Die Reisenden

Manchmal muß man verreisen. Hoffentlich muß niemand verreisen, ohne zu wissen, ob er jemals wiederkommt. Oder dort, wohin es ihn schlägt, bleiben zu müssen.
Dieser Geruch haftet Hotels immer an. Vor allem den billigen, aber auch die, die sich die gehobene Klasse nennen, können sich davon nicht befreien. Ein Elend von Emigration und vertrieben sein, gegen daß jedes Haus im Stillen kämpft. Gesprochen wird, wenn überhaupt, immer von Herren zu Dienern. Sätze zwischen Gleich und Gleich existieren es nicht. Der Verkäufer im Mediamarkt ist ein Gott verglichen dem devoten Ton hier. Ich bin doch nicht blöd und zahle soviel, damit mir jemand vorschreibt, mit die Schuhe abzuputzen, bevor ich eintrete. Mit der Großmäuligkeit sinkt die Angst und so sind alle mäulig. Und Herr – Verzeihung: Dame von Welt.
Die Schweißperlen, die es kostet, den Koffer auf das Zimmer zu tragen mit einem Gesicht, das sagt: Es ist völlig normal für mich, 500€ für ein Zimmer zu zahlen – warum trägt niemand deinen Koffer?

In Hotels spricht man nicht. Es sei denn, man kommt nicht alleine. Die Einsamen müssen schweigen. Die Angestellten der Herberge laufen Gefahr, zu Nachbarn, Freunden zu werden. Weil man keine gemeinsame Gegenwart hat, beschwert man sich – mangels anderen Gesprächsthemen. Eigentlich möchten sie nur reden, irgend jemand haben, den man auf eine Tasse Tee oder ein Glas Wein einladen kann. Aber diese da sind hier zum arbeiten und dürfen nicht zwischendurch ein Stück Kuchen essen. Sie bevölkerten den ganzen Tag die Tische der Cafes und Restaurants, ließe man die Gäste gewähren. Denn die sind vor allem einsam. Man hat Rezeptionisten, Waschfrauen, Kofferträger und Türsteher, aber eigenartigerweise keine Person, die die Rolle eines Gesellschafters ausfüllt. „Die gnädige Frau wünschen Konversation? Aber gerne doch – da hinten wäre noch ein ruhige Ecke, da stört keiner – soll ich uns einen trockenen Sherry bestellen?“
Nein, es gibt keine Gesellschafter.

Der Fremde versuche es niemals an der Rezeption. Seit einiger Zeit haben sie dort Monitore von Computern auf den Tresen, von denen sie versuchen, die Antworten für die Gäste abzulesen. Frage nach einem anderen Zimmer, einem Restaurant oder den Öffnungszeiten für den örtlichen Zoo. Minutenlange Meditation – kann ich helfen? Nein, sie sucht noch. Wen das langweilt, kann eine reflektierende Stelle hinter dem Tresen, hinter dem Angestellten suchen, in der sich der Bildschirm spiegelt. Es gibt sie praktisch immer. Dort ist dann zu sehen, daß sich der Inhalt des Bildschirms niemals ändert, egal wie hektisch die Maus hin- und herflitzt. Nur nicht reden.

Großzügige Zimmer mit ausgesuchter Innenausstattung in bester Lage. Man sollte sich die Hotels nicht im Katalog oder im Reisebüro aussuchen. Sie verkaufen keine Wahrheiten, sondern eine Illusion. Reisen soll auch Abenteuer sein. Man kann nicht ins Kino gehen, um sich „Indiana Jones VI“ ansehen, im Reisebüro aber nach Meeresblick fragen.

Verkehrstechnisch günstige Lage: Wenn man mit dem eigenen Auto unterwegs ist, vor der Ankunft im Hotel noch einmal tanken. Der Geruch von Curry oder Bratwurst im dritten Stock gibt Auskunft über die Qualität der Hotelküche – oder deren Preisgestaltung. Diese praktischen, kleinen Campingkocher aber auch … Eigene Vorrate an Rotwein sind zu bevorzugen: Er braucht keine Kühlung. Der Kühlschrank? Ist grundsätzlich abgeschlossen. Es sei denn, man hat an der Rezeption seine Kreditkartennummer angegeben und die Versicherung unterschrieben, für jedes vorkommende Ereignis die volle Verantwortung zu übernehmen. Brände, Flugzeugabstürze und Saufgelage anderer Gäste, die zufällig deine Zimmernummer kennen. Wenn er nicht abgeschlossen ist, besitzt er diesen praktischen Mechanismus, der die Getränke bei der Entnahme automatisch zählt und unglaubliche Summen addiert. Funktionieren tut diese Maschine mit einem extrem empfindlich eingestellten Erdbebensensor, der beim heftigen Zuschlagen der Zimmertür die volle Punktzahl an die Rezeption sendet.
Rotwein also.
Wenn man ein gehässiger Gast ist, dann sucht man das Einzige, was sich in jedem Hotelzimmer zur Unterhaltung findet. Es liegt in der obersten Schublade des Nachtisches. Die Bibel. Dort sucht man das Kapitel mit Maria und Josef auf der Suche nach einer Herberge und deponiert dort ein Lesezeichen mit dem Hinweis: „Es hat sich nichts geändert! Nur die Ställe!“

Aber das ist nicht nett für den nächsten Gast. Der braucht vielleicht wirklich Erbauung und sucht dann ausgerechnet da.
Lass deinen Blick schweifen: Das alles ist hier, um dir Freude zu machen.

Ich bin ja grundsätzlich kein militärisch ausgerichteter Mensch. Grundsätzlich.

Aber : Die Konstrukteure von Badezimmeramarturen und ihre Gangsterkollegen der Fraktion Innenarchitektur möchte ich einmal im Leben auf einem nur für mich reservierten Kasernenhof schleifen.

In der ersten Reihe links („stehen sie gefälligst stramm, wenn ich sie anschreie!!“) steht der Erfinder des kugelgelagerten Duschkopfs, der wild und unberechenbar um sich spritzt, wenn man den Wasserhahn auch nur schief ansieht.

Links von ihm der Gannove mit dem Faible für Hochdruck-Heißreinigung. Automatische Umschaltung während des Duschvorgangs von eiskalt auf siedend. („Ihnen reiß ich den Arsch soweit auf, das ein Panzer darin wenden kann!!“).
Dann die armen Würstchen von Innenarchitekten, unfähig, den Lauf des Wassers auch nur zu ahnen. Mister „schiefe Ebene zur Tür“, Herr „Klapp-Glastüren statt Duschvorhang“ und der debile Vollidiot „Nasszelle“.
Kein Uniformzwang! Gehobene Freizeitkleidung ist vollkommen ausreichend.
Zum Aufwärmen dürfen sie an einem regnerischen Morgen der bekannten Trend-Sportart „Mountain-Rolling“ huldigen ( Bergwandern mit Rollschuhen); einmal Großglockner und zurück. Nach einem knappen, aber nahrhaften Mittagessen ( Wassersuppe mit Seifeneinlage nach Art des Hauses) steht Erdkunde auf dem Programm. Die lasse ich durch den Dreck robben, das sie ihre eigene Mutter nicht wiedererkennt! Gegen Abend gibt es zum Abschluß großes Gülletauchen. Angetan mit Badehose und Schnorchel können diese Aasgeier ihre erschwindelten Rolex-Uhren aus einem mit Jauche gefüllten Swimmingpool fischen.
Zum krönenden Abschluß eines wunderbaren Tages sehe ich ihnen beim Versuch zu, sich mit ihren Kreationen zu reinigen. Der Kerl mit dem Wasserschalter „heiß/kalt/an/aus“ darf baden („setz dich nur hin, das warme Wasser kommt sofort… dürfen es noch ein paar Eiswürfel mehr sein?“).
Einer geht duschen, während andere versuchen muß, das zur Tür herauslaufende Wasser mit einem Teelöffel aufzuhalten.

Der Nasszellen-Trottel darf sich mit dem tropfenden, zerfließenden Klumpen Klopapier den Arsch abwischen , während sein Kollege sich eine Blasenentzündung beim Versuch des Zähneputzens holt – stehendes Wasser: Kniehoch!!
Ich mach sie fertig…die werden für immer an mich denken – denen dreh ich den Hals um! Wenn ich die in die Finger kriege…

Aber das nur nebenbei.


Daß der Mann hinter der Bar ein geborener Psychologe und geduldiger Zuhörer ist, hat Hollywood seit Erfindung des Tonfilms in Absprache mit der fuselerzeugenden Industrie erfolgreich verkauft. Es stimmt so wenig wie Sam es noch einmal spielt. Casablanca ist in Afrika, nicht in Duisburg. Die Hochleistungsarbeiter im Namen der gehobenen Gastlichkeit schenken Bier in extra dafür angefertigte, sektkelchgroße Gläslein ein zu Preisen wie beim Oktoberfest, nur daß man dort statt der Kelche Eimer bekommt. Warum ist es eigentlich so schwer, Maß zu halten.

Der Mann am Klavier ist abgebrochener Musikstudent. Mittwoch und Freitag gibt er Unterricht am Pianoforte, am Wochenende spielt er in einem Orchester für neue Musik. Ganz neuer Musik. Und das Orchester ist eigentlich eher eine Zusammenrottung von Menschen, die ihrer Liebe für Stockhausen und Jean Sibelius nirgendwo anders nachgehen können als in diesen gemeinsamen, einsamen Treffen am Wochenende. Danach gehen sie zum Griechen. Wenn er bei seinen Treffen ist, vertritt ihn seine Freundin. Beiden gemein ist, daß sie die Musik, die sie hier spielen müssen, hassen. Diesen Hass hört man aus jeder Note, jedem Anschlag; selbst das Ausschwingen der Seite wispert „war es nicht unwürdig?“ Der stiernackige Verschwitzte bestellt „Yesterday“. Das könnte ihm einen Grund liefern, etwas dichter an die Dame in diesem infamen Kleid heranzurücken, deren Parfüm den Genuss eines guten Cognacs verbietet. Warum haben sie nur das Rauchen verboten? Jetzt muß man sie riechen – Schweiß harmoniert erheblich schlechter zu Armagnac als der Duft einer Zigarre. Überall Krümel, die aus den Schälchen für Salzigkeiten fallen, die zu jedem Getränk gereicht werden. „Sie haben eine Flasche wunderbar stahligen Riesling, mineralisch und zufällig in der richtigen Temperatur? Nehmen sie doch ein paar Salzstangen dazu!“
Warum nicht gleich Schokolade.
Tröpfcheninfektion ist eine Erfindung der Mediziner. Gäbe es sie wirklich, wären hier alle tot. Der Lärm von Yesterday rückt die Köpfe aneinander. Die Gesetze der Modulation von Schallquellen und die Sprachverständlichkeit folgen strengen Gesetzen, die hier alle verletzt werden. Rückt aneinander. Den ganzen Tag wollte niemand zuhören, jetzt kann es keiner. Das Piano ist ein elektrisches und hat einen Knopf, an dem man es lauter machen kann. Das Clubsandwich am Nebentisch verbreitet kaltes Geflügel mit Weichbrot, Yesterday lacht viel zu laut dicht an ihren Beinen, an denen der Rock hochgerutscht ist. Das Schälchen fällt um, sie greift danach und er beugt sich über sie … sieh nicht hin, riech nicht hin.

Die Tische stehen viel zu dicht. Lange, gewundene Fluchtwege.

Eine nachträgliche, unerlässliche Anmerkung in eigener Sache.
Ich habe diese kleinen Bemerkungen unter anderem aus zwei verschiedenen Gründen geschrieben:

Der erste war die eMail einer lieben Bekannten, die ich vor einiger Zeit bekam. Sie fühlte sich in ihrem Hotel nicht besonders wohl und war so freundlich, mir das mitzuteilen. Der andere Grund bestand aus einer Serie von Bildern, die ich vor kurzem fertiggestellt habe. Diese Photos könnte man „ich möchte überall sein, nur nicht hier“ nennen. Das Wochenende bot sich an, mal eine kleine Verbindung zwischen Photos und kurzen Bemerkungen über Hotels zu versuchen.

Dabei habe ich einen furchtbaren Fehler begangen! Ich habe unerklärlicherweise vollkommen vergessen, daß sich unter meinen Lesern auch ein Architekturbüro ausgerechnet für Hotels befindet. Diese ehrenwerten Architekten sind hier Opfer meiner Polemik geworden, meiner Lust, gelegentlich nicht das Florett, sondern die Holzlatte mit dem rostigen Nagel am Ende zu verwenden.
ENTSCHULDIGUNG!

Entschuldigung nicht wegen dem Geschriebenen, aber wegen der ungerechten Platzhalterfunktion, die dieser Beruf dann ertragen muß, wenn der Reisende sich irgend jemanden zum draufhauen aussucht.

Ich sehe die durchaus berechtigten, kritischen Anmerkungen als Auftrag, das nächste Mal über die Vorzüge einiger Hotels und ihre vollkommen gelungene Innenaustattung zu berichten. Auch die gibt es und dabei auch solche, die durch liebevollen, persönlichen Service auffielen.

Die nebenbei überaus lesenswerte Webseite dieser Architekten befindet sich übrigens hier:LINK

Mit zerknittertem Gruß

das Pantoufle und sein Köter

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0 Kommentare zu Die Reisenden

  1. FF sagt:

    Hotels… nur noch eine einzige Enttäuschung, weltweit. Seelenlose, genormte, von Einheitsfloskeln ausspuckenden Automatenmenschen bediente Übernachtungsmaschinen, die sich – neuerdings nur noch gegen Vorabzahlung – lustlos und gleichgültig in Gang setzen.

    Ach ja, und überteuert sind sie selbstverständlich auch. „Frühstück exklusive!“ – nochmal 15 Euro drauf, nur für paar verkackte Semmeln, lauwarmen Kaffee und schäbige Discounter-Salami. Na klar doch.

    PS.: Habe mir wieder eine Camping-Ausrüstung zugelegt. Fickt euch, ihr Hotelknechte.

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  2. FF sagt:

    Nachtrag: ach ja, und wenn man das Pech hat, in einer Stadt zu stranden, in der gerade irgendeine verkackte „Messe“ stattfindet – Baumaschinen, Vibratoren, Gewürzgurken, Gartenzwerge, Solarmodule, whatever – ja, dann kostet ein verficktes Hotelzimmer nicht mehr 69, sondern 259 Euro… In der ganzen Stadt, versteht sich.

    PS.: Eben erst erlebt. Deswegen noch ein herzhaftes „Hotelknechte-fickt-euch-ins-Knie“ obendrauf. Sorry for that. 😉

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  3. Pingback: Pantoufle « Serendipity Suite

  4. pantoufle sagt:

    Ach FF: Das sollte man auch nicht machen! Oder ein Jahr im Voraus reservieren 🙂 Mitwohnzentrale? Sonst bleibt tatsächlich nur, sich diesen modernen Raubrittern vor die Füsse zu werfen und den Inhalt seines Portemonnaie zu Füssen der Räuber in der Hoffnung auf Gnade auszubreiten.
    Camping – gar keine schlechte Idee! Unvergessene Lagerfeuer bei der Interski 2012.

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  5. Die interessantesten Hotels, die ich kennengelernt habe, gibt es alle nicht mehr. Das waren die im Laufe ihrer langen Geschichte heruntergekommenen ehemaligen Grand Hotels. Das Alfa in Luxemburg gegenüber vom Bahnhof, das Borges in Lissabon …
    Heute gehören die alle irgendwelchen Ketten, sind renoviert und teuer („Mercure Grand Alfa“) und haben dafür ihren „Charakter“ und ihre Atmosphäre verloren. Geld und Geschmack (auch „Stil“ genannt), das geht anscheinend irgendwie nicht mehr zusammen.

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  6. FF sagt:

    @ Alexa:

    Exakt. Die Ketten sind wirklich die Pest. Man nehme eine mäßig interessante Stadt wie Danzig: das ehemals realsozialistischste aller Hotels – ein scheußliches Hochhaus – gehört nun auch zu „Mercure“ – Einzelzimmerpreise im Sommer weit jenseits der 250-Euro-Marke.

    Frage mich ohnehin, wie zum Teufel diese Gastro-Vampire noch auf ihre Kosten kommen bzw. wer diese Phantasiepreise bezahlt. Okay, ist Geschichte, aber: als ich in den späten 90ern oft in Bonn zu tun hatte, nächtigte ich in einem kleinen Hotel paar km außerhalb, Richtung Meckenheim. Kostenfaktor Einzelzimmer/Frühstück: 41 DM. Wißt ihr, was die mittlerweile verlangen: 79 Euro, ohne Frühstück. Also locker das Vierfache…

    Hoffentlich ersticken sie dran.

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  7. FF sagt:

    Sorry, daß ich zum Thema „Hotel“ so ins Plaudern gerate: Fano, italienische Adria, vorletzten Sommer. Abends eingecheckt. Hotel eher untere Mittelklasse. Doppelzimmer, Kostenfaktor 85 Euro. „Tutto completti“? „Si, si.“

    Drei Tage später, beim Auschecken: ja, also, die 85 Euro seien „pro Person“ gemeint gewesen. Zähneknirschend gezahlt. Was bleibt einem übrig…

    Dann: die schicksalhafte Wendung. Das Kartenlesegerät funktionierte nicht! Und dann – Gott persönlich greift ein – der einzige Bancomat im Kaff: defekt… Nach großem Palaver darauf verständigt, daß wir die Kohle überweisen.

    Ihr dürft jetzt raten, ob ich den Knilchen a.) alles, b.) die Hälfte, c.) nix, oder d.), einen toten Fisch überwiesen habe.

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    • Alexa K. sagt:

      Ich tippe auf d.) 😉

      Solches Glück hatte ich auch mal. Da ich offenbar wie ein Verbrecher aussehe, wollte der Rezeptionist, daß ich einen Blankoscheck als Sicherheit hinterlege. (Kreditkarte hatte ich keine.) Beim Auschecken war der Blankoscheck dann verschwunden. Mein Angebot an die Rezeption: ich zahle die Rechnung, sobald der Scheck wieder aufgetaucht ist…

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  8. pantoufle sagt:

    @Alexa Ganz genau! Da bringst Du mich auf was. Stimmt schon: 99% sind verschwunden, aber da kann ich mich an 3,4 erinnern … ist noch nicht sooo lange her. Eines in Belgien, eines in Schottland … 2 in Schottland ….. Mal sehen, was ich da noch zusammenstoppeln kann.
    Mensch, das ist überhaupt mal eine Idee. Vieleicht haben die Kollegen von Serendipity Suite.de da noch Ideen. Alte Hotels … vorher – nachher. Das riecht nach Kamerafutter.
    P.S. Und um die Reihe fortzusetzen: Das Atlantic in Hamburg ist auch ein schönes Beispiel dafür, wie man ein eigentlich großartiges Hotel durch Personalfehlplanung in eine Bahnhofsgaststätte verwandeln kann.(Aufschrei des Verbandes deutscher Bahnhofsgaststättenbetreiber! Nein, die gemeine Bahnhofsgaststätte ist erheblich besser als ihr Ruf!!“ Ebenfalls Aufschrei des Managment des Atlantic: Ne, ne, meine Herrschaften! Mehrere Stunden auf ca. 30 Zimmer gewartet (1/2 Jahr vorbestellt), während des Wartens den angebotenen Kaffee angenommen, der dann über 4€ kostete – von der Qualität der Plörre ganz zu schweigen! So ging das tagelang weiter! Und die Kollegen haben berichtet, daß das kein Einzelfall war. Immer schön vorsichtig, wenn Rock&Roll-Crews buchen. Die haben Gedächnisse wie Elephanten!

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  11. gnaddrig sagt:

    Das Verschwinden origineller Hotels und die krebsartige Verbreitung von Hotelketten passt eigentlich gut zu dem, was auch anderweitig zu beobachten ist: Die Innenstädte sehen sich alle immer ähnlicher. Überall finden sich die gleichen Läden derselben Ketten, derselbe Stil, dasselbe Angebot. Ich kann das jetzt nicht quantifizieren, aber der Anteil der Läden, die es genauso auch noch in ein paar Dutzend anderen Städten gibt, nimmt gefühlt zu. Kein Wunder, dass es mit Hotels ähnlich ist.

    Ganz allgemein habe ich den Eindruck, dass alles immer mehr optimiert und glattgelutscht wird, dass es immer weniger Mut zu Originalität, Verschrobenheit und Lücke gibt. Die Welt mag dadurch zwar funktionaler werden, aber sie wird auch ärmer. Schade eigentlich.

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    • A. K. sagt:

      Stimmt. Das Problem betrifft nicht nur die Hotels, sondern überhaupt die Städte. Und zwar inzwischen praktisch weltweit. Reisen ist heute unnötig. Es ist überall gleich beschissen.

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      • FF sagt:

        @ Das ist leider richtig! Reisen im herkömmlichen Sinne – sprich irgendwo hingurken und vor Ort dann als dämlicher „Tourist“ aka natürliches Opfer der Gastro-Mafia ins gierige Händchen fallen – ist wirklich unnötig. Zumal ich mir in diesem Interdings genau angucken kann, wie z.B. die verkackten Pyramiden aussehen.

        Was noch geht, ist individueller Kram. Zu Fuß quer durch die Pyrenäen, im Kanu bis zum Schwarzen Meer, mit dem Fahrrad die (alte) innerdeutsche Grenze entlang. Möglichst autark.

        Mit Familie ist natürlich der Spaß vorbei. So schnell kommt man mit dem Gelddrucken gar nicht nach, wie da die Scheine nach allen Richtungen wegflattern… 😉

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  12. FF sagt:

    @gnaddrig

    „Immer mehr optimiert und glattgelutscht“, ja, „funktionaler“ nein. Eher einheitlicher, uniformer und teurer. „Städtereisen“ in Deutschland erübrigen sich mittlerweile eigentlich. Sieht eh alles gleich aus. Kennst du eine, kennst du alle.

    Die neuesten „Krebszellen“ sind übrigens diese Fake-Bäckereien aka „Backbude“ o.ä. Verdrängen die richtigen, echten Bäckereien und tun dann so, als würden sie irgendwas „ofenfrisch“ backen, während sie in Wirklichkeit schäbige Teiglinge aus Bulgarien, China, Südafrika, Lummerland etc. aufwärmen. Und zusammen mit „Kaffee-“ oder „Teespezialitäten“ zu Phantasiepreisen verhökern… Ein belegtes Brötchen für 3,50 Euro aufwärts.

    Hoffentlich braten oder „backen“ diese Gangster später mal allesamt in der Hölle. Als Teiglinge…

    PS.: Habe mir kürzlich wieder eine schöne Thermoskanne gekauft.

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  13. gnaddrig sagt:

    @ FF: Naja, schon auch funktionaler: Man kennt sich fast überall aus, oder findet zumindest fast überall vertraute Läden. Das kann die Orientierung in fremden Städten und Ländern erleichtern, kann langes Suchen und böse Überraschungen vermeiden helfen. Tut es sicher nicht immer. Die Tendenz zum standardisierten Normalverbraucher, der immer dasselbe konsumiert, egal wo er sich aufhält, ist sicher vorhanden. Weniger Vielfalt, mehr Einheitlichkeit, mehr Berechenbarkeit machen alles leichter plan- und steuerbar und damit auch funktionaler. Ob das schön ist oder wünschenswert, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    P.S.: Termoskanne? Wofür denn das?

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  14. FF sagt:

    @gnaddrig
    Für richtigen Kaffee. Und eine für richtigen Tee. Je nachdem… Schickes Teil. Könnte fast ’ne App sein. 😉

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    • gnaddrig sagt:

      @ FF: Das hatte ich befürchtet 😉 Ich mag das Zeug ja lieber frisch. Wenn kein unabhängiger Kaffeekocher zu finden ist zur Not auch von ’nem Laden, den es genauso auch in Seattle, Tokio oder Kassel gibt. Aber klar, die Thermoskanne macht einen unabhängiger, auch wenn der Kaffee darin schnell muffig wird und es der Milch, wenn man denn welche reintut, auch nicht eben guttut.

      Und eine gute Thermoskanne kann natürlich ästhetisch was hermachen, das kann ich gut nachvollziehen: Ansprechendes Design, gutes Material, sowas macht dann einfach Spaß, fast egal, was man reingetan hat.

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  15. einuhr sagt:

    wie wäre es das nächste mal mit der anmietung einer kleinen wohnung? in berlin und budapest sogar bezahlbar und wesentlich angenehmer als diese merkwürdig lächelnden rezeptionisten.ansonsten sind kleinere hotels immer noch die bessere wahl. da kann man richtig glück haben und mit dem barmann abends noch schwadronieren.

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    • pantoufle sagt:

      Das hätte ich gerne gemacht – nur hatte ich keine Wahl. Die Hotels verfolgten mich in Folge meines Berufs, nicht selber gebucht und gottseidank nicht selber bezahlt. Bis auf die „Nebenkosten“ und die Nerven.
      Als Angehöriger einer sozialen Schicht, die diese Hotels nur ungern beherbergen, habe ich auf diese Art ein gerütteltes Übermaß an Erfahrungen, nach denen ich nie gefragt habe. Wenn ich privat reise, dann mit meinem Motorrad und einem Schlafsack. Darin kann man eine Flasche Riesling und ein Glas transportieren, im Tankrucksack die Kamera und braucht sich nicht um Barkeeper oder ähnliches Volk zu kümmern.

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      • einuhr sagt:

        wohl war. letzteres ist immer noch eine sehr angenehme art zu reisen. nur in deutschland ist es dann wieder schwierig irgendwo mit seinem schlafsack ruhe zu finden. gibt es doch immer findige förster oder bauern, die einem das wohlverdiente schläfchen unter dem auserwählten apfelbaum madig machen wollen. überall gibts was zu meckern, schlimm ist das 🙂

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