Fleischhauer: Der Mann für hoffnungslose Fälle!

Fälle wie Guttemberg, Silvana Koch-Mehrin oder dem Papst. Da kommt der Ritter in ihm durch die traurige Gestalt und muß kämpfen. Wenn er niemanden findet, für den er kämpfen kann, kämpft er auch. Dann meist gegen den guten Geschmack. Diese Woche kämpft er geschmacklos für Kristina Schröder.
Wenigsten darin enttäuscht er auch diese Woche nicht. An diesem Montag ist er gefangen

In der Verharmlosungsfalle!

Für alle, die sich nicht seinen lustlos zusammengestoppelten Artikel durchhecheln wollen, hier eine kurze Zusammenfassung: Ausgehend von einem Kommentar in der Tagesschau, den er konsequenterweise nicht verlinkt (diesem hier), stellt er fest, daß die äußerst emanzipierte Kristina Schröder zu Unrecht beschuldigt wird, ideenlos, kontraproduktiv und Aufgrund strammer konservativer Einstellung für ihren Job ungeeignet zu sein. Der von ihr ins Leben zurückgerufene Radikalenerlass sei eine großartige Sache, die Union gibt mehr als genug Geld gegen „rechts“ aus, das im übrigen herausgeschmissen ist, weil Sozialarbeit hoffnungslos überbewertet ist.
Ende!
Kürzer als mit diesen 73 Worten kann ich es nicht wiedergeben. Beim Namen Kristina Schröder ergibt sich wieder einmal das Problem, daß man mit beiden Händen vor dem Gesicht nicht schreiben kann! Seis drum…

Der berüchtigte Schrödersche Radikalenerlass. Bei den Skandalen und Peinlichkeiten der letzten 24 Monate der Koalitionsregierung vergisst man leider sehr schnell interessante Details. Diese kleine Widerwärtigkeit verdient es allerdings, im Licht der letzten Ereignisse wieder auf den Tisch gebracht zu werden. Wie bekannt ist, verbindet Frau Schröder die Vergabe von Fördergeldern zum Kampf gegen Nazis und Ausländerhass mit einem Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Das ginge ja notfalls noch – das ist lediglich eine Peinlichkeit – aber viel schlimmer ist, daß die Organisationen zur Gesinnungsschnüffelei verpflichtet werden. Der Text im Wortlaut:

„Hiermit bestätigen wir, dass wir uns zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennen und eine den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit gewährleisten.

Als Träger der geförderten Maßnahme haben wir zudem im Rahmen unserer Möglichkeiten (Literatur, Kontakte zu anderen Trägern, Referenzen, die jährlichen Verfassungsschutzberichte des Bundes und der Länder etc.) und auf eigene Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass die als Partner ausgewählten Organisationen, Referenten etc. sich ebenfalls zu den Zielen des Grundgesetzes verpflichten. Uns ist bewusst, dass keinesfalls der Anschein erweckt werden darf, dass eine Unterstützung extremistischer Strukturen durch die Gewährung materieller oder immaterieller Leistungen Vorschub geleistet wird.“

Der Staatsrechtler Ullrich Battis hält diese „Demokratie-Erklärung“ für teilweise mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Gefahren lauern aber auch an einer anderen Stelle: Nur einmal angenommen, eine der infrage kommenden Organisationen würde sich an den Verfassungsschutz direkt wenden. Womöglich noch an den in Thüringen, Bayern oder Niedersachsen! Ausgerechnet dort anzurufen, hätte unabsehbaren Schaden anrichten können wie man nun weiß; in wie weit deren Berichte in Zukunft viel gründlicher auf den Prüfstand gehören, ist eine weitere Frage. Solange man in diesen Augiasställen nicht wieder vom Boden essen kann, sollte man in diesem Zusammenhang das Wort „Verfassungsschutz“ ersatzlos streichen.

Frau Schröder täte ohnehin gut daran, darüber nachzudenken, warum in unablässiger Folge Gesetzesvorlagen einer Regierung, der auch sie angehört, vom Bundesverfassungsgericht wegen Unvereinbarkeit mit dem Grundgesetz kassiert werden. Einen Amtseid geschworen haben die Herrschaften ja wohl alle…

Und da treffen die Kristina Schröder und der Jan Fleischhauer zusammen: Beim Pauschalverdacht gegen Linke, Gutmenschen, Alternative, Spontis, Piraten, Grüne… und wundern sich beide zusammen auch, warum die Nazis so pauschal gegen Ausländer, Linke, Gutmenschen, Alternative, Spontis, Piraten, Grüne sind!

Aber das hatte die Schrottpresse ja schon behandelt… das Wundern über den rechten Terror!

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0 Kommentare zu Fleischhauer: Der Mann für hoffnungslose Fälle!

  1. FF sagt:

    Gerne gelesen.

    Ich frage mich immer, was wohl die altgedienten Ministerialbeamten in Schröders Ministerium denken, wenn sie mit ansehen müssen, wie plan- und ahnungslos ihre „Chefin“ so durch die Welt stolpert.

    Aber die Herren (und Damen) sind wahrscheinlich an Kummer gewöhnt. Wie ihre Kollegen im Auswärtigen Amt…

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  2. pantoufle sagt:

    Moin, FF
    Artigen Dank auch – den Autor freut das Lob. Wie ich gerade in der Süddeutschen lese, bin ich nicht der einzige, den das wurmt. Selbst ihre Parteigenossen haben wohl die Unwürdigkeit dieser Erklärung begriffen. Eben dort steht noch ein Argument, auf das ich leider nicht von selber gekommen bin: Der „Bund der Vertriebenen“ muß diese Demokratieerklärung nicht machen! Schade eigentlich – da wären dem Meineid Tür und Tor geöffnet!
    Für alle Interessierten
    http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-ueber-extremismusklausel-im-bundestag-union-stellt-schroeders-gesinnungs-tuev-zur-debatte-1.1196588

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  3. Derek Jefferson sagt:

    Meine verehten Herren…
    Über was bitte erregen Sie sich? Erfreuen Sie sich doch an den wirklich bemerkenswerten Meldungen unseres Heimatblattes (NewquayVoice)

    Councillors fight toilet closure threat
    CONFUSION still surrounds the future of Newquay’s public toilets as town councillors call for proper consultation over the closures.
    It follows a letter sent to the town council by Cornwall Council stating that its review has involved a “full assessment of running costs for each individual public convenience”.
    And while some toilets have been put on the retained list, those that haven’t will no longer be funded and the recommendation is for them to close completely.
    These include toilets at Pentire, Chester Road, East…
    Hier im sonnigen Cornwall haben wir die wahren europäischen Probleme, deren Lösung keinen Aufschub erträgt!

    Mit den besten Grüßen

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    • pantoufle sagt:

      Lieber Herr Jefferson
      Sie verzeihen bitte, daß es in Deutschland wieder einmal die nichtendend wollende Diskussion um das recht alte Problem mit den Nazis gibt. Das ist ein Nachkriegstrauma und will behandelt werden – so natürlich auch ein Fall für die Schrottpresse..
      Womit Sie natürlich vollkommen recht haben, ist, daß es dem Menschen erheblich naheliegendere Sorgen gibt, die zu Unrecht aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwinden! Und gerade aus dem Mutterland des Wasserklosetts eine solch niederschmetternde Nachricht zu erfahren, ist in der Tat bestürzend. Wie allgemein bekannt sein dürfte, bekam der Uhrmacher, Mechaniker und Mathematiker Alexander Cumming1775 das Patent Nr.814 auf das immer noch von uns benutzte WC moderner Bauart. Wie die Sage berichtet, erfand er es während einer längeren Sitzung infolge einer Darmverstimmung auf den damals noch üblichen… aber lassen wir das!
      Auch die uns heute vertraute Form aus Keramik geht auf einen Engländer zurück: Thomas William Twyford of Hanley verbesserte die Hygiene des vormals aus Gusseisen, Holz und Blechen gefertigten Gerätes, in dem er zu diesem leicht zu reinigenden und überdies ästhetisch ansprechendem Material griff.
      Wie also leicht zu erkennen ist, hielt England auch auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle in der Welt inne, die gegen Ende des zwanzigsten Jahrhundert und bis zum heutigen Tage nur dadurch getrübt wurde, das es der englischen Industrie nicht gelang, eine gebrauchsfähige Spülamartur zu entwickeln. Besucher dieses liebenswerten Landes kennen die Verblüffung beim Besuch des Badezimmers, wenn man mit einer Unzahl von Wasserhähnen am Waschbecken konfrontiert wird, von denen mit Sicherheit kaltes, seltener auch warmes Wasser aus verschiedenen Spendern präsentiert wird. Um die Abwesenheit von warmen Wasser zu rechtfertigen, wird oftmals mittels eines kleinen Schildes vor den Gefahren von zu warmen Wasser gewarnt. Die Verwunderung erfährt eine Steigerung, kommt es zur Betätigung der Spülfunktion des WC. Muß man nun drücken, ziehen, pumpen oder es am besten gleich anschreien? Der englische Humor hat bei der Beseitigung der eigenen Spuren hohe Hürden errichtet, die den Kontinentaleuropäer gelegentlich am mechanischen Feinsinn der Briten zweifeln lassen. Funktioniert es überraschenderweise doch wie gewohnt, so verrät der Blick auf das Firmenschild der Apparatur dem überraschten Gast einen Namen, den er hier niemals vermutet hätte : Grohe – made in Germany!
      Sehr geehrter Herr Jefferson: Wir kennen uns nun gut genug, als daß Sie meiner Versicherung glauben werden, daß mir nichts ferner liegt, als – gleich in welcher Form – Zweifel an der hohen Kultur dieses von uns beiden verehrten Landes anzumelden. Aber, bei aller Sympathie: Könnte es sein, das es sich bei besagten Toiletten um…äh… sozusagen gebrauchsunfähige Muster handelt? Das es sich hier eher um eine Art – wie soll ich mich ausdrücken… Es gibt im Deutschen das Wort „Notschlachtung“, handelt?
      Ich verbleibe in der Hoffnung, Sie werden mir meinen respektlosen Exkurs nicht nachtragen.
      I have the honour to be, Sir, Your obedient Servant
      Pantoufle

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  4. Derek Jefferson sagt:

    Burn and sunk german Grohe arms

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  5. opalkatze sagt:

    Ach, Derek ist nur dadurchgegangen, dass Welttag des Klos (no joke) war und alle sich bemüßigt fühlten, etwas zum Thema beizutragen. 😛

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  6. Derek Jefferson sagt:

    Mittlerweile ist es gar nicht mehr mühsam. Ich habe mit Politik, sozialen Fragen, Journalismus-, Medien- und Frauenthemen mein Spielfeld gefunden. Ich schreibe auch ganz gute Glossen. Es ist so viel HTML hängen geblieben, daß ich ordentliche Links setzen kann. Und ich habe unglaublich viel gelernt, vor allem aber viele freundliche Blogger, Journalisten und Leser kennen gelernt. Jetzt macht es noch viel mehr Spaß als vorher.

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  7. Derek Jefferson sagt:

    Ich bin auch nur dadurchgegangen
    Ich hatte das Bedürfnis auf den Kommentar der Frau Opalkatze zu antworten- sie duzt mich übrigens-allerdings mit eben der Erklärung, welcher aus ihrem eigenen Blogeintrag stammt und zweifellos; hat sie sich diesen selbst erdacht. Selbsverständlich- heute ist namentlich der Tag der Opalkatzen und der Edelhonigfliegenfängerjournalisten.
    Meine Empfehlung bitte an Ihre Kollegin, sollte sie einmal einen Wunsch haben,werde ich sehen was ich für sie tun kann.

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  8. pantoufle sagt:

    Ich muß gestehen, das ich für einen Moment ein wenig fassungslos war – ich hatte das schon irgendwo gelesen (und hastig überprüft, ob das die Ihre IP ist… ist er verheiratet und seine verehrte Gattin hat sich der Tastatur bemächtigt?… man liest ja soviel von gespaltenen Internet-Persönlichkeiten).
    Na, da bin ich aber beruhigt, daß es sich hierbei nur um ein hervorragendes Copy&Paste Produkt handelt!
    Sie können einen aber auch erschrecken!
    Regards
    Pantoufle

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  9. Derek Jefferson sagt:

    Thank YOU. So nice You appreciated it too.
    Bellissima
    fantastyczna
    Ich bin nicht verheiratet-leider!

    Lancelot Derek Jefferson

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  10. opalkatze sagt:

    Was hab ich verbrochen?

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  11. opalkatze sagt:

    Lieber Derek,
    sag mir einfach, was dir nicht passt, damit kann ich umgehen. Aber nicht mit Andeutungen, Ignoranz oder Voraussetzung der Kenntnis von Zusammenhängen. Bin gerade sehr dünnhäutig und völlig humorlos. Answer or (i) leave it.

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