Die SPD, die SPD…

Die SPD hat in Niedersachsen gewonnen. Ist das jetzt gut oder nicht so gut? Ich gebe ja zu, auf das Ergebnis ein wenig gespannt gewartet zu haben. Natürlich nur etwas, weil Wahlen ja überhaupt nichts… und schon gar nicht die SPD.

Die SPD hat auch nicht gewonnen, sondern ist während der Schlußphase des Rennens in der Leitplanke gelandet, konnte aber weiterfahren. Immerhin ist sie nicht in den dahinter liegenden Abgrund gestürzt. Deswegen lacht Martin Chulz auch etwas zu laut und überlegt eifrig, ob er gar selber etwas mit dem Wahlsieg zu tun haben könnte. Hat er aber nicht, und im Grunde seines Herzens weiß der Würselener das auch, weswegen sein Lachen etwas schrill klingt. Aber der Leichnam von Oma SPD zuckt noch einmal; immerhin!

Der SPD-Genosse Stephan Weil ist nur mittelschlimm; ein bißchen schreibfaul vielleicht und deswegen läßt er sich gerne mal bei seinen Reden von VW aushelfen und vergibt Aufträge bevorzugt an SPD-nahe Agenturen. Ach gottchen! Dr. plag. rite Bernd Althusmann ist dagegen noch nie in einem halbwegs sitzenden Anzug gesehen worden und deswegen vermutlich auch abgestürzt. Ansonsten ist Weil in der SPD und nicht bei den Linken, womit auch eigentlich alles über ihn gesagt ist – Veränderungen in eine vernünftige Richtung sind weder von ihm noch von der SPD überhaupt zu erwarten. Man ist ja immer geneigt zu vergleichen. Gemessen an der Ultrarechts-Nazi-Koalition, die sich in Österreich abzeichnet, ist man über jede Atempause froh.
Wenn da nicht der kalte Krieger Boris Pistorius als als SPD-Innenminister wäre!

Warum die SPD auf den letzten Metern tatsächlich so zugelegt hat, ist dagegen ziemlich unklar. Die Redaktion der Schrottpresse vermutet Mitleid der Wähler. Ähnlich wie bei der AFD: Der gemeine Protestwähler hat sich bei der Bundestagswahl ausprotestiert und kehrt nun zum Alltag zurück. 6,2% sind zwar immer noch ca. 10% zuviel, aber wenigstens nicht zweistellig.

Der Niedersachse wählt ja nicht so gerne. 2013 lag die Beteiligung bei 58,4%, dieses Mal waren es immerhin 63,1%. Die AFD kann das Verfehlen ihrer Ziele also nicht mangelnder Wahlbeteiligung zuschreiben. Es lag wohl eher an dem selbst für AFD-Verhältnisse völlig desolaten Zustand der Nazi-Partei in Niedersachsen. Ebensowenig die Grünen, für die sinngemäß das selbe gilt. Minus fünf Prozent sind eine verdiente Klatsche. Ach ja, Grüne Personalien: Elke Twesten will sich nach Angaben von Spiegel-Online aus der Politik zurückziehen und in Buxtehude »Führungskompetenz« studieren. Das allerdings studiert man am besten in Buxtehude; im Zweitfach Krabbenpulen. Für alle Nichtniedersachsen sei erklärt, daß Buxtehude im Landkreis Stade liegt. Buxtehude thront 5m über der Nordsee, hat 525 Einwohner pro km² und die Adresse der Stadtverwaltung lautet Bahnhofsstraße 7. Der Name Buochstadon wird zum ersten Mal 959 n.C. urkundlich erwähnt. Eher unangenehm fiel Buxtehude in der Hochphase der Hexenverbrennung auf, aber Frau Twesten hätte sich ja auch eine andere Fachhochschule zum Erlernen von Führungskompetenz aussuchen können.

Rot-Grün verpasst Mehrheit in Niedersachsen knapp. Das ist die offizielle Schlagzeile. Wieder eines dieser Dinge, die ich nicht verstehe. Rot-Grün haben nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zusammen 67 Sitze, die CDU und eine ziemlich gerupfte FDP besetzen 61 Stühle. Das klingt eigentlich nach einer komfortablen Mehrheit. Ach so… AFD neun Sitze! Will jemand mit der AFD? Schwarz-Braun-Gelb ist die Haselnuss? Panzerhauptmann der Reserve Althusmann könnte eigentlich nur so… wir werden sehen!

Ach, und bevor ich es vergesse: Im Wahlbezirk Hannover II hat die Partei die Partei sensationelle 2% eingefahren. Da wartet ein gerütteltes Maß an Kompetenz darauf, Hannover und Niedersachsen in blühende Landschaften zu verwandeln!

»Die bisherige Ministeriumsstruktur soll durch Die PARTEI grundlegend reformiert werden. So finden sich neben dem klassischen Ministerium für Inneres und Sport (Marius Wolters) die neu strukturierten Ministerien für Wahrheit und Wissenschaft (Hendrik Bammel), für Tier und Bier (Dr. Christian Prachar), für Menstruation und Revolution (Jasmin Grobleben), für für Cyber und Dingsextremismus (Marc-Oliver Schrank), für  Kultur-, Konsumgüter und Familien (Anselm Roppel) sowie das Okkultusministerium (Sarah Müller). Weiterhin soll ein neues Ministerium für Gedöns unter der Leitung von Manfred Balzer sowie ein Mimimi-Ministerium unter Torsten Kobelt geschaffen werden. Das niedersächsische Finanzministerium soll hingegen seine Eigenständigkeit verlieren und in der Volkswagen Financial Services AG aufgehen. Heide Haas, angehende Ministerin für bedingungslose Wirtschaftsförderung erklärt: „Die Ausgliederung der Landesfinanzen an den VW-Konzern ist unser klares Bekenntnis zum Abbau unnötiger Bürokratie. Alleine die Einsparungen für Redenschreiber sind beträchtlich!“.«

Die nächste Wahl kommt bestimmt!

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2 Kommentare zu Die SPD, die SPD…

  1. bernd_r sagt:

    Wenn Du schon das Gedicht in Fraktur setzen mußt, gedenke bitte der abweichenden Form des sog. Schluß- oder “runden” Esses (bei den Genetiven Niedersachsens und Widukinds)! Auf daß dem geneigten Leser darob nicht grause…

    Cheers!

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    • Pantoufle sagt:

      Ich weiß, ich weiß. Aber ich hatte in dem Moment keine Lust mehr. War schon spät. Ich werde es bei nächster Gelegenheit nachholen. Morgen. Aber eigentlich sitze ich gerade an der Karre.
      Also gut: Morgen!

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