Antrag auf Mitgliedschaft / UpDate

Liebe Freunde der AFD (Alternative für Deutschland). Wie ich Euch ansprechen soll, weiß ich leider nicht, da Eurer Impressum nichts von dem enthält, was da eigentlich stehen müßte: Name, Anschrift ect. »AFD-Gewaltaufklärung« wird ja wohl keiner von Euch heißen – genau so wenig wie »Teamleiter«.

Kurz zu meiner eigenen Person: Ich bin das Pantoufle und Betreiber eines – wie Ihr es so schön formuliert habt – »Blogs aus der linksextremen Schmuddelecke, deren verfassungsfeindliche Übungen ohnehin weithin bekannt sind«.
Euren Verein AFD kenne ich nur oberflächlich; Inhalt und Aussagen Eurer kleinbürgerlich-rechtspopulistischen Vertreter wabern von Zeit zu Zeit durchs Netz – es ist schon recht unappetitlich, was da ans Tageslicht kommt. Meine Zeit ist mir zu schade, mich im Detail damit auseinanderzusetzen. Das ist alles nicht neu: Mal sind sie lila, mal stramme Republikaner oder irgend etwas mit »Pro«. Sowas kommt und geht, Stilblüten im Gemenge des Parlamentarismus; einmal eine Rede halten in der Turnhalle des Dorfgemeinschaftshauses. Den Flyer in der Linken, die Rechte umklammert die des Bürgers, auf das er nicht so schnell entfliehe, während das Wahlprogramm aus dem Munde des Hoffnungsvollen sprudelt. »Wählen Sie mich und Sie kriegen Ihre gute, alte D-Mark wieder!« Nun ja: Krönend vielleicht noch ein Interview mit dem regionalen Fernsehsender, warum es nur für 1,34% der Stimmen nach der Auszählung reichte.
»Andere« Parteien.
Wären die Aussagen der etablierten Parteien nicht so grotesk uniform – man würde Euren Thesen und unreifen Ideen nicht eine Spalte unter »Vermischtes« zugestehen. Meinungsmüll und der unselige Ehrgeiz im Rampenlicht zu stehen bewirken die eigenartigsten Aufführungen; eine gelangweilte Presse verschafft Euch eine Popularität im umgekehrten Verhältnis zu Eurer Bedeutung.

So: Jetzt aber!
»Personen – Die Propaganda wirkt
Hier dokumentieren wir Zitate und öffentliche Vorgehensweisen von Personen, die geeignet sein könnten, die Gewalt gegen die Alternative für Deutschland zu begünstigen!«
Mit diesem Trompetenstoß eröffnet die Website »Gewalt gegen die AFD« eine Namensliste von Personen, die angeblich »die Gewalt gegen die AFD« begünstigen. Schillernde Namen mit schillernden Argumenten. Da findet sich ein Bischof neben dem Politclown Patrick Döring von der FDP, das Handelsblatt neben dem hessischen Justizminister und auch die Piraten kommen nicht zu kurz. Nein, auch Der Stern, die Süddeutsche, die Tagesschau, der Tagesspiegel, die Welt und natürlich die alte Tante TAZ gehören zu den Gewaltaufrufern.
»Wer mit Verleumdungen, Gewalt und Einschüchterungen gegen die Meinungsvielfalt agiert, schränkt das politische Lösungspektrum ein und geht gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung vor«

All diese dort aufgeführten Personen und Medien tun das angeblich: Eigentlich der Ruf nach der Bundesanwaltschaft. Uneigentlich eine im Stürmer-Stil verpackte Denunziation. Bekannt ist so etwas von Faschisten, die Listen von »nach der Machtergreifung zu eliminierenden Personen« veröffentlichen – im kleinkindlichen Bereich auch bekannt von den üblichen Trollen, die ihre »Gegner« grundsätzlich als linksradikal bezeichnen. Die selbsternannten Wächter der AFD bedienen genau dieses Klientel an faschistoider Hausmeistermentalität, diesen in Deutschland niemals aussterbenden Nährboden.

Tweed der gehörlosen Julia Probst

Tweed der gehörlosen Julia Probst

Dabei stellt sich natürlich die Frage, was nach einem – wenn auch glücklicherweise vollkommen unvorstellbaren Wahlerfolg dieser Partei – mit den genannten Namen und Medien geschehen soll… schon mal darüber nachgedacht?

Hiermit verlange ich die Aufnahme in die Liste der Gewaltaufrufern. Die Schrottpresse – Fach-Organ für Sentimentalität und linksradikale Anarchohetze – hat sich diesen Platz ehrenvoll verdient. Wenn schon kein Autodafé mehr, dann wenigstens ein Platz in der Hetzliste einer unbedeutenden Karikatur einer Partei, von der nach der Bundestagswahl niemand mehr sprechen wird.

Sende Trackbacks an: http://gewaltgegendieafd.wordpress.com/personen-die-propaganda-wirkt/

UpDate I

Der Fanclub der AFD ist wenigstens fleißig – das muß der Neid ihm lassen. Das Gejammer und Wehklagen geht auch an anderer Stelle munter weiter. Mit leisem Gewimmer und niedergeschlagenen Köpfen beklagt man das durchaus feststellbare Desinteresse.
Hier gehts gleich weiter: -> LINK

UpDate II

Und weiter geht die wilde Fahrt – wer will noch mal, wer hat noch nicht?
3.9.2013
Wie die Opalkatze freundlicherweise gestern anmerkte, gibt es eine Presseerklärung der AFD, in der man sich von der fraglichen WebSite »Gewalt gegen die AFD« distanziert. Die Ablehnung geht allerdings nicht so weit, als daß man die Betreiber (die es immer noch nicht zu einem legalen Impressum gebracht haben) zum Löschen der Seite oder einer Klarstellung  aufgefordert hätte.
Folglich bleibt die Schrottpresse – der verantwortliche Verleger Pantoufle und Redaktionskamfhund Oskar – uneingeschränkt beim Gesagten. Eine Distanzierung sieht in unseren Augen anders aus. In diesem Falle handelt es sich wohl eher um stillschweigende Zustimmung.

Mittlerweile sind erste Reaktionen von Betroffenen bekannt. Der Pressesprecher der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag hat zusammen mit Anderen eine Anzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede gestellt.

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0 Kommentare zu Antrag auf Mitgliedschaft / UpDate

  1. altautonomer sagt:

    Dazu zwei Hinweise:
    1. “Rechtes Sammelbecken”
    Analyse. Entwicklung, Programmatik und Personal der Partei »Alternative für Deutschland«
    http://www.jungewelt.de/2013/08-30/014.php?sstr=AfD
    Hast Du wahrscheinlich bereits gelesen.

    2. Zum Thema AfD und linke Gewalt hat auch unser gemeinsamer Freund Flaischklopfer mal wieder ein Pfürzchen aus dem Rohr entlassen. Tenor mit dem ihm eigenen Reizfaktor: “Linke Schläger gehen auf Wahlkämpfer der Alternative für Deutschland los – und kaum jemand empört sich. Anders herum, bei einer Attacke von rechts gegen links, funktionieren die Reflexe tadellos.”

    In der Leserbriefspalte bekommt er aberreichlich contra..

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    • pantoufle sagt:

      Moin Altautonomer
      Nein: Den Artikel kannte ich noch nicht. Danke für den Nachtrag.
      Allerdings fand ich nach dem Lesen auch nichts, was mich wirklich überascht hätte: »neoliberale Wirtschaftspolitik mit reaktionären Werten«. Eine Partei für die Cocktail-Faschisten.
      Wie ich bereits im Text bemerkte, ist inhaltlich nichts außergewöhnliches beim AFD festzustellen; interessant allenfalls die sichtbare Stimmungslage einiger Kreise der Bevölkerung, die temporär durch den AFD eine Stimme bekommt. Der Vergleich zur ehemaligen Ronald Schill-Partei »rechtsstaatliche Offensive« drängt sich auf.
      Ebenfalls nicht neu ist das Bestreben rechter Kreise, außerhalb der deskreditierten NPD und anderer Organisationen Fuß in »unbelasteten« Parteien zu fassen. Das ging damals den Grünen so, wiederholte sich bei den Piraten – wenn die inhaltliche Schnittmenge so groß wie bei der AFD ist, wundert die Wiederholung kaum.

      Daß Fleischhauer das Thema beackern würde, lag auf der Hand; Steilvorlage nennt man das wohl. Auch daß er sich bis zum Einschlafen selbst zitieren würde, liegt nahe. »Zitiere Deine eigenen Unterstellungen als bewiesene Tatsachen«. Der Troll bei SpOn. Wie ich schon sagte: Ermüdend.

      Einen schönen Sonntag noch
      das Pantoufle

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  2. altautonomer sagt:

    Gewalt ist aber nicht nur, das hat man jedenfalls noch 1968 gewußt, wenn ein Bourgeois mit grober Faust was auf die Fresse kriegt, sondern auch, wenn seine manikürte Hand mit einem goldenen Mont-Blanc-Füller die Entlassung von tausenden Proleten unterschreibt und mit diesem Federstrich das kleine Lebensglück nicht nur der Entlassenen, sondern auch ihrer Kinder zerstört.

    Und hier bitte jetzt die Namen der Gewalttäter eintragen, die dieser Coleur entsprechen und der AfD näher stehen::

    1. Schlecker,
    2. Opel, Bochum
    3. Shell
    4. Nokia Bochum
    5. Neckrmann
    6.
    7.

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  3. XYZ sagt:

    Muss es nicht heißen “Liebe Freunde der AfD”?
    Ich frag ja nur von wegen feinfedriger Qualitätsjournalismus…

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  4. pantoufle sagt:

    Ja, muß es wohl. Danke. Gefühlt klingt das nur eben wie »Automobilclub für Deutschland«. Deswegen ein gefühltes »des«.

    Der »feinfedrige Qualitätsjournalismus« ist übrigens nur ein Ironie-Schnelltest.

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