Fröhliche Weihnachten

Ob ich mit Kamera und Karre noch mal in die große Stadt fahre und mir ein paar häßliche, verstörte Letzte-Minute-Geschenk-Glücklichmacher vor die Linse nehme? Eine Beleidigung eines jeden ehrlichen Sonnars. Lieber nicht. Eigentlich wollte ich noch ein paar Digital-Photos bei DM ausdrucken, aber die Dame vor mir (und einigen anderen) verwechselt den Automaten mit einer Bildbearbeitung. Jetzt noch alle Schnappschüsse des Telephons für den Vorgang »verbessern« markieren und dann sind sie so schön bunt, wie sie für alle sichtbar in die Plastikschale fallen… muß ein toller Segelurlaub gewesen sein! Schade, daß Du so häßlich bist.Aber sehr bunt.
Ja, ich fahre noch Motorrad und habe viel weniger Angst als zuvor, Pikatchu-Jäger überzumangeln, die verwirrt und vollpfostig mitten auf der Straße stehenbleiben. Das Jahr neigt sich dem Ende und dann bleiben auch die völlig blöden und bekloppten unterm Weihnachtsbaum liegen. Leider nicht kollektiv alle. Der Rest ist im Getränkemarkt, wo ich zum Übergießen des Weihnachtsvogels noch ein paar Flaschen dunkles Bier kaufe. Die Schlange vor der Kasse ist etwa 700 Meter lang. Nach 400 Metern kommt die zweite Kassiererin, meine Lieblingsbedienung bei Rewe-Saufen. Sie ist etwa 178kg schwer, hat das Gesicht einer Kindsmörderin und schartige Hände. Sie ist die einzige, die freundlich bleibt (sie sucht nach Opfern!) und genau weiß wie ich auf die Frage nach Rabattmarken reagiere. Ungut. Die Marken heißen jetzt natürlich anders, aber ihr wißt schon, was ich meine.

Während meiner Abwesenheit muß ein Anruf aus Mailand die Berliner Staatsanwaltschaft erreicht haben. »Wir haben ihn! Was sollen wir mit ihm machen?« »Schießt, Jungs, schießt! Dann brauchen wir nur noch nach Unterstützern zu fahnden und dafür haben wir genügend Verdächtige.« Todesstrafe durch die Hintertür, damit sich nachher niemand beschweren oder sie fordern kann. So einfach kann sich das machen.
Gelangweilt verfolge ich vorzugsweise auf Spiegel-Online die Flucht des Verdächtigen. Das hätte Charlie Chaplin nie gewagt. Zu unglaubwürdig – selbst kurz nach der Erfindung der bewegten Bilder. Den Polizisten in den Hintern treten, sich dann ganz unschuldig nach einer Zigarettenkippe bücken und ihm dann im vorbeitanzen des Tschako entwenden ja, aber doch nicht sowas! Mehr Überwachung? Wofür? Um das live in der Tagesschau zu sehen?

Vielleicht sollte man einigen Leuten, die man auf den Tod nicht mag, Tiere schenken. Junge Hunde, Katzen, Goldhamster. Irgend etwas, was man nicht innerhalb von zwei Tagen umtauschen oder töten kann. Oder – wo wir gerade bei politischen und humanitären Inkorrektheiten sind – Sexroboter! Männliche, weibliche, homo-, lebische-, trans-, und wasweißich nicht alles. Mit einem Messingschlüssel auf dem Rücken zum aufziehen – Messingschlüssel und immer für dich da. Ihr werdet es bemerkt haben: Echte Weihnachtslaune! Wie verdorben muß man eigentlich sein, um auf ein Tory Amos Konzert zu gehen?

Meine älteste Liebe lag im Sterben. Joni Mitchell ist nach ihrem Schlaganfall Ende 2015 wieder aufgewacht und kann seit Juli 2016 wieder laufen. Da sag noch einer, daß alles schlecht war in diesem Jahr. Hörst Du, Joni? Tu’s nicht – laß mich nicht allein!

Upps! Falsches Video, richtiger Ton.

Verbleite Benzin. 16 Liter auf 100, wenn man nicht so schnell fährt. Das ist o.k.! Und wenn wir gerade dabei sind: Mein neues Lieblingsvideo zu Meshuggha:

Ach, und da war noch das eine oder andere, was ich gerne zu einigen Blogs anmerken wollte… vorzugsweise von denen, die sich als Vertreter der reinen Leere…
Ich bin nicht unbedingt ein Fan von Slayer, aber dieses Video mag ich aus irgendwelchen Gründen. Pride in Prejustice, genau das richtige für einen besinnlichen Abend unter dem Baum.

Ja, man sollte viel mehr mit Anhängern der AFD, Nazis, Faschos, Dummen, Verbohrten, politischen Gegnern… ach was weiß ich, eingehen und diskutieren.

Das hilft.

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5 Kommentare zu Fröhliche Weihnachten

  1. R@iner sagt:

    Yep. Ebenso!

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    • Pantoufle sagt:

      http://schrottpresse.org/wp-content/uploads/2016/12/lo-graf-von-blickensdorf-polizei.jpg

      Ach, »gute alte Zeiten™«. Da hätte ich auch noch einen:
      (Gleimtunnel in Berlin)
      »Etwas beschleunigen konnte Kirchner aber die Arbeiten doch: Originalbaupläne, die Mitarbeiter von ihm in Archiven gefunden hatten, waren in altdeutscher Schrift verfasst, die keiner der heutigen Gutachter mehr lesen konnte. Weil Kirchner sie nach seinen Angaben von der Großmutter gelernt hatte, konnte er „übersetzen“ und so die Suche nach einem Lesekundigen zumindest verkürzen.«

      Altdeutsch kanns nicht gewesen sein. Aber vielleicht Fraktur, mit viel Pech Kurent oder Sütterlin. Jedenfalls etwas, was jeder normale Mensch lesen kann.
      Großmutter, Großmutter: Warum kannst Du so fließend lesen?

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  2. Du servierst den Geier mit Schwarzbiersoße? Guten Appetit und schöne Feiertage!

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    • Pantoufle sagt:

      Töchting1 versucht sich an dem Tier. Kein Geier. Kennst Du nicht das schöne, alte Kinderlied »Albatros, Fink und Star, und die ganze Vogelschar wünschen Dir ein frohes Jahr, lauterhals und Segen«. Daraus den größten und leckersten Vogel und den Wünschen schließe ich mich an.

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  3. waswegmuss sagt:

    Auch dieses Jahr wieder mal. Fehler kommen halt häufiger. Nahezu jährlich. Hätte auch Ente machen sollen. Die schmeckt wenigstens nach Ente.
    Zu Gans passt nur Wodka, sagt(e) Siebeck. Und der hat immer recht. Dieses Mal Wyborowa vom polnischen Schwarzarbeiter. Die wissen was gut ist.

    Ansonsten. Schien mir passend.

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