Der Abschied

Oder über die Unfähigkeit, Peinlickeit zu empfinden.

Was ich mich niemals getraut hätte zu schreiben, geschweige denn, es so gekonnt auf den Punkt zu bringen, hat ein Mann gesagt, der sich Bazon Brock nennt. Er ist emeritierter Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung und hat sich zum Falle Wulff – wenn eben auch nicht ausschließlich zu diesem Thema, hier geäußert. Solange dieses Interview im Deutschlandradio noch abzurufen ist, hört es Euch bitte an, ladet es auf die Festplatte und verbreitet es in schriftlicher Form weiter.

Ich werde Herrn Bazon Brock bitten, eine Transkription seines Intervievs hier abdrucken zu dürfen – hoffentlich ist er damit einverstanden. Alles, was mir seit langem auf der Seele liegt, ist darin fast vollständig in einer Deutlichkeit und Kürze enthalten,  daß ich keine bessere Möglichkeit sehe, als ihn in voller Länge zu zitieren.

Ich bedaure es sehr, zu feige und zu dumm dafür zu sein.

Nochmal in aller Deutlichkeit: LINK! Seine Homepage findet sich seit eben in meiner Blogroll, sein Wikipediaeintrag ist hier.

 

0
Dieser Beitrag wurde unter Polemik abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

0 Kommentare zu Der Abschied

  1. Ah, Bazon Brock mal wieder. Den kann ich richtig gut ab. Danke, hörengeh.

    0

  2. Karrieristengeneration … Schönes Wort.

    0

  3. der_emil sagt:

    Oh. Guter Tip! Danke.

    0

  4. pantoufle sagt:

    Guten Morgen, Ihre beiden. Ja, der Herr ist leider vollkommen an mir vorbeigegangen. Den kannte ich überhaupt nicht. Das Interview hatte ich zufällig gehört und war richtig baff. Auch sehr sympatisch: Brock hat sich keine 10 Sekunden damit aufgehalten, irgendwelche angeblichen Verdienste Wulffs hervorzukramen, um dem Anschein von Ausgewogenheit Genüge zu tun. Gleich raus mit der großen Kasperklatsche und immer drauf auf das Krokodil. Und wenn man schon einmal dabei ist, auch den Rest der Mischpoche gleich hauen. Das hat Sex.
    Ich bin ehrlich beeindruckt.
    “Nullsummenfigur” … auch leider nicht aus meiner Feder. Tragisch!

    0

    • Brock nimmt nie ein Blatt vor den Mund und hat wenig Angst, irgendwem auf die Zehen zu steigen. Nachahmenswert. Und das Interview … ich hab laut gelacht und mich gefreut und würde das auch mal gerne lesen dürfen (ich bin kein sehr auditiver Mensch).

      0

  5. FF sagt:

    Danke für den Link! Ich kannte den auch nicht. Nie gehört. Aber wie recht er hat! Und: selbst der “Nullsummenmann” Wulff ist ja noch lange nicht die schlimmste Figur im Politik-Schmierentheater unseres armen Landes.

    Wenn ich da an Gestalten wie Kristina Schröder, Alexander Dobrindt, Hubertus Heil, Markus Söder, Olaf Scholz, Philip Mißfelder, Andrea Nahles oder gar Herrn Rösler denke: das sind die, die nach den Wulffs kommen… Die sind doch nicht mal mehr als Nullsummenfiguren erfaßbar. Was Herr Brock wohl zu denen sagen würde?

    Gute Nacht, Deutschland.

    0

    • Örks. Diese Namensliste am Samstagmittag … das verdirbt einem das Wochenende. Herr, lass Nacht werden. Oder die Preußen kommen. Oder wenigstens ein paar Nazghuls oder Naglfar oder irgendwas in die Richtung. Einmal gut gezielt über den Bundestag.

      0

    • pantoufle sagt:

      Moin FF
      Na ja, das sagt Bock schon recht deutlich, wenn er bemerkt:
      “[…] aber das Bedenkenswerte daran ist, dass die handelnden Personen weder eine dramatische, historische, theatralische, psychologisch tief gehende Struktur oder Bewusstsein von ihrer Situation haben, sondern eben tatsächlich Flachmänner sind, in jeder Hinsicht völlig eigenschaftslos, völlig austauschbar, ohne jedes Standing, ohne jedes private Vermögen, sich in einem Urteil der Welt gegenüber zu behaupten.”
      Der Satz ist zwar lang, beinhaltet aber alle relevanten Parameter 🙂

      0

      • FF sagt:

        Stimmt schon, das sagt er. Aber er schien mir die politische A-Klasse zu meinen: Bundespräsident, Kanzler, Schlüsselminister, sowas. Meine Helden sind dagegen der hoffnungsvolle Nachwuchs, die B/C/D-Klasse, sie besetzen derzeit entweder irrelevante Ministerien oder machen sich auf diese Hoffnungen… Morgen aber, so fürchte ich, wollen diese Luftblasen auch Kanzler/Präsident werden.

        Ein Wulff hat wenigstens ein paar LT-Wahlkämpfe als Spitzenkandidat verloren und einen gewonnen, war ein unter seinesgleichen wohl passabler Ministerpräsident, er ist geschieden, neu verheiratet – wenigstens wurde bei ihm der Hauch von reality checks, von “Wirklichkeitsprobe” spürbar.

        Aber was bitte hat eine Andrea Nahles vorzuweisen?

        PS.: Monsieur Pantoufle, wünsche nichtsdestowenigertrotz ein erfreuliches Wochenende!

        0

  6. pantoufle sagt:

    Ach, und wo wir gerade so schön beisammen sitzen: Der Spiegel gibt gerade einen Artikel zum Besten, in dem der ehemalige HRE-Chef Funke darüber klagt, das es bösewollende Menschen gibt, die ausgerechnet ihn für das Milliardengrab HRE verantwortlich machen. Zitat:
    “Funke will eine Abfindung von 3,5 Millionen Euro und eine monatliche Rente von 47.000 Euro einklagen. >Mein Gehalt war im Vergleich zum Branchenschnitt eher moderat<"
    Das Banker eher zu den Ausgebeuteten dieses Planeten gehören, wusste ich ja schon lange – mit welchen Allmosen sie aber ihre eigene Altersarmut bekämpfen müssen, raubt einem den Atem.

    0

  7. Jan sagt:

    Verlinke die Transkription doch einfach, das wird mW nicht “depubliziert”:
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1697667/

    0

    • Pantoufle sagt:

      Danke Jan: Habe ich schon gesehen und deswegen erst einmal die Füsse stillgehalten. Das Problem mit den Öffentlich-Rechtlichen Medien ist bisweile ihr erstaunlich kurzes Gedächnis im Netz. Brocks Artikel hat aber einen gewissen “Ewigkeitswert”, weswegen ich ihn erst einmal archiviert habe.
      Danke aber erst einmal für den Link
      Gruß
      das Pantoufle

      0

  8. Da bekommt der Ausdruck “Wenn der Funke überspringt” gleich nochmal eine ganz andere Bedeutung… naja, die 3,5 Millionen die kriegt er wohl – “verdient” hätte er wohl was anderes.

    0

    • Pantoufle sagt:

      Den Rest bekommt er auch. Das sind dann Beträge, die nicht mehr öffentlich verhandelt werden. Das Manöver “Bildzeitung” dient nur dem Fall, daß bei den Verhandlungen etwas durchsickern würde.

      0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *