Etwas mehr Konzentration bitte!

Das Thema Karl-Theodor zu Guttenberg ist nun erschöpfend behandelt – er hat bis zum jetzigen Erkenntnisstand 72% seiner Arbeit von anderen abgeschrieben.

Bei einem Auftritt in Kelkheim/Hessen sagte er, er hätte die mit summa cum laude bewertete Arbeit über das Wochenende noch einmal gelesen und festgestellt, das sie fehlerhaft sei. Er habe “an der einen oder anderen Stelle den Überblick über die Quellen verloren”. Nach eigenen Angaben hat Guttenberg 7 Jahre an seiner Doktorarbeit gesessen – nach nur 48 Stunden Studiums erklärt er sie für Blödsinn.

Der Mann reformiert gerade die Bundeswehr!

Im Fall der Kundusaffäre hat dieser Kriegsminister völlig unübersichtlich agiert, dazu ein Gutheißen von Handelskriegen (wegen dieser Art von Argumentation musste der ehemalige Bundespräsident Köhler seinen Hut nehmen) und die peinliche Hilflosigkeit beim Aufklären des tödlichen Unfalls auf der Gorch Fock – die Fernsehshow mit Johannes B. Kärner am Hindukusch sei hier nur als weitere Geschmacklosigkeit erwähnt.

Was muß man als Politiker in diesen Zeiten eigentlich anstellen, um entlassen zu werden?

 

Update vom 23.2.11

Heute war lustige Fragestunde im Bundestag. Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg geruhte anwesend zu sein. Er hätte am Sonntag zum ersten Mal Gelegenheit gefunden, die fragliche Arbeit zu lesen. Das Protokoll verzeichnete lang anhaltendes Gröhlen. „Nach den Plagiatvorwürfen“, wie er versuchte, dem Eisberg auszuweichen, auf den er gerade mit voller Kraft aufgelaufen war. Die Wahrheit verbirgt sich manchmal in winzigen Details.

Hans-Peter Bartels von der SPD bemerkte, daß der ehemalige Doktor eine ehrenwörtliche Erklärung abgegeben hätte, die Arbeit selber verfasst zu haben. „Was bedeutet Ihr Ehrenwort?“ fragte Herr Bartels und schloss mit den Worten :”Es ist eine Frage der Ehre. Ziehen Sie die Konsequenz und ziehen Sie sie bitte selbst!”

Guttenberg stellte indessen klar, das er auf Grund seiner Aufrichtigkeit nicht nur als leuchtendes Beispiel dienen, sondern zudem weiter auf dem Sessel des Kriegsministers kleben bleiben würde.

Da hallte als sehr, sehr leises Echo das Wort „Ehre“ durch die Hallen. Ungehört, überflüssig zu erwähnen, während man sich geräuschvoll zum Buffet begab.

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