zu haben. Für mich fragwürdig ist, daß besagtes Recht auf Rechte nur von Nationalstaaten garantiert wird. Statt als Weltbürgerrecht.

    Es darf nicht so bleiben, daß Demokraten und Linke vorauseilend vor den Revisionismen der 13% AfD-Wähler und -Politiker einknicken und deren Heimat-Ehre-Nation-Blut-Boden-Leitkultur-Ideen (auch in Form vehementer Ablehnung) übernehmen. Und daß Politiker fast aller Parteien derzeit ein Rattenrennen um die am meisten ausgrenzende Politik veranstalten – um die AfD-Wähler in der Mitte (dem scheuen Reh) zurück zu gewinnen und um eine farbenfrohe Koalition (atmende Decke °_O) zu bilden, die keine 2 Jahre überdauern wird .

    Viel wichtiger: das selbstbewußte Vertreten der linken Utopie schlechthin: universal gültige, unteilbare, unveräußerliche Menschenrechte. Wo dann wer Apfelkuchen backt, findet sich.

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    • Pantoufle sagt:

      Moin Dame

      »…vorauseilend vor den Revisionismen der 13% AfD-Wähler und -Politiker einknicken und deren Heimat-Ehre-Nation-Blut-Boden-Leitkultur-Ideen…«

      Das ist wohl das Missverständnis: Mit Heimat hat all das eben gar nichts zu tun. »sie beschlagnahmt für die Partei, was früher Allgemeingut war«, um noch mal Klemperer zu zitieren. Das ist bereits einen Schritt weiter. Wenn ich mich auf eine Diskussion darüber einlassen würde, ginge es um deren Weltanschauung. Es gibt bei Blut und Boden aber nichts zu zu reden – wenn ich es tue, würde ich den Eindruck erwecken, daß es sich um eine diskussionswürdige Anschauung handelt. Ich diskutiere doch auch nicht ernsthaft mit einem Internet-Troll.

      Ob die Koalition der atmenden Decke nicht länger als zwei Jahre hält, bleibt abzuwarten. Daß das Ergebnis furchtbar sein wird und der Rechten ungeahnten Auftrieb geben wird ist noch die andere Sache. Dann hat sich die Geschichte mit einer linken Utopie erledigt. Wobei ich die gar nicht links nennen würde, sondern eher als intelligente und humanitäre Alternative umschreibe würde. Und die ist leider alles andere als selbstbewußt.

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      • Nö, das war das Mißverständnis nicht.

        Selbstverständlich gibt es bei Blut und Boden nichts zu reden (außer ‚Halt’s Maul, sonst Beule‘ o.ä.)
        Das versuche ich ja die ganze Zeit zu vermitteln. Während es über Heimat und das Recht auf Rechte, das erst die Voraussetzung für Heimat schafft, eine Menge zu reden gäbe.

        Erinnern Sie sich an den Artikel von Deniz Yücel, den ich neulich mal verlinkt habe? Sie verhalten sich mit Heimat ein bißchen ähnlich wie die antirassistischen Aktivist*innen mit „Neger“: Sag das Wort nicht! Sag das Wort nicht!

        Angesichts Ihres überschäumenden Optimismus –
        Daß das Ergebnis furchtbar sein wird und der Rechten ungeahnten Auftrieb geben wird ist noch die andere Sache. Dann hat sich die Geschichte mit einer linken Utopie erledigt
        – überrascht mich das aber auch nicht allzu sehr^^

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  2. Pjotr56 sagt:

    Moin Pantoufle,
    wieso heimatlos? Das Thema ist doch seit einigen Tagen geklärt 😉
    Steinmeiers Neue Heimat
    Weiterlesen:
    http://www.rationalgalerie.de/home/steinmeiers-neue-heimat.html

    Moin Dame v. W.,
    den Satz „Viel wichtiger: das selbstbewußte Vertreten der linken Utopie schlechthin: universal gültige, unteilbare, unveräußerliche Menschenrechte“ möchte ich noch um das UN-Völkerrecht ergänzen, dann ist mensch im Grunde argumentativ nicht mehr zu widerlegen – nur Idioten und rschlchr versuchen es laufend und das ist unser Problem.

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    • Pantoufle sagt:

      Moin Pjotr56

      Da gibt es ein paar Teile in dem Text, die mir nicht gefallen.

      »Die grausige verbale Nähe zum „Thüringer Heimatschutz“, dem Geburtshelfer des NSU, muss den USA-Schützern nicht auffallen, bei Steinmeier ist der Blick auf solche Ähnlichkeiten durch eine stattliche Apanage und durch einen luxuriösen Dienstsitz verstellt.«

      Es ist eine Sache, ob sich eine kriminelle Vereinigung »Thüringer Heimatschutz« nennt oder ob man das in die Nähe des Begriffs »Heimat« bringt. Man tut sich keinen Gefallen, wenn man es macht. Die Existenz der Cosa Nostra als »ehrenwerte Gesellschaft« diskreditiert ja auch nicht den Begriff »ehrenwert«. Sie karikiert ihn bestenfalls. Und genau da treffen sich Steinmeier und der Heimatschutz: Kabarettistenfutter!

      Via HoGeSatzbau

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    • Das UN-Völkerrecht ist Weiterentwicklung und Ausformulierung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

      Aber: Idioten und rschlchr versuchen … laufend, die UNO zu schwächen, u.a. in Form nicht bezahlter Gelder. UNHCR und WFP mußten kürzlich die Essensrationen für eine knappe halbe Million heimatlose Menschen in Dadaab (Kenia) um ein Drittel kürzen. Weil das für den Weiterbetrieb in den nächsten 6 Monate nötige Geld (24 Millionen Euro) nicht bezahlt worden war. Für deutschsprachige Medien hatte das so gut wie keinen Nachrichtenwert. Ich bezweifele auch, daß man in Dadaab von im Grunde unwiderlegbaren Argumenten satt wird.

      UNHCR/WFP mußten 2015 schon einmal Essensrationen kürzen. Die Folge wurde bei uns als „Flüchtlingskrise“ oder „Umvolkung“ bekannt.

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  3. DasKleineTeilchen sagt:

    home is where the heart is, right?

    ach du scheisse; jetzt seh ich das erst:

    „Der Name geht auf die Zeit des Nationalsozialismus zurück: die im Mai 1933 enteigneten gewerkschaftseigenen Wohnungsunternehmen wurden der Deutschen Arbeitsfront (DAF) unterstellt, und diese benannte 1939 die einzelnen Firmen in Neue Heimat um. So firmierte beispielsweise die 1926 vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB) gegründete Gemeinnützige Kleinwohnungsbaugesellschaft Groß-Hamburg (GKB) als Neue Heimat Hamburg (NHH).“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Heimat

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    • Pantoufle sagt:

      Google doch mal nach dem Wort »Misch-Ehe«. Ich gehöre sicherlich nicht zu den Sprachpuristen, aber bei dem Wort läuft es mir jedes Mal kalt den Rücken runter. Es scheint aber ein gängiger Begriff zu sein. Nicht belastet – war wohl nur ein Mitläufer.

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  4. waswegmuss sagt:

    Ich muss da mal den Spottdichter meiner neuen Wahlheimat zitieren:
    „Unter einem Frankfurter ist nicht allein der zu verstehen, welcher in Frankfurt geboren und erzogen ist, oder gar nur der, welcher als echtes Vollblut den Stammbaum seiner Frankfurter Familie (…) auf viele Generationen zurückführen kann. Nein, ein Frankfurter ist auch der, welcher unter uns wohnt und weilt, sich in unserer Verhältnisse, in unsere Denkungsart und Gefühlsweise hinein gelebt hat und zu Frankfurt stehen will in Freud und Leid. (…) Wenn sich Frankfurt seinen alten Bürgersinn erhalten will, so heißt das noch lange nicht, Frankfurt mit einer chinesischen Mauer umgeben und frischem Leben Zutritt zu verschließen“ [Friedrich Stoltze, 1879].

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    • Pantoufle sagt:

      Das ist wohl der entscheidende Punkt daran. Schade, daß er sich die letzten 140 Jahre noch nicht herumgesprochen hat.
      Und ganz nebenbei war die chinesische Mauer wenigstens eine Kulturleistung. Im Gegensatz zum Thüringer Heimatschutz.

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