Aufsteigender Ekel

fbg

Hätte die Schrottpresse vor – sagen wir mal einem Jahr – den Absturz der Passagiermaschine des Fluges MH 17 kommentiert? Die Propagandaschlacht hatte noch nicht diese Absurdität, das Elend sich nicht so verselbständigt. Eine abgeschossene Zivilmaschine auch ein Teil der Propaganda; Ultima Ratio der Widerwärtigkeit, findet sich nur jemand, dem es nützt. Der Flugschreiber mutiert zum Chemiewaffenlager. Bevor auch nur das kleinste Detail geklärt wird: Der Ruf nach Sanktionen, Soldaten und ähnlich Vorhersehbaren.

Ein Kommentar zur Tiefebene des Vorgekauten, des Baukastenspiels mit genormten und Gesinnungs-TÜV geprüften Steinen? Nein, wohl eher nicht.

»Wir hielten uns für die Sieger der Geschichte und müssen nun fürchten, aus der Geschichte zu verschwinden. Gegen den Schrecken dieser Einsicht hilft eine kleine Einübung in das etruskische Lächeln, welches Einverständnis mit dem eigenen Schicksal signalisiert.
Wem das nicht reicht, der muß sich behaupten lernen, aber nicht aus dem Allmachtsgefühl technischer Wissenschaftlicher Überlegenheit wie bisher, sondern aus der Ohnmachtserfahrung der Europäer als kleiner gefährdeter Art im Menschenzoo. Wer’s nicht glaubt, wird dran glauben. Deshalb gilt es, sich rechtzeitig auf diese Zukunft vorzubereiten: Macht Euch fit, um als Museum der Welt ansehenswürdig zu werden. Musealisiert Euch! Denn Musealisierung ist die einzig aussichtsreiche Form der Zivilisierung der Kulturen im Vormachtstreben.«

Bazon Brock

Die Beteiligung an den Rückzuggefechten des Abendlandes wird zunehmend öde. Zur Disposition steht alles außer dem eigenen Standpunkt. Oder täuscht die Wahrnehmung und der Rest Anständigkeit macht Urlaub vom Geschrei, Rückzug – oder besser: Vorstoß – in die Wahrnehmungslosigkeit?
Das Blog von Hermes Phettenberg als Prototyp dessen, was gemeint ist:

»Publizist und Elender in Wien
Das ist eine Flaschenpost. Arglos zeige ich her, denn ich wurde nicht satt, ob des Existierens mich zu wundern. Das empfand der kommunikationsblockierte Landstrich als Kriegserklärung. Und vernichtete mich. Das war ein Leichtes, ich bin leicht zu vernichten. Wie aber werde ich weiterleben können? Wo ich hinkomme, bin ich ein be- und abgeschriebenes Blatt.«

Hermes Phettenberg

Heute langer Spaziergang mit dem Hund.

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0 Kommentare zu Aufsteigender Ekel

  1. hinterwald sagt:

    herzliebchen,

    habe ich dir eigentlich mal erzählt, daß ich in meinem leben bevor ich programmierer wurde, also vor 1985, in den 70ern als roadie für unikult saarbrücken (ultravox, dr feelgood, stranglers, eddie & the hotrods, ultravox!, grobschnitt, novalis und und und), dann als 2. techniker für das „alb hardy showorchester“ und dann als 1. techniker von „anima und gibson“ und „cartoon“ (letztere trier) gearbeitet habe? i was a punk before you were …

    halt also den ball lieber flach, _kleiner_.

    du bist nur selbstgefällig und zur selbstkritik ofensichtlich komplett unfähig, deshalb deine peinlichen reaktionen. was ich früher an dir geschätzt habe, will mir heute jedenfalls einfach nicht mehr einfallen .. es widerspricht so dem, wie du dich aufführst, daß mir der ekel hochsteigt und die verachtung sich breitmacht …

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  2. piet sagt:

    Hinterwäldler. 1) Was du wann gemacht hast, interessiert genau wen ? 2) Punk kriegst Du vielleicht noch in die Tasten gehauen und magst damit kokettieren, interessiert aber auch keinen. Wolltest du irgendwie Kritik äußern ? So tue. Nachvollziehbar. Wäre nett. Wenn du nur jemanden anpissen willst, geh doch ne Ecke weiter, es findet sich schon was.

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    • hinterwald sagt:

      piet,

      daniel war so nett, meine erste post mit einem „spiel woanders kleiner“ emailmäßig zu beantworten, das da oben war meine reaktion auf die email. wenn wir schon über „größe“ reden, i was a punk before he were und womit er sich hier „dick“ macht, erzähle ich bei mir zuhause nicht lang und breit.

      meine reaktion allgemein bezieht sich auf pantoufles kleinen bizarren auftritt beim stilstand, wo er seinem ekel mit einem fröhlichen „leichenfledderer“ kundgab. das ist für mich grund genug, ihn „anzupissen“, weil, naja, wer hier was fleddert, sehen andere eben anders ..

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  3. Stony sagt:

    Für dich, <b<hardy, zur Vervollständigung deiner Sammlung:

    »So dich jemand auf die linke Backe schlägt,
    so reiße ihm das rechte Auge aus
    und wirf es von dir.«

    Busch, Wilhelm (irgendwann mal)

    …und da nich‘ Danke für! 😉

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