Ein weiterer großartiger Sieg

Einen Schritt weiter auf der Leiter der glänzenden Erfolge westlicher Diplomatie. Russland gibt nach, Kerry verkündet, Steinmeier gibt zu bedenken, Merkel gratuliert, Obama droht verhalten.
Die Schrottpresse fühlt sich schlecht informiert. Oder sollte man besser sagen »gar nicht«? Das Genfer Verhandlungsergebnis kann eigentlich schlecht das Ergebnis der Multimediashow Putins sein; da muß noch etwas anderes passiert sein. Auch der etwas wirre Auftritt Edward Snowdens war wohl weniger einem sachlichen Beitrag zur Lage als einem moralischen Wink in Richtung US-Administration geschuldet.
Was passierte also tatsächlich?

Wir werden es wohl nicht erfahren. Das nachvollziehbare Bedürfnis, sich das positive Ergebnis des Gipfels unter den Nagel zu reißen, haben alle Beteiligten. Und weil das Ergebnis in Anbetracht der Eskalationen der letzten Tage wenigstens beruhigend ist, will man auch gar nicht so sehr nachfragen. Es bleibt die Hoffnung, daß die Beschlüsse erst einmal Realität werden – dann kann man weitersehen.

Die Frage nach der Qualität der Berichterstattung bleibt allerdings. Die war vor Monaten schon mies, ließ im Laufe der Ereignisse stark nach, um sich dann noch weiter zu verschlechtern. Ein Armutszeugnis für die sogenannte Qualitätspresse. Die überwiegende Mehrheit des Publikums scheint diese Einschätzung geteilt zu haben. Verfolgt man Leserbriefe und andere Reaktionen auf die tendenziöse Berichterstattung, wird klar, daß es nicht gelang, die verordnete Botschaft erfolgreich unters Volk zu bringen. Zu groß die Widersprüche, zu einseitig die Berichterstattung. Ein weit verbreitetes Unbehagen darüber, daß es wohl »irgendwie falsch laufe«, das aber nicht aus den kolportierten Gründen.

Manchmal braucht man jemanden, der es einem erklärt. Selten findet sich jemand; in diesem Fall aber doch. Die etwas älteren werden sich vielleicht an die Journalistin Gabriele Krone-Schmalz erinnern, die zwischen 1987 und 1992 als Korrespondentin im ARD-Studio Moskau bekannt wurde, von wo sie über den Zerfall der Sowjetunion berichtete. Zwischen 1992 und 1997 moderierte sie den »Kulturweltspiegel«. Frau Krone-Schmalz erfreut sich auf der Schrottpresse großer Sympathie und diese gute Meinung wurde durch ein Interview vom 16. April diesen Jahres wieder einmal bestätigt.

Transkriptionen sollen nicht zur schlechten Angewohnheit dieses Blogs werden, aber in diesem Fall lohnt es wirklich. Für die Hörer unter meinen Lesern noch der Link auf das Video bei Youtube, aber wer lesen kann…

Frau Krone-Schmalz. Wir Medien kriegen in den letzten Wochen sehr viele Zuschriften. Printredaktionen, Hörfunkredaktionen und Fernsehredaktionen zugleich, von Zuschauern, von Usern, die sich beschweren über unsere Russland – Berichterstattung, die eine gewisse Einseitigkeit feststellen. Können Sie das teilen?

Das kann ich teilen. Ich kriege diese Mails und diese Zuschriften ja auch. Das ich kann teilen, weil es sind in der Tat Fehler gemacht worden. Die kann man auch benennen.
Ein großer Fehler hat sich eigentlich schon Ende letzten Jahres abgespielt. Man hätte im Zusammenhang mit der Ukraine viel, viel früher das EU- Assoziierungsabkommen, über das ja jeder geredet hat, mal erklären sollen. Ich gehe mal davon aus, daß die meisten unserer Kollegen dieses Abkommen nicht gelesen haben, sonst wäre wären sie möglicherweise über Paragraph 7 gestolpert, darin ist nämlich von militärischer Zusammenarbeit die die Rede, zum Beispiel. Von Konvergenz auf diesem Gebiet. Also wir, die Medien, hätten zu einem frühen Zeitpunkt wissen müssen – und auch verkünden müssen – daß dieses Assoziierungsabkommen die Ukraine zerreißt.

Das stimmt sicherlich. Das beantwortet aber nicht die Frage, wo diese Kluft herkommt zwischen öffentlicher Meinung und veröffentlichter Meinung, diese Kluft zwischen Journalisten und Publikum. Ich meine, die meisten Leute dieses Publikums die sich jetzt beschweren, die werden dieses Assoziierungsabkommen auch nicht gelesen haben.

Das mag schon sein. Ich will vielleicht erst mal ein paar offensichtliche Fehler aufführen, um dann auf die Kluft zu kommen.
Wenn Sie mal darauf achten, wie präzise oder unpräzise mit Begriffen umgegangen wird: Europa und EU ist nicht das selbe und es ist sehr oft Europa genannt, wenn EU gemeint ist und Bürger sind offensichtlich nicht so dumm, daß ihnen das nicht auffällt. Oder in der Berichterstattung über Russland – da weiß ich es nun besonders; bei dem anderen will ich mich nicht aus dem Fenster hängen – ist sehr, sehr oft von »wohl«, »offensichtlich«, »vermutlich«, »wahrscheinlich« so in der Richtung die Rede. Die Fragen, die von den Kollegen in den Studios kommen, sind ja auch darauf ausgerichtet. Was glauben sie , was denken sie, was meinen sie und ich denke, da müßte man sich viel öfter verweigern. Auch das merken Zuschauer.
Und dann – und ich glaube, das merken sie ganz extrem – diese entlarvenden Automatismen. Also wenn beispielsweise der Moderator im Studio fragt den Kollegen vor Ort: »Droht der Ostukraine jetzt das gleiche Schicksal wie der Krim?« Das darf nicht sein!
Das gehört da nicht hin. Oder wenn von pro-russischem Mob die Rede ist und dieser Begriff es bis in die öffentlich-rechtlichen Nachrichten schafft.
Also: Diese Kluft zu erklären ist sicher schwierig, aber ich habe den Eindruck, daß Bürger, die ja nun mal in einem System leben, daß man demokratisch nennt und die ja irgendwann auch in Lage kommen, Entscheidungen treffen zu müssen auf einer soliden Grundlage; daß Bürger sich ein gutes Gespür dafür bewahrt haben, daß die Welt nicht nur in gut und böse zu unterteilen ist, daß man genauer hingucken muß, daß sie mehr Hintergründe wollen, auch wenn sich das manchmal durch die Quoten nicht zu bestätigen scheint und daß sie dann rebellieren, wenn hundert Jahre nachdem der erste Weltkrieg ausgebrochen ist, man an einer Stufe steht wo man ernsthaft Angst haben muß, daß durch eine unprofessionelle Entscheidung – um es mal so zu sagen – vorbereitet durch unprofessionelle arbeitende Medien etwas passiert, was wir alle nicht überleben.

Was meinen Sie damit: unprofessionelle Entscheidungen, unprofessionell arbeitende Medien?

Ich gehe davon aus, das Menschen, die über Krieg und Frieden zu entscheiden haben, das sie sich vorher überlegen, was sie sagen, was es auslösen kann. Das meine ich mit professionell in der Politik und mit professionell in den Medien meine ich, daß wir verpflichtet sind in unserem System der Demokratie, Interessen – egal wo sie ihren Ursprung haben, ob in Washington, in Moskau, in Peking, in Brüssel – das wir Interessen auch beim Namen nennen und den Bürgern darlegen und nicht die einen Interessen weiß malen und die anderen Interessen schwarz malen.
Und das passiert mit Blick auf Russland eindeutig.

In wie fern? Welche Interessen müßten wir beim Namen nennen?

Das Eu- Assoziierungsabkommen ist ja über weite Strecken so dargestellt worden als sei es eben die Tür in den Westen, in die Freiheit, in das was alle Ukrainer oder die Ukrainer als Ganzes will. Es ist sehr sporadisch – und man muß schon danach suchen – darüber geredet worden, daß natürlich die EU auch Interessen daran hat, die Ukraine rüberzuziehen. Das dann natürlich in so einem Moment beide Interessen – die von Moskau und die von Brüssel – ein Rolle spielen: Das ist die Aufgabe von Medien, darüber zu reden. Das ist am Anfang nicht passiert.

Was ist statt dessen passiert?

Das wissen Sie genau so gut wie ich!
Statt dessen ist passiert, daß man Brüssel als Hort der Freiheit, des Wohlstandes, der Chancen für die Ukraine dargestellt hat (was ja so sein kann, aber nicht nur so ist) und aus Moskau automatisch – alles was aus Moskau kam – mit einem negativen Vorzeichen versehen wurde. Was ja so weit geht (und ich finde, das dürfen Journalisten nicht mitmachen), das auch Vorschlage, über die man zumindest diskutieren kann – welche Konstruktion soll jetzt die Ukraine bekommen, wie geht man jetzt damit um, wie kriegt man es hin, daß EU-Einbindung und Zollunion, Eurasische Union, daß das irgendwie zusammenpasst – das wenn solche Vorschläge aus Moskau kommen: Daß das nur russische Propaganda ist. Das ist mir einfach zu primitiv in meinem Job!

Aber war das wirklich ausschließlich so?

Nein, das war natürlich nicht ausschließlich so! Aber es reicht ja, wenn der Mainstream so ist!
Und was mich erfreut, ist, daß wir offensichtlich nicht nur den sogenannt mündigen Bürger haben, sondern den mündigen Bürger haben, der sich das auf die Dauer nicht gefallen läßt.

Aber das heißt, in den Argumenten, mit denen sich unsere Zuschauer beschweren in den letzten Wochen: An den Argumenten haben Sie nichts auszusetzen – die Argumente teilen Sie ja. Im Prinzip liegt es an der Berichterstattung?

Was: An der Berichterstattung?

Die Beschwerden, die wir bekommen, sagen ja: Ihr berichtet einseitig, ihr guckt nicht genug nach Moskau , ihr versteht nicht, welche Interessen die Russen haben,

… ihr erklärt es nicht richtig… Ja!

Das teilen Sie?

Ja. So wie ich das erklärt habe – so wie ich das erklärt habe: In den Punkten teile ich das! Sagen wir mal so: Es grenzt ja an Selbstmord, wenn man Kollegen kritisiert! Nichts desdotrotz, finde ich, muß es sein, wenn man selber eine bestimmte Auffassung von seinem Job hat und sieht, daß manche Dinge nicht so laufen, wie ich sie machen würde. Ich finde, für eine realistische Berichterstattung – egal über Russland, über Afrika, über Sonstwas – muß man sich erst mal intensiv auseinandersetzen mit bestimmten Freund-Feindbildern die aus welchen Gründen auch immer entstanden sind. Dann muß man sich die bewußt machen und man muß die immer wieder durchfiltern. Und dann, finde ich, muß man – egal, ob einem die bestimmten Protagonisten nun sympathisch sind oder nicht – dann muß man sich zumindest mal anhören, was diejenigen zu sagen haben und nicht das (und das ist auch ein großer Fehler der Medien gewesen – für meine Begriffe – der Politik auch; aber mit der habe ich nichts zu tun), daß man von Anfang an Putin nie ernst genommen hat; weil »wie der schon aussieht!« und der kommt ja aus dem KGB. Das interessiert uns Richtung Westen niemals!
Also diese Dinge! Das gehört für mich zu seriösem Journalismus von allen Seiten: Das so neutral wie möglich dem Grenzen gesetzt sind, darzustellen. Und das ist mit Russland nicht der Fall!

Das heißt, Sie würden behaupten, daß Medien Putin nicht ernst nehmen, seine Argumente nicht ernstnehmen, sondern in einer Art Reflex quasi automatisch auf die andere Seite wechseln und sich von ihm distanzieren, ihn beschuldigen? Wie würden Sie das beschreiben? Ist das eine Art Reflex?

Möglicherweise auch eine Art Reflex. Es hat auch was von Bequemlichkeit. Wenn ich gegen den Strom schwimme, dann muß ich gut munitioniert sein, damit ich gute Argumente habe. Wenn ich das mache, was alle machen, wird mich keiner fragen und ich bin schneller fertig mit meinem Job.

Und das ist Ihrer Meinung nach passiert?

Hab ich doch gesagt!
[Das Lächeln zu dieser Antwort muß man gesehen haben! Der Säzzer]

Aber nun muß man ja auch sagen: Sie saßen bei Anne Will in der Talkshow und konnten Ihren Standpunkt vertreten. Es gibt auch immer wieder kritische Kollegen. Die FAZ hat ein längeres Essay von einem Strafrechtler veröffentlicht, in dem erklärt wird: Nein, das war keine Annexion was in der Krim passiert ist, nein, das war nicht per se völkerrechtswidrig – zumindest nicht der Anschluß der Krim -; es gibt ja diese Stimmen da draußen.

Das ist ja auch das, wofür ich nicht zur Verfügung stehe. Mein Weltbild ist – egal in welcher Richtung – nie entweder/oder. Das ist mir zu primitiv. Es heißt ja nicht, wenn Mainstream über Russland in eine bestimmte Richtung geht, über die sich mittlerweile die Bürger aufregen, weil sie sagen »so kann es nicht sein«. Das heiß ja nicht, daß alles falsch ist. Natürlich finden Sie immer überall immer mal Artikel, wo ich mich auch freue und denke »endlich mal!« Dieser Kollege, der über das Völkerrecht geschrieben hat: Da kann man ja mal fragen, wieviele Zeitungen der vorher kontaktiert hat… Zum Beispiel!
Also ich freue mich darüber, wenn die Bandbreite mal zu sehen ist, aber den Eindruck, daß auf der Hauptstraße mit diesen ganzen Unterschwelligkeiten etwas nicht stimmt Richtung Russland – den teile ich und den kann man auch daran festmachen: Für mich ist Journalismus – egal, ob ich die Typen, die ich interviewe gut finde oder nicht – , das hat auch was mit Respekt zu tun. Und mit Blick auf Russland ist fast immer Häme oder ein Vokabular wie »angeblich« oder »soll so« oder »hmm: Ob das wirklich so ist?« Ich hab in einem meiner Bücher mal ein ganzes Kapitel mit dem Titel »zweierlei Maß« überschrieben und habe da eine ganze Reihe Beispiele gesammelt. Da könnte man eine Lose-Blatt-Sammlung daraus machen und das ist auch ein schönes Forschungsthema.

Für die Unterschwelligkeiten, von denen Sie sprechen? Könnten Sie da noch mal ein paar Beispiele nennen? Was sind das für Unterschwelligkeiten in der Berichterstattung?

Zum Beispiel »pro-russischer Mob«. Das geht gar nicht! Wir haben nie »pro-europäischer Mob« gesagt! … hätte man machen können.
Was auch nicht geht, das was sich jetzt im Ostteil der Ukraine abspielt, wird immer verglichen mit der Krim. Warum wird das nicht verglichen mit den Vorgängen in Kiew? Das wäre die bessere Parallele, bringt uns aber in ein Durcheinander in unserer Argumentation. Das ist ist eines. Oder im Grunde genommen auch die Schlagzeilen, die es so gibt: »Russland zündelt« oder »Wer stoppt Russland?« Das sind alles so Dinge, – finde ich – die für eine Schlagzeile vielleicht gerade noch so zu verkraften sind, aber Prinzip, in einer solchen Situation, wir uns mit unserem Verantwortungsbewußtsein als Journalisten nicht leisten sollten.

Ich hab mir mal die Mühe gemacht, die großen Talkshowtitel der letzten Wochen herauszusuchen. »Putin, der Große«, »Wie gefährlich ist Russland?«, »Putins Machtspiele«, »Gibt es jetzt Krieg?«, »Putin weiter auf dem Vormarsch!«, »Spielt Putin mit dem Feuer?«

[Sie unterbricht ihn] Genau! Putin, Putin, Putin! Als ob Russland nur aus Putin bestünde! Übrigens – ich weiß ja nicht, ob das auch noch irgendwo hinpasst… aber einer der Fehler die wir machen, wir Medien, ist, das wir den Fokus auf Dinge legen, die eigentlich keine Bedeutung haben. Also beispielsweise Herr Klitschkow als Oppositionsführer in der Ukraine. Das ist ein Witz! Also jeder zweite Ukrainer lacht sich tot darüber! Wir hatten eine Zeit, da haben wir den Schachspieler Karpow – der war mal ein Konkurrent von Putin… also in Anführungszeichen ein Konkurrent, der wurde von uns hochgehyped. Der hatte in Russland überhaupt keinen politischen Rückhalt! Die wirklichen oppositionellen Politiker sind farbloser, die sind nicht so… Die kennt hier keiner. Und was die an Arbeit machen, ist sehr unspektakulär, aber nichtsdestotrotz sehr wirkungsvoll.
Um das zusammenzubinden: Ich bin ohnehin der Auffassung, wenn man von anderen Ländern etwas mehr begreifen will, dann darf man sich in der Auslandsberichterstattung nicht immer nur auf die exorbitanten Dinge, auf die außergewöhnlichen Dinge, auf die explosiven Dinge stürzen, sondern man viel mehr versuchen, vom Alltag zu transportieren, weil dann hat man eher die Chance, ein Land zu verstehen.
Ich habe versucht, so zu arbeiten.

Wenn das jetzt alles stimmt, was Sie sagen, wenn die Berichterstattung wirklich so einseitig war und all diese Fehler begangen wurden. Worauf ist das zurückzuführern? Ist das wirklich pure Bequemlichkeit, wie wir das gerade schon andiskutiert haben und ein einfaches Freund-Feind-Schema, was da bedient wird? Worauf ist das zurückzuführen?

Ich glaube, es wäre dringend nötig, da auch ein Forschungsthema draus zu machen. Es gibt darüber eine sehr interessante Bachelor-Arbeit, die das Russlandbild in Deutschland untersucht hat und das ist nicht uninteressant, was dabei herausgekommen ist. Jetzt so aus dem Stehgreif, denke ich, kommen ein paar Dinge zusammen. Daß immer noch nicht überwundene Ost-West-Denken – es ist einfacher zu sortieren, wenn man die Welt in gut-böse unterteilen kann und – und das verhehle ich ja gar nicht: Heutzutage stehen Journalisten ja zeitlich mehr unter Druck, als ich das in meiner aktiven Zeit gestanden habe. Es ist sicher ein Vorteil, wenn man wegen der Technik in der Lage ist, ganz schnell zu reagieren. Aber es ist ein Nachteil mit Blick auf Recherche, mit Blick auf nochmal Absichern, mit Blick auf noch mal nachdenken, bevor man irgend etwas sagt. Und sich da zu wehren, dazu brauchen Sie ein breites Kreuz. Aber das erwarte ich von Journalisten.

Die Tatsache, daß offensichtlich die Leute da draußen das offensichtlich merken und das auch kommunizieren – was bedeutet das?

Das bedeutet für mich Hoffnung, muß ich ehrlich sagen, weil es offensichtlich nicht so ist, daß sich Menschen weniger interessieren für komplizierte Zusammenhänge – was ja manchmal aus den Quoten so abzulesen ist oder man glaubt es aus den Quoten abzulesen –, sondern daß es immer noch einen Bodensatz von politisch interessierten Menschen gibt, die selber nachdenken, die sich auch wehren, denn das ist für mich der Tod einer rechtsstaatlich verfassten demokratischen Gesellschaft, wenn sich keiner mehr wehrt.

Das Problem ist so ein bisschen, was uns da an dieser Welle der Kritik entgegenschwappt ist, das es eine sehr heterogene Welle ist. Da sind Verschwörungstheoretiker dabei, da sind Leute vom rechten Rand dabei, da sind Amerikahasser dabei, da sind aber auch sehr viele Vernünftige dabei, mit denen man sich eben argumentativ auseinandersetzen muß als Medien. Wie beurteilen Sie das, diese Sammelbewegung?

Das ist auch eine ganz heikle Geschichte. Ich kenne viele – auch Kollegen, oder Freunde; egal – die sich bei manchen Themen zurückhalten, ganz bewußt zurückhalten, weil sie eben nicht vor falsche Karren gespannt werden wollen. Das ist eine Gefahr und diese Gefahr bin ich oft eingegangen. Aber ich finde, man kann nicht die richtigen Themen den falschen Leuten überlassen und man muß dann eben so gut vorbereitet sein, daß man, wenn man Argumente bringt, wenn man sich wehrt, daß man sich von denen, mit denen man nichts zu tun haben will, deutlich absetzt. Das geht! Aber auch das ist unbequem. Aber nötig.

Jetzt will ich noch mal auf die Berichterstattung über die Krim zurückkommen, weil dieser Merkel-Artikel mich auch schon beeindruckt hat. Wie haben Sie den Tenor der Berichterstattung wahrgenommen?

Der Tenor der Berichterstattung war ganz einfach: Alle haben sofort den Begriff Annexion gebraucht und der Begriff Annexion ist völkerrechtlich falsch! Zumindest kann man darüber diskutieren, ob er richtig ist – ganz vorsichtig gesagt. Fakt ist – und das haben die meisten, die über Völkerrecht geredet haben – nie so ausgedrückt… Fakt ist, daß das Völkerrecht zumindest zwei widerstreitende Prinzipien in sich vereint. Das eine ist die territoriale Integrität, also die Unverletzlichkeit der Grenzen; das ist da drin, in der UN-Carta und in vielen anderen Dingen und das andere Prinzip – nicht weniger wichtig – ist das Selbstbestimmungsrecht. So! Und nun muß man von Fall zu Fall gucken: Was schlägt was? Und es kann nicht sein – und da haben offensichtlich Bürger ein feineres Empfinden für – es kann nicht sein, daß wir Selbstbestimmungsrecht für bestimmte Gegenden der Welt akzeptieren und für andere Gegenden nicht akzeptieren. Also wenn sich 90% der Montenegriner für die EU entscheiden, dann finden wir das ein tolles Ergebnis. Aber wenn sich 90 oder 97% der Bewohner der Krim für Russland entscheiden, dann sagen wir: Das kann ja nicht stimmen! Also, ein bisschen mehr Zurückhaltung und ein bisschen mehr Differenzierung! Und mit dem Völkerrecht zu argumentieren und zu sagen, die Russen haben auf jeden Fall das Völkerrecht gebrochen – es gibt Teile, wo das so ist, aber auf einer anderen Stufe.
Dann lösen die damit im Prinzip ja eine Grundlage für eine Entscheidung aus. Und das ist gefährlich.

Aber wenn Sie gerade das Referendum ansprechen: 97%! Das wurde ja in den deutschen Medien breit berichtet, daß es das Referendum gab, auch daß es fair verlief und daß tatsächlich die Krimbevölkerung sehr stark pro-russisch ist und offensichtlich zu Russland gehören möchte. Das wurde ja schon berichtete

Das wurde berichtet, aber im Grunde wurde ja auch berichtet, daß das Referendum offensichtlich auf einer völlig falschen Basis stattfindet; also auch Null und Nichtig ist im Grunde, weil die russische Militärpräsenz da war, die dafür sorgt, das es Null und Nichtig ist.
Auch da muß man differenzieren. Ich sehe ja ein, daß wir wenig Zeit haben, aber man muß differenzieren. Die Russen durften nicht außerhalb ihrer im Pachtvertrag festgelegten Stellungen mit Militär herumlaufen. Das ist sicher richtig. Von daher haben sie das Recht gebrochen. Aber das russische Militär, was da rumsprang, war ja nicht mit der Kalashnikow hinter den Leuten, die da gewählt haben, also »Ihr müßt wählen gehen« oder »Ihr müßt das und das wählen« , sondern die waren dafür da, das konnte man an Ort und Stelle einfach begucken, die waren dafür da, die Ukrainischen Soldaten in den Kasernen zu halten, weil sonst hätte das Referendum nicht stattfinden können. Das wünsche ich mir.

Diese ganzen umstrittenen völkerrechtlich Fragen – das ist dann die eine Sache. Das hätte sicher stärker berichtet werden müssen. Das heiß ja aber nicht – und das ist die Reaktion vieler Schreiber, die wir jetzt sehen – daß man nun Putin in ausschließlich positiven Licht darstellen kann?

Um Himmels Willen! Also, ich bin ja jemand, der auch in seiner Arbeit in seiner aktiven Zeit viel kritisiert hat, aber ich bilde mir ein, ich habe das immer auf einem bestimmten Niveau gemacht und ich habe das immer mit einem bestimmten Respekt gemacht. Es gibt ein sehr schönes, wie ich finde, indianisches Sprichwort, das heißt: Manitou gib, das ich meinen Nachbarn nicht eher tadele, als daß ich eine Meile in seinen Mokassins gewandert bin. Also sich hin– und wieder in die Lebensrealität derjenigen zu versetzen, über deren Lebensrealität man berichtet, hilft!

Das ist mir wichtig: Viele Leserbriefschreiber stellen Putin im Moment sehr, sehr positiv dar. Das ist wahrscheinlich eine Art Überreaktion. Wie sehen Sie das?

Sagen wir so: Auch bei den Medien haben wir eine Entwicklung durchgemacht von einer Gorby-Manie in eine Putinphobie. Das eine wie das andere ist nicht so… hätte man vielleicht so nicht machen müssen.
Was heißt Überreaktion? Vielleicht ist es in sofern eine Reaktion, weil viel zu lange zu kurz gekommen ist, was dieser Mann – ob man den sympathisch findet oder nicht – für das Land geleistet hat und das war schon eine ganze Menge. Bei uns hat das aber in der Berichterstattung keine Rolle gespielt. Wir haben uns 1½ Jahre an Pussy Riot aufgehangen, was in Russland keine Rolle gespielt hat, haben darüber vergessen, was in Russland wirklich wichtig war im Alltag. Es gibt so intelligente Proteste in Russland, es gibt so interessante Zusammenkünfte zwischen aufmüpfigen Leuten und Regierungsstellen. Es gibt so interessante Programme von unseren Kollegen in Russland, die sich richtig was trauen. Das würde ich mir wünschen, daß man das hier auch mal zur Kenntnis bringt und sich dann mit denen auch auseinandersetzt. Das würde etwas bringen darüber, daß wir ein realistischeres Bild von dem haben, was sich in Russland abspielt.
Es gibt viel zu kritisieren – du lieber Gott: Die Zeit haben wir heute nicht, um das alles aufzuzählen [Danke Gabi!! Der Säzzer]. Aber es nur so zu sehen, wird der russischen Realität im Moment nicht gerecht und auch nicht dem derzeitigen und schon dreimaligen Präsidenten Putin.

Ein interessanter Punkt, den ich noch nicht so ganz verstehe: In diesen Briefen, die wir bekommen, spielt der Antiamerikanismus eine große Rolle. Haben Sie eine Erklärung dafür? Wie hängt das zusammen?

Ich bin sehr skeptisch. Es gibt Antiamerikanismus, es gibt Antiichweißnichtwas – ich bin aber sehr skeptisch, das als Grund anzuführen für eine positive oder positivere Sichtweise Russlands. Das ist mir zu platt. Es kommt mir auch so vor wie »das sind jetzt die Antiamerikaner, die jetzt Russland besser darstehen lassen wollen«, das kommt mir so vor, als ob denen die Argumente ausgehen, so ..
Ich finde es völlig legitim, wenn die Deutsche Gesellschaft, Bürger in der Deutschen Gesellschaft, die sich entsprechend äußern, wenn die von amerikanischem Verhalten enttäuscht sind. Also: Irak-Krieg Lüge… weiß man mittlerweile… was weiß ich… Killerdrohnen, Foltergefängnisse, Guantanamo – NSA nicht zu vergessen – dann ist man enttäuscht. Und ich finde es auch völlig legitim, dann zu sagen: Dieser Werte-Führerschaft, die die USA ja mal hatten, haben sie doch so ein bisschen verwirkt – vorsichtig ausgedrückt.
Wenn ich das deutlich beim Namen nenne, wenn ich da versuche, mich zu wehren und zu sagen »Halt, Stop! Das darf doch so nicht sein!« dann hat das für meine Begriffe nicht die Bohne mit Antiamerikanismus zu tun, sondern einfach nur mit einer realen Wahrnehmung der Welt. Alles, was auf Antiamerikanismus oder Antiichweißnichtwas hinausläuft: Das spielt nach meiner Meinung nach keine Rolle.

Aber das Interessante ist ja, das es anscheinend mit Russland verwoben wird. Und das verstehe ich nicht.

Wer verbindet das mit Russland?

Na gut: Die ganzen Leute, die jetzt gerade beschweren. Die sagen »hört mal auf, so negativ über Russland zu berichten, über Putin zu berichten: Guckt doch lieber mal, was in den USA los ist!«

Das halte ich für legitim und hat nichts mit Antiamerikanismus zu tun, sondern ist – würde ich mal sagen – ein Bedürfnis nach Gerechtigkeit, wenn Sie so wollen.

Aber das eine hat ja mit dem anderen wenig zu tun. Man kann ja auch auch die USA kritisieren …

Ja eben: Das wäre ja schön, wenn das so ist…
Ich denke, daß diese Wahrnehmung, daß, wenn bestimmte politische Entscheidungen in einem Teil der Welt stattfinden, daß sie anders berichtet werden, anders kommentiert werden, anders wahrgenommen werden, halte ich wie gesagt für legitim. Und das ist natürlich auch ein schönes Beispiel zu sagen »dem haut ihr immer einen auf die Mütze und der macht so was ähnliches und da ihr sagt, das ist alles nicht so schlimm«. Also, dieses Messen mit zweierlei Maß funktioniert ja nur, wenn man auch zwei Antipoden da stehen hat.
Aber das ist weit ab von Antiamerikanismus.

Wir habe darüber diskutiert, daß andere Meinungen vorkommen, aber in geringerem Maße. Aber nichtsdestoweniger ist es trotzdem so, wenn man sich die Mainstreammedien anguckt und Ihre Kritik ernst nimmt: Ist das ein Unterwegssein in die falsche Richtung? Unterm Strich: Kann man, wenn man dieses Argument hört und Ihre These hört, zumindest anfangen zu zweifeln, weil ganz unterschiedliche Redaktionen in unterschiedlichen Teilen der Republik bei dem selben Thema offensichtlich in die Irre gehen.

Ja, da sollte man folgenden Mechanismus nicht ganz aus den Augen verlieren, was auch damit zu tun hat, das Medien weniger Zeit und weniger Geld haben. Es gibt Leitmedien und da guckt man nach »was schreiben die?« – ich nenne jetzt keine – und dann übernehmen das andere…

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0 Kommentare zu Ein weiterer großartiger Sieg

  1. email sagt:

    In meinen Augen traut sie sich auch nur die halbe Wahrheit zu sagen. Nirgends erwähnt sie das viele Journalisten eingebunden sind in transatlantische Netzwerke. Z.B. Klaus Kleber. Dieser Fakt hat nun mal einen großen Stellenwert um die Frage nach der einseitigen Berichtserstattung der letzten Wochen zu beantworten.
    Ich denke es muß mächtig Dampf auf dem Kessel sein, wenn man mittels Frau Schmalz versucht etwas Druck abzulassen. Was ja auch irgendwie gelingt. Überall wird das Interview verlinkt und als Argument in Diskussionen eingebracht, nur wirkliche Ursachen spricht Frau Schmalz nicht an.
    Also Nebelkerze, in meinen Augen.
    Achja vor kurzen hatte ich unter einem Artikel hier darauf hingewiesen das Stefan Liebich mit auf einer Konferenz war auf der Richtlinien der deutschen Aussenpolitik entworfen wurden und es zum Abschluss ein Strategiepapier gab und nun liest man 5 Linke haben für einen Miliäreinsatz der Bundeswehr gestimmt und 18 haben sich enthalten.
    Mich wundert das nicht. Die Linke wird langsam regierungsfähig (bedeutet in D die Natoeinsätze mitzutragen).
    Frohes Ostern.

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    • pantoufle sagt:

      Moin Email

      Auf mich macht Frau Krone-Schmalz nicht den Eindruck, als würde sie sich irgend etwas »nicht trauen«. Vielleicht hat sie den Punkt mit den Netzwerken für nicht so bedeutend gehalten – wäre ja immerhin denkbar.
      Sie benennt lediglich ein paar Dinge, was Journalismus in ihren Augen soll und was nicht. Und das tut sie ohne Hysterie und vor allem ohne Namen zu nennen. Das macht dieses Interview für mich um so wertvoller. Es wird eben nicht »thematisiert«, »entlarvt« oder irgend welche »Masken vom Gesicht gerissen«. Das sind nämlich Nebelkerzen, die mir langsam auf den Sender gehen.

      Das da »Druck auf dem Kessel ist«, trifft sicherlich zu. Umso besser, wenn eine Person antwortet, die das so schön unaufgeregt kommentiert. Die wirklichen Ursachen? Himmel Hilf! Was darf es denn heute sein? Atlantische Netzwerke, Einflußnahme der Mächtigen, Journalismus im Spätkapitalismus? Wären das mal wieder die Themen gewesen, hätte ich das Interview kaum weiter als bis 0:30 verfolgt. Wer schonungslose Enthüllungen zum Abendbrot braucht, soll die Wirtschaftswoche-Online anklicken.

      Nebelkerzen? Nebelkerzen sind die üblichen Theorien, »wer dahinter steckt«. Das kommt erst viel, viel später. Das Thema des Interviews lautet: Lernt erst mal Euer Handwerk! Die Entscheidung darüber, wessen Lied man gerne singen möchte, kommt erst viel später.

      Auch Dir frohe Ostern

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    • COPOKA sagt:

      »Nirgends erwähnt sie das viele Journalisten eingebunden sind in transatlantische Netzwerke.«
      Naja, sie kann doch in 30 Minuten nicht die ganze Wellt erklären. So blieb sie ganz professionell bei eigentlichem Thema des IV’s
      Das von Dir angesprochene Thema wurde woanders beleuchtet:
      http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=17471
      http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=21155

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  2. Pingback: Feynsinn » Pantoufle schreibt ab …

  3. flatter sagt:

    Kleiner Hinweis: In der Antwort zur zweiten Frage (erste Zeile) steht da oben:
    Ich erst mal noch ein
    Es muss heißen: “Ich will vielleicht erst mal”.
    greets!

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  4. Pingback: Gabriele Krone-Schmalz über das Versagen der Medien bei der Ukraineberichterstattung | -=daMax=-

  5. altautonomer sagt:

    e-mail: Derart positive journalistische “Ansätze” sind auf jeden Fall unterstützenswert. So auch geschehen bei flatter und daMax etc. Das krasse Gegenteil haben wir erlebt beim Interview des Siemens-Chefs durch Klaus Kleber.

    Und wenn ich mir zu Ostern noch einen Scherz erlauben darf: Wie kommt Frau K.-S. zu so einem Nachwuchs?:
    http://www.tivoli.de/fileadmin/_migrated/pics/ingo_appelt_16.jpg
    Danke für den Text, denn auch ich bin mehr ein visueller als auditiver Typ.

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  6. neumondschein sagt:

    …eine kleine Anmerkung: Der Kandidat, der gegen Putin antrat, heißt Garri Kasparow, nicht Anatoli Karpow. Karpow gehört selbst der Partei “Einiges Rußland”, also Putins Partei an. Beide waren Schachgroßmeister. Während der Wendezeit traten die beiden Großmeister gegeneinander an, und die Sportberichterstattung machte das zum “Systemkampf” gut – also Kasparow – gegen böse – also Karpow. Kasparow gilt seitdem als Anführer der “Kremlkritiker”. Karpow hingegen wird als “seelenlose sowjetische Schachmaschine” verunglimpft, weil der wie Putin immer nur geduldig darauf wartet, daß sein Gegner einen Fehler macht, und wenn er selbst in die Bredouille gerät, auf remis spielt, so daß Kasparow Karpow lange Zeit nicht besiegen konnte. Eines Tages hat Kasparow dem Weltschachverband entsprechende Regeländerungen vorgeschlagen, damit Karpow nicht immer gewinnt. Mit diesen Regeländerungen war der Weltschachverband einverstanden, und Karpow sogar auch. Aber Kasparow hatte so einige mentale Probleme, so daß man ihn mehr oder weniger aus dem Verband hinauskomplimentiert hat. Heute, nach über 20 Jahren gilt Kasparow als Chef-Kremlkritiker und Vorbild für viele Putin-Hasser. Seine Website gilt als erste Adresse, und wenn man sich die WordPress-Charts ansieht, dann fällt auf, daß in den oberen Rängen neben islamistischen Blogs auffallend viele dieser Putin-Hasser-Blogs verzeichnet sind. Also, so bedeutungslos ist Garri Kasparow nicht!

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  7. Pingback: Feynsinn » Pantoufle schreibt ab

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