Finde den Fehler

Die Einhorn-Bratwurst war alle! Ham sie gesagt, die Schweine. Wenn ich schon mal loslaufe und Einhornbratwurst kaufen will, sind die alle! Das ist eines von vielen Dingen die ich nicht glaube.

Bahnchef Richard Lutz betont mit Blick auf den weltweiten Hackerangriff der NSA, sein Unternehmen sei auf solche Bedrohungen vorbereitet. »Die Sicherheit des Bahnverkehrs war zu jedem Zeitpunkt gewährleistet«.
[Deswegen verlagern sie ihre IT jetzt auch in die Cloud. Das soll nie wieder passieren! Der Säzzer]
Im selben Atemzug kündigte Lutz eine Sicherheitsoffensive an:
»Wir bauen die Videoüberwachung an unseren Bahnhöfen massiv aus.[…] Bis Ende 2017 werden wir zusätzlich zu dem bereits geplanten Etat weitere zehn Millionen Euro investieren, um mehr als 1000 Bahnhöfe mit 7000 zusätzlichen Kameras auszustatten.«

»Man fängt keinen Krieg an, oder man sollte vernünftigerweise keinen anfangen, ohne sich zu sagen, was man mit und was man in demselben erreichen will, das erstere ist der Zweck, das andere das Ziel.«

Carl v. Clausewitz

Auch Alexander Dobrindt hat Clausewitz nicht gelesen. Oder Sun Tsu:

»Derjenige, der führet, er stehe für die Tugenden von Weisheit, Aufrichtigkeit, Güte, Mut und geradlinige Klarheit im Denken.«

Dobrindt (CSU) sagte im Bundestag »cyber cyber! Cyber cyber – cyber cyber – und so lange kann keine alleinstehende Frau mehr sicher einkaufen gehen!« Neue Gesetze, strengere als alle anderen zuvor, sowie eine Verschärfung des IT-Sicherheitsgesetzes sind nach Einschätzung des Ministers unabdingbar.
Langsam stellt sich die Frage, warum eine Randgruppenpartei aus dem Süden, deren bundesweiter Stimmenanfall deutlich unter einem Prozent liegt, überhaupt einen Minister nach Berlin abkommandieren darf. Außer vielleicht, um sich im Prenzlauer Berg eine Ferienwohnung zu mieten.

Microsoft liefert wieder einen Patch für Windows XP aus. Sieh an, sieh an! Realität schlägt Kaufleute. Es gibt genügend gute Gründe, das 16 Jahre alte System noch einzusetzen. Als Messrechner mit alter Hardware, Daddelbüchsen, weil die Kiste seit 16 Jahren damit läuft – alles sehr gute Erklärungen und dagegen ist auch gar nichts zu sagen. Auch das Weiterleben von XP in Krankenhäusern ist damit zu erklären. Ein »mal eben« auf eine neue Plattform zu setzen ist unmöglich. Die zum Teil hochspezialisierte Hardware läßt es nicht zu, jedenfalls nicht ohne ein bodenloses Faß an Investitionen.
Im Grunde ist ja auch nichts dabei: Dann muß MS eben Service leisten. Oder XP als Open-Source veröffentlichen.
Außerdem sind 16 Jahre doch gar nicht so alt. Aber es wird vermutlich so sein wie immer: Das nächste Betriebssystem wird ein Verfallsdatum auf der Deckelprägung haben.

All das sind lösbare Probleme. Die gefährlichsten Sicherheitslücken aber werden uns noch lange begleiten. Menschen wie Richard »Conficker« Lutz oder Alexander »Wannacry« Dobrindt.

Irren ist menschlich. Irgendwie.

UpDate:

Und fefe so:

»Oh und wenn ihr das antike Windows einsetzt, weil es auf einem antiken 3rd-Party-Produkt ist, für das ihr keine Patches mehr kriegt, dann könnt ihr dafür auch sonst niemandem die Schuld zuschieben. Das Risiko hättet ihr halt nicht eingehen dürfen. Ich schlage vor, dass ihr jetzt zu dem Hersteller des 3rd-Party-Produktes geht und euch zivilrechtlich gütlich haltet. Das wird alles immer nur noch schlimmer werden, solange ihr diesen Teufelskreis nicht durchbrecht.«

Das, lieber fefe, ist etwas kurz gedacht. Über welche Produkte reden wir denn hier? Wir sprechen über Maschinensteuerung, Messgeräte, Medizintechnik und anderes CPU-unterstütztes Zeug und über einen Zeitraum von etwa 10 – 15 Jahren. Welches Betriebssystem darf’s denn bitte sein? Vista? Vista???
Man kann von dieser Art Technik nicht verlangen, daß sie einen Lebenszyklus vergleichbar einem Ghetto-Blaster aus der Kaufhalle hat. Sich über geplante Obsoleszenz von Geräten beschweren und auf der anderen Seite den Support für langlebige Produkte zu stoppen ist ein Widerspruch. Ich habe Verständnis und Sympathie für jeden Hersteller, der ein langfristig nutzbares Gerät plant, erprobt und baut, dabei mit einer Entwicklungs- und Testzeit von 2, 3 Jahren und einer Nutzungsdauer von beispielsweise 10 Jahren rechnet. Und schon benutzte er – vernünftigerweise – Win-XP, heutzutage vielleicht Linux.
Eine Druckmaschine oder ein Röntgengerät ist glücklicherweise nicht nach 5 Jahren abgeschrieben.

Technisch gesehen besteht ohnehin nur sehr selten der Bedarf von Aufrüstung. Weder beim Bürocomputer in der Gemeindeverwaltung noch bei einer Fräsmaschine in einem mittelständischen Betrieb. Und seien wir doch mal ehrlich: 50% aller Probleme der IT ließen sich theoretisch auch mit Free-DOS erschlagen.

Das eigentliche Problem besteht doch vielmehr in den unterschiedlichen Produktzyklen von Soft- und Hardware. In diesem Fall hat man wohl den Support einer Software zu früh eingestellt. So einfach ist das! Offenbar ist man dem eigenen Gewäsch vom unaufhaltsamen Fortschritt zum Opfer gefallen.

»Und im Übrigen, wenn ihr da ausgelaufene Windows-Versionen ohne Support fahrt, dann gibt es genau niemanden, auf den ihr zeigen könnt. Das ist ein Risiko, das ihr sehenden Auges eingegangen seid. Das jetzt ist die Quittung. Ich habe NULL Mitleid.«

Nö, eben nicht!

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10 Kommentare zu Finde den Fehler

  1. michl sagt:

    Langsam stellt sich die Frage, warum eine Randgruppenpartei aus dem Süden, deren bundesweiter Stimmenanfall deutlich unter einem Prozent liegt, überhaupt einen Minister nach Berlin abkommandieren darf

    Das ist Entsorgung auf CSU Manier. Ist grad kein Skandal zur hand werden die Bunken nach Berlin entsorgt, richten da Schaden an und kommen dem großen Vorsitzenden nicht mehr in die Quere. Und das ganze ist ein one way ticket. Hat fast immer funktioniert, außer beim Horsti, der hat erst das Gesundheitssystem endgültig ruinieren dürfen und kam dann doch wieder und jetzt klebt er wie Dings am Schuh. Obacht im Herbst kommt der Hermann.

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  2. OldFart sagt:

    Hihihi. Passendes zum Thema „Finde den Fehler“.

    Wg. Wannacry: Logikproblem des Tages: Heute an der Arbeit trudelt die Email eines externen Kommunikationspartners ein. Aufgeregter Tonfall. Eilig, Dringend. HTML mit allen aufmerksamkeitsheischenden Formatierungsoptionen, die das so hergibt. Unter seiner Mailadresse würde an alle seine Partner im Adreßbuch eine Email mit Anhang verschickt, in dem dann die Schadsoftware drinsteckt. Zum Beweis der Ernsthaftigkeit seines Anliegens schickt er in der „Warnmail“ ein PDF-Attachment mit, in dem eine offizielle Warnung des CERT vor aktueller Schadsoftware (sprich: Wannacry) in Emails sein soll. Bitte anklicken und lesen!

    Das ist, je nach Absender, entweder saublöd oder sehr raffiniert. Und morgen dann: Unter meiner Mailadresse werden Warnmails mit Anhang verschickt …

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