Die Meinungssaftpresse im ZDF

kaeser

Sieg durch technisches K.O. in der ersten Runde

Manchmal habe ich den Kapitalismus richtig lieb. Oder wenigstens einige Vertreter – den sogenannten Kapitalisten. Mein Zuneigung gilt in diesem Falle Joe Kaeser, seines Zeichens Siemens-Chef und Interviewpartner im ZDF Heute-Journal.
Natürlich ist die Schrottpresse nicht das einzige Qualitätsmedium, das sich dieses Interviews angenommen hat. Der Impuls kam von den Nachdenkseiten, wo ein langsam, aber sicher schneller rotierender Albrecht Müller in den letzten Tagen laut darüber spekuliert, ob es eine Zentralstelle »Deutungshoheit für kalte Krieger« gibt, die der Journailie dort ein Zettel in den Mund legt wie einem Golem, auf das sie wissen, was zu sagen ist.

Was Claus Kleber vom ZDF während dieses Interviews an Mimik und Gestik abliefert, scheint Müllers These zu bestätigen; von der kabarettartigen Szenerie eines moralisch äußerst empörten Moderators und seinem amüsiert lächelnden Gegenstück ganz abgesehen.
Das ZDF-Einmann-Tribunal versucht einen nüchtern-sachlichen Siemens-Chef auf Linie zu bringen: Man muß sich das ansehen, solange es noch im Netz verfügbar ist. Die Halbwertszeit dieses Videos würde die Redaktion der Schrottpresse als recht kurz ansetzen, weshalb es am Ende des Textes auch eine Transkription des Interviews gibt (jeder, der das gebrauchen kann, darf sich gerne bedienen).

Ob Albrecht Müller bei seiner Vermutung recht hat oder nicht, spielt keine Rolle. Er hat in der Beobachtung des Phänomens recht und das ist schlimm genug. Ob es der unerträgliche Spiegel Online ist, der livetickerartige Countdown zum Krieg beim Stern, das Handelsblatt oder FAZ. Ihnen gemeinsam ist ein bis zur Übelkeit erregender Rückfall der Sprachregelung in die frühen sechziger Jahre.
Müller nennt Namen bei den Nachdenkseiten, man lese sich das durch und ziehe seine Schlüsse. Nein, ich bin nicht der Meinung, daß es eine Basis für eine Verschwörungstheorie gibt. Aber es gibt genügend Interessen, die es nahelegen, massive Einflussnahme verschiedener Stellen als Tatsache zu unterstellen, wenn auch nicht alle so weit gehen wie das Handelsblatt-Online, das sich nicht schämt, eine Liste von »Putin-Verstehern« zu veröffentlichen. Das Motto »Tot oder lebendig« hat man sich zwar bis auf Weiteres geschenkt, aber die Intension ist nicht zu übersehen.

Und wo wir gerade bei Putin sind: Die Kampfparole »Putin-Versteher« ist nur ein weiterer Beweis dafür, daß momentan von allen meinungsbildenden Publikationen Geschichtsbücher zu den unterbewerteten Lernmitteln zählen. Zu Unrecht! Wer auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage ist, warum Putin innerhalb Russlands einen so dramatischen Sympathiezuwachs hat, könnte dort fündig werden. Die neuere Geschichte reicht: Die DDR als letzte Osterweiterung der NATO wurde von Polen und Rumänien überholt – es soll die Ukraine folgen. Da würde mancher nervös werden; dazu muß man nicht Wladimir Wladimirowitsch Putin heißen.
Aber all das spielt ja schon gar keine Rolle mehr. Die Freude über Sechs Richtige für die amerikanische Außenpolitik läßt sich von fortgesetzten Vertragsbrüchen nicht trüben. Obamas Stinkefinger, wenn er von einer »Regionalmacht Russland« spricht, markiert das Ende einer nachvollziehbaren Außenpolitik der westlichen Allianz. Als Bestätigung dafür, daß der US-Präsident damit den Nerv seiner Gipfelpartner in Den Haag traf, schenkte man ihm einen devoten Kniefall. Peinlich ist ein schwaches Wort für dieses untertänige Vasallentum.

Nun aber für diejenigen, die das Interview zwischen dem Polit-Kommissar Claus Kleber und dem Kapitalisten Joe Kaeser lieber noch einmal lesen statt ansehen wollen: Auch das hat seinen speziellen Reiz!

C.K.
Siemens, das Unternehmen, das Joe Kaeser leitet, ist nicht irgend ein Betrieb. Siemens steht mit seiner Größe und seiner Geschichte auch für Deutschland! Mit dem im Hintergrund, Herr Kaeser, was haben Sie sich bei ihrem Freundschaftsbesuch in Moskau zu diesem Zeitpunkt gedacht?

»Also, zunächst einmal, daß dieser Besuch ja schon sehr lange geplant war und daß wir uns von kurzfristigen Turbulenzen nicht in unserer langfristigen Planung nicht übermäßig leiten lassen.«

C.K.
Kurzfristige Turbulenzen: Das meint das Weltereignis des russischen Eingreifens in der Ukraine, des – wenn man so will – Diebstahls der Krim, der internationalen Krisen. Da ist Turbulenzen ein Ausdruck, der die Sache künstlich klein machen will.

»Ach, das glaube ich nicht! Wenn Sie sehen, daß Siemens bereits seit 160 Jahren in Russland ist, so haben wir doch in dieser Zeit eine Reihe von Herausforderungen gemeinsam gemeistert und auch einige Chancen gemeinsam ergriffen. In Sofern, meine ich, ist es gut wenn man im Dialog bleibt und dann auch die Dinge, die einem im Weg stehen miteinander bespricht und nach Lösungen sucht.«

C.K.
Wir berichten immer wieder aus Russland, wie in der Innenpolitik, wie in den Medien, wie in der Kunst, wie in Prozessen und in der Außenpolitik von Putin die Zügel angezogen werden. Und Sie reden heute in Moskau von einer Wertegemeinschaft? An was für Werte ist da gedacht? Sicher nicht nur in Dollar und Euro?

»Nein, es ist der Wert, den ein Unternehmen auch einer Gesellschaft erbringen kann, indem es dazu beiträgt, daß eine Volkswirtschaft sich gut entwickelt. Das fängt bei der Energiepolitik an, geht über die Infrastruktur bishin zur Gesundheitversorgung«

C.K.
Daß Sie segensreiche Produkt bauen, will ich in diesem Gespräch ganz sicher nicht abstreiten. Die Frage ist, wie man sich gegen Russland im Moment verhält und da ist Ihr Besuch eindeutig ein Zeichen gegen alles, was im Moment von Merkel bis Obama von Nato bis EU und OSZE, gegen und mit Russland unternommen wird. Sie besuchen da ein Land, das im Moment niemanden mehr hat, der im Weltsicherheitsrat auf seiner Seite abstimmt und es gibt konkrete Gründe dafür!

»(also momentan suchen wir unsere *unverständlich*) und wir haben unsere Grundvereinbarungen getroffen, die wir natürlich auch einhalten. Das schließt ja auch nicht aus, daß wir das Primat der Politk nicht respektieren würden. Das machen wir selbstverständlich.
Aber wir setzen auf Dialog, wir setzen auf Verständigung und wir setzen auch auf langfristige Entwicklung der Gesellschaft und damit auch diese Werte.«

C.K.
Herr Kaeser, Ihnen kann nicht entgangen sein, daß Sie mit dem heutigen Besuch konterkarieren, was die gesamte westliche Politik im Moment versucht aufzubauen. Nämlich eine Kulisse, die Russland sagt, es gibt ein internationales Verhalten, was nicht toleriert wird, für das ein Preis bezahlt werden muß und das Russland ändern soll. Haben Sie auch darüber mit Herrn Putin gesprochen?

»Wir haben auch darüber gesprochen, das ist vollkommen klar. Wir haben darüber gesprochen, daß eben Werte in der Welt zu respektieren sind. Ich habe Herrn Putin auch deutlich gemacht, das wir das Primat der Politik als Unternehmen, das in einer langfristigen Entwicklung mit all unseren Kunden interessiert ist, das selbstverständlich respektieren und im Übrigen, wenn ich heute die Kommentare auch einflußreicher Altbundeskanzler da so bewerte, fühlt man sich nicht besonders allein. Im Übrigen haben Sie sicherlich auch gelesen, daß gerade eine Weltraummission unterwegs ist mit zwei Russen und einem Amerikaner. Auch dort setzt man auf langfristige entwicklung der Beziehungen und der Stabilität miteinander.«

C.K.
Die haben im Moment Anlegeprobleme, die Astronauten. Vielleicht ist das ein Symbol für anderes. Ein weiters Symbol war mit Ihnen im Raum. Der Eisenbahnchef Russlands, den Sie mit Sicherheit gut kennen. Der gehört zu den 20 Glücklichen, die jetzt nicht mehr in die EU und nach Amerika reisen dürfen. Er wird mit Sanktionen belegt. Sie unterhalten sich mit ihm und schließen im Idealfall Geschäfte mit ihm ab. Das passt doch nicht zusammen?

»In erster Linie schließen wir Geschäfte nicht mit den Menschen ab, die zu einer bestimmeten zufällig Unternehmen leiten, sondern mit den Unternehmen als Ganzes und da sind Einzelpersonen in aller Regel zweitrangig.«

C.K.
Ist das Ihr unernehmerisches Kalkül, daß Sie diese kleine Turbulenz einfach mit Kurshalten überwinden können wie eine Diesel- oder Elektrolok von Siemens und am Ende wieder genau so gute Geschäfte mit Moskau machen können – ungestört – und sich alter treuer Freund auch in Krisen bewährt haben? Ist daß das Ziel?

»Es geht hier weniger um Kalkül und schon gar nicht um Populismus, sondern es geht darum daß wir langfristig die Beziehungen auch honorieren und versuchen, über den Dialog die Verständigung nach Vorne zu bringen.«

C.K.
Haben Sie die Bundeskanzlerin vor Ihrer Reise informiert, daß Sie in Moskau diesen Termin haben?

»Wir haben das Bundeskanzleramt natürlich vorher informiert und auch dort keine Widerstände irgendwelcher Art erhalten.«

C.K.
Wie lange habe Sie im Vorzimmer heute auf Herrn Putin warten müssen?

»Also: Das ist, glaube ich, im Durchschnitt dessen, was man üblicherweise tut. Wir hatten eine knappe Stunde Wartezeit. Aber das nimmt man gerne in Kauf, wenn es dazu beitragen kann, die Verständigung nach Vorne zu bringen.«

C.K.
Und am Ende auch wieder gute Geschäfte mit Russland zu machen?

»Zunächst einmal geht es um den Dialog nach Vorne, daß wir die Dinge, die wir miteinander vereinbart haben, nach vorne bringen. Hier geht es nicht nur um politische Auseinandersetzungen. Es geht auch darum, daß wir einem Land und seinen Menschen dort Arbeitsplätze und Perspektiven bieten.«

C.K.
Danke für dieses Gespräch!

»Sehr gern!«

Heise.de. Die wahrhaften Putin-Versteher

Was sagen denn die Märkte so?

Hier einmal zu Flatter, der das kommentiert hat.

Und hier zu Frank Schirrmacher, der das auch kommentiert (Oh Gott – ein Link zu Schirrmacher. Ist aber trotzdem gut)

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0 Kommentare zu Die Meinungssaftpresse im ZDF

  1. Publicviewer sagt:

    Die Unternehmen denken so, das ist doch nichts neues…

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    • pantoufle sagt:

      Nö! Neu ist das nicht, aber im Moment die einzig wahrnehmbare Stimme der Vernunft. Der Rest, der eigentlich aufstehen und losbrüllen müßte, hält sich ja eher bedeckt. Bestenfalls sagt man: Das ist ja nichts Neues. Das haben sie 1914 vermutlich auch gesagt.

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  2. flatter sagt:

    Mist, und ich habe schon die für mich relevanten Teile abgeschrieben. Nachher mal vergleichen 😉

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  3. pantoufle sagt:

    Moin Flatter
    Bis auf das eine gekennzeichnete Genuschel hab ich das recht genau überprüft. Aber sach bitte, wenn Du was findest.

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  4. der Doctor sagt:

    Fast alle namhaften deutschen Unternehmen investieren in Russland.,daher wird es auch keine harten Wirtschaftssanktionen geben,das gefährdet doch unsere Wettbewerbsfähigkeit.Wenn Herr Kleber da schockiert ist ,hat er die Redensart „Geld stinkt nicht“,nicht verstanden.Internationalen Konzern war es schon immer egal,ob sie nun in demokratischen Ländern investieren oder Diktaturen.Sie investieren ja auch in China. und werden es in der Ukraine tun,obwohl da Faschisten mit in der Regierung sitzen.Ach nein,nach dem ,was ich heute im Weser-Kurier lesen dürfte,ist das ja eine Übertreibung russischer Propaganda .Alles nicht so schlimm,die Swoboda ist doch gemäßigt und lässt sich in der Regierung kontrollieren.Tja,dachte man von Hitler auch.War ein folgenschwerer Irrtum.

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  5. pantoufle sagt:

    Yep, Doctor: Alles richtig! Und auch eigentlich kein »aber«.
    Was mich einfach nur amüsiert, ist die angeborene Panzerplatte des Kapitalismus, die wenigstens im Moment so hart wie Kruppstahl, flink wie Windhunde und zäh wie Leder ist, daß an ihr der sorgfältig aufgebaute Propagandaapparat sich die Zähne ausbeißt.
    Das Video mit dem Dirk Müller steht da mit Absicht, wenn er entgeistert prustet: »Gaspipeline von Israel durch Griechenland direkt nach Bayern – sagt mal: Spinnt ihr eigentlich?« Der Mann hat doch recht und alle Kaufleute – Kapitalisten meinetwegen – die sagen, daß Krieg die Geschäfte stört. Wenn die tatsächlich die letzte Barriere sind, um eine Merkel, die heute die Option Krieg nicht mehr vollkommen ausschließt, zu stoppen: Dann nehme ich auch die! Wo sind sie denn, die alle keinen Krieg wollen oder auch nur eine Wiedereinführung des kalten Krieges? Bei den Grünen? Pruuust!!! Die Groko lassen wir besser mal ganz beiseite, die LINKE… na ja, besser als gar nichts und der Rest läßt sich von den Tagesthemen einlullen.

    Josef Joffe, Mitherausgeber der ZEIT, stellt heute tatsächlich Zahlenspiele in den Raum, wieviel Soldaten die Bundeswehr (auch übergewichtige) auf die Beine stellen kann, spielt mit historischen Tatsachen wie weiland der Kolonialverein im wilhelminischen Reich und endet nach einem unsäglich dummen Artikel mit den Worten:» P.S. Wladmir Putin wird diese Kolumne nicht lesen und das ist gut so. Er käme sonst auf dumme Gedanken.«
    Nein! Zum Glück nicht! Der würde sich totlachen! Die dummen Gedanken existieren durchaus, aber nicht in Russland. Und das westliche Kapital scheint der einzige Damm zu sein, der so eine Grütze nicht auch noch nach Russland schwappen läßt.

    So… jetzt hab ich mich aber genug aufgeregt 🙂

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    • Ex-Vermieter sagt:

      Sehr gut! Danke für das Interview mit „Mr.Dax“; da sieht man neben Käser noch einen, der einem echt sympathisch sein kann. Jedenfalls fällt er immer wieder durch den Blick hinter die Kulissen der Welt- und sonstiger Bühnen auf.
      Ich denke, es gibt einerseits einen großen Haufen „kleinerer“ Kapitalisten, die sich von dem derzeitigen Gedröhne nichts versprechen außer einer Störung ihrer Geschäfte und andererseits den eher wenigen, die durch Krieg die beste „Rendite“ einfahren wollen.
      Bei Käser meinte ich am Ende übrigens ein breites Grinsen zu sehen nach dem Motto: Kleber, dir hab ichs aber kräftig besorgt, und alle haben’s gesehen.

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  6. tikerscherk sagt:

    „Peinlich ist ein schwaches Wort für dieses untertänige Vasallentum.“
    Was würde passieren, wenn Deutschland sich auf die Seite Putins/ Russlands schlagen würde?

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  7. pantoufle sagt:

    Meinst Du so wie etwas Ludwig Yorck von Wartenburg und Freiherr vom Stein während des napoleonischen Russlandfeldzuges, als diese peußischen Generäle die Seiten wechselten? Gar nichts ist passiert: Sie standen auf einmal auf der anderen Seite und damit auf Seiten der Sieger.
    Die Koalitionverhältnisse haben sich etwas geändert. 1812 war Preußen ein kleines unbedeutendes Ländchen, das im Getriebe der Großmächte keine ernstzunehmende Rolle mehr spielte. Heute würde – nicht bei Preußen, aber im Falle Deutschlands, gezwungenermaßen halb Europa mit auf Seiten Russlands stehen; was allerdings auch keine wünschenswerte Lösung wäre.

    Eine andere Geschichte wäre es allerdings, würde sich Deutschland auf seine historische Schuld und Verpflichtung besinnen (und auf eine Jahrhunderte alte Freundschaft mit diesem Land – viel älter als die zu vielen anderen Ländern des »Westens«) und als »ehrlicher Makler« zur Verfügung zu stehen. (Der »ehrlicher Makler« ist ein Begriff, den Fürst Otto Graf von Bismarck weiland prägte, um seine Ost-Außenpolitik zu beschreiben).
    Damit wäre viel gewonnen: Würde man die martialischen Sprüche unreifer Politiker bei der letzten Münchener Sicherheitskonferenz ernst nehmen, die eine stärkere Rolle Deutschlands in der Allianz der westlichen Verbündeten einforderten – genau da wäre ein Bedarf. Man meinte allerdings Waffen und Soldaten, eine Qualifikation, bei der Deutschland beklagenswert schlechte Ergebnisse vorzuweisen hat. Speziell im 20. Jahrhundert.

    Was würde passieren? Was passierte, als Willy Brandt in Warschau vor dem Denkmal gefallener polnischer Soldaten und Opfer des Krieges auf die Knie fiel? Was ist es für ein Moment, wo jemand sagt: Ich höre und fühle mit euch! Nicht mit Putin. Mit dem Russischen Volk. Mit dem in Mali, im Irak, mit dem in Syrien, mit dem in Ägypten.

    Was ist, wenn jemand sagt: Ich habe so viel und Ihr so wenig?

    Das , liebe Tikerscherk, würde passieren, wenn Deutschland sich auf die Seite derjenigen stellen würde, die Hilfe brauchen. Die Ukraine, Russland, Ägypten, Mali…

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  8. tikerscherk sagt:

    …und das, lieber Pantoufle, wäre wunderbar.
    Dank für die Antwort!

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  9. Das Problem ist nicht, dass Kleber Kaeser grillt für das was er tut, sondern dass sie es allgemein nur tun, wenn es in eine bestimmte Richtung geht. Würden sie alle Apologeten grillen, unabhängig vom Ansehen der Person, dann wäre ich damit vollkommen einverstanden, aber sie tun es in der Tat nur, wenn es in eine Agenda passt. Und das ist der Skandal dabei.

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  10. Pingback: Feynsinn » Claus Kleber, Held journalistischer Arbeit

  11. DasKleineTeilchen sagt:

    @neurotiker: ha, genau das gleiche wollt ich auch grad schreiben.

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  12. Stony sagt:

    Wer Schirrmacher zum Thema noch nicht gelesen haben sollte, dem lege ich dies wärmstens ans Herz, als Ergänzung zu Pantoufle und Flatter, eine zusätzliche Sicht aus der Medienwelt selbst, quasi. Und weil er Karl Kraus zitiert, mehrfach, ha! Man muß ja seine Sicht nicht vollends teilen, und in mancherlei Hinsicht neige ich bei Schirrmacher zum Stirnrunzeln, aber da hat er mal ’nen schönen Text in die Tasten gehaun, so alles in allem.

    Ansonsten, wenn es denn so noch möglich wäre: Kleber, ein weiterer Grund seine GEZ-Gebühren nicht mehr zahlen zu wollen. Je dämlicher, desto überbezahlter, oder so…

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    • pantoufle sagt:

      Flatter, Schirrmacher und ich im selben Satz – daß ich das noch erleben darf!

      Aber abgesehen von diesem Ritterschlag des Onlinejournalismus: Der Artikel ist wirklich gut! Vielleicht abgesehen von der Deutung des »Regionalmacht«-Zitates. Das mag ein Entwarnungs-Signal an die Landsleute gewesen sein, kam aber bei den kalten Kriegern der NATO und ihren tapferen Mitschreiern in eine deutlich andere Schublade. Verbale Deeskalation geht anders.

      Ich war damit schon beim Klaus hausieren, aber weil`s so schön ist, an dieser Stelle noch einmal:

      »Landesverteidigung ist freilich schon immer ein euphemistischer Begriff gewesen, suggeriert er doch, die Bundeswehr käme nur dann zum Einsatz, wenn Deutschland angegriffen werde.«

      (vergl. dazu Art 87a GG)
      Das konnte man so in der ZEIT lesen im Zusammenhang mit Überlegungen für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. Unabhängig von den unterschiedlichen Bewertungen von Klaus und mir finde ich wenigstens den Zeitpunkt bemerkenswert, diese Debatte wieder aufzugreifen. Ganz abgesehen von den Schlagzeilen, die sich vor meinem inneren Auge dabei formen wie »Das Oberkommando der Bundeswehr gibt bekannt: Deutsche Panzerverbände trafen im Raum Charkow auf massive Truppenverbände der Russen und zogen sich in vorbereitete Stellungen zurück. Mit dem Eintreffen der Verstärkung, die mit dem unüberwindlichen Wunderpanzer „Tiger III“ ausgerüstet ist, wird stündlich gerechnet!« … schnarrende Marschmusik…

      Brrrr!

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      • Stony sagt:

        Die Regionalmacht war eines der Dinge, die bei mir die Stirn runzlig machte: Unter- und Überschätzung in einem.

        Was die Geschichte mit der wehrhaften Pflicht angeht – meine Güte, was das für Erinnerungen weckt. Ein gar ‚leckeres Süppchen‘, das da gekocht wird: Landesverteidigung ist also ein ‚euphemistischer Begriff‘, das betreffende Gesetz (hier muß ich grad an unseren ex-Rübenminister Friedrich denken und was er zur Änderung von Gesetzen beizutragen hatte) ist mglw. demnächst Geschichte -wieviel % hat die GroKo und wieviel braucht es zur Grundgesetzänderung? … zurück zur Erinnerung, der wiederkehrenden:

        Als ich vor zwo Jahrzehnten ‚bei der Truppe‘ war, tönte es während einer „politischen Lehrstunde“ (sic!) mit breit geschwellter Brust, daß die Bundeswehr das zweitbeste Heer der Welt sei (über ‚den Ami‘ wollte man sich trotz Leo II wohl nicht stellen, A-Bomben haun dann doch mehr rein als Panzer). Mein schallendes Gelächter wurde mit Unverständnis quittiert, einzig unser Hauptmann (NVA-Major, Fallschirmjäger mit Ausbildungszeiten ‚beim Russen‘) bemerkte kopfschüttelnder Weise: „Betet lieber, daß wir nie in einen echten Krieg ziehen müssen!“ Wir kamen ab und an ins Gespräch miteinander und dieser wahrlich harte Hund gestand mir, daß er selbst vor den Aushilfsköchen beim russischen Militär gehörig Respekt habe.

        Der einzige (militärische) Weltkrieg den wir ‚gewinnen‘ können wird keine Sieger kennen und mit Atombomben geführt werden. Was den ökonomischen angeht, das ist vllt. nochmal eine andere Geschichte.

        Bemerkenswerte Zeiten in denen wir leben, fürwahr. Wie ging nochmal der (chinesische?) Fluch: „Mögest du in interessanten Zeiten leben!“ Mich fröstelt ein wenig…

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