Aus dem Jenseits ein Brief der Hoffnung

Ja, Freunde der gepflegten Abendlektüre: Lange nichts erschienen, aber nicht vergessen. Gustav Landauer zur Lage der Nation. Noch einen Kranz winde ich ihm nicht; daß Landauer in der Schrottpresse ein besonderes Stellenrecht – sozusagen Redaktions-Narrenfreiheit genießt – hat sich vermutlich herumgesprochen. Ja, so wie andere sich der Weltbühne verpflichtet fühlen oder anderen großen Vorbildern: Hier versucht Redaktionskampfhund Oskar und der Chefredakteur das Vermächnis des Gustav Landauers ein wenig vor dem Verblassen zu schützen. Deshalb auch heute wieder ein Beitrag dieses großen pazifistischen Anarchisten.

[An anderer Stelle las ich, daß ich, daß das Pantoufle ja alles, nur kein Anarchist sei: Seis drum – ich beanspruche das geheimnissvolle Air eines bombenlegenden Calliostro nicht, nicht das des Baikunin oder eines wie auch genannten Heilsverkünders. Im Geiste des… in diesem Falle Landauers. Im Gegensatz zu Landauer bin ich sogar höchst unvernünftig, fahre viel zu schnell Motorrad, trinke in der Öffentlichkeit, rauche und bin auch sonst kein Vorbild im Zeitalter des Neo-Protestantismus, dieser neuen Puritaner. Verschont mich mit einer biologisch abbaubaren Instantphilosophie oder dem Ende der Welt nächste Woche – was wollte ich sagen? Ach ja: Ich habe Antje Schrupp in meine Blogroll aufgenommen. Obwohl ich mit vielen Dingen, die sie sagt, nicht einverstanden bin. Aber sie ist auf der richtigen Seite. Im Geiste des… Nach Belieben auszuwählen. Nicht, daß sie einen Link auf meinem Blog nötig hätte: Es ist ein Statement.]

Also mal wieder was vom Sozialisten und Anarchisten Landauer. Ein Flugblatt, ein Aufruf zum Sozialismus. Einem, den ich wie so Vieles von ihm unterschreiben kann und das so eigenartig aktuell ist. Viel Spass und neue Erkenntnisse beim Lesen wünscht
das Pantoufle

Was ist zunächst zu tun ?

Wir wollen mit dem Sozialismus Ernst machen. Was also ist zunächst zu tun?

Dem deutschen Volk fehlt jeder Mut, jede Initiative, jeder Glaube an die freie Tat. Auch die Besten unter ihnen haben sich ans Warten gewöhnt; bei jedem Vorschlag zu selbständiger Handlung fragen sie gleich: “Aber was wird man uns in den Weg legen ? ” Die einen warten auf das, was sie Revolution nennen; die ändern auf die Entwicklung; die dritten auf die Dummheiten der Gegner; die vierten auf Parlament und Regierung. Und eine heillose Angst haben sie fast alle vor dem, was sie das Experiment nennen, vor den Fehlschlägen und vor den Niederlagen. Und vor lauter Angst vor den Niederlagen merken sie nicht, daß das, was sie in fünfzig Jahren getan und nicht getan haben, nichts ist als eine einzige große, fortgesetzte Niederlage.

Nur wer die Niederlagen nicht fürchtet und sich von vornherein vornimmt: sie sollen vorübergehend sein, sie sollen nicht zurückschrecken, nur wer fröhlich und zuversichtlich vorwärts marschiert, kann siegen. Wo ist bei uns in Deutschland die Unternehmungslust, die freudige Erwartung des Großen, das man selber tun wird, die Zuversicht? Wo nur der Glaube an die eigene Sache ?

Die Bewegung in Deutschland, die sich bisher die sozialistische genannt hat, hat längst keine Frische und keine Farbe mehr. Ihre Farbe sei rot, sagen sie und befestigen sie eifrig an Kränzen, die sie edlen Toten widmen. Rot mag ihre Erinnerung sein; ihr Leben ist grau. Was also ist zunächst zu tun ? Die mit dem Sozialismus Ernst machen wollen, aus tiefster innerer Not und aus schönstem inneren Reichtum heraus Ernst machen wollen, müssen sich sammeln zu Sozialistischem Bunde. Wollen, wirklich wollen, ist dasselbe wie tun. Wir reden hier nicht von denen, die ” Sympathien haben ” oder die “gerne möchten ” oder “freudig begrüßen ” oder ” anstreben ” oder wie die aufschiebenden Redensarten alle heißen. Wir reden von der Sammlung derer, die wollen und also beginnen.

Wer also will mit uns sein ? Wer fühlt, daß die Armut eine Schande sei für jeden von uns ? Daß die Art, wie bei uns die Güter produziert werden, nicht um der Gemeinsamkeit des Bedarfs willen, sondern um der einzelnen willen, die sich bereichern und Machthaber sein wollen, ein ruchloser Unsinn ist ? Wer merkt, daß die Schuld aller, der vergangenen Geschlechter und derer, die jetzt lebendige Menschen sind, ihn aus der heulenden Stimme des Trunkenbolds anbrüllt, ihm aus den Augen der Dirne ins Gesicht sieht, ihn anstarrt aus den vergitterten Fensterhöhlen der Zuchthäuser? Wer geht durch all diese Zeit mit Ekel und Ingrimm ? Und wem ist doch dabei im Herzen die Hoffnung, in den Händen der Wille, im Auge das lichte Wissen unzerstörbar ? Wer merkt im tiefsten Innern, daß es uns not tut und daß es uns gelingen muß, eine Gemeinsamkeit, ein Volk, ein Ganzes höherer Ordnung zu schaffen, das weitaus etwas anderes ist, als was sich heute Deutsches Reich nennt? Wer so einer ist, zögre keinen Augenblick. Er gehört zu uns, er komme zu uns, wandre mit uns; schaffe Freude mit uns ringsum und siege mit uns!

Was wir heute Sozialistischen Bund nennen, das soll einmal unser Volk, unser ganzes Volk sein.

Heute sind wir wenige; einst wollen wir alle sein. Obwohl wir wenige sind, gilt es zu beginnen; weil wir wenige sind, muß klein begonnen werden. Haben wir aber erst begonnen, zeigen wir allen, die uns sehen können, was Sozialismus, was Freude, was Gemeinschaft ist, oh! Das wissen wir: Dann werden wir bald viele sein. Wir beginnen mit dem Sozialismus, indem wir aufhören, Knechte des Kapitals zu sein. Wir beginnen mit dem Sozialismus, indem wir nicht mehr als Lohnarbeiter für den Warenmarkt produzieren. Die eigene Arbeit um des schönen Lebens und der inneren Seligkeit willen zusammen mit arbeitenden und helfenden Menschenbrüdern und Schwestern in den Dienst des eigenen Verbrauchs stellen – das ist der Beginn des Sozialismus.

“Wie kann das geschehen? Wie ist das möglich? Wo nehmen wir die Maschinen, die Fabriken, den Boden, das Geld her?”

Hättet ihr seit fünfzig Jahren gewußt, daß der Sozialismus nur kommt, wenn man ihn tut, ihr würdet heute nicht mehr so fragen. Wir werden euch einmal die Geschichte des Verhältnisses zwischen der Sozialdemokratie und den Genossenschaften erzählen, werden euch die Aktenstücke vorlegen und werden euch sagen: Einst war die Sozialdemokratie auf Grund der unsinnigen Lehren von Karl Marx der Todfeind der Genossenschaften, heute werden die Genossenschaften in manchen Bezirken schon fast von Partei wegen gegründet, obwohl die Genossenschaftsbewegung immer noch das Stiefkind der Sozialdemokratie ist. Aber doch haben die Arbeiter, die ihren Konsum zusammengetan haben, schon eigene Fabriken, Großbäckereien, Schlächtereien, eine Großeinkaufsgesellschaft mit eigenen Dampfern. Wo kam das Geld her zu diesen vielen Grundstücken, Baulichkeiten, Fabriken und Maschinen ? Sie haben ihre Kundschaft organisiert! Kundschaft ist Kredit; Kredit ist wirtschaftliche Macht. Die organisierte Kundschaft ist der Arbeitgeber im beginnenden Sozialismus; anders und besser ausgedrückt: Im Sozialismus wird für den Konsum produziert; die Arbeitgeber sind die Konsumenten, die Arbeitnehmer die Produzenten; und beides sind dieselben Personen, und es gibt keine Arbeitgeber und Arbeitnehmer mehr. Heute wollen die Konsumenten billige Preise, und die Produzenten hohe Löhne, und sie merken nicht, daß das so ist, wie wenn einer seinem Bild im Hohlspiegel eine Ohrfeige geben will und sich selber schlägt. Im beginnenden Sozialismus wird der verzerrende Spiegel des Zwischenwuchers zerschlagen, und Konsument und Produzent erkennt sich als dieselbe Person. Den Bund der Konsumenten also gilt es zu scharfen, die für sich selber produzieren: Dann habt ihr Grundstücke und Fabriken, Maschinen und “Geld”. Ihr gebt dem Fabrikanten eure Arbeitskraft, der gibt euch Lohn, und dem Kaufmann gebt ihr Geld für die Waren, die ihr braucht. Ist es nicht das einfachste Rechenexempel, daß, wenn ihr die Reihenfolge umkehrt und also damit beginnt, euch selbst das Geld für die Waren, die ihr braucht, zu geben, daß ihr dann euch selbst den Lohn geben könnt und daß ihr euch selbst eure Arbeitskraft zur Verfügung stellen könnt? Und daß es dann keine Waren mehr gibt, weil es keinen Zwischenhändler und keinen kaufmännischen Gewinn mehr gibt, und keinen Lohn und kein ” Geld ” und keine Arbeitnehmer und Arbeitgeber?

Nicht die Lohnkämpfe der für den Kapitalismus Produzierenden schaffen den Sozialismus. Der Sozialismus beginnt mit der Organisation des Konsums. Die Organisation des Konsums schafft den für ihre Gemeinsamkeit arbeitenden Menschen die wirtschaftliche Macht und ihren Sachausdruck: gegenseitigen Kredit, Grundstücke, Baulichkeiten, Fabriken, Maschinen und alles, was not tut. Die Organisation des Konsums nimmt den schmarotzenden und anhäufenden Machthabern die wirtschaftliche und damit jegliche Macht: das Kapital, den Wert ihres Geldes, die Arbeiter, die Möglichkeit, ohne produktive Arbeit zu leben.

Hätten die Sozialisten damals, als die Bewegung noch jugendlich war, als sie noch in Verbindung stand mit den politischen Revolutionen, welche Verhältnisse und Menschen zu schnellem Umschwung befähigten, gewußt, was wir heute wissen, eingesehen, was der größte Sozialist, Proudhon, ihnen damals so sagte, wie wir es heute endlich in später Stunde wiederholen: Sozialismus ist nicht eine Sache der Forderung und des Abwartens, sondern des Tuns, und wäre in diesen fünfzig Jahren fortgesetzt, tapfer und freudig im Anschluß an das, was die arbeitenden Menschen verbrauchen, erst der Austausch und dann die Produktion des Sozialismus organisiert worden: Wahrlich! Dann wäre in dieser Zeit längst die letzte große Frage des Sozialismus reif zur Lösung geworden, die Frage, die nicht durch den bloßen Zusammenschluß der Konsumenten-Produzenten zur Entscheidung gebracht werden kann. Der Zusammenschluß der Menschen durch Organisation ihres Konsums und damit ihres Kredits schafft die wirtschaftliche Macht, die das Kapital ersetzt und das feindliche Kapital zerstört. Alle Weiterverarbeitung der Rohprodukte ist so den Monopolisten aus der Hand zu nehmen. Bleibt aber der Kampf gegen die Monopolisten ersten Grades, um die Gewinnung der Rohprodukte und der notwendigsten Lebensmittel. Bleibt der Kampf um die Natur, die nicht von Menschen geschaffen werden kann; um das, was allen Menschen von Natur wegen gehört: um den Grund und Boden. Längst, sagen wir, wäre diese eigentliche Kernfrage des Sozialismus reif zur Lösung geworden, und mit ihr wären auch die großen politischen Fragen gelöst worden, wäre Freiheit und Selbstbestimmung des Volkes gekommen: Volk und Land! Land und Freiheit! Erst wenn die Volksgemeinden den Boden haben, wie sie ihn in allen Ländern einmal gehabt haben, ist Volkstum und Freiheit geschaffen. Den heute bestehenden Genossenschaften fehlt vielfach der Geist des Sozialismus; es fehlt ihnen der Wille und das Ziel; und statt dessen haben sie etwas, das schlimmste Gift für Deutsche: den Geist der Bürokratie. Diese Genossenschaften sind sich Selbstzweck geworden, der Geist ist in ihnen erstickt in Kleinlichkeiten; in ihnen waltet die Beziehung von Herren und Knechten, von Obrigkeit und Angestellten, von kaufmännischen Veranstaltern, die recht viel verkaufen wollen, und einer Masse von Mitgliedern, die recht viel kaufen sollen; und nur wenige wissen davon, daß diese Verbände alle Formen unseres äußeren Lebens zu erschüttern berufen sind, aber nur dann, wenn die Beteiligten allesamt aus innerer Erschütterung, aus großem, heiligem Willen heraus ans Werk gehen. Sie aber kommen nicht hinaus über das Verhältnis von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, sie haben ihre Knechtsgewohnheiten und Rachegefühle und ihre schnell erlernten Herrenmanieren mit in die Genossenschaft gebracht; und wer das Verhältnis der Konsumgenossenschaften zu den für sie und in ihnen produzierenden Arbeitern kennt, der weiß nicht, was schlimmer ist: das Verhalten der organisierten Arbeiter in ihrer Rolle als Arbeitgeber oder das Verhalten der in den Gewerkschaften organisierten Arbeitnehmer gegen die Genossenschaften.

Es ist nicht anders: Was wirklich zum Ziele führen will, muß im Geist beginnen und muß darum klein beginnen.

Wo der Zentralismus und die Bürokratie herrschen, ist keine Gemeinschaft, kein Zusammenwirken, keine Entfesselung freudiger Kräfte. Aber doch, obwohl diesen Genossenschaften der rechte Geist, das rechte Ziel und die rechte Grundlage fehlt, obwohl in ihnen die große Masse der Mitglieder nur als Zahler und Käufer gelten, ist die Genossenschaft die einzige Organisationsform unserer Zeit, in der – als Form -sozialistischer Beginn ruht. Zusammenschluß der Verzehrer, um für den eigenen Bedarf, statt für den kapitalistischen Markt zu arbeiten: Wissen die Genossenschafter erst, daß sie das und nichts anderes tun, dann werden sie die unsern sein. Einstweilen sind sie wie die Märchenprinzen, die ein schönes Land suchen und darin sind, ohne es zu wissen: weil sie vom Falschen umnebelt sind.

Soll ihnen und all den ändern gezeigt werden, was ihnen fehlt, so darf es nicht bloß gesagt werden. Gesagt ist es schnell: Ihnen fehlt der Boden und der Geist.

Viel mehr als in den bürokratischen Genossenschaften, die in Verwaltung und Mitgliedermassen zerfallen, ist der Sozialismus schon zu Hause in den kleineren Gruppen, die im Anschluß an Lohnbewegungen, Streiks oder auch bloß um des reineren Lebens und der Propaganda willen aus der kapitalistischen Produktion austreten und für den eigenen Bedarf oder die Arbeiterkundschaft arbeiten. In Deutschland gibt es bisher kaum Beispiele dafür; aber jetzt schon in der Schweiz, in Frankreich und all den ändern Ländern, von denen wir, die am schlimmsten an dumpfe, knechtische Unternehmungslosigkeit gewohnt sind, viel lernen müssen.

Bei jeder wirtschaftlichen Bewegung in all den Branchen, die notwendige Bedürfnisse herstellen, sollten sich die Beteiligten fragen: Ist nicht jetzt eine Gelegenheit, nicht bloß für Tage, sondern endgültig dem Kapitalismus Arbeit zu entziehen? Denn die Beteiligten sind nicht bloß die Produzenten, die in den Streik eingetreten sind, sondern ebenso die vielen Konsumenten, die sie auch heute schon manchmal durch den Boykott unterstützen. An den Boykott aber muß sich die Organisation des Konsums und die Eigenproduktion für die organisierten Konsumenten anschließen. Sonst ist das Resultat nur: eine vorübergehende Erhöhung der Löhne für die Produzenten und eine dauernde Verteuerung der Preise für die Konsumenten.

Und bei jeder wirtschaftlichen Bewegung, bei jedem Streik sollten sich die Beteiligten fragen: Können wir nicht in der Zeit des Stillstands etwas für uns selber, für unsere Gemeinsamkeit arbeiten und einrichten? Können wir nicht Anstalten zu gemeinsamem Konsum treffen, und wenn’s nur Suppenküchen für den Anfang wären, die wir aus eigenen Kräften besorgen und aufrechterhalten, auch wenn der Streik zu Ende ist?

Das alles sind kleine Anfänge, Keime, Zellen. Aber wie viel geschieht da, wenn erst der Geist der Initiative, des frohen Schaffens, der Unternehmungslust, der Hoffnung über das Volk, über die Massen kommt!

Freude, Hoffnung und Zuversicht leben in uns vom Sozialistischen Bunde, und wir wollen sie um uns verbreiten. Genug des Zagens, genug und zuviel des Wartens auf andere. Voran mit allem, was zu neuem Leben hilft; dann folgen die ändern, wenn sie uns am Werke sehen.

Die Zerstörung aller Hindernisse kommt, wenn sie wirkliche Hindernisse sind, wenn wir nämlich ganz dicht, so daß nicht der kleinste Zwischenraum mehr ist, bis zu ihnen herangerückt sind. Jetzt sind sie nur Hindernisse der Voraussicht, der Phantasie, des Bangens. Wir sehen schon: Das und das und das wird man uns, wenn’s erst soweit ist, in den Weg legen und – und ? – und [wir] tun gar nichts, als höchstens bellen. Wenn es erst so weit ist? Läßt’s doch erst so weit sein!

Wer will dir denn Gewalt antun, du Volk, wenn du’s nicht selber bist? Die wenigen sollen doch vorangehen, damit sie die vielen werden. Dann kommen sie schließlich zur Mitte ihres Weges, und siehe da! Ihre Feinde sind verschwunden oder wenigstens der nötigen Truppen entblößt.

Wo mögen die Truppen hingekommen sein? Sollten sie nicht darum verschwunden sein, weil wir mehr geworden sind? Sollten die früheren Feinde nicht jetzt in unseren Reihen sein ?

Ist es nicht wie ein Echospiel? Was fürchtet das Volk? Das Volk! Wer hindert die Massen? Die Massen! Ihr selbst seid eure Feinde! Baut, wachst und sammelt euch! Jeder unter euch zählt doppelt: Wer zum Sozialismus geht, gibt ihm einen Freund und nimmt ihm einen Feind.

Längst solltet ihr wissen, daß all eure Knechtschaft eine freiwillige ist, und daß niemand euch wahrhaft hindert als ihr euch selbst. Wer im rechten Geiste baut, zerstört im Bauen die stärksten Hindernisse.

Wenn alle, die den Sozialismus erstreben, ihn wirklich wollen, das heißt tun, sind wir unüberwindlich. Einstweilen, bis wir alle haben, wollen wir viele gewinnen, wollen wir wenigen tun.

Der echte, ganze, lebendige, aus dem Geiste geborene und den Geist wiederum zeugende Sozialismus erwacht in der sozialistischen Siedlung; und von ihr aus leuchtet er weit hinaus ins Land und ins Volk

Gustav Landauer (1913) Ein Jahr vor dem großen Krieg

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