Gedicht am Dienstag (22)

Dann doch noch. Man ist beschäftigt! Deswegen müssen Gedichte gelegentlich warten. Oder man hat keine Lust. Kind 4 hat verkündet, sofort und für die ferne Zukunft kein Gemüse mehr zu essen. Und schon gar kein grünes. Was könnten ihm die Früchte des Feldes geben, was nicht in Chicken-Nuggets, Salami-Pizza oder Fisch-Stäbchen im Überfluß bereits vorhanden wäre. Vitamine wären seine Sache nicht – die schmecken scheiße und verderben das schönste Essen.
So!
Kind 1 war in seiner Jugend und ist konsequenterweise bis heute tomatenscheu. Die schmecken auch scheiße – Tomatenmoleküle auf Pizza oder in untergeordneter, unsichtbarer Funktion sind ok. Nachdem er von seinem unbarmherzigen Vater gezwungen wurde, Trüffel auf Pasta zu probieren, schob sich seine Toleranzschwelle gegenüber unbekannten Nahrungsmitteln unverhofft weit nach oben – er beginnt, Unterschiede bei Rotweinen wahrzunehmen. Die von Aldi sind scheiße, Pantoufles geliebter Sirica sehr ok, die flüssige Zufriedenheit Taurasi von Feudi di San Gregorio sei aber nicht so gut wie der mittelmäßige Primitivo aus dem gleichen Gestüt. Das – lieber Sohn – ist erstens eine Unverschämtheit, zweitens falsch und drittens hat er es wenigstens probiert. Auch wenn es mit dem Urteil noch hapert. Aber irgendwann wird er schon Vaters Freude an brutal schweren italienischen Rotweinen teilen. Oder auch nicht: Dann bleibt mehr für mich. Auch ok. Weißweine sind nicht so sein Ding – die Buddel von Wegeler nimmt also ohne Umwege den Weg in meine Werkstatt.

Abendgebet einer erkälteten Negerin

Ich suche Sternengefunkel.
All mein Karbunkel
Brennt Sonne dunkel.
Sonne drohet mit Stich.

Warum brennt mich die Sonne im Zorn?
Warum brennt sie gerade mich?
Warum nicht Korn?

Ich folge weißen Mannes Spur.
Der Mann war weiß und roch so gut.
Mir ist in meiner Muschelschnur
So negligé zu Mut.

Kam in mein Wigwam
Weit übers Meer,
Seit er zurückschwamm,
Das Wigwam
Blieb leer.

Drüben am Walde
Kängt ein Guruh – –

Warte nur balde
Kängurst auch du.

Joachim Ringelnatz

Nach aktueller Weltlage müßte ja streng genommen Aufrüttelndes geboten werden. Das mache ich aber nicht. Aus einem einfachen Grunde: Es gibt auch noch das Leben, die Brut, den Wein und den Spaß, eine schöne Geschichte zu lesen. Oder ein lustiges Gedicht (ist jemandem die beißende Gesellschaftskritik aufgefallen, die im Titel des ersten Gedichtes steckt? Nein?… hmmm…)

Nacht ohne Dach

Nacht ohne Dach. – Nacht mit Lichtern. –
Café-Garten am Rande der Stadt, –
Wo jeder Gegenstand die Seele von Dichtern
Oder versöhnende Hilflosigkeit hat.

Und Menschen kommen und gehen.
Und es lügt ein Getu und Getön.
Aber Tischtücherzipfel wehen,
Und das ist schön!

Und dann ist auch schön: ein Paar
Verliebter Jugend. –
Nacht ohne Dach …
Erinnerung, rufe nicht wach,
Wie schlimm eine Nacht ohne Dach
Einst für mich war.

Joachim Ringelnatz

Pantoufle weiß sehr genau, wovon Kuddeldaddeldu spricht. Ganz genau. Jetzt macht man das ja eher freiwillig. Mit dem Motorrad und ausgesucht schlechtem Wetter. Erstens dem Training wegen, zweitens wegen dem Lerneffekt, für den man dem ADAC viel Geld ins gefräßige Maul stecken muß und dann natürlich wegen dem Heldenthum. Wahrscheinlich am meisten. Kinder, war das kalt! Die Karre sieht aus wie aus dem Salzsee von Utah gezogen, läuft aber wie neu. Mit dem Schlafsack. Wie bescheuert muß man eigentlich sein? Zitternd lustige Kneipen am Wegesrand; gegen Erschöpfung und Zweifel an der geistigen Gesundheit hilft der Alkohol.

Hafenkneipe

In der Kneipe ‘Zum Südwester’
Sitzt der Bruder mit der Schwester
Hand in Hand.

Zwar der Bruder ist kein Bruder,
Doch die Schwester ist ein Luder
Und das braune Mädchen stammt aus Feuerland.

In der Kneipe ‘Zum Südwester’
Ballt sich manchmal eine Hand,
Knallt ein Möbel an die Wand.

Doch in jener selben Schenke
Schäumt um einfache Getränke
Schwer erkämpftes Seemannsglück.

Die Matrosen kommen, gehen.
Alles lebt vom Wiedersehen.
Ein gegangener Gast sehnt sich zurück.

Durch die Fensterscheibe aber träumt ein Schatten
Derer, die dort einmal
Oder keinmal
Abenteuerliche Freude hatten.

Joachim Ringelnatz

Meine Uhr ist stehengeblieben. Jetzt gerade fällt es mir auf. Von Außen ist sie hölzern, von innen messingsch mit zum Aufziehen. Die halbe Stunde Stunde kündet sie mit Knarren, die Volle mit wohlklingendem Glockenschlag. Meschingsschlag. Ihren Dienst versieht sie von Freitag bis Mittwoch. Dann muß sie wieder aufgezogen werden, der Trümmer. Wenn man ganz leise ist und das Rauschen des Lüfters vom Rechner ausblendet, hört man sie schlagen. Sie ist das Herz meiner Werkstatt. Zwar hat sie mir nichts zu erzählen, das mich interessiert, aber sie mahnt die fließenden Sekunden, holt Luft – es klingt, als wenn jemand an der Türe ist – und dann schlägt sie unbarmherzig ihre Botschaft. Manchmal, wenn sie stehengeblieben ist, muß man sie nach dem Aufziehen etwas anstubsen. Dem Pendel wegen, damit es sich bewegt. Dann geht sie sehr genau. Aber nur, wenn es pendelt. Man kann auch die Klappe hinten aufmachen, um das Pendel zu sehen… tiefe Höhlung, verstorbener Mutter Diamantring ist dort gut verborgen und das viele Geld, das ich am Finanzamt vorbeimogele. Bin ich Schwarzer?

Meine alte Schiffsuhr.

In meinem Zimmer hängt eine runde,
Alte, achteckige Segelschiffsuhr.
Sie schlägt weder Glasen noch Stunde,
Sie schlägt, wie sie will, und auch nur,

Wann sie will. Die Uhrmacher gaben
Sie alle ratlos mir zurück;
Sie wollten mit solchem Teufelsstück
Gar nichts zu tun haben.

Und gehe sie, wie sie wolle,
Ich freue mich, weil sie noch lebt.
Nur schade, daß nie eine tolle
Dünung sie senkt oder hebt

Oder schüttert. Nein, sie hängt sicher
Geborgen. Doch in ihr kreist
Ein ruhelos wunderlicher
Freibeuter-Klabautergeist.

Nachts, wenn ich still vor ihr hocke,
Dann höre ich mehr als Ticktack.
Dann klingt was wie Nebelglocke
Und ferner Hundswachenschnack.

Und manche Zeit versäume
Ich vor der spukenden, unkenden Uhr,
Indem ich davon träume,
Wie ich mit ihr nach Westindien fuhr.

Joachim Ringelnatz

Nun läuft sie wieder. Ich habe sie gerade aufgezogen, obwohl es erst Dienstag ist. Nur keine festen Gewohnheiten – dann finden sie Dich! Die Katze© »Frieda« hat feste Gewohnheiten, die sie temporär wechselt. Also halbfeste Gewohnheiten. Im Moment, wo es so kalt draußen ist, liegt sie oben auf dem Flur und stinkt wie die Pest. Katzen sind reinlich und geruchsarm? Diese jedenfalls nicht. Wie der Kragen von Urgroßtante Emilies Mantel hängt sie mit Tierpräparatoraugen neben ihrem Klo und lauscht ihrer Verdauung. Nachdem sie sich ca. viereinhalb Kilo stinkende Nahrung mit Gewalt in ihren Balg gepresst hat, liegt sie dort und wartet, daß es wieder aus ihr hinausläuft. Eine biblisch wundersame Vermehrung sorgt dafür, daß diese Masse, die sie scheißt, ersten noch mehr und zweitens noch stinkender ist als das Ausgangsprodukt. Dabei wird sie zudem auch noch fetter. Thermodynamik – wo ist Dein Stachel?

Schöne Frauen mit schönen Katzen

Schöne Fraun und Katzen pflegen
Häufig Freundschaft, wenn sie gleich sind,
Weil sie weich sind
Und mit Grazie sich bewegen.

Weil sie leise sich verstehen,
Weil sie selber leise gehen,
Alles Plumpe oder Laute
Fliehen und als wohlgebaute
Wesen stets ein schönes Bild sind.

Unter sich sind sie Vertraute,
Sie, die sonst unzähmbar wild sind.

Fell wie Samt und Haar wie Seide.
Allverwöhnt. – Man meint, daß beide
Sich nach nichts, als danach sehnen,
Sich auf Sofas schön zu dehnen.

Schöne Fraun mit schönen Katzen,
Wem von ihnen man dann schmeichelt,
Wen von ihnen man gar streichelt,
Stets riskiert man, daß sie kratzen.

Denn sie haben meistens Mucken,
Die zuletzt uns andre jucken.
Weiß man recht, ob sie im Hellen
Echt sind oder sich verstellen?

Weiß man, wenn sie tief sich ducken,
Ob das nicht zum Sprung geschieht?
Aber abends, nachts, im Dunkeln,
Wenn dann ihre Augen funkeln,
Weiß man alles oder flieht
Vor den Funken, die sie stieben.

Doch man soll nicht Fraun, die ihre
Schönen Katzen wirklich lieben,
Menschen überhaupt, die Tiere
Lieben, dieserhalb verdammen.

Sind Verliebte auch wie Flammen,
Zu- und ineinander passend,
Alles Fremde aber hassend.

Ob sie anders oder so sind,
Ob sie männlich, feminin sind,
Ob sie traurig oder froh sind,
Aus Madrid oder Berlin sind,
Ob sie schwarz, ob gelb, ob grau, –

Auch wer weder Katz noch Frau
Schätzt, wird Katzen gern mit Frauen,
Wenn sie beide schön sind, schauen.

Doch begegnen Ringelnatzen
Häßlich alte Fraun mit Katzen,
Geht er schnell drei Schritt zurück.
Denn er sagt: Das bringt kein Glück.

Joachim Ringelnatz

Die Uhr glöckt. 21:36. Fast richtig! Den Rest mach ich mal eben… mechanisch. Schlägt, schlägt. Das herschwingen ist einen kleinen Ton höher als zurück. Zusammen ein Rhytmus. Und fast richtig.

0
Dieser Beitrag wurde unter Bildungsauftrag abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

0 Kommentare zu Gedicht am Dienstag (22)

  1. Stony sagt:

    Zum Ersten: Beschwöre er nicht die Dämonen herauf! Wenn erst die Sprachgestörten (gänzlich unelegant um den viel”gerühmten” Godwin herumgeschifft)(<- hihi) sich, von Efraimstochter ablassend, auf den Hansi stürzen, ist's um Abendland geschehn! Man stelle sich das vor: durchgegendert und der PC & CW zum Fraße vorgeworfen … ich mag nicht mehr. Schneidet mir die Zunge mit glühenden Eisen, spült mein lästerliches Maul mit Säure und blendet meine frevlerischen Augen für dies Bild!

    ***

    Zum Zweiten: So schön und wahr. Punkt!

    Die Erinnerung an 19 Stunden Kälte-Nässe-Brand und die Arschlöcher denen ich es verdankte – geschissen sei auf euch ihr Helden! genug…

    ***

    Der Rest ist seelige Erinnerung an Großvater numero tre, der mit sonorem Bass, leuchtenden Augen und Habichtartiger Mimik die Schöpfungen des Dichters rezitierte, dem Wohlgefallen des einzigen Enkels und der eigenen Lebenslust willen. Beim Letzten kam der ganze Körper elegant zum Einsatz…

    Hab Dank! 😀

    0

    • pantoufle sagt:

      Nach diesen Dämonen fiebert es mich geradezu: Ich hatte hier mal so eine… sie war aber ganz klein und weitgehend harmlos. In ihren linksdrehenden Bastschuhen wies sie mich darauf hin, daß nur auf ihrem Blog auf die Gefahren von Teelichtern und deren immense Umweltbelastung hingewiesen werde… oder so… Hauptberuflich und existentiell Mutter, betroffene Adjektive wie Flöhe auf einem Hund, Babystulpen selbstgestrickt und die kühne Behauptung auf den Lippen, Ottfried Preußler hätte freiwillig… Nun ja: Wir wissen, daß dies so nicht den Tatsachen entspricht.

      Unvergessene Worte wie: »Je weniger Worte und Taten (hängt für mich auch eng zusammen) andere Menschen und deren Familien verletzen um so schneller befinden wir uns in einer Welt, die “Eingriffe in das Werk eines Autors” unnötig machen.«
      Das sind Gedanken, die mich beflügeln. Damals ist mir zum ersten Male in aller Konsequenz klar geworden, daß wir überhaupt keine staatlichen Zensoren brauchen! Die machen das selber! Wie ihre Babystulpen! Und der selben Qualifikation! Amputation als lustvolle Erfahrung.

      Öhm… ich wollte mich ja eigentlich nicht mehr aufregen.

      0

      • Stony sagt:

        Wie … makaber! o.O

        Wären solche Menschen konsequent, würden sie wohl Jaina-Sisters, dann hätten wir Ruhe und die “Probleme” würden sich durch Verhungern selbst aus der Welt schaffen. So aber merken sie nicht einmal, daß sie “Feuer mit Feuer” bekämpfen, was bei Waldbränden durchaus eine gute Wahl sein kann, bezogen auf die Menschheit als soziales Irgendwas… ach, lassen wir das. Mit solchen Fundamentalisten ist nicht zu diskutieren, Argumenten sind sie nicht zugänglich (man könnte ja im Unrecht sein) und andere Meinungen fassen sie auch gerne als “Vergewaltigung” der eigenen zarten Seele auf.

        Bei Preußler hab ich scheinbar etwas nicht mitbekommen, ich bin bei Pippilotta ein- und sogleich auch wieder ausgestiegen, kopfschüttelnd, so viel Tische kann ich mir nicht leisten wie ich durchbeißen wollen würde. Grad mal gesucht: aha, “Die kleine Hexe” also, man werfe den ‘pösen Purchen zu Pothen!’ omg! -.-

        0

      • Stony sagt:

        Nachtrag, falls dir dies entgangen sein sollte: Solchen Leuten zuzuschauen ist durchaus unterhaltsam, wenn sie eines können dann Zerfleischung, leider keine Selbst-Zer-/oder-Ent-Fleischung. 😀

        0

  2. Dem habe ich hinzu zu fügen (schreibtman das zu sammen ?)

    1. Meinereiner Kind 1 hatte mit 16 eine Glaubenskrise, als sie – langjährig schon vegetarisch sich ernährend – von ihrem ebenso vegetarischen Maximilian den Laufpass bekam, als der Veganer wurde: Er konnte sie nicht mehr küssen, weil sie ja noch Käse konsumierte …

    2. Müde in Berlin:

    Wenn die Gedanken sich zerstreut
    Aus dir entfernen,
    So, dass kein schönes Bein dich freut,
    Und eine trübe Feuchtigkeit
    Hängt über dir, unter den Sternen, –
    Wo willst du hin um solche Zeit?

    Schön ist zum Beispiel die Peltzer-Bar.
    Aber müde Menschen sind undankbar.

    Geh heim und lege dich zur Ruh.
    Du findest doch die Worte nicht,
    Wenn jemand freundlich zu dir spricht.
    Denn du bist du
    Und kannst dir selber nicht entfliehen.

    Leg dich in deine Hände.
    Dann schäumt das schillernde Berlin
    Um deine ernsten Wände. –
    Dein Schiff wird in die Ferne ziehen.

    0

    • pantoufle sagt:

      Ja, schreibt man zusammen. Jedenfalls nach meinem Libre-Office-Plugin »1901« (sehr empfehlenswert – lang lebe die Ligatur!). Nach meinem Sprachgefühl schreibt und spricht man es auch zusammen. Das ist aber ein schlechter Anhaltspunkt; am Ende schreibst Du noch solche Quadratsätze wie ich sind des Teufels!
      Irgend ein Grammer-Nazi findet sich sowieso, der darauf fiebert, Dich in der Luft zu zerreißen. Wenigstens darauf ist Verlaß!
      LG

      0

  3. Stony sagt:

    völlig OT:

    Ich “tue” mir die Kommentare Beim Spiegelfechter, aus Gründen, in letzter Zeit immer weniger an. Heute morgen war mir langweilig und ein Buch mochte ich nicht zur Hand nehmen. So folgte ich denn der Diskussion zur Schwarzer-Glosse und war von einer fast schon morbiden Faszination gefangen. Wie der Troll, dessen Name nicht gesagt werden muß, sich da mehr und mehr seiner “Schalen” entledigt und seine immer kruder werdenden Ansichten vorbringt. Zum Teil befeuert, zum Teil belächelt, mehr oder minder höflich dekonstruiert wird er da. Die Frage ist ja statthaft, ob es so einen Menschen wirklich geben kann, bei all den Widersprüchen und “offensichtlichen” Dummheiten die er so ausposaunt. Gleichwohl trägt allein die Frage ihre Antwort schon in sich und so leite ich zu einem anderen Bilde über: könnte es nicht sein, daß da eine Person, oder besser noch eine kleine ‘Horde’, möglicherweise ständig kiffend, ein lustiges Experiment vollzieht? “Laß mal überlegen wie wir DIE immer weiter verarschen und auf die Palme bringen können. Hier ich hab da noch einen: Brecht & Stalin, kommt bestimmt gut!” Schallendes Gelächter und Warten auf die Reaktionen. Oder vllt. auch ganz ernsthaft, im Sinne von: “Laß mal schaun welche Schalter man drücken muß/kann und wie die Reaktionen ausfallen.

    Seltsam faszinierend war das, doch. Aber auch einige äußerst komische Momente gab es da, Kommentare die mich lachen ließen. Auch wenn mir deine spezifischen Intentionen diesbezüglich nicht gänzlich klar sind, so kann ich doch ein allgm. Interesse an solchen Vorgängen nicht leugnen.

    0

  4. pantoufle sagt:

    Moin Stony

    Ja, der Troll »Herr Karl«… Auf die Idee mit den Kiffern bin ich auch schon gekommen, wenn die verwendeten Drogen allerdings nicht unbedingt Lachgras gewesen wären. Eher Klebstoff und Verdünner.
    Die Vorstellung ist wenigstens theoretisch möglich. Allerdings übergeht sie die kriminelle Energie, mit der dieser Blockwart agiert. Seine Kommentare beim Spiegelfechter: Harmlos, geschuldet der Tatsache, daß Karl auf praktisch jedem Blog mittlerweile Hausverbot hat. Zur Ordnung gerufen, kriecht Karl beim Spiegelfechter dann für 30 Sekunden, leckt brav den letzten Tropfen Speichel vom Parkett und das Spiel beginnt von Neuem.
    Was er aber auf seinem Blog treibt – speziell auf der nunmehr gelöschten Fassung – war justiziabel. Als sein Klarname auftauchte, war diese Verleumdungs – und Denunziantenbude innerhalb von Stunden verschwunden. Jetzt holt er wieder Luft und schließt langsam dort an, wo er damals mit panischem Schrecken aufhörte.

    Meine Intension ist eigentlich nur ein lustiger Kleinkrieg – lustig in sofern, als daß Schießen auf Karl die Übung bedeutet, eine 12t schwere Tontaube aus Schrittdistanz zu erlegen. Nicht lustig allerdings, sieht man sich sein Stalken und seinen unbedingten Willen zur Verleumdung an. Das ist einfach nur krank, ein Soziopath. Seine »Weltanschauung« spielt dabei keinerlei Rolle – sie ist austauschbar wie das Eßbesteck. Er ist der klassische SA-Mann: Wer ihn füttert, ihm eine Uniform (im weitesten Sinne) gibt und ihm das Ausleben seiner niedrigsten Instinkte ermöglicht, dem folgt er bedingungslos. Wer fragt da nach Philosophie?
    Er ist sich nicht zu blöde, Gott, die evangelische Kirche und die SPD als Garanten anzugeben – es ist diese Verlogenheit, die im Netz z.T. auch noch wohlwollend kommentiert wird. Das gibt mir zu denken, da werde ich nervös, wie man unter dem Deckmantel von Meinungsfreiheit jede noch so faschistoide Idee erst einmal in epischer Breite darlegen kann. Es ist dieser Mangel an Instinkt, der allerorts spürbar ist – nicht nur im Fall von Karl. Mit welchem Waffelbruch an Ideen kommt man denn sonst noch durch, ab welchem Mangel an Substanz wird der Mensch mißtrauisch? (oder warum wird AFD und FDP ins Europaparlament gewählt – warum sitzt die NPD in einigen Landtagen?)

    Seltsam faszinierend – ja, das auch. Siehst Du, was er gerade mit Frau Lehmann anstellt? Der Mob tobt sich ungebremst aus. Kiffer? Ich glaube nicht.

    0

  5. Stony sagt:

    Als kleine “Entschuldigung” meiner geradezu naiven Faszination mag der Verweis dienen, daß ich die Type kurz nach seinem Rauswurf beim Feynsinnigen aus den Augen verlor. Zu dem Zeitpunkt hatte er sich imo, soweit es die angesprochenen Blogs betraf, “nur” darüber aufgeregt, das man seinen wunderschöne Heimat (durchaus zu Recht!) als Hort gewerbsmäßiger Krimineller beschrieb [die Geschichte mit dem verknackten Ex-Banker der ausgepackt hatte war das damals, iirc] und sein unreflektiertes “Linken”-bashing auseinander nahm (‘Linke’ in “” weil der Kerl nicht mal ansatzweise versteht, was das ist, auch wenn er sich selbst ‘linksliberal’ nennt <- welch Witz! unfaßbar).
    Was in seinem ersten Blog ('Flatter watch' oder wie das hieß?) so stand, war anfangs ja recht harmlos, wenn auch peinlich dumm – beleidigte Leberwurst wäre da eine höfliche Beschreibung, so wandte ich mich ab, Irrelevant.
    Danach nahm ich nur noch hier und da kleinere Texte oder Kommentare wahr, die direkt oder anlehnend mit ihm zu tun hatten/haben. Merci für's verlinken beim SF, jetzt kann ich mich mal in Sch**** suhlen, so ich mag!^^

    Mein Gedankenspiel können wir zu den Akten legen; nachdem ich was heut noch so abging gelesen habe, scheinen mir Klebstoff und Terpentin kaum ausreichend.
    Ja Frau Lehmann (die ich in höchsten Maße schätze – die Gründe ergeben sich aus der Lektüre des von ihr Geschriebenen) – die Geschichte ist geradezu niederträchtig. Wenn noch etwas gefehlt hat, ist das der Punkt wo ich dir in seiner Charakterisiereng nur vollumfänglich zustimmen kann. Ich muß gelinde gesagt um Fassung ringen, da kommen schon Phantasien auf die ich äußerst selten hege. -.-

    "Mit Fundamentalisten kann man nicht diskutieren, man muß sie einfach auslachen – Argumenten sind sie nicht zugänglich, wären sie es, dann wären sie keine Fundamentalisten." sagt ein bekannter Podcaster, was wohl ein wenig kurz gegriffen ist, allerdings kann ich mich dem manchmal nicht entziehen.
    Betrachtet man aber den Umfang der Zustände, diese Verrohung allenthalben, vergeht einem der "Spaß" schlagartig. Ich neige zu der Ansicht, daß das einer merkwürdigen und möglicherweise folgerichtigen Synthese aus der Unvereinbarkeit von Moral und Kapitalismus, sowie einer ganz gehörigen Portion Geschichtsvergessenheit und Romantisierung früherer Zeiten (die man sich so zurecht fabuliert wie man sie "braucht") folgt. Klaus Jarchow hat hier und hier dazu aktuell einiges ganz treffend skizziert wie ich finde.

    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *