Die Sportschau

Es lebe der Sport!

Es lebe der Sport!

Fußball: Das ist nicht gerade die Kernkompetenz der Schrottpresse; zugegeben. Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben, so heißt es wenigstens.

Ausnahmezustand Terrorismus. Der Ausnahmezustand in Frankreich wird verhängt, wenn »eine unmittelbare Gefahr durch schwere Bedrohungen der öffentlichen Ordnung“ besteht oder „im Fall von Ereignissen, die aufgrund ihrer Art und ihrer Schwere eine öffentliche Katastrophe darstellen«. Eigentlich für lediglich 12 Tage, nun aber per Verfassungsänderung schon mehrere Monate. Damit man sich daran gewöhnt? Vermutlich, wie die Verhängung von Hausarrest, Durchsuchungen ohne Richtervorbehalt und Demonstrationsverbot beim Klimagipfel 2015 in Paris gezeigt haben. Wofür man nach den Anschlägen vom 13. November 2015 noch (für 12 Tage) Verständnis hätte aufbringen können, wurde zum Dauerzustand. Anläßlich der Fußball-EM wurde die Ausnahme wieder einmal verlängert, konsequenterweise gleich bis zum Ende der anstehenden Tour de France Ende Juli.

Ausnahmezustand Reform. Diese Art Ausnahmezustand wird in Frankreich immer dann verhängt, wenn es eine amtierende Regierung mit einer Reform versucht. Der Franzose an sich versteht das Wort Reform richtigerweise als Verschlechterung oder Einschränkung und reagiert entsprechend verschnupft. Passend zur Fußball-EM gab man dem Volk eine passende Reform, dieses mal eine des Arbeitsrechtes. Diese Arbeitsmarktreform wurde in erster Lesung per Verfassungstrick ohne Abstimmung durchgepeitscht, da sich nicht einmal im Parlament eine Mehrheit dafür fand. Folgerichtig brennen momentan die Barrikaden als französischer Beitrag zum lokalen Folkloreprogramm. Seit geraumer Zeit rumort es bei Bauern, Piloten, Müllwerkern, Eisenbahnern und Energieversorgern. Als eine Fabrik des Arbeitgeberpräsidenten Pierre Gattaz bestreikt wurde, fiel dann auch programmgemäß das Wort »Terrorismus«. Genau das Wort, womit in Frankreich momentan alles möglich ist.

Ist der Ausfall von Flutlicht und Lautsprechern in einem vollbesetzten Fußballstadion Terrorismus? Die Gewerkschaften wären mit dem Klammerbeutel gepudert, würden sie sich die Gelegenheit entgehen lassen, die EM als finalen Paukenschlag der Karriere Präsident François Hollandes zu nutzen. Kein Strom in den Spielstätten im Gestank überquellenden Müllcontainern, in die aber ohnehin niemand hinein kommt, weil Busse, Taxis und Eisenbahnen nicht fahren. Die enttäuscht mit Privatfahrzeugen abreisenden Fans in kilometerlangen Schlangen vor Tankstellen ohne Benzin, während Flugreisende an streikenden Piloten scheitern. Die Möglichkeit, einen Ausnahmezustand erster Güte zu schaffen, waren selten besser. Das ist Arbeitskampf: Zuschlagen, wo es am meisten weh tut.

Ach ja – die passende App zum Ereignis gibt es natürlich ebenfalls! SAIP: Die App für den ganz persönlichen Terrorismus. Läuft auf iOS, Android (eingeschränkt) und nicht auf Windows (natürlich). Wenn Gefahr droht, wird der Bildschirm des Smartphones dunkelrot – wer dabei an die Joo-Janta Gefahr-O-Sensitiv-Brille aus dem Anhalter durch die Galaxis denkt, liegt nicht so falsch. Das Ministère de l’intérieur, das Innenministerium, informiert: »Geben Sie all Ihre persönlichen Daten ein und schalten Sie die Positionsbestimmung via GPS auf keinen Fall aus. All das dient nur Ihrer Sicherheit. Das Ministerium verspricht ganz fest, Ihre Daten streng anonym zu behandeln! Indianerehrenwort (großes)!«

»Auch wenn kein aktueller Alarm vorliegt, kann man sich in der App äußert knapp über die empfohlenen Verhaltensweisen etwa im Falle eines Dammbruchs, eines Nuklearunfalls oder eben eines Terroranschlages informieren.«

SpOn

»Halten Sie sich die Aktentasche über den Kopf und atmen Sie ruhig. Die Sicherheitskräfte sind alarmiert. Hilfe kommt – wir wissen genau wo Sie sich befinden und mit wem Sie zuletzt gesprochen haben.«
Da spielt vermutlich die vage Hoffnung eine Rolle, möglichst viele Franzosen mögen sich diese App auf ihr Telephon laden.

Schlaaand, Schlaaand, Schlaaand!
Natürlich drückt die Redaktion der Schrottpresse Daumen und Pfoten für die Schlaaand-Mannschaft! Fußball also…

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detektor.fm

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38 Kommentare zu Die Sportschau

  1. Publicviewer sagt:

    Ich bin der Meinung, dass diese Fußball verrückten, die es seit der letzten WM durch die breite Masse jeglicher Coleur der Bevölkerung zieht, einer Art Massengehirnerweichung unterliegen.
    Hier geht es um eine Form der “Solidarisierung mit dem Deutschen Volk”, die mit der Realität leider nichts mehr zu tun hat.
    Fußball ist genau wie im richtigen Leben kein fairer Sport, gespielt von über bezahlten aber eher unterbelichteten Spielern, die sich benehmen als wären sie Nutten auf dem Laufsteg.
    Es vergeht kaum ein Tag ohne Skandale, wie Schlägereien, Spielabsprachen, Wettbetrug, Bestechung, Doping oder wenigstens einer Beleidigung des guten Geschmacks.
    Auch ein Herr Hoeneß ist eben kein Vorbild in unserer neoliberalistischen Gesellschaft, war aber auch nicht wirklich anders zu erwarten.
    Mit dem Produkt, hier Fußball, werden Ersatz-Lebenswelten verkauft (Träume), die der Konsument in einer Wirklichkeit, in der nur noch Produkte und ihre Verheißungen leben, umso selbstverständlicher als seine eigene Welt adaptiert.
    Ich schrieb in einem anderen Portal einmal: “5000″ Leute waren bei Occupy, aber „Hunderttausende“ von Leuten rennen gleichzeitig in die „Allianzarenen”.
    Das sollte euch zu denken geben….Panem et circenses.

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  2. derda sagt:

    Brot und Spiele ab heute Abend. Freu dich auf leere Straßen.

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  3. Ja, das wäre schön, wenn die Bevölkerung der Regierung den Ausnahmezustand erklärt und der Streik sich ausweitet. Vor der versammelten Weltpresse. Drücken wir den Franzosen außerhalb der Stadien die Daumen ;o)))

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  4. pantoufle sagt:

    @Matthias
    Ebend, ebend – und deshalb an @Publicviewer: Arbeitskampf ist auch kein fairer Sport. Nur dieses Mal könnte da etwas zusammengehen, was eigentlich nicht zusammengehört.
    Was den Intelligenzquotienten von Sportlern betrifft (der sich vermutlich genau so einpegelt wie beim Rest der Menschheit) sei gesagt, daß sie nicht fürs denken, sondern für schnelles Laufen bezahlt werden.
    Brot und Spiele sind keine Errungenschaft des Neoliberalismus – dann hätten sie ja wenigstens ein bemerkenswertes Ding in die Welt gebracht. Zuviel der Ehre!

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  5. Publicviewer sagt:

    Zitat: „Brot und Spiele sind keine Errungenschaft des Neoliberalismus“.
    Stimmt, das hatte ich auch nicht geschrieben, aber des Imperialismus schon… 😉
    Sport mit „Arbeitskampf“ zu vergleichen, halte ich in diesem Kontext aber auch nicht unbedingt als zielführend, denn es gibt sehr wohl „faire“ Sportarten, wie z.B „Tennis“ oder auch“Snooker“.
    Die Joo-Janta Gefahr-O-SensitivBrile, trifft aber wieder meine art von Humor…lächel
    Ich nehm jetzt mein Handtuch und gehe Tennisspielen.

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  6. Publicviewer sagt:

    Ich bitte um unfaire Beispiele beim Tennis…aber zackig, sonst werde ich echt sauer… 🙁
    Ich spiele Tennis WEIL es ein fairer Sport ist, hab vorher aktiv Fußball gespielt und weiß ganz genau von was ich hier schreibe mein Bester…
    Ich habe in meiner Jugend 70er in Frankreisch(Provence) gelebt und dort ist es und war es Volkssport und nicht elitär so wie bei uns.
    Dort gibt es „Court municipal“ die jedem zugänglich sind und quasi nichts kosten.

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    • Ist nicht gerade gestern eine Tennisspielerin wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt worden? Aber du wolltest ja keine Beispiele, sondern „unfaire Beispiele“. Und das ist nicht so meine Art als Ex-Fußballer ;o)))

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      • Publicviewer sagt:

        Ich rede vom Spiel selbst, nicht vom Wettbetrug, da“Wetten“ ja sowieso ethisch-moralisch gesehen, nicht tragbar sind.

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        • @ publicviewer

          So, so. Wetten in Anführungszeichen sind nicht tragbar. Sowohl ethisch als auch moralisch. Das ist mir neu. Wo ist eigentlich nochmal genau der Unterschied zwischen Ethik und Moral? Ich vergesse es leider immer wieder.

          Wolltest du vorhin nicht auf den Tennisplatz gehen, um auf einen kleinen Filzball einzuprügeln, bis du deinen Gegner „geschlagen“ hast? Da kann man ja froh sein, dass euch ein Netz trennt :o)))

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          • Publicviewer sagt:

            Heute war nur leichtes Training für das Medenspiel morgen,. hab mein Lapptop immer dabei, weil ich auch Spielführer unserer Mannschaft bin.

            Na gut, wenn Du möchtest, dann das erweiterte Programm:
            Spiel und Wettsucht gehören zu den Zivilisationskrankheiten die auf den Todestrieb zurückführen und in Imperialistisch-kapitalistischen Gesellschaften weit verbreitet sind.

            Freud meinte, dass es einen Lebens- und einen Todestrieb gibt. Der Lebenstrieb – die Libido – wirkt liebes- und lustvoll und ist lebensbejahend und -erhaltend, der Todestrieb, die Destrudo motiviert zur Flucht aus dem wirklich Leben und zerstört es.

            Das wird beispielsweise deutlich bei den Süchten, deren zentrales Moment die Realitätsflucht ist. Sucht ist in den kapitalistischen Gesellschaften weit verbreitet. Es gibt Süchte, bei denen psychotrope Substanzen (Alkohol, Psychopharmaka, Drogen) konsumiert werden, und andere Formen süchtigen Verhaltens (Fress-S., Fress-Brech-S., Spiel-S., Kauf-S., Fernseh-S., Internet-S., Sex-S., sadistische und/oder masochistische Perversionen, Missbrauch und/oder Mobbing im Arbeitsleben, Kindesmissbrauch etc.). Nicht zu vergessen der religiöse Irrationalismus.

            Treten diese Phänomene massenhaft auf, so handelt es sich um Gesellschaften, die vom Todestrieb bestimmt sind, also sich in Prozessen der Autodestruktion befinden.

            Adorno sagt im Interview Spiegel:
            „Ich würde eher sagen, daß der krampfhafte Hang zum Positiven aus dem Todestrieb kommt.“

            Wie ist dies zu verstehen?
            Denn, das in den kapitalistischen Gesellschaften vorfindliche Bewusstsein geht vom Gegenteil aus und begreift nicht, dass der herrschende „Think-Positive!“-Imperativ Ausdruck des Todestriebes ist.

            Wenn Individuen vom Todestrieb gesteuert werden, so ist ihnen dies in der Regel nicht bewusst. Sie wollen nur „gut drauf“ sein, „Spaß haben“ und bei ihrer Flucht in ihre „Spaß-Welten“ hier (wie z.B.Fußball) nicht von „Spaß-Bremsen“ gestört werden. Sie verhalten sich dabei wie die bekannten „Drei Affen“. Realitätsflucht und Realitätsverleugnung sind Symptome des Wirkens des Todestriebs.

            Noch deutlicherer ist es bei der Geld-Gier und beim Geiz.
            „Geiz ist geil!“ ist Ausdruck eines vom Todestrieb pervertierten Denkens. Geiz ist das Verhalten von misanthropen und liebesunfähigen Menschen. So etwas mit „geil“ zu assoziieren ist pervers. Genauso wie Sado-Maso-Praktiken als „geil“ zu erleben.
            SM-Fantasien und –Spielchen sind Symptome einer kranken, autodestruktiven Gesellschaft. Und deshalb auch so weit verbreitet.
            Der Sadomasochismus ist die psychosoziale Logik der Marktwirtschaft.

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        • pantoufle sagt:

          @publicviewer
          »Genauso wie Sado-Maso-Praktiken als „geil“ zu erleben. SM-Fantasien und –Spielchen sind Symptome einer kranken, autodestruktiven Gesellschaft.«

          Oh, oh – da lehnt sich aber jemand sehr weit aus dem Fenster 🙂 Was gesunde, liebes-, lustvolle lebensbejahende und erhaltende Sexualität ist, bestimmt jetzt genau wer? Du hast nicht »Schwule und Lesben« gesagt, aber das liegt nur ein Komma entfernt davon – und komm mir jetzt nicht mit irgend einer Adorno-Scheiße.

          »Es gibt Süchte, bei denen psychotrope Substanzen (Alkohol, Psychopharmaka, Drogen) konsumiert werden«
          Ja, etwa so lange wie die Menschheit existiert.

          Symptome einer kranken, autodestruktiven Gesellschaft sind unter anderem auch, wenn Heilsbringer und Propheten all das, was sie für verwerflich und destruktiv halten, mit messianischem Eifer in einen Topf werfen, dreimal rühren, und die Pampe als Erklärung verkaufen.

          Dislike

          P.S. Die Geräusche verlierender Tennisspielerinnen könnte man übrigens ungefiltert für jeden BDSM-Porno verwenden. Diesen Hinweis nur noch aus ästetischer Sicht

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          • Publicviewer sagt:

            Es geht mir hier nicht ums Kiffen oder Rotweintrinken und genau so wenig wie man seiner Partnerin beim Vögeln vielleicht mal einen Klaps auf den Hintern gibt.
            Ich weiß die Grenzen sind fließend und die der Wahrnehmung auch, aber ich habe in meinem Leben, mittlerweile verstärkt Tendenzen erkannt, die diese Grenzen eindeutig sprengen.
            Zum Beispiel, das Leute nur noch Erregung empfinden wenn ihnen körperliche Schmerzen bereitet werden.
            Eine meiner Frauen ist Therapeutin und ihre Praxis und die einiger Kollegen sind voll von solchen Leuten.
            Und, wann Drogensucht pathologisch wird, brauche ich Dir doch nicht zu erklären… 😉

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          • „Eine meiner Frauen?“ WOW. Tennis + Vielweiberei. Ihr saudischen Prinzen seid zu beneiden …

            Fußball ist also kein Sport, sondern Ausdruck einer Todessehnsucht. Die Wette um einen Kasten Bier auch – und der Kasten Bier sowieso. Das ist ja eine steile These. Klingt nach einem Wochenendseminar in Vulgärpsychologie im Harz (steuerlich absetzbar). Da habe ich wohl völlig umsonst in diesen (allerdings nicht süchtig machenden) Psychologie-Seminaren und -Vorlesungen an der Uni gehockt. Danke für die kostenlose Weiterbildung.

            Tennis ist aber Ausdruck von … äh, was genau? Einer Fetischbeziehung zu weißen Klamotten? Sicher keine „Flucht in eine Spaß-Welt“ wie der Fußball, wenn man dort Selfmade-Gurus wie dich trifft. Habt ihr Todestriebverächter wenigstens gewonnen?

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          • pantoufle sagt:

            Klaps auf den Hintern – vielleicht mit einer Reitgerte? Fragt sich dann noch, auf wessen Hinterteil. Oder auch von vorne? Vielleicht wäre das aber schon zuviel. Die Nippel? Seine, während sie lächelt, oder ihre, weil sie so schön hervorstehen. Wer weiß?
            Etwas härter? Und vielleicht doch nicht nur auf den Hintern – weil man schon mal dabei ist. Sex ist nur schmutzig, wenn er richtig gemacht wird. Beiderseitig. Die einzige Grenze ist das Strafgesetzbuch. Fertig!

            Eine Therapeutin habe ich gerade nicht zur Hand – nur ein paar Leute (zu denen ich nicht gehöre), die diesen Schmerz zelebrieren und sich augenscheinlich recht wohl dabei fühlen. Die wiederum schauen mit einer lächelnden Nachsichtigkeit auf die Herde von verklemmten »Normalos«, die schon beim Anblick eines nackten Knies auf einer Werbetafel nach dem Staatsanwalt schreien. Leider landen genau diese Normalos nicht beim Therapeuten, sondern bei den Grünen. Oder der AFD.

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          • oblomow sagt:

            Pantoufle, man muß, ich bin’s, dem kiezschreiber dankbar sein, dass er den humorlosen lächler aus der reserve gelockt hat. Wenn da dann jemand hinter dem pfosten hervorgesprungen kommt, um sich zum vollpfosten zu machen, ist mir das ja eigentlich latte, hat jedoch großen unterhaltungswert – danke dafür. Und sucht – die schlimmste sucht ist doch die des sich gefallens in der missionarsstellung, die sucht des missionierens, n’est ce pas?

            So, und gleich geht’s los: zwei frankreichfreunde, der eine des französischen fußballs wegen, was franzosen bei einem deutschen jedesmal verwirrt, der andere der revolution wegen (man lese Jules Michelet) werden gleich grillen und dabei mehrere, ach was, viele flaschen bier trinken, dummes zeug erzählen und spaß haben. Und dann gilt der alte fußballerspruch: ob pfosten oder latte, das ist mir macchiato, das ding muß rein. (und sollte die EM der aufmüpfigen franzosen wegen ausfallen, werden wir jubeln ohne ende, wenn’s sein muss per soloautokorso mit frankreichflagge)

            Und zum schluß mal wieder ein gedicht:

            Fahnenlied der Neoanarchisten

            So geht mir doch!
            Was schert mich das?
            Ich bin nicht für die Eine.
            Ich schwing‘ nur Fahnen, die ich mag,
            Ich schwinge doch auch Deine.

            Ja, geht mir nur!
            Wie rührt mich das!
            Ich bin nun mal für Alle!
            Ich trage jede Erdenplag –
            Ich habe keine Galle.

            So geht mir doch!
            Was schert mich das?
            Ich darf mich nicht verrennen
            Und werd‘, so lang ich lachen mag,
            Euch Farbe nie bekennen.

            Ja, geht mir nur!
            Wie rührt mich das!
            Ich schwärme für die Weiten
            Und kämpfe nur beim Zechgelag‘ –
            Ich mag nicht nüchtern streiten.

            So geht mir doch!
            Ihr rührt mich nie!
            Ich liebe die Gescheidten.
            Es kommt ja doch der helle Tag –
            Es kommen andere Zeiten!

            Paul Scheerbart, 1897

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          • Publicviewer sagt:

            @Matthias Eberling
            Als wenn ich je etwas gegen Biertrinken geschrieben hätte???
            Tennis wird schon ewig nicht mehr in weiß gespielt.
            In Frankreich war das sogar schon in den 70ern nicht mehr opportun.
            1978 wurden so viel ich weiß auch die Bälle Gelb…lächel
            Und ..ja, ich lebe seit meiner Adoleszenz schon in offener Beziehung mit mehreren Frauen, da ich dem propagierten Beziehungsmodell nichts abgewinnen kann, weil es eben nicht funktioniert.
            Der Mensch ist halt nicht monogam.
            Ich beschäftige mich seit etwas mehr als 20 Jahren intensiv mit Psychologie und habe wohl seitdem mehr darüber gelesen als manch einer im Studium sich angeeignet hat, habe selbst 3 Jahre Therapie hinter mir um meine eigenen Süchte zu therapieren, aber vornehmlich wegen Tinnitus und Depression.
            Aber auch da weiß ich von was ich schreibe.

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          • pantoufle sagt:

            @oblomow
            Und bei Deiner Ball-Zeremonie wünsche ich Dir ganz furchtbar viel Spaß! Danke fürs Gedicht – wie immer und die Ermahnung. Ich schwacher Mensch…

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          • Publicviewer sagt:

            @ Oblomow
            Deine Folgerungen sind schlichtweg unsachlich unrichtig mit keinem oder nur ansatzweise Bezug auf meinen Beitrag.
            Dabei solltest Du eigentlich wissen wer ich bin.
            Ich habe lediglich eine Analyse unserer Gesellschaft zur Diskussion gestellt ohne dabei irgendjemanden anzugreifen
            Du folgerst aus dem nicht, und machst mir völlig falsche Unterstellunge, dabei könntest Du mich sogar kennen, wenn Du ein paar andere hier in der Blogroll aufgeführte Portale verfogt hättest.
            Da gäbe es bestimmt einige Ansätze die eine echte Diskussion wert wäre, aber das, was Du hier gerade abgeliefert hast ist wirklich erbärmlich…
            Das wollte ich dir einfach mal mitteilen, weil ansonsten große Stücke auf Dich gehalten habe.

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  7. pantoufle sagt:

    …Sportschau…
    Was habe ich da getan?

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  8. waswegmuss sagt:

    Ich vermisse hier etwas: Diese Dumpfbacken von Idiotenlaternenbestückern haben dem DFB 85% mehr für die Ligen bezahlt. War wohl noch Geld in der Zwangsabgabekasse.

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  9. Mitzi Irsaj sagt:

    So langsam komm ich in EM Stimmung….

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  10. @ publicviewer 19:43

    Du sprichst ausführlich über dich selbst, aber du beantwortest meine Fragen nicht und du belegst deine Thesen nicht. Das sollte doch mit deinem profunden Wissen kein Problem sein, oder?

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    • Publicviewer sagt:

      Moment mal…
      Du legst die von mir geschilderten Dinge einfach mal so aus, wie es Dir gerade in den Sinn kommt.
      Als ob ich was dagegen hätte um einen Kasten Bier zu wetten, oder ihn gar zu trinken???
      Oder von wegen „saudische Prinzen“???
      Ich verstehe jetzt nicht, warum ihr mir das so streng auslegt?
      Es ging mir um echte Süchte, wie ins Wettbüro zu gehen, Onlinepoker, Pferdewetten auf kommerzielle Art.
      Und Fußball gehört eben für mich mittlerweile dazu, da fast jedes wichtige gesellschaftliche Thema im Fußballwahn erstickt wird.
      Deswegen auch der Hinweiß auf die „Ersatzwelten“ oder gar Religionsersatz…
      Man sollte doch wohl eher erst einmal nachfragen wie was gemeint ist, wenn es themenbezogen gewisse Unstimmigkeiten und/oder deren Auslegung besteht, anstelle jemanden gleich niederzumachen.

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      • Sorry, das Spiel läuft – und bekanntlich wird ja „fast jedes wichtige gesellschaftliche Thema im Fußballwahn erstickt“. Lass uns mal am 11. Juli weiterdiskutieren.

        Voll auf dem Religionsmethadon Fußball:

        Der Kiezschreiber

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        • Publicviewer sagt:

          In deinem letzten Themenbaum nimmst Du die Deutschen im Autokorso ins Visier, aber schaust selber Fußball??
          Ich kann nicht verstehen, wie Leute mit linkem Gedankengut noch Fußball schauen?
          Ich könnte gut verstehen, weenn Du dieses System gut finden Würdest, davon profitierst und gerne Fußball schaust, aber wenn dem nicht so ist, mus man anfanfen diesen Scheiss eben nicht mehr mitzumachen.
          Und Fußball liegt bei mit an allererster Stelle. weil es systemkonformer gar nicht mehr geht.
          Ich habe mich damals gegen Fußball entschieden, weil es einfach ein unfaires Spiel ist, wo gehackt und getretreten werden darf sobald der Schiedsrichter nicht hinsieht, gespielt von Proleten, geleitet und verwaltet von korrupten konservativen Funktionären die in ihrer Hierachie einen ziemlich genauen Abgleich des Systems darstellen.
          Das war schon in den 70ern so und heute…….ist Fußball Zugpferd der neoliberalen Konsumgesellschaft.
          Ich war damals ziemlch gut im Fußball, aber ich konnte es einfach nicht mehr mit meinem ethisch-moralischem Gewissen vereinbaren, das weiter zu unterstützen, zudem ich andauernd durch Fauls gegnerischer Spieler verletzt wurde, die eindeutig vorsätzlich waren. Und das schon in der C Jugend
          Also sattelte ich auf Tennis um, ging nach Frankreich und wurde dort dann Spieler der „Premier Serie“, was der Bundesliga in etwa entspricht.
          Außerdem durfte ich dort auch schon mit 16Jahren, 125er fahren, was mich natürlich zusätzlich motivierte…;-)
          Ganz nach Robert Kurz: Die einzige Handlungsalternative ist „eine Kultur der
          Verweigerung“. Dies bedeute, „jede Mitverantwortung für ‚Marktwirtschaft
          und Demokratie‘ zu verweigern, nur noch ‚Dienst nach Vorschrift‘ zu
          machen und den kapitalistischen Betrieb zu sabotieren, wo immer das
          möglich ist“.

          UND DAS FÄNGT BEI FUßBALL AN

          Passiver Widerstand, ein paar Gedanken dazu. 1.4. 2008

          Die Grundnahrungsmittel in der Umgebung kaufen, achtet auf “Faire Trade”, wie zum Beispiel bei der Teekampagne, in Berlin.
          Kauft keine neuen Autos mehr, denn die alten sind meist viel billiger.
          Das ist mein Spezialgebiet, ihr könnt mir glauben, dass die neuen Autos
          allesamt eine Hightech-Wegwerf-Ware darstellen.
          Glaubt nicht an den Quatsch von Abgasnormen, niedrigeren Co2 Ausstoß, ist, wie man mittlerweile weiß, nur Volksverdummung.
          Die Verordnungen sind wie mit der Feinstaubplakette und vielen Anderem auch, eine absolute Verarschung.
          Breitbandbildschirme, Handys, PC´s auch mal ein paar Jahre länger benutzen, viele technische Geräte braucht sowieso kein Mensch.
          Erteilt dem Konsum eine klare Absage, kauft keine “Apple” Produkte mehr
          und kauft nicht bei Amazon, keine Markenklamotten, tankt
          kein E10 und spendet nicht an den WWF!!!(Der Pakt mit dem Panda anschauen).
          Reden, Diskutieren, Stellung beziehen….informiert euch….Und sucht nicht mehr mit “GOOGLE” sondern z.B. mit “IXQUICK” und stellt euer Betriebssystem endlich auf “LINUX” um.
          Kein Facebook, kein Twitter, Apple, GOOGLE, Instagramm und änliches, denn die sind alle direkt vernetzt mit der NSA und wollen uns deren Moral aufoktruieren.
          Organisiert euch in Foren die nicht eure Daten Sammeln!
          Macht euch mit dem „TOR“ Programm vetrtraut!!
          Keine Aktien und Börsenspekulationen, nehmt nicht vorschnell Kredite auf, am besten ihr verzichtet ganz darauf.
          Vergesst nicht, dass unser gesamtes System auf Kredite und unbegrenztes Wachstum aufgebaut ist.
          Treibt wieder Tauschhandel wenn irgend möglich.
          Das gleiche gilt für die Kreditkartenbenutzung und auch keine Smartphones, benutzt wieder Bargeld, das ist nicht zurück zu verfolgen.

          Schaut mal nach, ob ihr wirklich all Eure Versicherungen überhaupt braucht, die ihr Euch in all den Jahren angeschafft habt.
          Wenn die Menschen nur noch das kaufen würden, was sie wirklich
          benötigen, wird sich dieses System ganz schnell als ad acta bestätigen.

          Noch’n Gruß Der Viewer

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          • „Ich war damals ziemlch gut im Fußball, aber ich konnte es einfach nicht mehr mit meinem ethisch-moralischem Gewissen vereinbaren, das weiter zu unterstützen, zudem ich andauernd durch Fauls gegnerischer Spieler verletzt wurde, die eindeutig vorsätzlich waren.“

            Nein, du warst nie gut im Fußball, weil du gekniffen hast. Du hattest Angst, keine Gewissensbisse. Und weil du als Erwachsener noch rumheulen musst, dass die Fauls „eindeutig vorsätzlich“ waren. Du hast den Schwanz eingezogen und dich auf den Tennisplatz verkrümelt, das ist alles.

            Du bist auf dem Fußballplatz Typen begegnet, die sich einen Spaß daraus gemacht haben, geföhnten Susis wie dir die Beine wegzutreten. Mein Spitzname war damals „Blutgrätsche“. Wo sollte man den arroganten Zahnarztsöhnen sonst Respekt beibringen? Auf dem Fußballplatz, noch besser: im Hinterhof, nutzt dir der Reichtum von Papa eben nichts. Da braucht man echte Freunde und echtes Selbstbewusstsein, das nicht aus Vatis Brieftasche kommt. Du hattest mit 16 dein erstes Moped, ich meine erste Vorstrafe.

            P.S.: Ich habe nur Leergut, aber sicher kein linkes Gedankengut. Sieh dir die Linke im Netz an: Feynsinn, Spiegelfechter oder Jutta Dünnpfiff. Exzentrische Scharmützel von Splittergruppen und Einzelkämpfern. Jeder will der Heiland sein, keiner der Jünger. Es hat in diesem Jahrhundert nie eine deutsche Linke gegeben, die den Namen verdient hätte. Die Partei gleichen Namens am allerwenigsten.

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          • Publicviewer sagt:

            Im Übrigen, der kluge Verbrecher lässt sich nicht erwischen…. 😉

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  11. Stony sagt:

    „Einem Blogger gefällt dies“ – und einem weiteren Leser, wie ich hinzufügen möchte. Eingeschlossen (/insbesondere) jene Kommentare, welche die innervierenden .. [Abbruch des Gedankens]. Bin nur froh, während der Entwicklung des Kommentarstranges nicht zugegen gewesen zu sein.

    Special thanks @oblomow.

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  12. Publicviewer sagt:

    Geföhnte Susis… lach…das kannte ich noch nicht, aber ist trotzdem nicht zutreffend
    Ich komme zwar aus dem Großbürgertum aber ich musste alle meine Mopeds selbst bezahlen und auch den Lappen dafür ebenso, weil mein Papa die Reste vom Pomp vor meiner Zeit durchgebracht hatte….
    Wie schon erwähnt ist und war Tennis in Frankreisch VOLKSSPORT, auch oder gerade wegen diesem Umstand ich auch mit 15 dorthin gegangen war, weil der Tennisclub in Bankfurt für meine Eltern nicht zu bezahlen war.
    Ich habe mehrere Anklagen wegen Körperverletzung gehabt, aber beweisen konnte man mir nichts.
    Den Rest kann ich aus verständlichen Gründen hier nicht anführen… lächel

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