Erste hochamtliche Hochrechnung

Dank guter persönlicher Kontakte der Schrottpresseredaktion zu diversen Umfrageinstituten können wir hier jetzt schon die ersten, sicherlich endgültigen Wahlergebnisse der Landtagswahlen in Baden-Württemberg veröffentlichen. Es geht doch nichts über einen damenaffinen Kampfhund im Biergarten!

Zuerst die gute Nachricht: Stefan Mappus hat erstaunlicherweise darauf verzichtet, wieder mit Wasserwerfern gegen Nicht-CDU Wähler vorzugehen. Die Schlechte: Er hat die Wahl trotzdem verloren. Einer ersten Stellungnahme nach macht er dafür unter anderem die Sondersendung des „Monitor“ vom vergangenen Freitag verantwortlich, in der „nur Unwahrheiten und Unterstellungen über seine politische Laufbahn verbreitet wurden“. Zugegebenermaßen fiel kritischen Beobachtern auf, daß die gesamte Sendezeit nur zur Aufzählung der deprimierenden Fakten über sein bisheriges Wirken ausreichte. „Monitor“ kündigte aber an, die wichtigen Analysen dazu in den nächsten 2 Folgen zu senden.
Es ist wohl mehr als eine Vermutung, daß diese kleine Gedächtnis-Auffrischung des ARD zum Wahlausgang für die CDU beitrug. Auch Mappus kurz nach der Ausstrahlung veröffentlichte Ankündigung, zum Islam zu konvertieren, konnte daran nichts ändern.

Bei der SPD herrschte dagegen schon vor Öffnung der Wahllokale Feststimmung, als bekannt wurde, das man auch in Baden – Württemberg die psychologisch so wichtige 5% Hürde nehmen würde. Als nach einer Korrektur der Umfragewerte absehbar wurde, das man eventuell sensationelle 10% der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte, nahm die Wahlparty orgiastische Züge an. Ein leicht derangierter Nils Schmid sagte gegenüber den versammelten Medien, er werde als designierter Ministerpräsident weder mit der CDU, der Linken, den Grünen oder sonst irgend jemandem zusammenarbeiten. Olaf Scholz in Hamburg hätte das schließlich auch nicht gemacht – warum also er? Alles Weitere würde er am nächsten Tag auf der Pressekonferenz im Konrad- Schumacherhaus sagen und er müsste jetzt leider wieder zurück zu seinem alten Genossen Rainer Brüderle, dem er noch dringend einen ausgeben müsste.

Auch dem hartgesottensten Gegner der FDP war während des Wahlkampfes – kaum traut man sich, dieses Wort zu verwenden – die Scham über den Abstieg der ehemaligen Geschenkpartei anzumerken. Die armselig anzusehende, schlecht gekleidete Wahlkampfgruppen wurden beim Klinkenputzen vor den besseren Hotels schon an der Drehtüre vom Portier abgewiesen; in den schäbigen Absteigen der Vorstädte, in denen sie bis zu den Besitzern vordringen konnten, wurden sie in der Regel schon nach zwei Minuten wieder herauskomplementiert! Weder das Versprechen von Erlassung des Dosenpfands noch kostenloser Müllabfuhr konnten die verhärteten Herzen dieser Kleinkapitalisten erweichen. „Kommt wieder, wenn Ihr euren SCHUFA-Eintrag in Ordnung gebracht habt, hier gibt’s nur gegen Bares!“ waren die rauen Worte, mit denen man ihnen die Tür wies. Draußen warteten dann vielleicht schon hämisch grinsende Punks und Autonome, „Runter von dem hohen, gelben Wagen“ skandierend – verfolgt, angespien und verachtet fand man sich am Abend unter einer Neckarbrücke, solidarisch eine Dose Hansa-Pils von Hand zu Hand reichend. Fast Drei Prozent…bitter, aber wahr: das Bier war hochprozentiger!

Grüne, Jusos, Linke, Bürgerinitiativen, Bahnhof- und Baumschützer haben nach ersten Berechnungen eine großen Anteil der Stimmen auf sich vereinigen können. Wer von wem welche Stimmen wann bekommen hat, wird zur Zeit im Plenum beraten. Auch ein vorläufiges Statement vor der Presse war wenig erhellend, da die Vorsitzenden aller Verbände zusammen an das Rednerpult traten und zeitgleich redeten, während im Hintergrund Georg Schramm herumholzte und gleichzeitig der Mädchenchor „Borkenkäfer“ seinen musikalischen Beitrag lieferte. Alles sehr fröhlich, sehr spontan, aber leider etwas unübersichtlich.

Für viele unerwartet, von Kennern der politischen Landschaft aber erwartet, gibt es dieses Jahr in Baden-Württemberg eine neue Größe, der man die Kraft und die Fähigkeit zutraut, die entscheidenden Impulse zu setzen, die dieses Bundesland so dringend braucht! Wurden sie zu Beginn eher als „Zünglein an der Waage“ gehandelt, entpuppten sie sich sofort als gewichtiger Mauerbrocken, der da in die Schale flog. Die PARTEI, deren Mitglieder als einzige von allen Beteiligten als korrekt gekleidet und deren weibliche Parteigenossinnen als alternativlos gelungene Verbindung von Geist UND Körper auffielen, enthielten sich während des Wahlkampfes unwürdigen Theaters. Lediglich ein kurzer Besuch der PARTEI des „Glashauses“, dem Landtag Baden-Württembergs, bei denen jeder der Parteimitglieder einen Mauerstein der Größe DIN 2DF mit sich trug, führte zu einer zeitweiliger Verwirrung des Wachpersonals, die aber mit der Versicherung, daß „niemand die Absicht hätte, eine Mauer zu errichten“ schnell verflog.
Das klare, strukturierte Programm der PARTEI, bei dem sich kein Wähler benachteiligt sehen muß, sowie das erklärte Ziel, daß Westdeutschland atomkraftwerkfrei wird, wurde wiederholt mit persönlichem „Ich gebe ihnen mein persönliches Ehrenwort: ich wiederhole: mein Ehrenwort!“ bekräftigt – Worte von heutzutage seltener Integrietät der PARTEI wie in Basalt gemeißelt!
Hier war das, was die Wähler erwarteten und erwarten durften! Glaubwürdige Lichtgestalten, rubinrote Aussagen und der unbeugsame Wille zur Macht. Hier ist endlich die Partei, die verspricht, was sie verspricht, weil sie eine PARTEI ist und die sich nicht damit herausredet, ihre Jahrzehnte alte Doktorarbeit letztes Wochenende zum ersten Mal gelesen zu haben!

Diese lang vermisste politische Glaubwürdigkeit belohnt die Wählerschaft in der Art, das in Baden-Württemberg die nächsten 4 Jahre ohne die PARTEI nicht zu regieren ist.

Hier noch der Link zur Internetpräsenz der DIE PARTEI

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