Einwürfe

Mein Satz der Woche: »Mit Rechten reden? Ich muß sie lesen, das genügt.«, gefunden bei Gärtners kritischem Sonntagsfrühstück auf der Titanic. Prägnanter kann man es nicht formulieren.

Auch sehr schön:
»Irgendwie verstehe ich das System nicht, daß man, wenn man etwas über Ken Jebsen wissen möchte, Wolfgang Gehrke, Mathias Bröckers oder Albrecht Müller lesen soll. Wenn ich wissen will, wie Jebsen tickt, dann muß ich mich ausschließlich mit dem, was er selber sagt, befassen und nicht mit dem, was andere über ihn denken.
Alles andere wäre ungefähr so, als würde ich mich damit begnügen, Kinokritiken zu lesen und meinen Freunden zu erzählen, wie toll dieser oder jener Film sei, aber nicht, weil ich ihn selbst gesehen habe und mir deshalb ein Urteil bilden könnte, sondern nur aufgrund der Meinung anderer.«
Mechthild Mühlstein


© Lo Graf von Blickensdorf

Dem ist bis zu dem Moment zuzustimmen, wo das behandelte Thema ein Mindestmaß an Vorbildung verlangt. Sei das geschichtlich oder auch nur die Lektüre einer Betriebsanleitung.
Sonst muß man sich wieder mit Troll-Kommentaren herumschlagen, die in etwa so aussehen:
»Rote Fahne, Albrecht Müller (NachDenkSeiten), Rubikon-News, Pedram Shahyar, Rüdiger Lenz (Mahnwache), Neues Deutschland, Tom Wellbrock (Neulandrebellen, NachDenkSeiten), Die Bandbreite, Daniele Ganser, Popcorn, NuoViso, Frank Höfer, AZK, Ken Jebsen, Wojna, Klagemauer.TV, Der Truther ‘Freeman’ rechnet mit anderen Truthern ab, höhöhö…«

Nein, diese Kommentare lesen sich tatsächlich buchstabengetreu genau so und finden in letzter Zeit wieder Verbreitung in Blogs. Mit dem vernünftigerweise als Anonym auftretenden Autor diskutieren…
Wie soll ich es formulieren? Man sollte einem mehrfach überführten, kriminellen Brandstifter keine Nachhilfestunden in der Chemie von Brandbeschleunigern geben. Allein aus Gründen der Pietät gegenüber seinen zahlreichen Opfern. Und so schließt sich der Kreis zu Stefan Gärtner. Hufeisenförmig sozusagen.

Neues aus dem Bundestag? Dazu hat der geschätzte Kollege Flatter bereits alles gesagt.
P.S. Der Flug von Jamaika nach den Bahamas dauert 1 Std 25 Min.

Neues aus aller Welt: Zimbabwe! Der Günter Schabowski Afrikas, Robert Mugabe, verwechselt das Manuskript. Eigentlich sollte der 93-jährige heute seinen Rücktritt bekanntgeben. Statt dessen kündigte er die Leitung eines Kongresses der Regierungspartei ZANU-PF im Dezember an, die sich mit den anstehenden Problemen Zimbabwes beschäftigen soll.
Trotz dieses sehr »abendländisch« erscheinenden Auftritts steht Mugabe in der Kritik des bundesdeutschen Blätterwaldes.

Schönste Beschriftung einer Autobahnbrücke auf der Rückreise aus Düsseldorf gestern: »Rahn sollte jetzt schießen.« Nächste Brücke: »Tor, Tor, Tor!«
Man sollte viel mehr über Fußball… oder Katzenbilder.

Und Anonymaus springt in kleinen Dreiecken um sein Tablettenschälchen 😀

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20 Kommentare zu Einwürfe

  1. dergl sagt:

    Zum letzten Punkt (Autobahnbrücke) kann ich dir etwas sagen: Das wurde gemacht als das Ruhrgebiet und Essen stellvertretend dafür 2010 Kulturhauptstadt wurden. Weil meine Mutter daher stammt weiß ich wie die Strecke vorher aussah. Eine Seite Graffitti Rebellion ist gerechtfertigt – Mao Tse-Tung, andere Seite Graffitti Marihuana, ich brauche dich wirklich Dirk König. Seit irgendwann vor 1986. Da wirkte die Marketing-Maßnahme (hast du die mit dem Fußball und der Demokratie auch gesehen?) richtig befremdlich gegen. Vielleicht züchten die auch mal ‘ne neue Katzenrasse, das kommt dann bei der nächsten Modernisierung…

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    • Pantoufle sagt:

      Moin, Dergl

      Danke erst mal für den Hinweis – ich dachte mir schon eine staatsgetragene Ursache. Dafür waren die Buchstaben zu fest in Eisenguß gegossen und zu wenig bunt. Die Kommentare auf der Rückseite der Brücken bei Essen habe ich natürlich nicht gesehen. Aber immerhin stand da nicht »Schlesien bleibt unser« oder »Seht auf diese Stadt!« »Rahn sollte jetzt schießen«, fand ich recht bürgernah.

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      • dergl sagt:

        Ist es auch, also bürgernah. Der Friedhof, auf dem Rahn begraben liegt ist von der U-Bahn-Haltestelle, die ungefähr auf der Höhe liegt fußläufig zu erreichen und er hat wohl auch zuletzt in dem Stadtteil gewohnt. Das Fußballthema zieht sich auch über einige Häuserfassaden in der Ecke. Wenn man sonst nichts hat, nimmt man halt’n Fußballweltmeister.

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  2. Siewurdengelesen sagt:

    Katzenbilder wären in Ordnung. Bei Fussball kann ich soweit mitgehen, dass der Ball meistens rund ist.

    Bei den Kopulationsverhandlungen ist am Ende auch das zu Erwartende heraus gekommen;-)

    Immerhin sind die Grünen über ihre Grenzen gegangen, nachdem Kretsche vorneheraus gezetert hat und hintenrum vermutlich noch einmal dezent an den Futtertrog erinnert hat, den er inzwischen selbst zu schätzen weiss. Da musste doch noch etwas gehen…

    …und der Rest? Ich fühle mich in so einem regierungslosen Schland gar nicht so unwohl. Das hat ja fast schon etwas Archaisches – äääh Anarchisches und die FDP probt den Aufstand, bekam aber nur den Fuss aus dem Bett.

    Irgendwann werden sie sich doch finden und die ehemalige zukünftige Geschiedene SPD ist vielleicht dann die neue alte Braut, die sich nicht traut. Da weiss man wenigtens, was man hat – hehe. Polischtisch ändert sich da sowieso nix, weder bei der jetzt verkackten als auch bei der möglichen neuen Regierung. Vielleicht wursteln am Ende doch schon die ganzen frustrierten ehemaligen CDUler wieder mit ihren alten Kollegen zusammen und man muss nur noch die Medien soweit bringen, dass Ganze zu verkaufen als die einzige Option zum Regieren, eine alternativlose AfD sozusagen.

    Dann ist es jetzt aber allerhöchste Zeit, endlich Bernays “Propanganda” zu lesen, an dem ein hier nicht näher erwähnter, geschasster Moderator maximal mit dem grossen Zeh hängen geblieben sein kann.

    Ähem – wann geht das gleich noch mal los mit den Katzenbildern?

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    • Pantoufle sagt:

      Katzenbilder…hmmm… hab ich gerade nicht auf Lager. Also nicht so direkt. Aber ich hätte was anderes – auch ganz anschmiegsam. Mußt Du aber vorher Dein Volume vom Rechner auf 11 drehen. Mein Lieblingssong von der neuen Scheibe.

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      • OldFart sagt:

        Im schulischen Musikunterricht wird gemeinhin “Die Moldau” als symphonisches Meisterwerk vorgestellt, weil es Smetana mit der Tonmalerei gelungen ist, Bilder heraufzubeschwören – wie sich ein hurtiges, munteres Bächlein zu einem gravitätischen Fluß wandelt, der sich dann im Finale in die Elbe ergießt.

        Wendet man diesen Gedankengang auf das hier vorliegende Werk an, entstehen in mir Bilder von einem lange stillgestandenen, trockengefallenen Schwerlastmotor, der ohne Schmiermittel und mit roher Gewalt in Gang gesetzt wird. Da kratzen die Kolbenringe knirschend über den verranzten Grind an den Zylinderwänden, die festgebackenen Kugeln in den gleichnamigen Lagern mahlen knarzend den angesetzten Rost zu feinem Staub, eingetrocknetes verhärtetes Fett zersplittert unter Druck und Bewegung wie Glas und bröselt aus allen Ritzen, man meint sogar in der Arhythmik das Husten der Fehlzündungen zu hören … you get the picture.

        Wers mag. Ich leide aber und greife reflexartig nach einer Dose WD40, um dem geschundenen Opfer zu Hilfe zu eilen. Immerhin paßt es ins Blog, in die Rubrik “Ackerschlepper”, denke ich.

        *Klick*. Stille. Herrlich.

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        • Pantoufle sagt:

          Husten der Fehlzündungen… OldFart, OldFart – da mußt Du nur genauer hinhören. Der Drummer Thomas Haake ist momentan das Heißeste, was der Progressive-Metal zu bieten hat!
          Man muß sich nur etwas daran gewöhnen, wie an alle guten Dinge. Auch Ackerschlepper haben eine Ästhetik, die man sich erst einmal erarbeiten muß.

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      • Pjotr56 sagt:

        Nun, jeder hat halt seinen individuellen Musikgeschmack und das ist gut so.
        Wer nicht so auf Progressive-Metal steht, wie ich, findet vielleicht Gefallen an:
        Laika lebt.

        https://www.youtube.com/watch?v=bKmOzlWzezw

        GEBT DEM NACHWUCHS EINE CHANCE!

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  3. GrooveX sagt:

    zu deinem wordpress: deine eingebundenen bilder oben quälen sich mühsam durch die leitung, schon seit ein paar tagen. 815 kb für das frettchen sind zwar viel, sollten aber nicht so lange aufbauen. normalerweise tut es das auch nicht. aber vielleicht sind die bilder dann auch nur 150 kb oder so.

    edit: bei normaler qualle geht es locker auf 80 kb runter, ganz ohne viel arbeit.

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  4. Pantoufle sagt:

    Das Frettchen ist jetzt knapp 60k groß und eine jpg. Das müßte etwas flotter laden. Tschullige!

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  5. Pantoufle sagt:

    Das muß ja gar nicht immer Metal sein. Da gibt es jemaden, mit dem ich mal auf Tournee war. Immer wenn ich sie singen höre… sie singt so, wie Tikerscherk schreibt. Gruß an Tiker

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  6. Pantoufle sagt:

    Föllig OT. Wie werde ich ein belesener Fascho-Troll?

    Fußnoten und Literaturhinweise leichtgemacht! Heute: Das kleine braune Buch!

    Wie man es auf keinen Fall machen sollte:

    ² Hans-Ulrich Wehler: Soziologie des Totalitarismus. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 16 (1964), S. 160-168 (160).

    Viele, viele besser:

    Und wenn man suggerieren will, ein Meister im buchen zu sein, besser gleich so:

    Quelle: Internet!

    Das war ein Kuss.

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  7. Pantoufle sagt:

    Ironie ist ein süßlich schmeckender Brotaufstrich!

    Es ist ein eigenartiges Phänomen, das erste Buch seines Lebens für das Bedeutendste der Literaturgeschichte zu halten. Besonders peinlich kann das beim Werk eines unbedeutenden Amateurhistorikers der sechziger Jahre werden mit Beispielen sein, die jedes Kind der Grundschule im 7. Schuljahr lernt.
    (Aus dem Buch des Lebens von Pantoufle)

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  8. Pantoufle sagt:

    Hmmm! Da meine Beurteilung des neuteutonischen Turbohistorikers Hurra@Patriot offenbar nicht genehm ist:

    »Es handelt sich m.E. (bei Shirer) dabei um drei Hauptschwächen:

    1. Die Gesamtansicht des Autors von der deutschen Geschichte ist in kaum glaublichen Maße primitiv, so daß sich ihm viele der wichtigen Fragen gar nicht stellen, welche sich dem Historiker bei beim Studium der nationalsozialistischen Zeit eigentlich aufdrängen müßten.
    2. Die erforderliche Ausgewogenheit in der Behandlung des Gegenstandes fehlt völlig. Ihr Wert ist vielmehr durch auffällige Lücken beeinträchtigt und zwar gerade in den Teilgebieten, auf welchen für die geschichtliche Erforschung des Nationalsozialismus noch Dringendes nachzuholen wäre.
    3. Viele Interpretationen des Verfassers verraten eine ganz erstaunliche Unfähigkeit, in das eigentliche Wesen eines modernen, totalitären Staates einzudringen.
    4. Das Buch hält mit dem gegenwärtigen Stand
    (1962!) der historischen Forschung auf dem behandelten Gebiet in keiner Weise Schritt.«

    Klaus Epstein, Münchener Institut für Zeitgeschichte, Jahrgang 10 (1962), Heft 1, S. 2

    Da findet ein Buch seinen Leser

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  9. Pantoufle sagt:

    Ohje… jetzt bekommt er gleich einen Herzschlag, der Gute. Zitiert den »Hitler-Experten« Roper und einen gewissen H.B.Kranz.
    Wie einfach wäre das Leben doch, wäre das erste Buch »Pippi geht an Bord« gewesen. Oder ein abgeschlossener Schulabschluß, bei dem man wörtliches zitieren gelernt hat.

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