Fehlermeldung

Ein Teil meines Berufslebens besteht darin, über E-Mail und Telephon Kollegen zu helfen, Fehler und deren Ursachen an elektronischen Geräten zu analysieren – wenn möglich, sie mit Hilfe meiner Glaskugel zu beheben.

Was dabei an erster Stelle steht, ist eine möglichst exakte Beschreibung, was wann zu welchem Zeitpunkt an welcher Stelle geschah. Beschreibungen wie das Device sei „dodgy“ oder „wir vermissen einige Funktionen – streng genommen alle!“ sind zwar für einen Moment ganz amüsant, aber wenig hilfreich. Auch die Situationsbeschreibung wie „jetzt kommt weißer Rauch raus… jetzt nix… warte: jetzt kommt wieder Schwarzer“ kommentiere ich dann mit „Schraub den Deckel wieder drauf; das geschlossenen Gehäuse unserer Geräte diene schließlich dazu, den Rauch nicht rauszulassen. Solange der drinbleibt, ist alles gut!“. Das mag für 5 Minuten ganz lustig sein, aber dann sollte man anfangen, zu arbeiten.

Bei allen Nachrichten über Fukushima und die anderen beschädigten Meiler in Japan wird offensichtlich nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die Fachleute weltweit mit dieser Art von Satire abgespeist. Nur so als kleine Empfehlung an die Verantwortlichen dieser Informationspolitik: Das ist jetzt nicht mehr witzig! Es ist ja nett gemeint, wenn man uns nicht mit technischen Details belasten will, für die wir sowieso zu blöd sind, aber… hey: Die Technik stammt aus den fünfziger Jahren! Jeder, der das Know-How hat einen Bretzelkäfer zu bauen, kann grundsätzlich auch so einen Schrott basteln! Man kann auch technisch Unbedarften erklären, warum man so etwas nicht bauen sollte – oder warum es danebengeglückt ist!

Das Trinkwasser vergiftet, die Fischer an der Ostküste bis auf weiteres arbeitslos, Gemüse und Luft verseucht und das mitten in einem dichtbesiedelten, hochindustrialisiertem Land. Und dazu eine Informationspolitik wie zu Kaisers Zeiten, damit die Verblödungsmaschine aller Kernkraftwerkbetreiber genug Anlauf nehmen kann.

Was haben wir denn heute so? Ah ja: Heute ist weißer Rauch!

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