Die Bundestagsbeschlüsse vom 4. Dezember 2015 unter anderem zum Kriegseintritt

WWI German studio postcard, ca. 1914-1915

Gegen das Votum der Opposition hat der Bundestag am 4. Dezember einen gemeinsamen Entschließungsantrag der Linken und von Bündnis 90/Die Grünen (18/6882) zur Regierungserklärung von Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD) zur UN-Klimakonferenz in Paris abgelehnt.

Gegen das Votum der Linken bei Enthaltung der Grünen hat der Bundestag am 3. Dezember den Gesetzentwurf der Bundesregierung für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (18/5293, 18/6012) in der vom Gesundheitsausschuss geänderten Fassung (18/6905) angenommen.

Mit 445 Ja-Stimmen bei 145 Gegenstimmen und sieben Enthaltungen hat der Bundestag am 4. Dezember den Antrag der Bundesregierung (18/6866) angenommen, bewaffnete deutsche Streitkräfte zur »Verhütung und Unterbindung terroristischer Handlungen durch die Terrororganisation IS« einzusetzen

Bundestag.de

77 Minuten Debatte für den Krieg waren angesetzt, ein »gegen« war angesichts der Mehrheitsverhältnisse von vornherein ausgeschlossen.

»Einen Einsatz deutscher Soldaten am Boden in Syrien kann ich mir vorstellen« so der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, gegenüber dem Spiegel. General a.D. Harald Kujat legt nach: »Sollte die Strategie des Westens [die der konzeptlosen Bomberei] im Nahen Osten nicht erfolgreich sein, steht der Westen vor der Frage, ob er selbst Bodentruppen einsetzen will. […] Wir würden dann 50.000 bis 60.000 Soldaten unter der Führung der USA oder der Nato ins Land schicken müssen.«

Zwischen digitaler Gesundheitskarte und Klimagipfel wurde unter anderem auch ein Krieg beschlossen. Wegen den schlechten Erfahrungen, die man mit beim Feind vermuteten Massenvernichtungsmitteln in der Vergangenheit machte, gibt es dieses Mal keine tiefergehende Begründung. Es geht gegen den Terror und nach Paris wird wohl niemand mehr spitzfindige Fragen stellen. Das UN-Mandat wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht. Und wenn nicht, wird das auch niemand vermissen! Genau so wenig wie eine Bundeskanzlerin, die sich vor eine Kamera stellt und laut und deutlich sagt, daß sich Deutschland mal wieder in einem Krieg befindet.
Wenigstens ist man damit nicht alleine. 14 Nationen beteiligen sich dort bereits an irgend welchen Kampfhandlungen, wenn auch mit unterschiedlichen Motivationen und Zielen. Von »gemäßigten Rebellen« bis zu einer ausgewachsenen russischen Armee ist alles dabei.
Keine Begründung, keine Ziele, unklare Koalitionen: Mit »den Russen« natürlich auf keinen Fall sowenig wie mit Baschar al-Assad. Dafür mit der Türkei – irgendwo muß man die Tornado-Aufklärungsflugzeuge ja parken. Da fragt man vorsichtshalber nicht so genau nach, auf wessen Seite Präsident Erdoğan in dieser Auseinandersetzung eigentlich steht oder nach der Herkunft des Sprits, mit dem er seine Staatskarosse betankt.

Der Einsatz, die Operation, ein Abenteuer, aber kein Krieg. Das Lavieren nach einer passenden Formulierung ist peinlich. Solidarität mit dem wie aus der Maschinenpistole geschossenen permanenten Ausnahmezustandes Frankreichs – eine hirnlose Beileidsadresse. Ziel sei die »Verhütung und Unterbindung terroristischer Handlungen.«
Warum nicht gleich Krieg gegen Niederschläge in Form von Regen am Wochenende?
Die Suggestivkraft des Wortes Terrorismus scheint allmächtig. Keine Demonstration, kein #Aufschrei und kaum eine Gegenstimme gegen diesen Wahnsinn. Der Krieg, um den Krieg zu beenden und niemand wird stutzig? Auch dann nicht, wenn sich niemand traut das Wort Krieg auszusprechen.

Mit vielen Dank an R@iner

https://news.vice.com/video/the-islamic-state-full-length

…und einem Link, den ich vor etwa einem Jahr schon einmal gepostet hatte.

Deutschland strapaziert das Recht auf Selbstverteidigung

Linkspartei prüft Verfassungsklage

fefe zum Thema

Für meine Söhne

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55 Kommentare zu Die Bundestagsbeschlüsse vom 4. Dezember 2015 unter anderem zum Kriegseintritt

  1. DasKleineTeilchen sagt:

    stell dir vor es ist krieg und es ist die norm.

    btw. den amis gehn schon (angeblich) ihre hellfires zur neige, dementsprechend wird wachstumsfördernd nach einer massierung der produktion verlangt. captalism fuck yeah!

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    • Wolfgang Schiller sagt:

      stell dir vor es ist krieg und es ist die norm. liebes kleines teilchen, dieser spruch ist der hammer, der unsere vernagelte elite auf den kopf trifft. ich würde ihn sehr gern gebrauchen für eine veranstaltung die der friedenskreis eutin am 15. januar 2016 in der kreisbibliothek eutin organisiert. norman paech wird zum thema “völkerrecht und frieden” sprechen. einen klügeren und tiefsinnigeren unter- oder haupttitel hätte selbst ich mir nicht ausdenken können (lol), obwohl ich nahe dran war. dass die normative kraft des faktischen das schwerste gewicht ist, dass uns davon abhält der friedenstaube zu folgen, das war mir schon klar. aber hier ist der wahnsinn unserer zeit sprachlich auf den punkt gebracht! wunderbar! darf ich den spruch verwenden?

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    • pantoufle sagt:

      Hey Teilchen, Kleines! Du wirst noch mal ganz berühmt 😀

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  2. Hans sagt:

    Die Kampagnensprache reitet doch bereits zur Attacke, die Zeiten des verdrucksten Drumherumredens sind vorbei: “Krieg zwischen der zivilisierten Welt und einer totalitären Barbarei”, so nennt es die FAZ und wer da nicht spontan zu den Waffen greifen will, der ist mindestens verdächtig. Sicher bald schon werden wir einem neuen ‘Wüstenfuchs’ applaudieren dürfen, der “die Sicherheit Deutschlands (…) am Dschebel Sindschar verteidigt”. (Wieder FAZ: http://www.faz.net/aktuell/politik/terrorangst-in-europa/deutscher-einsatz-in-syrien-in-den-himmel-ueber-der-hoelle-13947250.html )

    Und wir können sagen, wir sind dabei gewesen. Inschallah oder Amen, wie’s beliebt.

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  3. Der Duderich sagt:

    Du sprichst mir mal wieder aus der Seele. Und Sahra auch.
    9/11?
    Irak
    11/15?
    Syrien
    Es wurde nicht gelernt.
    NICHTS!

    Heutzutage ist es politisch korrekt und staatstragend für Krieg zu sein.

    Werde Sahra’s Video auch bei mir reinstellen.
    Vielen Dank dafür, dass ich durch Dich das Video sehen konnte. Und das ich deshalb verbreiten kann.

    LG
    Der Duderich

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  4. pantoufle sagt:

    Rommel Wüstenfuchs möchte ich aber heutzutage auch nicht mehr sein. Panzergrenadiere mit Glutenunverträglichkeit und Gefechtsrationen die nicht halal sind. Kampfhubschrauber, deren Triebwerke zur spontanen Selbstzerlegung neigen aber immerhin schon mal 2 (zwei!) Transportflugzeuge neuerer Generation. Die anderen kommen, sobald man sie irgendwie flugtauglich bekommt. Macht nix: Man versorgt sich vor Ort! »Herr General! Melde gehorsamst: Hab grade total günstig von den Eingeborenen 12 Tanklastzüge Benzin gekauft!« »Großartig, Oberst Klein!«
    Fehlen nur die Eisbeutel, damit das Wundergewehr G36 flachere Kurven schießt – selbst ist der Soldat: »Nehmen Sie einfach die Kalaschnikow, die Sie im Wüstensand finden. Hamwa dunnemals vor Stalingrad auch gemacht!«
    Ja, Stichwort Stalingrad. Da lacht der Soldat.

    Meine Hauptsorge als Oberkommandierender gleich welcher Armee wäre allerdings, was passiert – und das wollen wir ja alle nicht hoffen! -, wenn der Terrorist besiegt ist; wenn tatsächlich keiner mehr überbleibt. Woher bekommt man jemals wieder ein Feindbild, daß sich so geschmeidig für jede grenzenlose Rechtsbeugung eignet wie der gesichtslose Terrorist?
    Aber soweit sind wir gottseidank noch nicht. »Und jetzt, liebe Kinderlein, sprecht alle nach:

    Gefallen für Gott, Führer Demokratie und Vaterland

    Ich hat’ einen Kameraden…

    Bomben auf I – stan – bul (???)

    In stolzer Trauer

    Das Oberkommando gibt bekannt: Im Zuge einer Frontbegradigung zog sich das 4. Infanterie-Bataillon plangemäß in ausgebaute Stellungen zurück.

    Aleppo wird bis zur letzten Patrone verteidigt! Ministerin v.d. Leyen hat zugesichert, die tapfere 6. Armee aus der Luft zu versorgen.

    Die Kanzlerin hat eine Bataille verloren. Jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht.

    … wird das Volk begreifen, was man mit Pechfackeln und Mistgabeln noch alles machen kann!

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  5. R@iner sagt:

    Those were the days: Friedensdemonstration in Bonn 1982

    In dem Jahr war ich zum ersten Mal auf der Straße. Es gab eine starke Friedensbewegung, aber es gab wohl noch mehr solche Idioten wie mich, die dachten, dass es von alleine so weitergehen würde. Irgendwelche Leute würden das schon weiter so toll organisieren und die Massen politisieren.
    Scheiße war’s.

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  6. Ex-Vermieter sagt:

    “aber es gab wohl noch mehr solche Idioten wie mich”
    Ja, R@iner, zumindest einen kann ich bestätigen.

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  7. der Doctor sagt:

    Laut Flinten-Uschi ist das ja gar kein Krieg.Begründung:Der IS ist ja kein Staat ,sondern eine Terror-Organisation, woraus wir lernen, das Al Kaida und Taliban Staaten waren, denn bei denen spricht man ja seit vierzehn Jahren von “Krieg gegen den Terrorismus.”
    Tja, so sind sie:Statt aus Vierzehn Jahren erfolglosem Anti-Terror-Krieg mit immer neuen Terroristen, die einzig logische Schlussfolgerung zu ziehen,das man nun mal Feuer nicht mit Benzin löschen kann, nimmt man lieber Kerosin, nennt es aber vorsichtshalber Himbeersaft, damit´s nicht auffällt..
    Aber sowas wie Stopp sämtlicher Waffenlieferungen an Staaten wie Saudi-Arabien,Katar, etc. sowie Verhängung eines Öl-Embargos gegen diese Staaten, bis sie die Unterstützung der Terroristen aufgeben,kombiniert mit Stopp der Destabilisierung der Region aus geopolitischen- und wirtschaftlichen Gründen,sowie Verzicht auf die Anmaßung, bestimmen zu wollen, wer dort regieren darf ,lässt man lieber, denn sowas grenzt ja schon an Vernunft.
    Schließlich müssen wir ja auch an die Arbeitsplätze in der Rüstungs-Industrie denken, und wenn er entscheiden muss zwischen wirksamer Terror-Bekämpfung und billigem Benzin, da weiß der Deutsche doch, was er will…
    .

    .

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    • pantoufle sagt:

      Ja, das könnte noch mal ein interessantes Thema werden. Das ist ganz unabhängig davon, was U.v.d. Leine als Kriegsgrund am blonden Haar herbeizieht.

      Nur mal gesetzt den Fall, ein Hauch von Intelligenz würde sich durchsetzen. Ja, ich weiß – Märchenstunde mit Pantoufle am Kamin, aber nur mal für einen Augenblick angenommen:

      Angenommen, man müßte mit dem IS verhandeln. So, wie man mit den Taliban niemals versucht hat, sich an einen Tisch zu setzen und auch sonst die Welt in gemäßigter Rebell und blutrünstiger Terrorist unterteilt.
      Also – sie müssen verhandeln! Sei es, weil man schon wieder die militärische Auseinandersetzung gründlich versaubeutelt hat oder der amerikanische Präsident und seine Lieblingsminister Geiseln des IS sind.

      Dann würden sie mit dem IS-Außenminister an einem Tisch sitzen, dem Verteidigungsminister und dem obersten Kalifen. Die verfügen nicht nur über eine (siegreiche) Armee, sondern auch über einen Staatsetat, eine Landmasse über die sie herrschen und Steuerzahler. So ein richtig rundes Staatsgebilde eben wie alle anderen auch.
      Auf die Ausgabe der Tagesthemen wäre ich ehrlich gespannt! Das Schlucken beim Wort Außenminister, die Anrede »seine Exzellenz Kalif aller Kalifen« – kurz: Der plötzliche Tod liebgewonnener Adjektive wie blutrünstig, erbarmungs- und gewissenlos, mörderisch und was dergleichen Worte mehr sind. Vielleicht käme noch als i-Tüpfelchen ein Lobbyist von Heckler&Koch hinzu, der diskret darauf hinweist, daß man mit einem freundlichen Händedruck aus dem blutrünstigen Henker einen liebenswerten Kunden machen könnte… »es soll Ihr Schade nicht sein, Herr Minister!«
      …und schon ist aus der Terror-Organisation ein – wenn auch schwieriger – Handelspartner geworden.

      Diese ganze »IS ist kein Staat« – Konstruktion schreit zum Himmel. Fortgesetzter Verfassungsbruch mit Erklärungen aus dem Kaugummiautomaten.

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      • R@iner sagt:

        @pantoufle: Wenn Du irgendwann eineinhalb Stunden Zeit hast, dann höre dir vielleicht mal an, was die gute Frau erzählt: Loretta Napoleoni: The Islamic State- Redrawing the Middle East

        Ich glaube tatsächlich, dass sie eine der wenigen wirklichen “Terrorexperten” ist, die es gibt.

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        • pantoufle sagt:

          Die Zeit werde ich mir genau jetzt nehmen!

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        • pantoufle sagt:

          Ich unterbreche das mal an dem Punkt wo die Fragestunde beginnt und lege den Link nach oben. Zusammen mit einem anderen – den Du, solltet Du ihn noch nicht kennen Dir auch ansehen könntest.
          Meinen aufrichtigen Dank dafür. Leider kommt er etwas zu spät. Hätte ich das vorher gehört, wäre meine Antwort an den Doctor vielleicht etwas differenzierter geworden.

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          • R@iner sagt:

            Danke für die Kenntnisnahme. Die Fragestunde ist übrigens auch gut.
            Ich stelle fest: Unsere Regierung trifft Entscheidungen auf einer Grundlage, die sich unserer Kenntnis entzieht. Dank Internet erfahren wir Dinge, die eine differenziertere Sicht auf die Sachlage ermöglichen. Die Regierung und das Parlament schicken aufgrund zweier sehr kurzer Debatten Menschen in einen Krieg, der unberechenbar ist.
            Ich habe mir die Liste der Befürworter abgespeichert. Man weiß ja nie, wann man sie noch brauchen kann.

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          • pantoufle sagt:

            Solche Listen sind meiner Erfahrung nach von eher akademischen Interesse. Der Sieger schreibt die Bücher und wenn wir gerade beim Jahr ’82 waren, sind wir uns vermutlich darüber einig, wer das war.
            Es sind immer diese Listen der Abgeordneten mit Bauchschmerzen. Eine in Politikerkreisen so weit verbreitete Krankheit wie Typhus im 19. Jahrhundert.

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  8. Schwarzes_Einhorn sagt:

    Dachte ich auch mal… *seufz*

    Interessant finde ich in dem Zusammenhang diesen Link (ist schon älter):

    https://www.freitag.de/autoren/fraeulein-sonnenschein/brief-an-petra-kelly .

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    • R@iner sagt:

      Koinzidenz detected: Ich hatte vorhin – nach langer Zeit – an Petra Kelly gedacht. Danke für den Link.

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    • pantoufle sagt:

      Ja, das ist eine wichtige und gute Erinnerung

      Nein, das muß ich wohl korrigieren. Ich hab es eben noch mal gelesen. Ja, zweimal. Beim zweiten Mal wußte ich nicht, ob ich kotzen oder heulen sollte. 23 Jahre ist das jetzt her? Schon oder erst?
      So tief sind wir also bereits gesunken – was R@iner und Ex-Vermieter ja leise durchblicken ließen. ’82 war ich auch… man, ist das lange her! Zum Glück gab es damals kein Internet. Niemanden, der die Bewegung in die Guten und die Bösen spalten konnte. Querfront: Dieser Begriff nützt nur den Faschisten und sie sind es, die ihn permanent missbrauchen. Jetzt haben wir das Kommunikationsmittel Internet, damit Kommunikation verhindert wird.

      Nebbich! Das ist ein anderes Thema. Ja, vielleicht haben wir alle Schuld auf uns geladen.

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      • DasKleineTeilchen sagt:

        “Ja, vielleicht haben wir alle Schuld auf uns geladen.”

        davon kannst du getrost ausgehen.

        “Niemanden, der die Bewegung in die Guten und die Bösen spalten konnte.”

        stimmt. das ham die damals ganz alleine erledigt.

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  9. Schwarzes_Einhorn sagt:

    Ups… Mein Kommentar betraf den vom Ex-Vermieter.

    [Ich hab gerade versucht, es unter den Kommentar von ExVermieter zulegen – geht leider nicht. Aber er wird es auch so finden 🙂 Der Säzzer]

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  10. La Gioconda sagt:

    Ich finde, man sollte die Russen jetzt mal machen lassen.

    Sie sind die einzigen, die in Syrien gemäß Völkerrecht agieren.
    Sie sind die einzigen, die aus Irak und Libyen gelernt haben und dafür eintreten, die Staatlichkeit Syriens zu erhalten, also zunächst den Terror zu vertreiben, dann Neuwahlen usw. (Wenn das nicht gelingt, haben wir in Bälde ein großflächiges Kopf-Ab-Kalifat im Nahen Osten.)
    Mit dem russischen Eingreifen begannen parallel Verhandlungen für diplomatische Lösungen.
    Die Russen gehen offensiv gegen den IS-Ölhandel vor und stellen die Kollaborateure bloß.
    Die Russen plädieren seit Wochen für eine Anti-IS-Koalition analog Anti-Hitler. (Wird leider vom Westen ignoriert)

    In meinen Augen ist die russische Syrienpolitik die einzig ehrliche, die uns in dieser Situation bleibt, strategisch definiert, transparent und sinnvoll. Letztlich holen sie die Kartoffeln aus dem Feuer, das die USA in der Region willentlich entfacht haben.

    Bedauerlich finde ich, dass sich die Linke zu Russland nicht positioniert. Sind halt Schisser irgendwie. Jetzt, wo man sich schon so nah ans politische Establishment rangewanzt hat…

    Nach allem, was der Westen in der Region angerichtet hat: es ist zu spät für lupenreinen Pazifismus. Musste ich mir selber eingestehen. Ich weiß, Petra Kelly würde mir jetzt eine knallen, ist mir egal. Ich hasse Krieg wie nichts anderes. Aber ich sehe keine andere Lösung als die russische, eine Last-Minute-Lösung. Wenn der Westen allerdings meint, er müsse auf dem syrischen Terrain seinen ultimativen Krieg mit Russland lösen, dann sind wir alle verloren.

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    • pantoufle sagt:

      Einspruch, Euer Ehren

      Ich sehe da niemanden, der im Moment irgend etwas richtig macht. Russland macht vielleicht etwas, was die anderen die ganze Zeit gerne gemacht hätten, sich aber nicht getraut haben. Nur besser wird es dadurch auch nicht.
      Das gerne zitierte Beispiel mit der Anti-Hitler-Koalition hinkt nicht nur: Es ist sozusagen querschnittsgelähmt. Im Gegensatz zu 1939 kennt man nicht einmal den Namen des Feindes oder weiß auch nur, wo er eventuell zu finden ist. Deswegen ja auch die Aufklärer-Tornados der Bundeswehr: Vielleicht sieht man ja von oben, ob da »Feind« ist oder nur ein paar Raufbolde, die alte Rechnungen begleichen wollen.
      Wie schon oben im Text bemerkt mauscheln da etwa 14 Nationen herum. Wer da genau was aus welchen Gründen macht, weiß niemand. Und damit das auch so bleibt, versichert jeder der Beteiligten, auf keinen Fall mit dem anderen zusammenzuarbeiten.

      Zu allem Überfluß möchte ein hormongesteuertes Frankreich alte Glorie aufleben lassen und mal so richtig Schwung in den Laden bringen – genau das selbe, was Russland gerade macht. Na, und wenns irgendwo kracht, darf Großbritannien natürlich auch nicht fehlen. Der Fachmann spricht hierbei von hirnlosem Aktionismus. Dagegen war der Irakkrieg eine militärisch saubere Veranstaltung.

      Vielleicht spielt bei der Bundesregierung auch das jahreszeitlich bedingte Tief der Flüchtlingsströme eine Rolle. Wenn man bis zum Frühjahr vollendete Tatsachen schafft, bleiben die Migranten ja vielleicht zu Hause! Jetzt muß man nur noch herausbekommen, welche Tatsachen – das »vollenden« findet sich dann schon. Hilfreich wäre es schon wenn die Türkei ihre Grenzen nach Osten endgültig dicht machen würde; gegen die Terroristen, versteht sich.

      Aber das ist alles Spökenkiekerei! Zur Beantwortung solcher Fragen gibt es die bekannten Ein-Euro-Experten und die werden die kommenden Wochen Hochkonjunktur haben.
      Wir sehen jetzt gerade eine riesige Horde Affen, die irgend etwas schreibt. Das einzige, was wir genau wissen: Es ist nicht die Encyclopaedia Britannica.

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  11. Pingback: Auf nach Syrien! | Clooneys Nachtcreme

  12. R@iner sagt:

    Mir fällt noch die Doku von Jeremy Scahill ein, falls die nicht schon jeder hier kennt: Dirty Wars ++ Full Documentary USA 2013

    Hinweis: Nichts für schwache Nerven und gute Laune kommt auch nicht auf.
    Nicht neue Erkenntnis: Man erklärt keine Kriege, sondern stattet Söldnertruppen mit Namenslisten zu ermordender Verdächtiger aus.
    Völkerrecht und Rechtsstaat sind ja sowas von vorgestern.
    Die Version der ard, “Schmutzige Kriege”, war übrigens nur 44 Minuten lang.

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  13. waswegmuss sagt:

    Vorsicht – jetzt wird es sehr sarkastisch.

    Ich habe da mal meinen Cui-Bono-Maßstab angelegt.
    Die Amis testen bekannterweise bei solchen Gelegenheiten nebenher ihre neuestes Mordgerät und drehen tolle Werbefilme für die Kundschaft.
    Das machen die Russen jetzt auch.

    Was macht good old Germany? Sie schicken ihren ganzen alten Schrott runter. Zuerst bekommen die Kurden die ollen G36 und die auszumusternden Milan Raketen. Die Kurden sind mit der Ware ausgesprochen zufrieden.
    Jetzt kommen angejährte Tornados, bedingt seefähige Fregatten und Lufttanker zum Einsatz. Wahrscheinlich taugen die auch noch. Jetzt denkt sich jeder dahergelaufene Diktator dass er sich ganz doll Kohle sparen kann und es bleibt noch etwas für die Datsche und die Jolle vor der Haustüre übrig. Außerdem brauchen seine Mädels auch mal was Weniges zum Anziehen.
    Das ist was unsere Keksprinzession und deutsche Hausfrau schaffen: Die Aldisierung von Kriegen.

    Demokratie, Verfassungsgericht. Pffft.

    P.S.: Da hätten wir uns ’82 ja glatt über den Weg laufen können. Hat hier auch jemand außer mir auch in Wackersdorf geduscht?

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    • pantoufle sagt:

      Moin waswegmuss

      Ja, das mit dem alten Gerät! Im zweiten Golfkrieg 1991 haben die Briten noch mal ihre Blackburn Buccaneer eingesetzt, nachdem man ihnen 6 Tornados abgeschossen hatte. Blackburn Buccaneer: Erstflug 1958, produziert zwischen 1961 – 1977. Ein echter kalter Krieger und Hingucker für Freunde historischen Fluggerätes.

      Du hast in der Aufzählung die Franzosen mit ihrer Rafale vergessen. Dieses als Konkurrenz zum Eurofighter stehende Produkt versucht Frankreich seit Jahren verzweifelt zu verklitschen. Außer Ägypten und Katar hat aber noch niemand Verträge unterschrieben. Besser als jede Hochglanzbroschüre: Der Flugzeugträger einer Regierung, die seit Wochen nur noch Wagners Ritt der Walküren im MP3 Player laufen läßt. Billiger für den Hersteller geht nicht.

      Und dann sind da auch noch die Russen mit ihrem ausgezeichneten Jagdbomber SU-34, der Exportversion der SU-32, die jetzt in Syrien stationiert wurden. Als Cash-Cow der Firma Sukhoi fungiert bislang die SU-30 – unter anderem China, Indien, Malaysia, Venezuela, Vietnam und Algerien haben bereits gekauft und sind sehr zufrieden.
      Für den wiederauferstandenen militärischen Komplex Russlands ist das eine Verkaufsveranstaltung, bei der die Anwesenheit von Panavia Tornados auf dem Kriegsschauplatz eigentlich nur bedeutet: »Und so hat man das früher gemacht!«

      Eine Aldisierung? Bedingt – eigentlich eher nicht. Wenn man aus Russland solides Material zu erschwinglichen Preisen und Kreditkonditionen kaufen kann, gibt man sich doch nicht mehr mit europäischen Altertümern ab. Die sind in der Unterhaltung teurer und die Ersatzteilversorgung vom Stand der Pressefreiheit abhängig. Das tut man sich nur an, wenn gar kein Geld mehr da ist.
      Oder wenn es sich um die Bewaffnung der Eingeborenen handelt. Wie bereits 1879 im Zulukrieg, wo die Briten ihre Hilfstruppen zusätzlich zu Schild und Speer mit ausgeleierten Karabinern ausstattete, die sie anschließend mit nach Hause nehmen dürfen. Daran hat sich wenig geändert. (siehe Al Kaida, ehemalig gemäßigte Rebellen).

      Wackersdorf? Oh je – ist das lange her! War eine schwierige Zeit. Mein Lieblingsbruder war beim BGS und ich auf der anderen Seite. Wir hatten immer Angst, daß wir uns mal begegnen. Meist trafen wir uns nach den Einsätzen bei den Eltern; jeder in seiner »Uniform«…

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  14. Fluchtwagenfahrer sagt:

    Moin Pantoufle,
    habe gestern vom “Gesetz zum Schutz der Bürger” in Spanien gelesen. Das ließ sich ja wunderbar auf DEU übertragen. Na da ist ja noch was Luft nach oben, nach dem VDS Gesetz in DEU. Also so eine Art Ausbau Stufe II. Dann hört hier auch endlich das Restgemecker auf und das Moped, Verstärker, der Hund und weiteres zu beschlagnahmendes, verwertbares Gut ist weg.
    Warte`ts nur ab, Ihr seid alle verflucht, Jehova, Jehova.

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  15. Joachim sagt:

    Irgendwo bin ich da nicht mit den Kommentaren hier auf einer Linie.

    Es ist schon klar, dass Krieg rein logisch keine Option ist, Frieden zu schaffen. Das kommt ein wenig auf die Definition von Frieden an. Aber ich denke, radiert man die Menschheit aus, so kann nicht von Frieden gesprochen werden. Das gilt auch für “ein klein wenig” ausradieren.

    Insofern habt ihr ja Recht. Es ist so, dass viele Menschen das so sehen. Es ist so, dass es gute Argumente gegen Krieg gibt und es ist so, dass die Regierung das ignoriert. Sie reagiert dumpf, im Reflex ohne das “Problem” an der Wurzel anzugehen aus machtpolitischen und wirtschaftlichen Erwägungen.

    Der Beleg ist einfach: über zweihundert Tote in einem abgeschossenem Flugzeug und der Westen reagiert nicht. 130 Tote in Paris und die Welt steht Kopf. Offensichtlich ist sich jeder selbst der Nächste. Dabei ist jeder Tote eine Katastrophe, egal woher der kommt. Das der Ansatz für den Beleg. Warum? Wer profitiert? Der Beweis sei dem Leser als Übung gelassen. Denkt nach!

    Ich sehe das Problem, dass mit den momentanen Mehrheiten repräsentative Demokratie nicht mehr funktioniert. Die Mehrheit hat die Macht, ihre Mehrheiten selbst zu stabilisieren. Sie kann die Verfassung ändern und sie kann in den Krieg ziehen. Sie kann Datenschutz in die Tonne treten und eine Umwelt-, Renten-, Bildungs- und Sozialpolitik anzetteln, die jeder Logik spottet. So eine Regierung kann Rechtsradikalismus vereinnahmen, Fremdenfeindlich agieren, zum Beispiel in dem sie Lösungen beschließt, die Placebos darstellen, dafür aber dumpfe Meinungen okkupiert.

    Krieg ist eine Katastrophe ungeheuren Ausmaßes. Doch der Verlust der Demokratie, das Scheitern des repräsentativen Systems weil man Regierungen nicht mehr trauen kann, ist weit fataler. Demokratischen Krieg kann es nicht geben.

    Das ist die Ursache. Deshalb bin ich mit Euch nicht einverstanden. Es reicht nicht zu reagieren.

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    • Fluchtwagenfahrer sagt:

      Moin Joachim, da gehe ich ganz Kondom mit deiner Zusammenfassung. Mit meiner an das Schlüffchen gerichteten, provozierenden Posse, wollte ich auch nur aufmerksam machen, das es möglich und durchsetzbar ist, in Europa ein Etiketten geschwindeltes Gesetz (Antiterror) heraus zu bringen, das sich ausschließlich gegen Bürger richtet die aufmucken. Nachtigall ich hör dir trapsen. Dies hätte ich für Spanien so nicht erwartet. (Ich dachte der Franko wäre tot)
      Die Anzeichen mehren sich, bald ist der Sack zu, und nuu?

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      • Joachim sagt:

        “Die Anzeichen mehren sich”
        wohl wahr, in Frankreich, in Ungarn, in Polen und England, in der ganzen EU, wenn man z.B. an Frontex denkt. Die repräsentative Demokratie schwindet, bzw. repräsentiert viel zu sehr nur Leute mit zu viel Macht und Geld.

        Dumm ist, viele, die meisten Politiker sind durchaus echte Demokraten. Doch in Zeiten, in denen ganze Länder privatisiert werden, wo Firmen weit mehr Umsatz haben als Staaten und sogar Spenden dem Staat die Zügel aus der Hand nehmen, da ist es für sie nicht so einfach. “Die Welt ist dann plötzlich weit weg”.

        Beispiel: Verbieten wir die NPD und dann machen wir weiter, wie bisher. Wie dumm kann man sein, das Pferd von hinten aufzuzäumen?

        Vielleicht fehlen einfach Menschen wie Hannah Arendt.

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        • oblomow sagt:

          “Dumm ist, viele, die meisten Politiker sind durchaus echte Demokraten.” – das ist nicht dein ernst oder um mit Sheldon Cooper zu fragen: war das jetzt sarkasmus?

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          • Joachim sagt:

            Doch, das meine ich ernst. Unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist.

            Dies gilt nach meinen (…) Gesprächen und Briefwechseln mit Politikern aller Lager (mit Ausnahme von rechtsradikalen Parteien). 1% Idioten richten 99% des Schadens an. Mehr braucht es nicht. Ist wie im echten Leben.

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  16. Thelonious sagt:

    Jetzt seid mal nicht so streng mit unserer Regierung. Deutschland hat seit 100 Jahren keinen Krieg mehr gewonnen. Das ist noch schlimmer als die 24 Jahre ohne Fußballtitel. Uschi kommt sich doch schon vor wie der Erich Ribbeck unter den Politikern. Ein Erfolg muss jetzt endlich her. Das ist wichtig für das nationale Selbstbewusstsein. Gut, auf den ersten Blick macht der Gegner nicht viel her. Aber spätestens seit Rudi Völler und dem Unentschieden gegen Island 2003, wissen wir doch, dass es so genannte Kleine im Weltfußball nicht mehr gibt.

    Und dass der Muselmane zu allem bereit ist, zeigt uns doch Benzema mit seinen Erpressungsversuchen. Da ist Solidarität gefragt. Also mit dem Franzosen. Nicht mit dem Araber. Die deutsch-französische Freundschaft. Sie ist alt und unverbrüchlich. Denkt an Karl den Großen. König des Frankenreichs und Kaiser des heiligen römischen Reichs. Zwei Länder. Ein Herrscher. Da passte kein Stück Papier zwischen Frankreich und Deutschland. Oder Karl Martell, der hat auch mit Hilfe deutscher Landsknechte dem Mauren in Spanien eines aufs Maul gegeben.

    Die Fremdenlegion nach ’45: voller Fachkräfte der Wehrmacht und der Waffen-SS. Bääm. Da verging dem Islami sein freches Grinsen, wenn Leute wie Kongo Müller ihre handwerklichen Folterfähigkeiten zeigten. Jean Marie Le Pen hat damals viel gelernt. Hat er mal gesagt.

    Zehn Tage kein Internet, kein Radio oder Fernsehen und Zeitungen in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Schön war es. So ruhig. Fast hätte ich meinen können, dass alles in Ordnung ist. Tagsüber Wohnungen und Häuschen anschauen, ansonsten abends draußen sitzen die örtlichen Spezialitäten ausprobieren und Bier oder Rotwein trinken. Die Welt ist dann plötzlich weit weg. Zwei Tage wieder hier und die ganze Scheiße hat einen wieder eingeholt. Wird Zeit, endgültig zu gehen.

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    • Joachim sagt:

      Tja Thelonious, auch das geht vielen so. Das nennt man Biedermeier. Und so kommt das denn, was wir jetzt haben.

      Nix für ungut, ich verstehe und schätze Deinen Text durchaus; sowieso immmer, ähm das mit dem schätzen, nicht zwingend mit dem verstehen. Doch diesmal ist es möglicherweise zu “ironisch” oder nur meiner Stimmung zu verdanken?

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      • Thelonious sagt:

        Joachim, der erste Teil meines Textes – nun, ich habe schon bessere geschrieben. Aber du hebst auf den zweiten Teil ab. Das war keine Ironie. Mal so ganz ohne Medien einfach in den Tag leben, ist sehr erholsam. Das sollte man sich mal gönnen, und hat nichts mit Biedermeier zu tun. Es ist ja immer nur für einen begrenzten Zeitraum. Urlaub eben.

        Der Schlusssatz war ernst gemeint. Ich werde mit meiner Frau zusammen dieses Land verlassen. Das hat persönliche Gründe, aber auch gesellschaftlich-politische. Und in ein paar Fällen spielt das Eine in das Andere hinein. Einerseits fällt mir hier einfach nur zunehmend die Decke auf den Kopf, andererseits fühle ich mich in dieser Gesellschaft immer unwohler.

        Ich habe einen Job, der mir zunehmend auf die Nerven geht und will noch mal etwas anderes machen – und zwar gänzlich unabhängig. Das ist rein privat. Ich will nicht erst mit 67 in Rente gehen und dann ein Leben am Existenzminimum fristen. Hier kommen privat und Politik zusammen. Und wir stehen meiner Meinung nach tatsächlich vor einem neuen Zeitalter des Faschismus in Europa. Da wird der Entschluss durchaus politisch.

        Sicher, es wird kein Faschismus aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sein, sondern einer, der sich ein aufgeklärtes Mäntelchen umhängt. Ich mag den ausgelutschten Satz von Adorno nicht zitieren, in der Sache jedoch hatte er recht.

        Dieser Faschismus hat es in unseren entpolitisierten Gesellschaften (zu) leicht. Er verkündet einfache “Wahrheiten”, aber viel wichtiger für seinen Erfolg: Er liefert eine Utopie. Die Utopie des Nationalen. Das in sich solidarische Volk kann alle Schwierigkeiten meistern. Es gibt kein oben und unten mehr, kein rechts und links, nur noch die Volksgemeinschaft.

        Das ist billig und hässlich, doch diese Ideologie bedient Sehnsüchte. Nach Zugehörigkeit und der damit verbundenen Sicherheit. Der Klassengegensatz wird darin vermeintlich aufgehoben.

        Wir wissen, dass das Blödsinn ist. Aber dieses Heilsversprechen zieht unpolitische Menschen in ihren Bann. Und dann ist da noch ein zweites Versprechen: Die Wiedereinführung des Primats der Politik. Wenn Frau Le Pen sagt: “Wir schützen die französische Wirtschaft”, klingt das allemal besser, wie wenn Herr Schäuble von Wettbewerbsfähigkeit spricht. Wenngleich beide das gleiche meinen.

        Es ist die Sehnsucht nach dem guten König oder dem guten Diktator, der starke Mann oder die starke Frau, die sich kümmern. Deswegen hätte der alte Le Pen nie Präsident werden können. Den Folterer konnte niemand leiden. Er war gut als Ventil für Unzufriedenheit. Mehr nicht. Marine hat jedoch tatsächlich Chancen. Und zwar nicht nur, weil ihre Gegner Clowns sind.

        In meinem Fußballforum sind viele Leute von Putin ganz begeistert. „Der Putinsche Staat ist doch ein faschistischer“, sage ich ihnen. „Unterdrückung von Minderheiten, Ermordung Oppositioneller“ – „Das ist egal“, so die Antwort, „der tut was für sein Volk.“

        Es ist dieses unangenehme Magengrummeln bei vielen in unserer Gesellschaft. Sie wollen endlich mal so richtig furzen, damit es ihnen wieder besser geht und da kommen solche Parteien wie die FN, Forza Italia oder die AfD genau recht. Hier wird jeder Rülpser zu einer Auflehnung gegen das Establishment. Und das Establishment hat uns das ganze ja eingebrockt. Die „gierigen Banker“, Die „Politmarionetten“. So einfach kann ein Weltbild sein. In letzter Zeit lese ich zunehmend von der Unterscheidung von raffendem und schaffendem Kapital. Da wird mir dann endgültig ganz schlecht.

        Die parlamentarische Demokratie steckt in einer selbst gemachten Krise. Eben weil viele ihrer führenden Köpfe die Politik nur als Karriereteil betrachten. Und deswegen kann ich dir in diesem Fall eben nicht zustimmen. Diese Leute sind keine Demokraten. Demokratie ist für sie nur ein Vehikel zur Verwirklichung ihrer Lebensziele. Demokratie ist ihnen wurst. Nur ein nice-to-have.

        Daraus lässt sich keine Utopie stricken. Doch genau davon lebt Politik. Die alteingesessenen Parteien in Person ihrer führenden Protagonisten bieten keine mehr. Was ihnen bleibt ist das Gespür für Macht und deswegen haben sie auch keine Probleme, sich mit den Faschisten an einen Tisch zu setzen. Und da sind wir dann bei deinen Mehrheiten, die sich selbst stabilisieren.

        Und die sogenannte Linke? Sie desavouiert sich zumindest in Deutschland selbst. Durch kleinliche Streitereien und Egoismen. Diskussionen sind nötig, sie sind die Grundlage. Sie sollen vereinen, doch hier werden sie oftmals so geführt, dass sie das Gegenteil bewirken. Es geht nur um die richtige Gesinnung. Grabenkämpfe statt Utopie.

        Die Sozialdemokratie? Riecht schon. Die paar Aufrechten, die den Kapitalismus bändigen und retten wollen, sind isolierte armselige Gestalten. Der Kapitalismus bedarf keiner Rettung durch die Sozialdemokratie, das begreifen die nie. Er hat ja den Faschismus. Der springt bei Bedarf gerne ein.

        Vor einem Jahr hieß die Hoffnung noch Syriza. Jetzt heißt sie Podemos. Sie werden genauso scheitern, weil internationale Solidarität bei vielen linken Gruppen nur noch eine hohle Phrase ist und weil Syriza und Podemos sozialdemokratisch denken.

        Die gewollte Isolationierung des Individuums durch den Neoliberalismus und das Primat der Wirtschaft haben in Europa eine große gesellschaftliche Wüste entstehen lassen. Und das Einzige das da im Moment wächst ist der Faschismus.

        Aber wer will schon in einer faschistischen Wüste leben?

        Deswegen haben meine Frau und ich beschlossen, die Biege zu machen. Nicht heute und auch nicht gleich morgen. Zuerst müssen die Kinder aus dem Haus und der Hund tot sein. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Zeitraum von etwa fünf Jahren.

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        • Joachim sagt:

          Was soll ich dazu noch sagen? Wir haben diesen Faschismus. Er mündete sogar in einem Krieg. Krieg, schon gar ein Angriffskrieg, ist ohne Faschismus nicht möglich. Und die Häuser brennen auch schon wieder. Weggehen erscheint mir nicht als Option. Wer soll die Brände löschen? Wohin soll man gehen? In ein tibetanisches Kloster? Natürlich, ein Segelboot klau’n wäre auch eine Möglichkeit.

          Some years ago- never mind how long precisely- having little or no money in my purse, and nothing particular to interest me on shore, I thought I would sail about a little and see the watery part of the world.

          (Moby-Dick or The Whale)

          Ja, gäbe es nicht etwas, das mich hält, ich wäre schon lange fort.

          Sieh es nicht als Ignoranz, dass ich jetzt nicht “anständig” kommentiere. Das ist nur, weil dem kaum etwas hinzuzufügen ist. Möge Dein Hund ewig leben.

          Momentan kommt mir der Gedanke, ein Schrottpressen-Elefantentreffen in pantoufles Wohnzimmer könnte eine gute Idee sein. Oder doch nicht? Der Hausherr wird sich “bedanken”. Wir würden nicht einmal über die Glocke hinaus kommen. Ihn würde der Schlag treffen, wenn wir an seinen geistigen Getränken naschen und die richte Nachbarin nicht oder die Falsche doch da ist. Falls wir nicht vorher am nicht isoliertem Netzschalter der Anlage sterben, so wir den Versuch und der zu nähern überhaupt überleben. Wenn, dann kann uns sicher nur die Nachbarin retten.

          Zudem, wir könnten noch auf die Idee kommen, alle mit zu gehen. Thelonious, dann hättest Du nichts gewonnen.

          Aber mit dem Redaktionshund würde ich mich sofort verstehen. Und mit den “Kindern” auch. Keine Frage.

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  17. pantoufle sagt:

    @all
    Ich weiß – ich müßte ja schon lange antworten! Gebt mir bitte noch etwas Zeit, bin gerade beschäftigt. Morgen hole ich endlich die Yamaha aus Mannheim ab! Endlich wieder 2 Räder! Und ein ganz, ganz lieber Freund hat mir ein italienisches Gesundungspäckchenpaket geschickt. Mindestens den Sangiovese muß ich mal probieren 🙂
    Dann hab ich gleich mal 400km Zeit, um festzustellen, ob ich noch fahren kann. Ein ganz, ganz breites Grinsen!

    Ladegerät, Werkzeugtasche(klein), Reservehandschuhe, Wetter wird so… na ja: wetterich halt, ach! Ik freu mir!

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    • Joachim sagt:

      PM:

      Dir scheint es ja wieder gut zu gehen. Fein. Aba immer Yamaha. Okay, ich verstehe, doch ich habe da so meine “Erfahrungen”.

      Yamaha kenne ich (drei Mopeds, einen (?) Synthesizer, ein Digi-Pult usw.). Legendär. Meine ersten Mopeds (XZ550) waren nett. Man braucht wenigstens zwei davon. 2Zyl und defekter bzw abper Auspüff 🙂 Krümmer können trotz mangelhaftem Kontakt so heiß werden. Aber der Sound war gut. Ich hatte nur Angst um die Fensterscheiben. Die CDI war immer defekt. Und einmal auch ein Nockenwellenlager auf der Autobahn, als das Teil mal echt gut lief. Das hatte ein Vorbesitzer geschweißt. Kopfschüttel.

      In Kurven konnte man Funkenstrecken mit dem Hauptständer ziehen und hatte immer noch keine Schräglage. Außerdem war das Teil kopflastig (im freien Flug, ich erwähnte das). Immerhin, Wheely, freilich nur wenige Grad das Vorderrad anlupfen, geht auch mit Kardan. Brüderchen sagte: “Kanns’te das fahren, so kannst du alles fahren”.

      Als ich dann nach Jahren wieder eine “fahren” durfte (meine Frau nennt diesen Stil “schwuchteln”, als sei das ein Kackstuhl a la Harley), da dachte ich daran, dass ich als Kind immer mal “das fürchten lernen” wollte. Es war wie im Märchen (Von einem der auszog das Fürchten zu lernen). So geht das also. Selbsterfahrung. Moped fahren ist Zen.

      Btw: Sangiovese? Du meinst Chianti? Erinnere mich nicht daran…

      Gut, wenn Du den Chianti nicht mit zu viel Benzin mischst, dann kommst Du sicher heil nach hause. Pass auf dich auf.

      Und zu den Gedichten äußere ich mich vielleicht noch. Dazu brauche ich mehr Zeit. Das ist schließlich nicht so trivial wie Politik. Vorerst bedankt dafür.

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  18. pantoufle sagt:

    @Thelonious

    Was soll man dazu sagen? Stimmt. Alles richtig. Sogar die Konsequenz, dem Ganzen wenigsten vordergründig den Rücken zu kehren. Vor ein paar Jahren, bevor ich mein Haus kaufte, war ich eigentlich auch so weit. South Wales oder Norwegen… irgendwo in die Nähe von Bergen. Hauptsache ein Flughafen in der Nähe und gut is.
    Mittlerweile bin ich ganz froh, daß daraus nichts geworden ist, auch wenn ich mich immer wieder wundere, warum es ausgerechnet Deutschland wurde. Besonders dann, wenn ich aus Schottland oder England nach Hause komme und mich frage, warum eine ganze Gesellschaft so vernagelt sein kann – vom Kriegszustand auf den Straßen bis zu dem an der Kasse des Supermarktes.

    Ein paar andere Länder waren auch dabei. Je weiter ich mich aber aus Europa entfernte, umso mehr wurde mir klar, wie sehr ich mit diesem Abendland verhaftet bin. Karl Liebknecht ist eben etwas vollkommen anderes als Mao oder Che. Kann man als Bewohner dieser Welt dieser Welt entfliehen?
    Würde ich mir die Zeit nehmen die Gegenargumente zu sammeln, die mir zum Thema Emigration einfielen… – aber das sind natürlich nur nutzlose Spielereien. Eines aber unterscheidet den Faschismus des durchgeknallten Irren, der Lebensraum im Osten suchte vom dem unserer Tage: Dieser Faschismus ist zu einem Global-Player geworden und nicht mehr das Lokalkolorit überschaubarer Landstriche.

    Mit den Gründen trotz alledem zu bleiben sieht es auch nicht besser aus. Die funktionierende Müllabfuhr tröstet nur kurzzeitig wie das Krankenhaus in der Nähe. Aber da ist noch das Ding mit den Kindern: Nicht daß ich glaube, daß sie auf meine Meinung oder Rat soviel Wert legen würde – aber sie erst in diese Welt zu setzen und dann Fahnenflucht… ich weiß nicht! Dann hätte man das vor längerer Zeit machen sollen. Jetzt fällt mir nicht einmal mehr ein Land ein, in das ich fliehen wollte. Ein Segelboot?

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    • Joachim sagt:

      Du schriebst zwar an Thelonious (zurecht)… aber ich antworte mal (wohl wissend, dass… ach egal).

      Also:

      a) verdammt, könnt ihr Gedanken lesen? Es wird unheimlich.

      b) sagt niemand etwas zu dem wunderbarsten Anfang aller Bücher, diesen ersten Sätzen aus Moby-Dick. Wenn es einen Grund gibt zu gehen, dann ist das nicht Terror, nicht Dummheit, Turbokapitalismus, nicht einmal Krieg – in dem Wissen, dass ich mir das nicht in den schlimmsten Träumen ausmalen könnte, also nicht einmal ahne, was ich da sage. Wie kann jemand mit diesem Wissen einem Kriegseinsatz zustimmen? Und wie kann man das nicht wissen? Irre. Sie sind vollkommen Irre. Sie wissen nicht was sie tun.

      Melville hat den aus meiner Sicht einzigen akzeptablen Grund genannt, zu gehen. Um den (wässrigeren) Teil der Welt zu sehen und weil es eben gerade so ist. Abenteuer.

      Niemand schreibt mir vor, wo und wie ich leben darf, wer meine Freunde sind und was “mein” Land ist. Wobei man beim letzteren wissen muss, dass ich rekursiv denke und nicht flach. Damit meine ich eben nicht mein Haus, mein Boot, mein … alles meins, sondern mein Haus, mein Dorf, Kreis, Land, Staat, Europa, “meine” Welt. Püppchen in Püppchen, wenn ihr versteht.

      Leute, wohin sollte ich gehen? Ich bin schon zu hause. Überall. So habe ich wenigstens sehr viele nette Nachbarn. Und auf die lass ich gar nichts kommen.

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      • Thelonious sagt:

        Joachim und pantoufle: Mit den Kindern – das ist ein berechtigter Einwand. Doch so eine Entschluss ist keine spontane Eingebung, sondern ein Prozess. Die Option besteht schon seit Jahrzehnten. Daher wurde niemand überrascht. Und natürlich sind Sohn 1 und 2 in die Entscheidung eingebunden. Für sie ist es vorstellbar. Sonst wäre es unmöglich.

        Die Entfernungen sind im Vergleich zu unseren Jugendtagen durch andere Möglichkeiten „geschrumpft“. Das Flugzeug ist längst ein gängiges Verkehrsmittel. Sieben Stunden Flug? Die gleiche Zeit verbringe ich im Auto, wenn ich von hier nach Hamburg oder Berlin fahre. Ein Besuch ist jederzeit möglich, zumal wir nach einem Haus mit mehreren Wohnungen Ausschau halten, so dass auch ein unbegrenzter Aufenthalt denkbar ist.

        Kommunikation über weite Strecken hinweg? Dank Internet kein Thema mehr.

        Das Abenteuer spielt auch eine Rolle . Ein anderes Land, ein anderer Kontinent, eine andere Kultur. Eine neue Sprache. Eine unterschiedliche Lebensweise. Ein anderer Job. Deshalb will ich es nicht mehr zu lange nach hinten schieben. Was mit Mitte 50 noch geht, ist mit Mitte 60 vielleicht schon unmöglich.

        Wie gesagt, mir fällt zunehmend die Decke auf den Kopf. Lohnarbeit oder die freie Tätigkeit war für mich immer nur Broterwerb. Geld für meine Familie und mich. Das Haus, die Ausbildung und die Erziehung der Kinder, das alles ist auf einer Ebene sinnhaft genug. Und Spaß gab es auch. Genug.

        Dann gibt es noch einen gesellschaftlichen Aspekt der Arbeit. Da sieht die Rechnung etwas anders aus. Die Perpetuierung der bestehenden Verhältnisse. Das ist mein Job. Das ist falsch und da nützt es auch nichts, dass ich mir meine Kunden aussuche. Sie tun zwar bewusst nichts „Böses“, doch als Teil des kapitalistischen Systems sind sie mit verantwortlich. Und ich auch.

        Meine Arbeit als Beobachter in Flüchtlingslagern war kein Feigenblatt. Das war mir ernst und den dahinter stehenden Organisationen auch. Aber dieses Engagement war sinnlos, weil es nur auf Kosmetik herauslief. Nur eine Veränderung der Verhältnisse vor Ort. Das wäre schon ein Erfolg gewesen. Das Eingeständnis des Scheiterns. Die Akzeptanz. Nur noch die Reparatur. Pflästerchen drauf. Das darf es nicht sein.

        Eigentlich geht es um Erziehung. Ich rede nicht vom sozialistischen Menschen, sondern von Aufklärung. Schon damit hat man genügend zu tun. Meine Frau plant eine Sprachschule für jeden. Keine Gebühren, kein Verlust. Im Gegenteil. Kinder, die lernen, erhalten Geld von Sponsoren. Dann müssen sie nicht mehr auf Feldern oder in der Produktion arbeiten. Lernen ist Arbeit. Vokabeln, Foucault, Fanon – das ist schwierig, zu begreifen. Aber wenn …

        Und wir verkaufen den Kapitalisten den Strick, an dem wir sie aufhängen.

        Natürlich ist das Quatsch. Aber eine betörende Vorstellung. Und deshalb werden wir es versuchen.

        Jetzt gilt es erst einmal, die bestehenden Kontakte zu nutzen. Das Geld ist potentiell vorhanden, es bedarf nur der richtigen Außendarstellung. Das ist dann meine Arbeit.

        Nix mit Biedermeier.

        Und noch zum Thema globaler Kapitalismus: Man suche einen geostrategisch unwichtiger Ort, ohne allzu viel Bodenschätze. Also in fast jeder Hinsicht uninteressant für den Kapitalismus. Merkwürdigerweise ist es ihm bislang nicht einmal gelungen, nennenswert Kapital aus der Landschaft zu ziehen.

        Dazu ein überschaubares Gemeinwesen. Kein Flächenstaat. Meer für meine Frau, ein Berg für mich. Und schon haben wir

        Nur so naiv sind wir nicht. Und Panama ist es auch nicht.

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        • pantoufle sagt:

          Nur so nebenbei und ganz kurz: Das Raucherzimmer existiert noch. Antwort morgen; dafür brauche ich…

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        • R@iner sagt:

          @Thelonius: Mir gefällt, was Du schreibst. Ich schaue seit Jahren immer mal wieder (im Web) nach ganzen Dörfern in Spanien, die man kaufen kann oder solchen, die nur noch wenige Einwohner haben. Mitunter wird um Familien mit kleinen Kindern geworben, weil dann die Schule nicht geschlossen werden muss. Für Selbstständige werden dann auch mal für fünf Jahre keine Steuern erhoben.
          Ein Dorf in Galizien bekommt man mit den intakten Häusern sogar geschenkt, wenn man ein taugliches Geschäftsmodell vorlegen kann.
          Es existiert ein eu-Programm zur Förderung ländlicher Strukturen und früher – ich weiß nicht, wie das gerade gehandhabt wird – bekam man z.B. Geld vom span. Staat, um Fachwerkhäuser herzurichten, wenn man in diesen “turismo rural” (ländlichen Tourismus) anzubieten beabsichtigte.
          Mittlerweile ist es so, dass Reiche aus China oder arabischen Ländern verlassene Dörfer samt zugehörigen Feldern kaufen. Das fällt dann wohl unter die Rubrik landgrabbing.
          Bei feynsinn brachte mich @Peinhart darauf, dass Uruguay wegen seiner politischen Unauffälligkeit auch ein interessantes Ziel sein könnte.

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        • Joachim sagt:

          Wüsste ich es nicht besser (oder genauer ahnte ich es nicht), so würde ich das fast für eine Art Entschuldigung halten. Weit gefehlt. Es ist eine Reflektion.

          Klingt gut. Sehr gut. Kein Biedermeier.

          Nur, “ach wie schön ist Panama” drückt auch Abenteuerlust aus. Das vergisst man leicht, wenn man “schon groß” ist. Kinder sehen das ganz anders.

          Viel Erfolg, viel Spaß und viel Sinn dabei.

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