Flieg ganz unauffällig!

Update: Im letzten Absatz wird gespoilert! Fans sollten da aufhören zu lesen!

Hab ich eigentlich schon erwähnt, daß ich Kino nicht besonders mag? Und seit sie dort die Aschenbecher entfernt haben und man sich nerdig-doofe Brillen aufsetzen muß, weil sonst alles unscharf ist, noch weniger. Eher gar nicht also.
Außerdem dürfen kleine, doofe Pansen von 12 Jahren dort nicht ohne die Begleitung Erziehungsberechtigter in Filme um Mitternacht, die erst ab 16 sind. Aus Sicht des Vater eines kleinen, doofen Pansens von 12 Jahren gibt es also mehr als einen Grund, Kino nicht zu mögen.

Oh Tannenbaum! An der Kasse von Lidl gibt es seit Monaten bunte Sammelbilder des neuen Star-Wars Abenteuers. Tannenzweige, Lebkuchen und dahinter die schwarze Maske des aktuell Bösen, die röchelnd heiser Jingle-Bells krächzt. Da ist kein Entkommen.
»Haben Sie schon gehört? Es gibt einen neuen Teil von…«
»Ach nein! Wirklich?«
»Ja, und die Premiere ist am 16.12. um 0:00 Uhr!«
Zwischen Tomaten und Sellerie liegt eine Prinzessin-Leia-Puppe. Nein, keine Werbung – die hat das schreiende Balg dort liegengelassen, das seine genervte Mutter zurück zum Gemüse zerrt . »Mami! Leiapuppe wiederhaben!« Oder machen die das etwa im Auftrag einer Werbeagentur?

Beim Bezahlen besagte Bildchen, in Tüten verpackt damit niemand mitbekommt, daß es nur 5 Visagen von 30 möglichen gibt – das Sammelalbum ist für 2,30€ ebenda erhältlich. Erste Seite: »Verpassen Sie auf keinen Fall die Premiere am 16.12.2016!« 0:00 Uhr.

Wo ist Luke Skywalker? Das ist ein unschlagbarer Grund, warum kleine, doofe Pansen nach Mitternacht noch auf die Straße dürfen. Morgen ist zwar Schule, aber dann wird er eben seine Migräne haben. Er wird nicht der einzige sein. Zum Ausgleich erzählt ihm der liebe Onkel Lukas aus Amerika, wie einfach und simpel so ein Krieg sein kann. Ganz ohne Grautöne, sympathisch hygienischen Leichen und in einer Eindimensionalität, auf daß er unter jeden noch so kleinen Weihnachtsbaum paßt.
Der kleine, doofe Pansen hat sich an verkleideten Premiereteilnehmern fast gar nicht ängstlich vorbeigeschlichen und weiß schon ganz genau, wer wen darstellen soll.
Das Personal des bewohnten Universums ist beinahe komplett neu, die Handlung ist es nicht. Das Imperium heißt jetzt first Order, die andere Seite »der Widerstand«. Sozusagen gemäßigte Rebellen in bunter Vielfalt im Gegenspiel zur dumpfen Einfalt. Man glaubt sich zurück ins Jahr 1977 versetzt, dem Erscheinungsjahr von »Krieg der Sterne«. Ja, so lange ist das her! Deutscher Herbst, in der Hauptrolle Hans Martin Schleyer und Jean-Bédel Bokassa läßt sich zum Kaiser krönen. So lange her! Der Krieg war noch richtig kalt und die politischen Feindbilder so stereotyp wie die aus Hollywood. Was der Muppets-Show an Entwicklung zwischen 1977 (!) und 1981 gelang, ging am Krieg der Sterne spurlos vorbei. Na gut: Beinahe! Genau wie Miss Piggy ist Prinzessin Leia nun auch wieder solo.
Das Böse aber ist von so schlichter Einfalt geblieben, daß man eine gute Vorstellung davon bekommt, warum das mit all den echten Kriegen nichts werden konnte. Filme wie James Bond und Star-Wars sind immer Spiegel ihrer Zeit.

Kleinen, doofen Pansen ist das vollkommen gleichgültig. Die Brut sitzt mit angehaltenem Atem im Sitz und läßt sich den Lauftext in 3D unter der Nase entlangziehen. Alles wie immer, nur jetzt dreidimensional. Die neue Heldin Rey (Daisy Ridley) hat genau ein Kostüm und einen Gesichtsausdruck für den ganzen Film. Das reicht, weil sie sehr hübsch ist. Harrison Ford sagt wie üblich, daß er ein sehr schlechtes Gefühl bei der Sache hat und Prinzessin Leia sieht im hohen Alter endlich sympathisch aus. Beinahe eine Judi Dench Ausstrahlung, wenn sie natürlich auch Lichtjahre hinter deren Können bleibt.

Achtung – Achtung – Achtung – Achtung – Achtung – Achtung – Achtung – Achtung

So! Warnung der Redaktion! Ab hier wird gespoilert! Wer den Film also noch nicht gesehen hat, sollte jetzt auf keinen Fall weiterlesen!

Achtung – Achtung – Achtung – Achtung – Achtung – Achtung – Achtung – Achtung

Der kleine, doofe Pansen fliegt mit, wenn die da vorne fliegen, kämpft mit dem Laserschwert™ wenn gefochten wird und hält sich die Augen zu wenn geküßt wird. Aber zum Glück passiert das nicht allzu oft. Daß das Schwert des Bösen seit Folge VII nun eine Parierstange hat, ist dagegen eine echte Innovation! Öfter mal was Neues. Als 12jähriger kleiner, doofer Pansen kommt man damit in jedem Fall auf seine Kosten. Bekannte – allzu bekannte – Raumschiffe, ein netter Motorradentwurf ohne Räder und der neue Todestern™ ist im selben Maß gewachsen wie die Cola-Kübel und Popcorn-Eimer seit 1977. Ob ihm wohl schon schlecht ist? Nein, nicht dem bösen Yedi-Ritter Kylo Ren, der sich mit seinem Vater Han Solo wieder auf der sattsam bekannten Brücke mit ganz tiefem Abgrund auseinandersetzen muß…
»Ich bin Dein Vater!«
»Och nö, nich…?«
Das sagt Kylo Ren natürlich nicht, aber sein Gesicht zuckt sehr verdächtig. Die Familienbande nimmt ihren Fortgang, genau wie die tiefgründigen Selbstzweifel des Bösen. »Ist es wirklich so toll, immer der Böse zu sein?« Das versteht dann auch jeder kleine, dumme Pansen von 12 Jahren und das ist gut so. Wenn das Böse die Komplexität eines Kaugummi auf der Sitzfläche des Stuhls des ungeliebten Lehrkörpers hat, kann man sich ruhig einmal fragen, ob das wirklich so toll ist. So lernt man auch noch was fürs Leben.

Was er wohl denkt, der dumme, kleine Pansen, wenn sich der Rauch verzieht, die Lichtschwerter eingeklappt und die Raumschiffe der gemäßigten Rebellen in die Hangars geschoben werden? Der böse Yedi hat überlebt, Han Solo ist tot (das wurde auch Zeit!) und Luke Skywalker ist wieder aufgetaucht. Jetzt neu mit Bart wie der von Papi und dem großen Bruder. Luke lebt auf einem hohen Berg mit total vielen Stufen, ohne Kühlschrank, Felder oder Garten, Strom, Internet, fließendem oder stehendem Wasser – rein gar nichts! Damit ist die nächste Folge Star-Wars also gesichert.
Irgend jemand muß ihm ja was zu Essen bringen!

Und noch ein kleines Update, weils so schön war. Fefe hat gerade seinen Senf zum besten gegeben, von dem ich das Fazit gerne hier anfügen möchte:

»An dem Film ist nicht alles schlecht. Er ist nicht so furchtbar wie seine drei Vorgänger. Und wer sich mal die alten Filme nochmal frisch anguckt: Die waren auch echt Scheiße. Wir haben es damals nicht gemerkt, weil wir Kinder waren. Die damals Erwachsenen fanden die damals auch schon Scheiße. Ich hab damals auch Dune geguckt, die Verfilmung mit Sting, und fand die supergeil. Zwanzig Jahre später habe ich den Film nicht bis zu Ende gucken können, so schlecht war der gemacht. Als Kind ist man halt unkritischer.«

Mit dieser Erkenntnis werden wir lernen müssen zu leben.

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44 Kommentare zu Flieg ganz unauffällig!

  1. Gut gespoilert! Peinlich genug, dass du in dem Film warst. Aber hier auch noch den Whistleblower für Grundschüler zu spielen …

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    • pantoufle sagt:

      »Whistleblower für Grundschüler«: Der smarte Grundschüler fragt seine Kumpels oder läuft gleich zur Wikipedia, wo die vollständige Geschichte drinsteht. Und peinlich… da würde ich ja gerne zu meinem Lieblingstroll verlinken – wenn Du wissen willst, was wirklich peinlich ist! Aber ich habe Putin versprochen das zu unterlassen. Sonst stellt er seine Zahlungen an mich ein und das können wir ja nicht wollen.

      Mein Einsatz aber war ein heroischer! Ich mußte als Erziehungsberechtigter für unüberlegte Weihnachtsgeschenke meiner anderen Kinder an den Jüngsten geradestehen. Meinen eigenen Geburtstag hatte ich mir durchaus anders vorgestellt…

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      • DasKleineTeilchen sagt:

        yep. die wikipedia war mein freund. die deutsche. gefiel mir, wie da auf diesen *NOSPOILERS*-quark schon vor tagen komplett geschissen wurde. JJ is halt der meister des mcguffin-cliffhangers ohne jemals zum ende zu kommen, wie spätestens seit „lost“ bekannt.

        „Da ist kein Entkommen.“

        ja right, du edelfeda…

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  2. Annika sagt:

    Oh, das war nicht nett 🙁

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  3. Schwarzes_Einhorn sagt:

    Uah, nee, oder? Ich wollte auch noch ins Kino… Und dabei kostet es mich inzwischen echte Überwindung – wenn neben mir einer denkt, er müsse am Smartphone rumspielen, kommt bei mir die dunkle Seite zum Vorschein. DIe Lautstärke schmerzt mir in den Ohren, denn im Gegensatz zu den ganzen Blagen bin ich ja noch nicht taub. Und die Blagen an sich – was wollen die in dem Film?

    Und jetzt das…

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  4. waswegmuss sagt:

    Wenn wir schon mal am Spoilern sind.
    Das Laserschwertgeräusch stammt von:

    (Ohne Betong)
    Das Potracergelärme war ein Gruppe 2 Maserati.

    Weiteres bitte hier.

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  5. Schwarzes_Einhorn sagt:

    „Tja… zu spät. Aber vielleicht noch nicht für die, die nach mir lesen?“

    Ich bin den Spoilern bisher erfolgreich ausgewichen – und hier hab ich natürlich nicht damit gerechnet. In Filmforen war ich genau deswegen natürlich nicht, schon gar nicht die letzten zwei Tage.

    Spoilerwarnung wäre ’ne Idee gewesen.

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    • pantoufle sagt:

      Ich schulde Euch einen Cognac! Mindestens. Spoilerwarnung ist nachgeholt.

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      • DasKleineTeilchen sagt:

        „was schulden“ my ass; die ham doch alle ne meise…schön immer von sonstwas sozial-anti-krieg-kapitalismus-ist-scheisse labern, aber beim grösstem bullshit-take-your-fucking-wallets-out-hype EVER! wie die lemminge in die multiplexe strömen…ne 1/2 fucking milliarde in den hype auf die viertelmilliarde produktion obendrauf, damit sich mitt40-50ger nochmal mit nassem höschen zum affen machen wie in der verflossen jugend und den sich schämenden nachwuchs gleich mit anzapfen, auf das 2017 und die spin-offs auch die weitere zukunft von disney als grösster copy“right“-owner gesichert sein mag. fuck you JJ, fuck you disney, fuck you, george! and FUCK star wars.

        scnr

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  6. pantoufle sagt:

    Wobei ich zu dem Star-Wars-Spektakulum sowieso noch etwas anmerken wollte. Ich kann das, ich darf das, ich bin hier der Admin!

    Anmerkung 2: Niemals wieder werde ich sowas ohne Spoilerwarnung schreiben. Niemals. Nie nicht. Großes Pfadfinderehrenwort!

    Anmerkung 3: Aber mal ganz im Ernst, Ihr Lieben! Wie sollte ich ahnen, daß hier Star-Wars Liebhaber und innen rumtoben, auf die ich – wenn natürlich liebend gerne – Rücksicht nehmen muß.

    Erstens einmal zu dieser 3D-Scheiße. Tut mir leid, aber ich ertrage es aus mehreren Gründen nicht; die affigen Brillen lassen wir mal außen vor.
    Daß bei 3D zwangsläufig die Bildschärfe leidet, kann man noch verstehen und das ist aufgrund der Leinwandgröße nicht das eigentliche Manko. Geht das nur mir so oder gibt es da noch andere, die das auch so sehen: Die dynamische Bildqualität leidet ganz massiv. Bei schnellen Bewegungen ist das kaum zum Aushalten – als wäre die Bildfrequenz deutlich zu niedrig. Welchen Anteil daran genau die digitale Wiedergabe hat und was davon auf spezielle 3D Algorithmen zurückzuführen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich verstehe einfach zu wenig davon. Gibt es noch 70mm Filmrollen oder ist das alles schon digital? Digital wäre immerhin eine Erklärung für »schlechter«.

    Außerdem scheint es da ein Problem mit der Schärfentiefe zu geben: Entweder sieht alles aus wie Offenblende oder aber wie Blende 64. Dazwischen gibt es nichts. Ob das nun künstlerisch so beabsichtigt ist (»seht mal: So dreidimensional ist nicht einmal die Natur!«) oder ein technisches Problem… Das optische Freistellen von Objekten oder Gesichtern – bei denen das aus psychologischen Gründen weniger auffällt – sieht dadurch jedenfalls sehr unnatürlich aus. An den verwendeten Optiken wird’s nicht liegen, soweit es »echte« Aufnahmen betrifft, CGI ist dann noch mal eine andere Sache.

    Peinlich, diesen Film anzusehen? Der geschätzte Kollege Matthias Eberling ist im Gegensatz zu mir Schöngeist und Künstler – ich eher der Primat. Als bekennender B-Movie-Fan verkündige ich es hier und jetzt: Ich liebe schlechte Filme! Je mehr B oder C, umso lieber. Plan B from outer Space ist einer der besten Filme, die jemals gedreht wurden und Tor Johnson der begnadete Schauspieler vor dem Herren! Wenn ich also in die Star-Wars Premiere gehe, ist das sozusagen ein Ausflug ins Autorenkino.

    Von daher empfinde ich so gar nichts ehrenrühriges, wenn ich mir diesen Schinken ansehe. Schließlich habe ich die anderen Folgen auch alle gesehen und auf DVD im Schrank. Ob ich ihn noch ein zweites Mal ansehen würde?
    Der äußerst enge Spielraum der Macher dieser Serie ist mir natürlich bewußt. In einer per se ironiefreien Zone bei vollkommener Familientauglichkeit in der gesamten westlichen Welt ist nicht leicht Märchenerzählen. Sex sowieso nicht, selbst wenn die Handelnden zufällig kompatible Geschlechtsteile hätten – allein das ein Glücksspiel in den unendlichen Weiten des Weltalls! Hoher Wiedererkennungswert, Kontinuität und gleichzeitig etwas überraschend Neues? Bei dem Erfolgsdruck ein Ding der Unmöglichkeit.
    Und so ist sie dann auch, die Neue. Man zitiert sich vorzugsweise selber. Das freut die Fans beim Wiedererkennen von Andeutungen und Bildern, bringt aber die Geschichte nicht vorwärts. Die krankt an einer übermächtigen und beherrschenden Tradition. Da ist kein Raum für anarchisches, keiner für Ungehorsam. Marvels The Incredible Hulk ist dagegen Revolution.

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    • Annika sagt:

      3D Brillen finde ich auch grässlich, mir wird ganz karusselig zumute mit so einem Ding.
      Den Film werde ich mir aus alter Verbundenheit mit meinem jüngeren Ich (oder sagt man Selbst?) ansehen. Das bin ich mir schuldig. Außerdem liebe ich Spektakel. Der Mensch lebt nicht allein von ARTE.

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    • DasKleineTeilchen sagt:

      tiefen(un)schärfe ist halt son ding; deine augen müssen ja auf die leinwand fokussieren, nicht auf das objekt , davor/dahinter, was aber vom graukasten im schädel natürlich versucht wird, aber nicht geht, weil reel nicht an der stelle, an ders die optik scharf sehen würde. kann anstrengend werden, is auch training. und natürlich; ist der film nativ in 3D aufgenommen? ist er konvertiert (wie eben jetzt bei EP7), wie gut konvertiert (offenbar schlampig, deiner beschreibung nach), ist die tiefe an die leinwandgrösse angepasst, isses als gimmik gedacht oder als unterstützung, sind die schnitte/schwenks zu schnell…blabla usw. ich hatte zb mit „gravity“ in 3D null probleme, im gegenteil, war ziemlich endgeil.

      kleiner tip; wenn du von freunde/verwandte/nachwuchs zu 3D-vorstellungen gezwungen wirst, aber 2D sehen willst: aus 2 (kino)polfilterbrillen eine mit 2 linken oder rechten augengläsern basteln, du fotograf.

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    • DasKleineTeilchen sagt:

      „Da ist kein Raum für anarchisches, keiner für Ungehorsam.“

      eben.

      http://decider.com/2015/12/11/the-radicalization-of-luke-skywalker-a-jedis-path-to-jihad/

      ziemlich geil.

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    • DasKleineTeilchen sagt:

      „Gibt es noch 70mm Filmrollen oder ist das alles schon digital? Digital wäre immerhin eine Erklärung für »schlechter«.“

      eher andersrum: EP7 wurde tatsächlich auf 35mm analog und 2D gedreht, was im gegenteil gerade für 3D nicht die beste entscheidung ist (konvertierung, körnung, optische achse des negativs in der kamera, you name it). wie gesagt, gravity war rein vom räumlichen eindruck fucking mindblowing und der war zu 95% komplett digital, da wurde wirklich alles richtig gemacht.

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  7. Danke für „Schöngeist und Künstler“. Es ist ja nicht so, dass ich nicht Laserschwert-affin wäre. Und ich habe einem vierzehnjährigen Jungen versprochen, mit ihm in diesen Film zu gehen, wenn der erste Hype vorbei ist, d.h. Anfang Januar. Verbunden mit einem exzellenten Burger bei „Hans im Glück“ in Mainz (available bundesweit). Und von diesem jungen Mann, mit dem ich heute beim Italiener essen war, stammt der Spruch: „Den ersten, der den neuen Star Wars-Film spoilert, bringe ich um.“ Daher meine Reaktion. Wenn dir dein Skalp lieb ist, halt also einfach das Maul, bis alle drin waren, okay?

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  8. DasKleineTeilchen sagt:

    schön launig, der bericht von der front. danke für. und für einen von mir sehr geschätzen liebhabers gepflegter B-, C- und Z-filme eines der grossartigen meisterwerke jüngeren datums der glorreichen 7 von RLM als balance of the hype-force:

    „I tittifuck u 2 death, u alien biaaaatch!“

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  9. pantoufle sagt:

    Moin kleines Teilchen

    Die Schärfentiefe auf einem Bild ist in erster Linie einmal abhängig von der technischen Aufnahmesituation. Sie wird aus dem Zusammenhang von Brennweite des verwendeten Objektives, Filmgröße, Blende und Abstand zum Objekt definiert. Da müssen die Augen auf nichts anderes als den Papierabzug/Monitor/Leinwand fokussieren.

    Offenblende mit großem Negativ und relativ kurzem Abstand. Geringe Tiefenschärfe. Kind scharf, Rest nicht.

    Und noch mal das Gegenteil. Hyperfokale Distanz, bei der auch weiter entfernte Gegenstände noch akzeptabel scharf abgebildet werden.

    Oberes Bild Julia Margaret Cameron, ca. 1860, unten Heinrich Zille ca. 1900. Nix Copyright, aber die technischen Grundlagen gelten für die genau so wie für Star-Wars.

    Ahhh – ich glaube, ich hab’s gefunden. Manchmal ist die Wikipedia zur Stereoskopie doch zu was gut.

    »Die Bilder müssen über den ganzen Bereich der Bildaufnahme scharf sein, weil das menschliche Auge ab zirka drei Metern Abstand alle Gegenstände gleichzeitig scharf sieht und andererseits auf nähere Entfernungen sich sofort scharf einstellt (akkommodiert). „Künstlerische Unschärfen“ sind daher im Stereobild unangebracht und zu vermeiden. Zur Erzielung einer guten Raumwirkung sollten kurzbrennweitige Objektive, die eine hohe Schärfentiefe aufweisen, zur Anwendung kommen. […]«

    Wenn diese Regel stimmt, haben sie bei der Weltraum-Schmonzette jedenfalls nach Kräften dagegen verstoßen. Das war es wohl, was mich bei sehr vielen Einstellungen gestört hat und es leuchtet als Erklärung auch sofort ein; ganz unabhängig vom verwendeten 3D-Verfahren.

    Zum »dynamischen Unwohlsein« steht dort:

    »Diese beiden Bilder, die wegen der querdisparaten Verschiebung nicht exakt zur Deckung gebracht werden können, gleichwohl jedoch innerhalb des sogenannten Panum-Areals liegen, werden zu einem räumlichen Gesamteindruck kombiniert, welcher sich demnach im Wesentlichen aus zwei Informationen zusammensetzt: Der unterschiedliche Blickwinkel beider Augen erzeugt zwei unterschiedliche Bilder und die Linsenkrümmung des Auges passt sich der Entfernung des gesehenen Objektes an, um eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut zu erzeugen. Die Größe des Blickwinkels und das Ausmaß der Akkommodation ergeben ein Maß für die Entfernung der Gegenstände. Die räumliche Auflösung ist daher im Greifbereich besonders hoch. Darüber hinaus vermitteln Verdeckungs- und Unschärfeeffekte sowie die Perspektive den Raumeindruck sowohl binokular als auch monokular.
    Beim Stereofoto wird den Augen nur die aus den unterschiedlichen Blickwinkeln gebildete Information angeboten. Da das Auge gewohnheitsgemäß versucht, die Linsenbrechkraft an die vermeintliche Entfernung anzupassen, kommt eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut erst mit einer gewissen Verzögerung (im Millisekundenbereich) zustande. Der Widerspruch zwischen der vermeintlichen Entfernung des gesehenen Objekts und der tatsächlichen Linsenkrümmung bewirkt bei manchen Menschen nach längerer Einwirkung auch Schwindelgefühl oder körperliches Unwohlsein (Nichtübereinstimmung zwischen Vergenz und Linsenkrümmung).«

    Dieses Unwohlsein kann ich nur bestätigen.

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    • DasKleineTeilchen sagt:

      „Da das Auge gewohnheitsgemäß versucht, die Linsenbrechkraft an die vermeintliche Entfernung anzupassen, kommt eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut erst mit einer gewissen Verzögerung (im Millisekundenbereich) zustande. Der Widerspruch zwischen der vermeintlichen Entfernung des gesehenen Objekts und der tatsächlichen Linsenkrümmung bewirkt bei manchen Menschen nach längerer Einwirkung auch Schwindelgefühl oder körperliches Unwohlsein (Nichtübereinstimmung zwischen Vergenz und Linsenkrümmung).“

      was anderes hab ich oben in meiner proll-kurzfassung auch nicht behauptet.

      „Wenn diese Regel stimmt, haben sie bei der Weltraum-Schmonzette jedenfalls nach Kräften dagegen verstoßen“

      tut sie. und das eben meinte ich, mit schlampig konvertiert und (fast unvermeidliche) regeln der stereoskopie beim filmen nicht beachten. man kann über avatar sagen was man will, aber bezüglich stereoskopie im filmtechnischen sinne ist daß der massstab, wie mans richtig macht. der aufwand war allerdings auch krass; nativ aufgenommen mit kameras, die je nach brennweite zb dynamisch den abstand und winkel zueinander zwischen den objektiven verändert haben. gibts schöne make-ofs zu.

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  10. waswegmuss sagt:

    Zu 3-Dings-Brillen. Wer, wie der hiesige Tippserer, eine Hornhautverkrümmung sein eigen nennt dem fliegt spätestens nach einer halben Stunde der Schädel auseinander. Das ist echt der Horror.
    @M.E.: Dark Star. ich sag nur Dark Star. Der Beste. Ever.

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  11. R@iner sagt:

    @pantoufle: Alles Gute zum Geburtstag nachträglich auch von mir. Wenn Du mal Langeweile hast, dann kannste dir ja die folgenden politisch korrekten Autosendungen anschauen: Cuban Chrome

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    • pantoufle sagt:

      Wie geil ist das denn? Ches Erben am Schraubenschlüssel!
      Sachen gibts! Ich schreibe gerade an etwas ähnlichem – mal sehen, ob es was wird. So schönes Chrom und V8 hat es natürlich nicht.
      Vielen Dank für den Link und Wünsche!

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  12. derda sagt:

    Wenn dein Pansen mal 14 ist zeigst du ihm mal richtige Filme. Russ Meyer wäre ein guter Anfang.

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    • pantoufle sagt:

      Hab gerade meine »Alien – alle Teile«-Nacht hinter mir 🙂 Fürs abgebrühte Kind…

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      • DasKleineTeilchen sagt:

        kein schlechter einstand; wobei mir der 4te, wegen seines „respektlosen“ umgangs des materials neben dem ersten am besten gefällt (ausserdem war ellen ripley niemals more badass und geiler als in diesem herrlich grotesken kleinod französischer interpretation eines blockbusters).

        „Mit dieser Erkenntnis werden wir lernen müssen zu leben“

        kann ich seit einigen jahren n lied von singen, zb in bezug auf alien; der 2te zb ist wesentlich mieser, als ich in erinnerung hatte, wohingegen der 3te durch den abstand sogar gewonnen hat, allerdings nur in der „Assembly Cut“-version von 2003 (https://en.wikipedia.org/wiki/Alien_3#2003_Assembly_Cut), die ist wesentlich vielschichtiger (sofern man da von vielschichtig reden kann, findet sich btw online).

        für mich favourits der letzten zeit, die hoffentlich in ein paar jahren in der rückschau gut dastehen:

        beasts of no nation

        fury road

        ex machina (fucking brilliant!)

        nightcrawler

        everest (jaja, durchaus)

        dawn of the planets of the apes (ja, ernsthaft, guter film)

        serien:

        black mirror

        narcos

        the expanse

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        • DasKleineTeilchen sagt:

          sorry, einen all-time-classic muss ich noch hinpacken (den ich wahrscheinlich auch hier irgendwo schon erwähnt habe), aber „children of men“ ist -meiner ansicht nach- ein unbedingtes must-see. gerade für den nachwuchs. aber wem erzähl ich das, oder?

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  13. DasKleineTeilchen sagt:

    just fucking ignore him, would ya?

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  14. DasKleineTeilchen sagt:

    thats better, and you know well why, right? nächtle, du cooler papa 😉

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  15. waswegmuss sagt:

    Um es mit Commander Powell aus Dark Star zu sagen: so viele Worte.
    Schnauf.

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