Die Vuvuzela von Spiegel Online und Godwins Law

Neues vom Jan Fleischhauer

Islands damaliger Premierminister Geir Haard verkündete am 6.10.2008 in einer Fernsehansprache das Ende des isländischen »Wirtschaftswunders«. Außerstande, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, stand das Land vor dem Staatsbankrott. Haarde beendete seine Rede mit den Worten : »Gott segne Island«, was Gott natürlich nicht tat – er hatte sich nach der Erschaffung der Erde weniger anspruchsvolleren Projekten zugewandt.
Was folgte, ging als »Kochtopfrevolution« in die Geschichte Islands ein. Das Volk war durchaus nicht der Meinung, das es selber den Staatsbankrott verursacht hatte, sondern folgerte messerscharf ein Konglomerat aus politischen und wirtschaftlichen Seilschaften. Man sperrte den Premierminister ein und machte ihm den Prozess. Die Schulden der Gläubiger Islands wurden für nichtig erklärt und die Schuldscheine zu Konfetti verarbeitet.
Man ließ die Banken einfach Pleite gehen und stellte sie nach ihrer Zerschlagung unter nationale Kontrolle. Es war die Zeit, wo man einen ehemaligen Kabarettisten, Jon Gnarr (Beste Partei) zum Bürgermeister Rekjaviks machte. So einfach geht das? Ja, so einfach!

Während Island sich langsam, aber sicher von der »Welt-Finanzkrise« erholte, folgten andere Länder in Europa dem Weg der schuldenbedingten Schwerkraft. Unter anderem Italien. Nach einer kurzen Phase der Neuausrichtung nach Berlusconi – man hatte mit Mario Monti einen willfährigen Ministerpräsidenten, der stramm am Zügel der europäischen Finanzmärkte trabte, installiert– ergaben die Neuwahlen…
…eine Reaktion des Volkes, die dramatisch an Island erinnerte.
25% der Wähler waren offensichtlich der Meinung, daß nicht das Volk für das Desaster verantwortlich war, sondern diejenigen, die es da hineingeritten hatten. Korrupte Politiker, Wirtschaftslenker und einige, die schlicht nur Kriminelle waren. Warum sollte es in Italien anders sein als im Rest der Welt? Ein Viertel der Wähler entschieden sich für den ehemaligen Kabarettisten Beppe Grillo und seine Partei »Movimento 5 Stelle«. Nicht nur seinen Wählern, sondern auch allen »Kollegen« unter den Politikern der EU empfahl Grillo sich mit den Worten:

»Wir sind ehrlich, wir klauen nicht. Unsere Parlamentarier sind jünger als die anderen, 90 Prozent von ihnen haben einen Universitätsabschluss, und die Hälfte sind Frauen. Politiker, die nicht klauen – das ist ein Traum für Italien.»

Im nahegelegen Ausland sah man das allerdings etwas anders: Genau das wollte man eigentlich nicht – aus den Bewerbungsunterlagen für europäische Parlamentarier war nicht ein Attribut vertreten. Grillo geht davon aus, daß die Banken Italien nur so lange halten würden, „bis sie die Investitionen ihrer Banken in italienische Staatsanleihen wieder reingeholt haben. Dann werden sie uns fallen lassen wie eine heiße Kartoffel“. Aussagen, die gerade in Berlin und Paris höchst unwillkommen waren: Das sollte doch eigentlich eine Überraschung werden.
Die Reaktion auf den unverhofften Wahlerfolg Grillos löste allenthalben Entsetzen aus. Dazu braucht man nicht den unkontrollierbaren Phrasenautomat Peer Steinbrück zu zitieren: In einem Auge der politischen Weisen stand das Wort »Panik«, im anderen »Island«. Die Geschichte in Island sollte doch bitte eine humoristische Fußnote in der Geschichte der Finanzmärkte bleiben. Einmal hatte der IWF ein Auge zugedrückt – wenigstens solange er in Südamerika Hausverbot hatte – aber so etwas wollte man nicht zur schlechten Gewohnheit werden lassen.
Die Ergebnisse der Propagandamaschine, Beppe Grillo zu diskreditieren, sind bisher dürftig. Der Versuch, Berlusconi und Grillo in die Schublade »Billige Versprechungen, um ohne gemeinsame Anstrengungen die Krise zu meistern« zu stecken, blieb bislang erfolglos – zu schlicht ist die Analogie.
Wenn selbst so billige Vergleiche nicht mehr greifen, wird es Zeit, in den Keller des guten Geschmacks zu gehen und Spiegel-Onlines Rollkragenpullover der Reaktion von der Kette zu lassen.

Jan Fleischhauer: Ihr Auftritt!

»Beppe Grillo weist Parallelen zu Benito Mussolini auf«. Da schweigt der Kritiker ehrfürchtigt – wer sich so weit aus dem Fenster beugt, muß schon mit exzellenten Argumenten aufwarten. Argumente kommen dann auch:

»Auch Mussolini bestand darauf, dass seine “Fasci di Combattimento” keine Partei, sondern eine Bewegung sei, weil Parteien nicht die Lösung, sondern das Problem wären.«

Die Grünen vor ihrem Einzug in die Parlamente, Attac, Greenpeace, Human Right Watch… die Reihe der potentiellen Mussolini-Parallelen ließe sich danach unendlich verlängern. Wobei man bei aller Abneigung Mussolini insofern Recht geben muß, als daß die Grünen ein Problem geworden sind seit sie »Partei« wurden. Aber das nur am Rande.

»Dass die Stimme der Straße demokratischer sei als das Votum von Leuten, die man dazu in die Parlamente entsandt hat, ist eine Illusion, die auch hierzulande ihre Anhänger findet.«

Das könnte jetzt allerdings direkt von Mussolini kommen. Ein wesentliches Merkmal des italienischen Faschismus war unter anderem, Italien in einen Ständestaat umzuformen. Die Eliten sollten – einmal durch das Volk in den Sattel gehoben – ohne störende demokratische Eingriffe regieren (wenn ich Ernst Nolte richtig verstanden habe). Aber auch unabhängig davon kann man seine Abneigung gegen die Demokratie kaum deutlicher zum Ausdruck bringen.
Woher will Fleischhauer das eigentlich wissen? Er hat ein Buch gelesen! Es stammt von dem britischen Journalisten Nicholas Farrell und heißt »Mussolini« – nach Fleischhauer ein vielbeachtetes Buch. Es hat es immerhin auf Platz 2.541.321 bei Amazon gebracht – was natürlich nicht grundsätzlich gegen das Buch spricht.

»Seine Energie bezieht Grillo aus dem Ressentiment. In der Anstachelung der Wut – gegen die Deutschen, gegen die Bürokraten in Brüssel, gegen das System – liegt die eigentliche Schwungfeder seines Erfolgs. Das ist es, was ihn groß macht, nicht der Appell an die Vernunft oder die Liebe zur Demokratie.«

Da wünscht man sich doch die vergleichsweise freundliche Beurteilung eines Peer Steinbrücks zurück. Aber Fleischhauer beweist hier nicht zum ersten Mal seine Abneigung gegen »südländische« Völker – das hat mittlerweile gute Tradition. Abgesehen davon kann – muß aber nicht – ein Appell des Volkes an die Vernunft und Demokratieliebe der Politiker zum Erfolg führen. Die bisherigen Ergebnisse lassen wenigstens gelinde Zweifel am Sinn solcher Appelle aufkommen.

»Wenn der Diktator (Mussolini) vom Parlament als “dieser tauben und grauen Kammer” sprach, in die einzuziehen er sich geweigert habe, erklärt Grillo seine Weigerung zur Zusammenarbeit im Stile des “Duce” so: “Die alten Parteien sind am Ende. Sie sollten zurückgeben, was sie geraubt haben, und dann gehen. Entweder folgen sie uns, oder sie sind verloren.” Die Verhöhnung des Parlamentarismus im Gewand der wahren Demokratie ist ein Trick, den alle Antidemokraten beherrschen, egal welcher Provenienz. Es wird heute gerne übersehen, aber der Faschismus war im Kern eine linke Bewegung.«

Ein beeindruckendes Feuerwerk von Verunglimpfung , Unterstellungen und Geschichtsklitterung. Seite an Seite mit Erika Steinbach im gerechten Kampf gegen die Feinde des Parlamentarismus. Glückwunsch, »Herr« Fleischhauer – soweit haben Sie sich bisher nicht aus dem Fenster gelehnt.

»”Mussolinis Faschismus war schwarz, Grillos ist grün, aber beide haben ein rotes Herz”, schreibt Farrell.«

Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Nonchalance Fleischhauer mit Begriffen jongliert, an deren gesellschaftlicher Bedeutung er deutlich weniger interessiert ist als von ihrer Propagandawirkung. Kein Wort zu den Vorgängen in Griechenland und Ungarn – gäbe es das wirkliche Bedürfnis, Faschismus zu benennen… aber nein: Griechenland konnte für Fleischhauer gar nicht schnell genug entmündigt werden; ohne jeden Gedanken an Risiko und Nebenwirkungen. Der griechische Premier Papandreou verlor sein Amt deswegen, weil er das Volk über den Euro und letztlich den Verbleib in der EU entscheiden lassen wollte. Frau Merkel und der französische Staatspräsident organisierten seine Entsorgung. Faschistische Banden sind im Moment die von den Konservativen in Griechenlands Regierung die meistumworbenen Gruppierungen; und sage keiner, er hätte das nicht kommen gesehen.
Beppe Grillo hat ebenfalls die Forderung nach einer Abstimmung über den Euro gestellt. Grillo sollte sich darüber im klaren sein, das es zur Zeit höchst unpopulär ist, das Volk über irgend etwas entscheiden zu lassen – schon gar nicht über solch elementare Dinge. Er steht mit solchen Äußerungen vermutlich auf der Abschussliste vieler – wovon Fleischhauer das kleinste Übel sein wird.
»Die Verhöhnung des Parlamentarismus im Gewand der wahren Demokratie ist ein Trick, den alle Antidemokraten beherrschen, egal welcher Provenienz«.
Dieser Satz von Fleischhauer ist sehr wahr – er steht nur an der falschen Stelle. Er gehört in die Beschreibung, wo eine kleine, gewissenlose Oberschicht die sogenannten Demokratien als Selbstbedienungsladen für sich entdeckt haben. Grillo und seine »Movimento 5 Stelle« stehen für eine Bewegung, die das nicht länger hinnehmen will. Diesen zutiefst demokratischen Gedanken sollte man respektieren.

»Die Schulden der Gläubiger Islands wurden als nichtig erklärt und die Schuldscheine zu Konfetti verarbeitet. Man ließ die Banken einfach Pleite gehen und stellte sie nach ihrer Zerschlagung unter nationale Kontrolle.«

Island existiert noch.

P.S.

Die Frage, wer dieser Nicholas Burgess Farrell eigentlich ist, habe ich bis hierher unberücksichtigt gelassen. Wikipedia:

Nicholas Burgess Farrell (born October 2, 1958) is an English journalist and the author of Mussolini: A New Life.
Farrell’s most famous article is an interview with Silvio Berlusconi for The Spectator, where the Italian prime minister made statements which sparked criticism in Italy.
Today he writes mainly for Libero, a right-wing newspaper supportive of Berlusconi’s politics.

P.P.S. Ach ja: Das Ganze findet auf SpOn statt, worauf ich nicht verlinke. Dieser Content ist auf der Schrottpresse leider nicht erhältlich. Tut mir echt leid

P.P.P.S. Dafür aber etwas vom verehrten Kollegen Klaus Jarchow: Helau!

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0 Kommentare zu Die Vuvuzela von Spiegel Online und Godwins Law

  1. Der Duderich sagt:

    Chapeau!

    Sehr guter, ausdifferenzierter und recherchierter Text! Unabhängig von der Stoßrichtung, ein Lehrstück für Blogger, wie bspw. dem Herrn Karl.
    Grillo – ohne diese Diskussion hier eröffnen zu wollen – wäre im Weltbild des oben genannten, wohl auch ‘linksextrem’, da er jenseits der vorgegebenen Konventionen und Dogmen denkt und argumentiert. Geht in konservativen Kreisen ja gar nicht und gehört diffamiert.
    Aber gerade der Beißreflex und das Gekläffe, welches Menschen wie Grillo entgegenschlägt macht doch auch Mut. Die Angstbeißer wie Fleischauer und auch Steinbrück sprechen eine deutliche Sprache.
    Hier wird ein Nerv getroffen, Meinungsaussagen jenseits einer gewünschten marktkonformen Demokratie. Letztendlich Meinungsfreiheit versus Marktkonformismus.
    In gewissen Ohren und Augen bereits linksextreme Anarchie, die es mit undemokratischen Mitteln zu bekämpfen gilt.
    Der Wahlerfolg Grillo’s ist, so hoffe ich, ist nur der Anfang. Und je lauter das Gekläffe wird, um so aufdringlicher die Erkenntnis, dass Demokratie für Bedürfnisse der breiten Bevölkerung steht und nicht – wie uns verkauft werden soll – für eine Minderheit von Finanzmagnaten und Systemprofiteuren.

    Das Gekläffe Fleischauers ist, so hoffe ich, nur die gefällige und begleitende Hintergrundmusik einer sich anbahnenden Machtergreifung des Volkes, der Mehrheit, des Souveräns.

    In diesem Sinne bleibe ich optimistisch gestimmt….

    Der Duderich

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  2. pantoufle sagt:

    Danke für die Blumen – der Begriff »linksextrem« steht in der Schrottpresse auf dem Index.
    Die Diskussion über Beppe Grillo kann man hier ruhig führen; ich würde mich politisch einigen seiner Äußerungen absolut nicht anschließen. Der Text sollte keineswegs eine Art Propaganda sein, sondern nur Schutz vor haltlosen Behauptungen. Grillo steht für mich nicht für eine bestimmte politische Richtung, sondern eher für eine Gemütslage, eine Befindlichkeit in der öffentlichen Wahrnehmung der »real existierenden Demokratie«. Der Vergleich zu Island liegt nahe, so wie auch Giorgos Papandreou gegen ungeschriebene Spielregeln der »Märkte« verstieß. Vollkommen unterschiedliche Ereignisse, die aber den Parlamentarismus aus verschiedenen Perspektiven in Frage stellen.
    Mut macht es sicherlich – wenn man für einen Moment die teutonische Variante in Form der Piraten vergisst. Aber das ist ein anders Thema, fürchte ich.
    Gruß
    das Pantoufle

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    • Der Duderich sagt:

      Man muss kein Fan Grillos oder gar Berlusconis sein, um aus dem Wahlergebnis der Italiener ein gerüttelt Maß an Optimismus zu schöpfen.
      Es war ein Veto gegen die kapitalfaschistische Ausrichtung des teutonischen Austeritätskurses.
      Ein Signal, welches hoffentlich in Europa Schule machen wird.
      Wir Deutschen werden Mist wählen, im Herbst. Und so traurig es ist, so glaube ich, dass die FDP die 5%ige Hürde überspringen wird.
      Die EU ist keine Gemeinschaft, sondern ein Haufen von wirtschaftlichen Konkurrenten. Deutschland, der Exportmeister, zehrt am eigenen Fleisch seiner Wirte. Das ganze Projekt, so wie es gelebt wird, KANN nur im Desaster enden.

      ALLES tendiert in Richtung Desaster. Deutschland, Europa – ja die ganze Weltgemeinschaft.
      Widerstandskräfte formieren sich. Italien ist da nur eine Fußnote. Grillo sowieso.

      Die existenzielle Frage wird sein, ob wir die Kurve noch rechtzeitig einbremsen können.
      Leider nicht nur eine Frage der Erkenntnis, sondern auch eine Frage der Machtverteilung und Deutungshoheit.

      Das wird spannend werden!

      Wir sollten uns aber nicht Popcorn fressend als Zuschauer begreifen, sondern als Akteure, die versuchen die Zukunft mitzugestalten…

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  3. Frau Lehmann sagt:

    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, was ein Herr Fleischhauer da von sich gibt: “Liebe zur Demokratie” – sagt ausgerechnet einer, der nicht mal im Ansatz begreift, worin das Wesen einer Demokratie überhaupt besteht und dabei nicht mal merkt, wie “gut” er sich selbst als Antidemokraten beschreibt. Wenns nicht zum Schreien wäre, man kriegte sich vor Lachen nicht mehr ein.
    Danke für diese feine Analyse!
    Mach mal bitte noch aus dem “lies” ein “ließ die Banken…”
    Liebe Grüße
    Cora

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  4. pantoufle sagt:

    Guten Abend Cora.
    Danke… ist schon passiert. Ich und die Ligaturen.
    Eigentlich bin ich noch gar nicht fertig, war noch am Redigieren (wobei ich das übersehen hätte:-) Wenn man sich gehen lässt, würde ein Roman draus. Das Kapitel ist mit den paar Worten alles andere als erledigt.
    Was den Fleischhauer betrifft, so darf man ihn sich getrost als Vuvuzela vorstellen. Aber welche Funktionen haben solche Krawalltüten in der öffentlichen Wahrnehmung? Sind das Echolote, mit denen man erkundet, wie tief man ungestraft moralisch sinken kann? Werden die von irgend jemand extra bezahlt oder machen die das freiwillig? Die Diskussion darüber lief hier schon des Öfteren – man hat dringend davon abgeraten, mich daran abzuarbeiten. Aber ich weiß ja immer alles besser 😉
    Aber ich fürchte, jetzt bin ich etwas müde… das hat etwas länger gedauert.
    Gute Nacht Cora
    Liebe Grüße
    das Pantoufle

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    • edgargromit sagt:

      “Krawalltueten” wie Fleischhauer machen das freiwillig. Weil sie denken sie seien intelektuell. Iintelligent aber unkritisch geben sie wider was der Chef suggeriert. Die schwarze Hornbrille des Fielmann-Intellektuellen und schon hat man ein neues Biomodul fuer die Schreibabteilung.

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  6. da|v|ax sagt:

    Herrlich. Darf ich auch noch einen Typo anmerken? “Nicht nur seinen Wähler”, da fehlt ein n. Ansonsten hat der Text alles, was ein guter Text braucht 😉

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  7. Pingback: Links 2013-03-15 | -=daMax=-

  8. DJ sagt:

    relating to or characteristic of the Celts.What is it and do comment if you know.

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    • pantoufle sagt:

      Er spielt eine uilleann Pipe. (was er sicherlich gesagt hat, ich aber nicht verstanden habe). Ob die Sage stimmt, weiß ich nicht: Die englischen Besatzer verboten unter anderem das Spielen der piob mhor. Um aber trotzdem kultivierte Musik hören zu können, baute man die uilleann, mit kleinerem Blasebalg und veränderten Bordune-Pfeifen, die man auch in geschlossenen Räumen spielen konnte.

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  9. DJ sagt:

    Naturlich ist das richtig. Selbstredent. Naturlich wir können auch anders. Es grüsst sie ganz herzlichein Derek Jefferson und sich auch ein royal navy. Himweh to die UK ?

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  10. Pingback: Jan Fleischhauer – die Vuvuzela von Spiegel Online — Carta

  11. altautonomer sagt:

    Bevor hier weiter mit dem Austausch von “Musik für Minderheiten” gebalzt wird, – 😉 -auch von mir ein dickes Lob für den erleuchtenden und gut geschriebenen Text. Hat meinen Horizont bezüglich Grillo etwas erweitert, den bezüglich Fleischhauer nicht. Wer Grillo den gefährlichsten Mann Europas nennt, hat nicht alle Gurken im Glas. In seiner Rezension über das Buch des Historikers Wolfgang Kraushaar mit dem Tenor “Die ersten, die nach dem Dritten Reich Juden terrorisierten, waren die Vorläufer der RAF.” erinnerte er mich an die thematische Endlosschleife unseres gemüts- und befindlichkeitslinken Lieblingsbloggers, – Lechts- gleich Ringsextremistisch -.

    Wer sich für dieses Thema von Kraushaar interessiert, kann eine Rezension in der “konkret” nachlesen:
    http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=befreiungvomjudenknacks&jahr=2005&mon=08

    Auszug:

    “Ohne Zweifel nämlich gibt es diese Kontinuität, die sich nach 1969 von der Erklärung Ulrike Meinhofs zum palästinensischen Anschlag auf die Olympischen Spiele in München 1972 – die fatal an die Logik der Berliner Attentäter erinnert -, über die Selektion jüdischer Passagiere durch deutsche Flugzeugentführer 1976 bis zum versuchten Massenmord an sowjetischen Juden in Ungarn 1991 zieht. Die Frage ist, ob die Geschichte des bewaffneten Kampfes darin aufgeht bzw. untergehen muß. Gerade der Antizionismus unterschied die militanten nicht von den anderen linken Gruppen, der antiimperialistische Duktus ebensowenig. “

    Duderich: Mit dem Maastrich-Vertrag 1992 wollten sie angeblich das Haus “Europa” bauen. Ergebnis: Außen bröckelt der Putz, die Heizung funktioniert nicht und Deutschland sitzt in der mollig warmen Küche vor dem Kamin.

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    • pantoufle sagt:

      Wie ich bei der Opalkatze schon bemerkte: Grillo ist sicherlich noch einmal ein Kapitel für sich. Neben bemerkenswert Posivem hat Grillo ebenso eine stumpfe, ausländerfeindliche Seite. Die habe ich als durchaus verbreitet auch in meiner Zeit in Italien erlebt. Nur ist das nicht der Punkt in diesem Text. Der besteht in erster Linie darin, daß das ehemalige »Sturmgeschütz der Demokratie« Godwins Law bedient. Bitter.
      Interview mit Beppe Grillo
      P.S. Was heißt hier: “Musik für Minderheiten”? Im Herbst steht das alles in den Charts. So! Jetzt weißt Du`s!

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  14. Pingback: Hinweise des Tages | NachDenkSeiten – Die kritische Website

  15. Wow! Ein Link von den Nachdenkseiten! Wie hast Du das nur gemacht?
    😉

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    • pantoufle sagt:

      Das muß wohl aus Versehen da reingekommen sein

      1. Ich sprach zu einem Sänger:
      „Du singst, es ist ’ne Qual.“
      Er bat mich: „Red’ nicht länger,
      die Schuld liegt an der Wahl.
      Ich wollt’ nicht wählen gehen,
      die Stimme geben, nein!
      Nun muß sie aus Versehen
      mit reingekommen sein.“

      2. Es schwört die Braut dem Schatze:
      „Bin Jungfrau, glaub’ es mir!“
      Sie schwört’s bei jedem Schmatze.
      Da kommt er mal zu ihr,
      sieht dort ’ne Wiege stehen,
      hört einen Jungen schrei’n –
      der muß wohl aus Versehen
      da reingekommen sein…

      3. ’ne Streichholzschachtel nahm ich,
      es waren fünfzig drin.
      Doch keinen Brand bekam ich,
      schon nahm ich’s letzte hin.
      Da endlich ist’s geschehen,
      DAS gab ’nen Feuerschein;
      der muß wohl aus Versehen
      da reingekommen sein…
      ….

      Otto Reutter (1870 – 1931)

      Lieben Gruß
      das Pantoufle

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  16. Tyler Durden Volland sagt:

    Es ist immer wieder dasselbe Trauerspiel mit all euch politischen Gutmenschen.
    Da seht ihr eine wahre Geschichte und begreift doch nichts.

    “Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Nonchalance Fleischhauer mit Begriffen jongliert, an deren gesellschaftlicher Bedeutung er deutlich weniger interessiert ist als von ihrer Propagandawirkung.”

    Das Problem ist weder Flieschhauer, noch SPON. Das Problem ist einzig und allein der grosse blöde Haufen der Fleischhauer liest, der den Spiegel kauft und dann die fünf Einheitsparteien an der Urne wählt, weshalb man ihn auch völlig zu Recht den Urnenpöbel nennt.

    Wann wird der erste von euch linken Spiessern endlich mal die Wahrheit schreiben, anstatt sich bei den Blöden einzuschleimen?

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    • pantoufle sagt:

      Guten Abend, Herr Tyler Durden Volland
      Erfreut stellt die Redaktion der Schrottpresse fest, daß Sie den Weg zu den Gutmenschen- und Guthunden gefunden haben. Ja, setzten Sie sich ruhig – der Redaktionskampfhund Oskar beißt nicht. Da stehen Kekse, dort der Aschenbecher: Es darf geraucht werden.
      Bevor ich mir die Mühe machte, auf Ihre Demonstration von schlechten Manieren zu antworten, hat eine größere, bekannte Suchmaschine ergeben, daß das Strickmuster Ihrer »Beiträge« auf anderen Blogs dem selben unerfreulichen Muster folgt – Sie Ihrer Linie auch hier treu geblieben sind. Zum Thema:
      In meiner persönlichen Bekanntschaft befinden sich Menschen, die – unverständlicherweise – den Spiegel kaufen und zur Wahl gehen. Abgesehen davon sind sie eigentlich ganz normal und durchaus liebenswert. Diesen Personenkreis wollte ich mit meinem Text nicht als Pöbel bezeichnen.
      Die Frage, wann ich als linker Spießer endlich die Wahrheit schreibe, kann ich Ihnen leider nicht verbindlich beantworten. Vermutlich bin ich zu alt geworden (was Sie an dieser Stelle durchaus bedauern mögen), als daß ich noch bereit und Willens bin, an so einen ungaren und pupertären Nonsens wie »die Wahrheit™« an sich zu glauben.
      Was Ihre Trauer und Niedergeschlagenheit – die ich respektiere und achte – über die bedauerlichen Verhältnisse der Weltpolitik betrifft, so kann ich Ihnen als linker Gutmensch und Spießer leider keinen Trost spenden.
      Als handwerklich begabter Landbewohner aber kann ich Ihnen den Rat auf den Weg gegeben, daß verschiedene Baumärkte ein großes Sortiment an Seilen führen. In der Regel sind sie bereit, sich erstaunlich geringe Beträge davon zu trennen. Verbunden mit dem akzeptablen Zustand unser heimischen Flora wird sich sicherlich ein gesunder Baum finden, unter den Sie sich stellen können, um über die Begriffe Strick und Ast nachzudenken.

      Sie entschuldigen sicherlich, wenn ich Sie jetzt bitte, mich zu verlassen – ich habe noch zu arbeiten…ach: Und wenn Sie so freundlich wären, nicht übers Geharkte zu laufen.

      Hochachtungsvoll
      das Pantoufle

      0

  17. Tyler Durden Volland sagt:

    Man rätselt, bei Manchen länger, bei Manchen kürzer. Sind Sie nun einfach zu dumm um zu verstehen was ich geschrieben habe, oder heucheln sie einfach damit sie ihr Stammpublikum nicht verärgern?

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    • pantoufle sagt:

      Guten Morgen, Herr Tyler Durden Volland
      Es gehört nicht allzu viel Intelligenz dazu, um zu erkennen, daß Sie bedauerlicherweise nichts geschrieben haben, auf das man sachlich eingehen könnte. Und – was mich vor allem am Morgen beim ersten Kaffee etwas erbittert – leider auch nicht unsachlich.
      Man rätselt, bei Manchen länger, bei Manchen kürzer. Sind Sie nun einfach zu dumm um zu verstehen was ich geschrieben habe,[…]
      Das gilt leider auch für Ihren letzten Betrag.

      In meiner letzten Antwort hatte ich es angedeutet: Ich habe mir die Mühe gemacht, Ihre Beiträge auf anderen Blogs zu überfliegen. Überfliegen deshalb, weil das mehr als oberflächliche Wissen über die behandelten Themen, das Sie an den Tag legen, sich praktisch immer mit persönlich Beschimpfungen paart. Ihr Mangel an Stil und Substanz ist vor allem eines: Langweilig.

      Wie lautete doch gleich die Frage?

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