109.867 km

Der Mann muß gerade Vater einer wunderschönen Tochter geworden sein. So einen freundlichen und gutgelaunten TÜV-Ing habe ich noch nie gesehen! Dekra, um genau zu sein, meine favorisierte Dekraprüfstation. Vor mir steht allerdings erst mal eine Harley, ein wundersames Geschöpf. Vorne Bobber, hinten Einbauküche. Langsam schleiche ich näher: Ich möchte ja zu gerne wissen, ob zusammen mit dem Seitenständer ein Stück Rollrasen ausgebreitet wird. Wird nicht – das fehlt also. Ansonsten ist alles dran und auf Hochglanz poliert.
Wenn Madame Sonntags hinten draufhockt, kann sie während der Fahrt Kaffee kochen und Würstchen grillen, Fernsehen gucken, Musik hören oder sich die Fußnägel maniküren lassen. Unfassbar, was auf so einem Motorrad alles Platz hat! Für einen kurzen Moment wünsche ich mir eine alte BMW mit doppelstöckigem Steib-Beiwagen. Den Typen würde ich nass machen! Oben kann man schlafen und unten… aber sowas von komplett! Inklusive Notstromaggregat. Aber Hochachtung, wem Hochachtung gebührt: Er hat das immerhin auf zwei Räder gepackt. Auch das ist eine Leistung.

Der Ingenieur staunt auch, setzt sich auf das Geschoß und eiert los. Als er 10 Minuten später zurückkommt, lächelt er nicht mehr so sehr. »Alles ok«, brummt er. Nun sieht er aus wie ein TÜV-Beamter, den das Fahrzeugheck beim Bremsversuch versucht hatte zu überholen. Aber immerhin bestanden. Das Gesicht des Besitzers ist eine gewonnene Schlacht und sein Roß bereit, in der Garage zu überwintern. Ein letzter Blick von ihm auf meine nicht ganz so gewienerte Karre »Na, Junge! Dann mach Dich mal auf einen langen Nachmittag gefasst!«
Und weg ist er!

Na ja…etwas mulmig ist mir mit meinen Kreationen dann doch jedes Mal. Aber der Ing hat sich wieder gefangen und kommt strahlend auf mich zu. »Ah, ein Motorrad, das gefahren wird!« grinst er. Blinker, Bremslicht, links, rechts, oben, unten, Hupe… Hupe? Ich könnte vor Scham in den Boden… das Scheißding gibt keinen Ton von sich. Er drückt, ich fummele, er sagt, er hätte irgendwas gehört. Ich nicht. »Ja, das machen wir dann mal zeitnah.« Zwillinge? Ein Mädchen, ein Junge? Er schwingt sich auf die Yamaha, ein ganzes Stück souveräner als bei dem Eisenklotz vorher und rast los. »Ich wollte noch sagen, daß die Bremsbeläge und Reifen keine 50km alt…«, als er nach einer Gewaltbremsung bereits vor der Kreuzung steht, bevor er äußerst schwungvoll auf seine Teststrecke abbiegt. Wird schon gutgehen. Hätte er mich ausreden lassen, hätte ich noch gesagt, daß man über 8.000 U/pm kann, aber nicht muß – egal: Das Öl ist frisch und der Motor warm.

»Kommt der irgendwann auch mal wieder?« Ja, tut er. Grinsend wie Honigkuchen.
»Die fährt aber gut! Über 100.000? Sowas wird heute gar nicht mehr gebaut.« Und damit hat er recht.
Er parkt die Karre, als würde er das öfter machen und schleicht noch ein wenig drumrum. »Neue Lager, nehme ich an? Progressive Federn vorne?«
»Jaja, Rad- und Schwingenlager, Lenkkopf, Bremsbeläge und Sättel, Ventile, Vergaser, Elektrik überholt, Kettensatz und dies und das!«
Und Papiere für den Devil-Auspuff habe ich auch endlich im Internet gefunden! Aber das sage ich natürlich nicht laut.
Sieht man von der ausgiebigen Testfahrt ab, hat die Nummer kaum mehr als 4 Minuten gedauert. Null Fehler und ich überlege, ob ich ihm noch zur Geburt gratulieren soll, lasse es dann aber doch.

Also – die Hunderterttausend-Kilometerinspektion:

Die Qualität der originalen Radlager sind eine bekannte Größe bei der FJ1200. Nach 30.000 gehören die ausgewechselt. Also eigentlich immer. Man erkennt sie daran, daß sie ungekapselt und normalerweise am Ende sind. Zum Glück gehen sie sehr leicht raus. Die Gegend um sie herum mit einer Heißluftpistole gründlich warm machen und dann Kältespray direkt aufs Lager. Meine fielen daraufhin ohne weitere Gewaltanwendung einfach raus. Die neuen in umgekehrter Reihenfolge. Lager in einem Frostbeutel in die Tiefkühltruhe, den Kindern sagen, daß die nicht für die Pizza sind und die Heißluftpistole wieder anwerfen. So einfach ist das. Eine Aktion von 20 Minuten. Nein, die vorne sind auch im Arsch! Auf beiden Achsen wechseln! Das kostet nichts und bringt in jeder Kurve die entscheidenden Hundertstel. Und wenn das Vorderrad schon raus ist, kann man auch gleich das Lenkkopflager… aber das könnt Ihr ja schon.

Wenn das ganze Gekröse offen liegt, die Schwingen- und Umlenklager zum Dämpfer nachsehen. Mindestens neu abschmieren sollte man sie. Das Spiel am Ende der Schwinge (ohne Rad, Kette und mit gelöster Verbindung zum Stoßdämpfer darf laut Werkstatthandbuch 1mm in jeder Richtung keinesfalls übersteigen. Zwei Schwingenlager kosten ca. 21 Euro.
Die gehen nicht ganz so leicht raus (und es sind in jedem Fall mehr als 1mm). Keinesfalls Gewalt anwenden! Wärme, Kälte und
a.) einen ausgedienten Fahrradlenker (25mm Durchmesser, Stahlrohr o.Ä.) zum vorsichtigen Austreiben
oder
b.) einen billigen Abzieher von Louis entsprechend zurechtschleifen.
Geht beides – Hauptsache ohne Gewalt.
Jetzt liegt die Schwinge ohne Lager vor einem auf dem Werktisch. Das ist die Gelegenheit, der Schwingenbuchse gleich einen Schmiernippel zu verpassen! Kostenpunkt 2 € aus Messingsch und den passenden Gewindeschneider haben wir sowieso rumliegen. Dann hat das Elend mit dem Lager ein Ende!

Dieses bergstarke Krad besucht seine schwarze Schwester gelegentlich

Die neuen Lager sehen einen Hammer nicht mal als Mjölnir-Tattoo! Und wenn die Versuchung noch so groß ist! Die werden (mit Hilfe der alten Lagerschalen) gepresst – vorher etwas WD40 und auf peinliche Sauberkeit achten – und keinesfalls reinschlagen. Auch nicht ein kleines bißchen! Wenn die Lager soweit in ihren Passungen sind, daß alles wieder in den Rahmen passt (also am Besten wie vorher), ist alles gut. Pressen – nicht hauen!

Wer bei dieser Gelegenheit gleich die Kette wechseln wollte, mach das natürlich jetzt.

Die Mutter der Schwingen-Achse wird mit 90 Nm wieder angezogen. Wenn Du keinen vernünftigen Drehmomentschlüssel hast, besorg Dir einen. Dieser Wert gilt für alle Achsen der Umlenkhebel zum Stoßdämpfer! Wer jetzt den Trick mit dem Schmiernippel gemacht hat, drückt solange die Presse, bis Fett aus den billigen, funzeligen Blechabdeckungen der Lager quirlt. Bei jedem Reifenwechsel wiederholen!

Fehler passieren.

 

Wegschmeißen. Sofort wegschmeißen! Wenigstens die Dichtung!

Der Kopf war natürlich auch dran. Vergaser ab, Luftfilter raus. Das geht am Besten, wenn man das Rahmendreieck oben losschraubt. Das gibt einem die entscheidenden 4 mm. Sind die Gummis vom Ansaugtrakt dicht? Wehe wenn nicht! Bloß nicht bei Yamaha kaufen! Ich bekam einen anständigen Satz aus der Bucht.
Luftfilter muß sowieso neu.
»Nehmen Sie doch den von K&M! Der kostet nur 81,99€! Nie mehr Filterwechsel – das ölimprägnierte Baumwollgewebe des Filters sorgt für eine wartungsfreie Lebensdauer, der Filter muß lediglich ab und zu gereinigt und wieder eingeölt werden!«
Einmal im Jahr. Das Reinigungskit kostet 14,99. Also zusammen 96,98€. Der »einfache« Luftfilter kostet 12€. Ich kann also 8 Jahre jede Saison den Filter wechseln, ohne mir dreckige Finger zu machen. Wenn ich etwas schlampig bin 10 Jahre. Und ich bin schlampig. Und habe noch nie dieselbe Karre 10 Jahre gefahren.
Scheiß drauf!

(Das ist mal wieder klassische Werbe-Lyrik: » eine wartungsfreie Lebensdauer, der Filter muß lediglich ab und zu gereinigt und wieder eingeölt werden!« Ja, was denn nu?)

Die Kiste Bier (14,56€, Ditmarscher Urtyp) stand neben mir, als ich die Vergaserbatterie entleerte und achtlos zur Seite schob. Während ich schraubte und überlegte, wieviele Kisten Ditmarscher Urtyp ich von den gesparten 84,98 € versaufen kann, lagen die Vergaser trocken. Ein böser Fehler, wie sich herausstellen sollte.

Das Ventilspiel war ungefähr so, wie ich es mir dachte. Nach 100.000km schlagen sich die Ventile langsam, aber sicher in ihre Sitze – also zu wenig. Allesamt: Alles andere wäre auch eigenartig gewesen. Papier, Bleistift, messen, die passenden Größen ausrechnen, für einen unverschämten Betrag neue Shims kaufen… das übliche. Nun ist das ein Vierventiler und ich bekanntermaßen faul! Also die Nockenwellen abgenommen, um die Shims ohne Metallspäne zu tauschen und…
Werkstatthandbücher sind ja ein unverzichtbares Muß.
»Dann drücken Sie die Steuerkette mit dem Finger gegen den Spanner und peilen die Löcher in den Lagern gegen die in den Nockenwellen.«
Klingt gut, aber so kräftige Finger, die in diese kleine Öffnung vom Steuerkettenspanner passen und den entsprechenden Druck ausüben, gibt es nur unter Samurais. Also nicht in Europa. Vergesst den Eintrag! Das ist Bullshit! Den Kettenspanner provisorisch reinschrauben, damit man beim Einbau der Nockenwellen etwas Druck auf der Leine hat! Sonst +/- 5° Versatz zu OT. Mindestens!

Na ja. Und dann waren da noch die Vergaser. Wenn sie schon mal so da liegen, kann man ja auch mal reinschauen. 100.000 km später, die Dichtungen der Schwimmernadeldüse lagen zum ersten Mal seit 25 Jahren trocken. Vergaser reinigen, zusammenschrauben, Tank anschließen und zusehen, wie der Sprit in die Verbrennungsräume läuft. Weil die Dichtungen der Schwimmernadeldüse ohne Benzin geschrumpft und die Ablaufschläuche natürlich auch völlig dicht waren, weil ich Idiot vergessen hatte, sie durchzublasen. Ok: Das sieht man nicht, sondern riecht es nur. Und der Sprit sammelt sich in den Verbrennungsräumen und blockiert den Anlasser. Mit anderen Worten: Panta Rhei! Auf einmal war mindestens 1l mehr (Sprit) im Motoröl. Total geil!

Aber da komm erst mal drauf! Mit noch dreckigen Fingern drückst du auf den Starter – der macht einmal kurz »klonk!« und nichts weiter. 2. Gang, etwas hin und herbewegen, nochmal und sie läuft auf einmal ohne »klonk«. (»Na gut, vielleicht noch den Anlasser wechseln. Is ja egal – liegt eh noch einer rum.«) Nur daß die Karre so verdächtig nach Sprit stinkt und kein Mensch daraufhin das Öl peilt.
Was fürn Scheiß! Ein Dichtsatz pro Vergaser kostet ab Euro aufwärts und das vier mal! Darauf erst mal ein Ditmarscher.

Fazit: Die Dichtungen quellen mit Benzin etwas auf. Wenn das Benzin weg ist, nicht mehr. Sie schrumpfen. Nur ein klein wenig, aber das reicht!
Wer schlau ist, schmeißt den Krempel bei der Demontage gleich in ein Einmachglas mit Benzin. Kann funktionieren, muß aber nicht.

Neu kostet viel Geld, aber man kann die Dichtringe auch einzeln kaufen. Nur nicht bei Yamaha. Kann man natürlich versuchen, aber für den Betrag kriegt man woanders einen neuen Motor. 9mm Innenmaß, 1,5mm Dicke (Schnurstärke), passt. 1000 Stück kosten 20€. 10 Stück kriegt der beste Kumpel zum Geburtstag – mit dem Rest wird ein florierender Vergaserdichtsatzhandel eröffnet. So einfach ist es manchmal im Leben!
Motoröl wechseln. 10W40, teilsyntetisch. Gips von Mannol für 39€ a’ 20l. Das ist erheblich billiger als 25€ für 4l von Tante Louise.
Nichts gegen Louise!

Tante Louise forever!

Diesen Fehler habe ich zum letzten Mal gemacht. (famous last words)

Radlager: Typ 3YA
Es passen normale Industrielager, beidseitig abgedichtet vom Typ 2RS. Am besten gleich was ordentliches von SKF.
vorne: 6302-2RS 2Stk
hinten: 6304-2RS 2Stk, Kettenrad: 6305-2RS 1Stk

FJ1200-OM-Engelsk Handbuch für die ABS-Version 3YA (die Ihr hoffentlich nicht habt – macht nur Ärger). Enthält aber einen vernünftigen Eigenbau-Tester für diesen unbrauchbaren Mist. Merke: Wer bei der Karre auf das ABS vertraut, glaubt auch an die unbefleckte Empfängnis.

Livehacks

Wer hat noch das Problem, vor Kälte zitternd und mit nassen Handschuhen gelegentlich den Reservehahn versehentlich aufzumachen? Das ist eine der möglichen Lösungen.

Wer braucht noch Papier für den Auspuff?

Devil 3512

Devil 3511

Die schmucken, eleganten Gitter links und rechts waren einmal ein Gartenstuhl aus Eisen-Streckgitter. Viel formschöner als die originalen Ansaugstutzen mit dem martialischen Kampfjet-Look. Geklebt wird mit Stabilit-Express. Mit dem Zeug kann man auch die bröselige Verkleidung am Leben erhalten.

Stichwort Drehmomentschlüssel! Eine Falle lauert bei solchen Aktionen noch beim Ölfilter-Deckel. Die Überlegung, »mach mal ordentlich fest, dann läuft auch nix raus«, ist falsch! 15Nm! Nicht mehr! Bei mehr besteht die Gefahr, daß der Deckel springt und der Hinterreifen geölt wird. Ist meinem Bruder mal passiert. Seitdem hat er auch zwei Drehmomentschlüssel.

Live-Hack II Wenn man das Plastik am Hintern wegläßt, muß die ABS-Elektronik irgendwie verteilt und abgedeckt werden.

Spritzwassergeschützt ist sie von Haus aus, aber gegen Dauerregen hilft Yeti-Fell. Ersatzweise geht auch Rentier oder eine ausgediente Lederhose im Sommer.

 

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42 Kommentare zu 109.867 km

  1. opalkatze sagt:

    #hach
    Früher, bevor es Blogs gab, hätte man das wohl mit einem kurzen Tätscheln, einem zärtlichen Blick und einem gemurmelten “Mein Schlachtross!” abgehandelt.
    #hach

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  2. Heißluftpistole! Ogottogottogott! Die Jugend weiß wohl nicht mehr, wie man eine Lötlampe startet?

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    • Pantoufle sagt:

      Doch, weiß die Jugend. Aber Heißluftpistole ist billig im Unterhalt und schmilzt bei Missbrauch keine Felgen an 🙂 Sehr schönes Bild übrigens. Da hätte ich auch noch was – wenn auch ohne Lötlampe. BTW: Ist die zu verkaufen?
      Edit:
      Könnte es sein, daß ich ein gutes Stück älter bin als Du? 😀

      1+

      • Letzte Frage zuerst: Keine Ahnung, ich bin sechsundfuffzich. Zweitens: Das Lötlampenbild habe ich leider nur im Internet gefunden. Wenn ich nicht in Blogkommentaren heiße Luft blase, bin ich im richtigen Leben auch Heißluftpistolenbenutzer. Allerdings gehörten solche Lötlampen zur Grundausstattung der Höfe der Eltern meiner Schulfreunde, so dass mir der Umgang damit (vulgo die Scheiß-Aufheizerei) durchaus vertraut ist. Drittens: Wie oft muss die Kette geschmiert werden? Ich bin ja bei Indoor-Ketten Freund der Ballistol-Methode! und wenns nur wegen des köstlichen Duftes ist.

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        • Pantoufle sagt:

          Also bei den Ketten unterscheiden wir ganz fein zwischen InnenTür und draußen. Balistol ist ganz klar draußen. Von wegen dem Aroma. Und draußen habe ich O-Ring-Ketten. Da ist Balistol eher kontraproduktiv.
          Wenn ich eine Flamme benötige, habe ich Autogen. Das geht notfalls richtig heiß – das ist so ein Ding, was ich zu Hause gelernt habe.
          Etwas jünger… dachte ich mir beinahe. Aber das sollte Dich nicht davon abhalten, hier den Heißluftbalon zu machen 😀

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  3. Pentimento sagt:

    @ Pantoufle, Schönes altes Werkzeug. Wenn ich mal so eine Lötlampe sehe, werde ich sie für Dich aufheben. Die Maschinen interessieren mich auch, aber nicht so wie das Ambiente. Kommt mir alles bekannt vor, die kühle Luft an altem Backstein, bemooste Balken, vielleicht ein Hollunder in der Nähe und irgendwo eine Katze. Es duftet nach Norddeutschland.
    Ich bin nur etwas jünger als Tante Louise forever, vielleicht auch älter, wer weiß? Die sahen damals ja viel früher alt aus, also, da möchte ich keine Wette eingehen. Mein Alter erfährst Du nicht, weil ich eine Dame bin. *lol*
    Ich freu mich immer sehr über Deine Texte und die Kommentare. Oft muß ich schmunzeln. Großes Vergnügen bereiten mir die Fotos mit den überraschenden Titeln.

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    • Pantoufle sagt:

      Das freut mich ehrlich. Ja, Norddeutschland ist schon nah dran. Da ist ein Bremerhavener in Niedersachsen gelandet, dort wo es halbwegs nach Friesland aussieht.
      Die beiden Katzen heißen übrigens Murmel und Frida, der Redaktionskampfhund Oskar. Sein edles und würdevolles Profil ziert meine Webseite.
      Mit Holunder kann ich leider nicht dienen, aber in unserem total verwilderten Garten finden sich Birken und Obstbäume – und auch aus Brennesseln kann man ja angeblich einen leckeren Salat machen.
      Eine Dame nach ihrem Alter fragen, käme mir nicht in den Sinn. Aber wenn jemand kommt und mich verdächtigt, zu jung zum Gebrauch einer Lötlampe zu sein, dann… also sowas! Wobei ich an schönem, alten Werkzeug natürlich immer interessiert bin, gerne auch mit persönlicher Übergabe zu Kuchen und Tee.

      Edit:
      Das gilt natürlich auch und gerade für die Opalkatze ganz oben! Gerne auch ohne Werkzeug – is mir sowieso lieber… Opalkatze an der Schlagbohrmaschine… brrrr

      Edit II
      Meine gute Frau sagte gerde beim lesen »Natürlich habe wir Holunder!« Brenneseln auch, aber eben auch Holunder. Wie konnte ich das nur vergessen?

      1+

      • Pentiment sagt:

        Moin Pantoufle! Wußt ichs doch, zu so einem Haus ghört einfach Holunder. Kannst mir nix erzählen, hab nämlich bis vor kurzem in so einem Haus gelebt. Bis die Reparaturen zu teuer wurden. Da ist gestern die Erinnerung an eine schöne Zeit mit mir durchgegangen. Nix für ungut. Heute abend trinke ich ein Ditmarscher auf Dein Wohl und das Deiner Frau. Skoll!

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        • Pantoufle sagt:

          Vielen Dank und Prost zurück.Ich hab mich mal schlau gelsene: Holunder wächst wohl auch dann, wenn man gar keinen haben will. Das erkärt vieles.

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          • Pentimento sagt:

            Moin Pantoufle,
            ja, das tut er! Genau wie Brennesseln. Diese verbreiten sich unterirdisch mit einem schier endlosen Wurzelgeflecht, den anderen verstreuen die Piepmätze auf natürlichem Weg. Beides ist eßbar und gilt als Heilpflanze. 🙂

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      • opalkatze sagt:

        Ha! Wer faul ist, muss schlau sein.
        *diabolisch grinsend ab*
        [Aus dem Off: Ich habe Telefon.]

        1+

  4. Fluchtwagenfahrer sagt:

    Moin Pantoufle,
    Gratulation zur bestandenen Inquisition.
    Der Livehack erinnert mich ein bißchen an diverse Kameraden die unter schnellster Entwicklung von Licht & Wärme, Gebäude versetzten können.:)
    Sonne ähnl. olle Lampe habe ich irgendwo noch rumfliegen, vonne Marine. Wenn die Holde nicht mal wieder aufgeräumt hat, hoffe ich.
    Öl gibbs beim Öldepot24 meist janz jünstig. Die Gitter habe ich das letzte mal aus dem Papierkorb von Feinkost Albrecht (odder wars Liddel) für den Jeep gemacht, klappte auch ganz gut. Mit ein wenig Karosseriekleber latürlich.
    Für Dichtungen habe ich immer ein kleiner Portfolio an Klingerit im Hause, mit ggf. ein büschen Hylomar.
    Schön das es noch Menschen gibt die schrauben, auf die nächsten 100.000 Km du oller Mad Pantoffel oder sollte ich Daryl sagen.

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    • Pantoufle sagt:

      Moin, Fluchtwagenfahrer

      War ja gar nicht so schlimm – aber trotzdem Danke. Nenn mich ruhig Max Rockatansky.

      Das mit den Vergaserdichtungen ist im Grunde trivial. Man bekommt im Hydraulik-Zubehör jedes gewünschte Format in jeder Qualität für Pfennigbeträge. Manchmal gibt’s nur Probleme mit den Mindestmengen. Ich hab mir irgendwann mal so ein Sortiment für den mobilen Hydrauliker im Außendienst gekauft und zehre davon seit Jahren. Aber bei Schraubertips sind Bezugsadressen schon sinnvoll. Hylomar ist bei mir eher zweite Wahl. Es gibt Gelegenheiten, da kommt man nicht drumrum, aber erst mal versuche ich es auf gediegen.
      Das selbe gilt natürlich auch für Lager ect. Industrielager sind – wenn sie denn passen – meist von besserer Qualität und erheblich preiswerter als der Rott vom Fahrzeug-Hersteller. Da kann man echtes Geld sparen und hat überdies noch etwas besser als original gemacht.

      Natürlich hätte man den Livehack auch unauffälliger gestalten können, aber dann lacht ja keiner. Ja, irgendwo zwischen Gebäudereiniger und Schleudersitz.
      Das Gitter lag so bei mir rum. Der Stuhl hatte Fehlfunktionen .

      An der Lampe wäre ich natürlich höchst interessiert – aber das sagte ich ja bereits 🙂
      Und für die nächsten 100.000km wachsen mir erst mal keine grauen Haare.

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  5. Pantoufle sagt:

    föllig OT, aber offenbar nötig

    Liebe Bloggerkollegen Ihrwisstschonwer

    Könnt Ihr mir bitte verraten, welcher Teufel Euch reitet, dieses Erika-Steinbach-Gedächtnisrennen eines bekannten Trolls mitzumachen und mit diesem Feudel auch noch zu ausführlich zu diskutieren?
    Ich kann mich der Kommentatorin eines der Betroffenen nur anschließen:

    »[…] By the way, seit wann lesen eigentlich Rechtsradikale Dein Blog? Der anonyme Erstkommentator hat wohl auch zu viel Klebstoff geschnüffelt bzw ist als Kind in den Pattex-Bottich gefallen?!?«

    Seit an Seit mit Erika – na ja, wo die Liebe eben hinfällt! (Ist die nicht ein klein wenig zu alt für den?)

    Der »Deutschen Mitte« hats jedenfalls gefallen. Allen anderen, die schon mal ein Geschichtsbuch in den Händen hatten, gruselt es.

    Liebe Kollegen! Wir sind ja sonst vielleicht nicht immer einer Meinung, aber ich bitte Euch: das geht jetzt wirklich zu weit. Und wenn man schon seine Kommentarspalten für Karls Auswurf öffnet, sollte man den anderen Lesern wenigstens eine kurze Information darüber geben, wer sich dort gerade erbricht.

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    • Stony sagt:

      Joachim Bons: “Nationalsozialismus und soziale Frage” Differenziert den Mythos der “linken” NSDAP und was eigentlich drin- und hinter steckt aufgedröselt.

      [Gehört freilich nicht unbedingt hier rein, aber ich weiß grad nicht auf wen Du Dich da beziehst. Und geht auch noch an Deinem Punkt vorbei, wie mir grad auffällt. Naja.]

      ***

      Danke für obigen Blog; sehr unterhaltsam und einige echt schöne Lacher. 🙂

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      • Pantoufle sagt:

        Moin Stony

        Danke erst mal für den Link, obwohl das Thema nun wirklich alt und gelutscht ist. Seit 1945 versuchen sich immer wieder interessierte Kreise an dieser faden Theorie. Das ist jetzt wirklich schon der Hunderttausendfache Aufguss und nachdem Erika sich damit blamierte, dachte ich, das Thema wäre durch. So kann man sich irren.

        Schön, daß es Dir gefallen hat. Ich hoffe, daß es Leute dazu ermuntert, mal wieder selber Werkzeug in die Hand zu nehmen. Das ist ja alles kein Zauberwerk.

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      • Pantoufle sagt:

        Ach Stony. Das ist so ein Troll, der jetzt gerade in wilder Hast Tweets und seinen »Artikel« dahingehend geändert hat, daß er angeblich im Besitz eines Buches ist – dem Buch zu enden alle Bücher. Er kennt es zwar nur aus der Wikipedia, aber es ist ein ganz tolles Buch. Damit stolziert er jetzt herum und macht anonym den Rumpelstielz. »Ach, wie gut, daß niemand weiß,…«
        Da er aber seit Jahren mit denselben Phrasen prollt, sollte er eigentlich gut erkennbar sein. Leider scheint das nicht der Fall zu sein.

        Ist auch eigentlich egal: Sollen die Opfer zusehen, wie sie ihn wieder loswerden! Ich werde erst mal das halbwegs gute Wetter nutzen und die Karre etwas Gassi führen.

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        • OldFart sagt:

          > Tweed

          Ich mag kein Rechtschreibnazi sein, aber nach dem gefühlt 25ten Auftreten des Worts muß ich doch mal anmerken, daß da bei mir immer Assoziationen von Schottenröcken, Highlander und Mooren auftreten, als solche, die irgendwie mit dem Internet zu tun haben. Das irritiert mich jedesmal ungemein. Muß ich deswegen zum Arzt? 😉

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          • Pantoufle sagt:

            Was hast Du gegen Moore und Scotch? Verglichen mit diesen Unappetitlichkeiten ist das doch Naherholung. Und die ist gut gegen Arzt.

            Internet wird ja gemeinhin überschätzt.

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        • Stony sagt:

          Moin Pantoufle,

          wünsche viel Spaß auf der Piste gehabt zu haben.

          Hmm, im Grunde ist es echt egal, darum nur kurz: Den Troll hatte ich als Karl himself verstanden, oder zumindest einen befreundeten ‘Denker’; mein “ich weiß grad nicht” zielte eher auf die ab, die den noch nicht auf der Blacklist haben. Bin mittlerweile fündig geworden (zumindest bei einem, den ich grundsätzlich nicht lese, da Weiß-auf-Schwarz für mich heißt, daß da einer nicht gelesen werden will – falls es da noch mehr gibt: was soll’s) und hab mir zur ‘Strafe’ eben vors eine Ohrläppchen geschnippst. Vier Stunden Schlaf, erst ‘nen halber Liter Tee und schon spielt der naive Teil in mir Seltsames. Werd mal mit mir reden müssen. *gg*

          Über die schauspielerischen Leistungen einiger und teils auch deren Publikum gehen wir mal taktvoll hinweg.

          ***

          Was das Anregen zum Selbermachen betrifft, haste bei mir durchaus Erfolg zu verbuchen – der sich meist darin bemißt, daß ich meinem Schrauber vor Ort (nett, billig, korrekt und meist kompetent (wenn mal shice passiert, wie letztens, als das eine Vorderrad meinte, drei Reifen reichen doch, war’s sein ‘Lehrling’ – der ist aber grad mal Mitte Fierzich, da sind Anfängerfehler zeihlich)) lustige Geschichten erzählen kann und er die Überreste wieder gangbar macht.
          Die Geschichte wie ich neulich meine Inears ‘reparierte’, erspare ich mir, Dir und allen die gegebenenfalls mitlesen, auch wenn darin eine Heißluftpistole eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte! 😀

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  6. Michl sagt:

    Also zum fahren ists mir grad zu kalt, außerdem haben sich am Samstag größere Teile des Rückens verabschiedet, da verschieben sich die Prioritäten. Da du scheints gerne Lager wechselst, ich hät hier noch ein zebröseltes T500 Getriebe Interesse?.
    Hab den Artikel gern gelesen, mal was anderes als die leidige Politik, aber die und die Dummheit der Leuts läßt einen halt nicht los (s.o.)

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    • Pantoufle sagt:

      Moin Michl

      Das tut mir ehrlich leid, das mit dem Rücken. Ich hoffe, es geht wieder vorbei; Rücken ist absolut mies. Hoffentlich geht es bald wieder.

      Das mit dem Vollpfosten ist natürlich blöd, aber das kann mir gerade nicht die Laune vermiesen. Die Karre fährt wirklich wie neu. Das muß ich nutzen, solange es noch nicht dauerregnet oder gar schneit. Dann beginnt wieder der Ärger mit den anderen Verkehrsteilnehmern, weil die nur noch völlig panikgesteuert durch die Landschaft brettern. Die eher unentspannte Jahreszeit für Biker.

      Aber nicht die Suzuki T500, oder??? Die habe ich noch als sauschnelle Jugendsünde in Erinnerung. Geklungen hat die gar nicht nach Öl im Benzin. (stimmt gar nicht: Die hatte Getrenntschmierung) Das war ein echter Kracher. Da sind die Lager im Getriebe hin? Das dürften die Ritzel wohl kaum überlebt haben. Klingt eher nach wirtschaftlichem Totalschaden.
      Mein Winterprojekt ist der Zweitmotor für den Teilchenbeschleuniger. Das selbe praktisch nochmal, nur mit dem Motor auf der Werkbank (wegen Rücken!) Bei der Gelegenheit noch ein paar Optimierungen, im Sinne klassischem fine-tunings und optische Retuschen. Komplett schwarz. Vielleicht ist die Basis auch noch so gut, daß ich den Ölverbrauch wieder in akzeptable Bereiche bekomme.

      Willst Du die T wieder aufbauen? Ein Sentimentalitäts-Groschengrab?
      Der hier hat zumindest Lager, sacht er. Wenn das Material da wäre, könnte man drüber reden. Hast Du die Büchse schon mal aufgehabt? Bilder?

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      • Michl sagt:

        Hier ist ja Betrieb! Emotionales Groschengrab, schön gesagt. Ich weis noch nicht und schieb das Thema immer wieder. Das hat auch mit dem Selbermachen zu tun. Ich glaub du weist was ein altes Haus ist wenn ich hier richtig mitlese. Das ding frisst seit 10 Jahren fast die gesammte “Maker” (wasn scheiß Ausdruck) Energie auf, innen und außen, was eh mein Metier ist. Dazu kommt daß es hier im Süden ziemlich schwer ist überhaupt nen Handwerker zu bekommen. Also die Zeit für die Zweitakter kommt grad erst wieder. Und überhaupt der Grundstein für machs doch selbst wurde schon in früherer Jugend gelegt, T-Shirt der Lieblingsband nicht zu kriegen, zu teuer na dann halt selbst, Lautsprecher der Git combo rausgefallen rumfragen, ausprobieren selber machen usw usw.
        p.s.: Schön dass es hier Leute mit TS gibt ist auch wieder meine Wahl

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  7. Siewurdengelesen sagt:

    Nenene -also Effe ohne Spoiler geht gar nicht;-)

    Aber schöne Story und so nett mit dem Ingenieur erzählt. Die ABS-Version braucht halt echt jährlich neue Plempe, sonst zickt die Pumpe. Bisher habe ich das aber immer geschoben, bis dat Lämpsche anfängt zu blinkern. Meist geht es ja nach Zündung ein und aus wieder weg und taucht anfänglich erst nach längerer Fahrt auf. Und so wirklich in den Grenzbereich habe ich die Kiste bisher noch nicht gebracht beim Bremsen. Dafür ist das Fass viel zu schwer.
    Lediglich einmal ging bisher bergauf beim leichten Antraben mit Mutti und Gepäck die Vorderhand weg auf so einem beschissenen blanken und feuchten Bitumenstreifen. Da waren die Reifen allerdings auch ziemlich fertig und zumindest on Tour mit Familie bin ich nicht so der Heizer. Das bringt es einfach nicht und langsam werde ich zumindest für diese Scheisse zu alt.

    Meine zwei Schätzchen:

    https://www.img-load.de/image/KQu2N

    https://www.img-load.de/image/KQg8m

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  8. Pantoufle sagt:

    Moin Siewurdengelesen
    Geil! Ein sozialistisches Meldekrad! Honeggers Rache! Und so schön mit oldschool-Balgen. So gehört sich das. Der Kettenschutz ist übrigens bis zum heutigen Tage unübertroffen! Sowas hätte ich gerne für meine Dicke!

    Deine hat ja nen Spoiler! Die ist bestimmt mindestens… schneller als mein Eisenhaufen! Und weil sie keinen Kettenkasten hat, einen Scottoiler, wenn ich das richtig sehe. Sehr vernünftig – der fehlt meiner noch. Hat der Superbike-Lenker was gebracht?

    Das mit dem ABS ist ja eine bekannte Unart. Was ich regelmäßig mache, ist, mit nem Teststecker das ABS in den Testmodus zu bringen. Dann arbeitet es wenigstens manchmal.

    Auch auf die Gefahr hin, daß Du den Trick vielleicht schon kennst: Interessant ist die kleine Brücke an den Kontakten zur Verriegelung hin.
    Zündung aus
    Kurzschließen
    Hand- und Fußhebel anziehen und halten
    Zündung ein.
    Erst sinkt der Druck etwas, dann rattert erst der Handhebel und dann das Pedal und drücken sich zurück. Zwei, dreimal wiederholen und dann weiß das ABS, das es eines ist. Das sorgt der Verkalkung vor. Man kann das so machen wie ich: Einen kleinen Schalter verborgen anbringen und vor der Fahrt betätigen.

    0

  9. Siewurdengelesen sagt:

    Scottie hast Du richtig gesehen;-)

    Der SB-Lenker ist für mich auf längere Etappen sehr entspannend und macht die Kiste für mich auch handlicher als die Stummel (bin relativ gross). Und den Kniff mit dem ABS kannte ich noch nicht.

    Die TS ist 81er Baujahr und mein erster mobiler Untersatz seit 88. Die kann gar nicht mehr ohne mich und war beim Kauf noch mit einem Tropfentank der BK ausgestattet. Leider war der dann undicht und damals hat das keiner schweissen wollen. Jetzt ist sie bis auf den 12V-Umbau wieder original. Das 6V-Gefunzel war nix und die Zündung ist auch um Längen besser als die alte mit Unterbrecher.

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  10. Pantoufle sagt:

    Der Trick ist auch dann ganz nützlich, wenn man beim Bremsen entlüften auch nach stundenlangem gepumpe immer noch weich ist. Über Nacht den Hebel mit nem Kabelbinder festsetzen, morgens Kabelbinder ab und den ABS-Test ein paar mal durchlaufen lassen. Das ist eigentlich meine Standartprozedur. Die ganz feinen Luftbläschen kriegste eh erst über Nacht raus – das muß sich setzen.

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  11. Pantoufle sagt:

    Moooment! Ich bin mal eben raus in die Scheune. Also dieser Stecker ist irgendwo auf der rechten Seite, etwas hinter der Benzinpumpe unter dem Sitz (vermutlich). Der hat vier Kontakte, die mit Gummi-Nöpseln verschlossen sind. Wie man sieht, sprechen wir über die obere Reihe, die zur Steckerarretierung zeigt. Im einfachsten Falle nimmste Dir Krokoklemmen, sonst was mit Anspruch und passend zur Farbe Deines Geschoßes. Kroko geht aber auch.

    P.S. Diese Prozedur ist auf dem hochladbaren FJ1200-OM-Engelsk Handbuch für die ABS-Version 3YA auf Seite 95 ff beschrieben.

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    • Siewurdengelesen sagt:

      Den Stecker hat bei mir jemand bereits in einem Anfall von Intelligenz per Kabelbinder am Sitzbankrahmen angeprömpelt und daher muss ich nicht jedesmal die Seitenverkleidung mit abreissen. Die Methode probiere ich beim nächsten Bremsflüssigkeitswechsel im Frühjahr mal aus.
      Dann ist wieder der ganze Siff mit dran wie Gabelöl und wasweiss ichnoch, vielleicht baue ich auch noch auf die Blausterne der R1 um und der Sch(w)einwerfer wäre auch noch verbesserungswürdig. Derzeit bin ich lieber mit der Rengdengdeng unterwegs, weil die witterungsbedingt besser zu beherrschen ist und ungelogen das bessere Licht hat, als Schichtarbeiter kann das lebenswichtig sein;-)

      Jo und sonst so – geplante Insolvenz, Absoleszenz oder wie das heisst? Da geht mir auch jedesmal der Hut hoch, wenn ich sehe, wieviel Mühe sich gegeben wird, um Dinge nicht haltbar zu machen und wenn nicht, dann deren Reparatur mit Macht zu verhindern, zu verkomplizieren oder unnötig zu verteuern. Da werden statt Metall- halt Kunststoffteile verbaut uswusw.

      Dabei bin ich zumindest im PC/Laptopbereich recht verrufen und manche kommen schon nicht mehr, weil sie endlich mal etwas Neues kaufen wollen. Sonst hält das Zeug praktisch ewig oder wird angesichts der Reserven aktueller Hardware preiswert repariert. Was sich da nicht richten lässt, ist entweder wirklich kaputt oder einer der Fälle von Obsoleszenz durch wirtschaftlichen Totalschaden, weil z.B. das Board hinüber ist und sich bei Notebooks dasselbe nur zu exorbitanten Preisen oder aus unseriösen Quellen beschaffen lässt. Gerade bei Defektserien ab Werk ist der Anteil an Hökern enorm und da lässt man es dann besser bleiben.

      1+

  12. Pantoufle sagt:

    Moin Stony
    zu November 8, 2017 um 0:31

    Na ja, das Wetter war so ungefähr. Die Sonne ist nicht so richtig herausgekommen. Aber soweit war es ganz nett. Heute werde ich sie noch mal etwas scheuchen. Ich habe das Gefühl, daß sie mit sauberen Vergasern und frischem Luftfilter etwas zu mager läuft. Milder Handlungsbedarf sozusagen. Mal den bösen Pantoufle raushängen lassen und dann das Kerzenbild begutachten.

    Ja, natürlich Karl wieder. Der behauptet jetzt allen Ernstes, die Enteignung der Juden wäre ein »sozialistisches Element« bei den Nazis gewesen. Das wäre ja noch zu ertragen, wenn er das nur auf seiner Sudelbude behauptet – die liest eh keiner. Aber bei den anderen aus der Nachbarschaft und die löschen das nicht mal? Das ist schon ziemlich schräg. Und jetzt geht er mit Shirer hausieren, von dem er mal auf Wikipedia gelesen hat. Nicht zu fassen.

    Ich halte die Intension »selber machen« für eine existentiell wichtige Sache in einer Zeit der Wegwerfprodukte und versuche sie wenigstens meinen Kindern beizubringen (und armen Bloglesern, die sich nicht wehren können).
    Wenn ich mir überlege, daß es mal einen bunten Reigen von gedruckten Bastelmagazinen aus allen möglichen Bereichen gab… Elrad, Elektor, Funkschau (was meinen Bereich betrifft), aber auch für Möbel, Garten und anderes, so fällt doch auf, daß die alle vom Erdboden verschwunden sind. Bastler heißen jetzt »Maker« (wer hat sich bloß diesen Schrott einfallen lassen!), alte Autos läßt man schrauben (ist ja ne »Wertanlage«) und Motorräder ebenso (sonst verfällt die »Garantie«). So viele Anführungszeichen gibt es gar nicht auf der Tastatur! »Scheckheftgepflegt«: Das ist doch ein Fluch!
    Basteln hat als Wort einen vernichtenden Ruf bekommen. Seien das Weihnachts-Strohsterne oder Vergaser. Aber sich über geplante Obsoleszenz aufregen! Ein Geheimnis, das mithilfe eines Schraubenziehers, Schraubenschlüssels und etwas Erfahrung keines mehr ist: Aufmachen, reingucken und die Erkenntnis: Das kann nicht halten! Und vor allem nicht repariert werden. Man läßt sich sehenden Auges die einzige Waffe gegen diesen Betrug aus der Hand schlagen. Selbstständigkeit.
    Eine Freundin von mir war wegen Bremse gerade in der Werkstatt. Sie braucht neue Bremsklötze und Scheiben. Bekommen hat sie ein Angebot über eine Runderneuerung von allem, was tiefer als 40cm über dem Asphalt liegt. Bei ihrem 15 Jahre alten Instant-Auto könnte man von wirtschaftlichem Totalschaden sprechen. Un-fucking-fassbar! Und was ist? Die Leute lassen sich das gefallen! Den unfähigen Handwerker, Autos, bei denen man zum Wechseln eines 70 Cent-Sensors die Vorderachse demontieren muß oder die man dadurch repariert, indem man für eine halbe Stunde die Batterie abklemmt (also ganz offensichtliche Fehlkonstruktionen).
    Der Airbag geht ab Werk nicht? Macht nichts – das soll so! Das ist der verzweifelte Versuch des ollen Darwins, die Spezies zu optimieren.

    Oh Mann… ick sollte mir nich so uffrejen…

    1+

    • OldFart sagt:

      Radwechsel beim Auto! Mache ich schon immer selbst. Meine Kollegin hat eine dieser neumodischen Kutschen mit verpflichtender Luftdrucküberwachung – in dem Fall direkte Messung mit Drucksensoren. Die Sensoren müssen irgendwie mit der Bordelektronik verheiratet werden, damit das funktioniert und dafür braucht man das Programmiergerät beim Vertragshändler. Andernfalls: Alarm! Panik!

      Jetzt der ultimative Clou: Die Bordelektronik ihrer Karre hat nicht 8 Speicherslots für 2 Sätze a 4 Räder, so daß man zwei Radsätze einbuchen und dann wenigstens die frei wechseln kann. So könnte man zumindest den Sommer/Winter-Wechsel selbst erledigen. Nein, die Karre hat nur 4 Speicherslots. Für JEDEN Radwechsel muß Du in die Vertragswerkstatt um die Reifen in die Bordelektronik einzubuchen. Krass. Ganz unverkennbar böswilliger Vorsatz. Da gibt es nix zu deuteln.

      Einfach nicht kaufen, diesen Rotz. Mal abgesehen von der grundsätzlichen Frage nach dem ganzen Elektronik-Knebelungs-Scheißdreck. Ich krieg Puls bei sowas. Und danke, liebe EU-Bürokraten.

      0

      • Pantoufle sagt:

        Ganz blöde Frage: Was macht dieses »System« eigentlich, wenn du mal ein Reserverad brauchst? Das geht dann ja gar nicht, ohne daß das Armaturenbrett leuchtet wie ne Bordelltür.

        Ja, genau solche Scheiße meine ich. Fallschirme, die erst auslösen, wenn Du eine 34seitige EULA gelesen und unterschrieben hast. »Wollen Sie jetzt wirklich diesen Hebel ziehen? Wir müssen Sie darauf aufmerksam machen, daß in diesem Fall…«
        Boing!

        0

      • OldFart sagt:

        Ersatzrad? Pfft. Träumerischer Nostalgiker! Viel Karren haben bestenfalls noch ein Notrad.

        Hätte ich den Auftrag, weitere Schikanen zu entwerfen, hätte ich tolle Pläne. Roadmap der Bordelektronik:
        v.2: Bei Reifenpanne darf man nach Montage des Notrads unter Blinken und Piepsen vom Armaturenbrett noch eine begrenzte Anzahl km (ich denke da an so etwa 10-20 km) fahren, dann wird die Kiste abgeschaltet.
        v.3: Ohne eingebuchte Luftdrucksensoren, die allesamt den richtigen Druck melden, fährt die Karre keinen Meter. Bonus: Ab dann kann auch das Notrad, da eh ohne Sensor, ersatzlos entfallen.
        v.4: Bei Luftdruckabweichungen wird automatisch per bis dahin verpflichtendem eCall direkt die nächste Vertragswerkstatt gerufen, die das fahrgesperrte Fahrzeug kostenpflichtig reaktiviert. Bei Eigenmontage eines nicht eingebuchten Rades kommt per eCall die Polizei und verteilt Knöllchen.

        Da geht noch was. Ich hoffe, ich bekomme jetzt keinen Ärger, weil ich irgendwelche Pläne von Autobauern und EU verraten habe.

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    • Stony sagt:

      Moin Pantoufle,

      statt Magazinen gibt’s jetzt Foren und die Röhre. Muß man nur noch lernen die nach schlecht und weniger übel zu sortieren. Manchmal findet sich da ja auch richtig Gutes. Im Ernst: Bin ab und an richtig überrascht was für Perlen auch abwegigster Art sich da finden. Sowas Geiles wie dem KleinenTeilchen Ihrem Kameraprojekt kam mir da zwar noch nicht unter, aber wundern tät’s mich auch nicht. (Daumen hoch nochmal an der Stelle für DKT, hab Dich echt baff gefeiert für das Ding!)

      Was den Maker-Kram angeht hab ich das eine oder andere aus erster bis dritter Hand gehört und finde das, mal ab vom Branding, wenigstens tlw. gar nicht mal soo schlecht. Gerade in Städten, wo man erstmal Platz und Werkzeuch braucht – kostet im Zweifel halt nicht grad wenig – ist das imo kein schlechter Ansatz. Treffpunkt für ‘Jung & Alt’, zusammen an was rumbasteln, Dinge in Schuß halten und hier und da lernt man auch was (oder bekommt Kuchen, selbstgebackenen Kuchen, Alter! nebst dem freudigen Lächeln einer Person der man grad quasi den Arsch gerettet hat). So zumindest ‘nen Kumpel der sich in sowas rumtreibt, soweit es seine Zeit erlaubt. Kleines Antidot gegen Vereinzelung und Wegwerfdingens. 🙂

      Was den Rest vom Rant betrifft: Ja. Isso.

      Kumpel hatte sich um 2000 rum ‘nen nagelneuen 3er BMW gekauft, nachdem er vorher die Wochenenden mehr unter als in seinem Prelude verbrachte. Nach ‘nem halben Jahr geht die eine Birne vorne nicht mehr und selber wechseln war nicht drin: halben Motor ausbauen und am Ende 500 Öcken für die Werkstatt. Hatter direkt wieder verkauft, die Möhre.

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      • Stony sagt:

        Ups, merke grad: “Maker-Kram” (aka FabLab) mit “Repair-Café” verwechselt. Letzteres meinte ich. Das Andere ist aber auch nicht verkehrt, imo.

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  13. Pantoufle sagt:

    Hast ja recht, Stony. Man sollte die vielen positiven Beispiele nicht vergessen!

    1+

  14. Pentimento sagt:

    @ Pantoufle,

    Du meine Güte! Das hast Du doch nicht auch selbst gebaut?

    Auf die Gefahr hin, noch einmal der Inquisition verdächtigt zu werden: das
    Foto zu Deinem Avatar, wer ist das? Muß schon etwas älter sein, denn wer trägt heute noch einen Kneifer? Der Bart degegen ist ja wieder ‘in’. Hab heute gerade einen gesehen.

    Übrigens, in meinem Wohnort gibt es tatsächlich noch einen Laden in dem man e.i.n.z.e.l.n.e Schrauben und Nägel und Haken usw. kaufen kann!

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  15. Pantoufle sagt:

    Moin Pentimento

    Nein, das habe ich nicht auf dem Gewissen. Das ist aus meiner Bildersammlung »so könnte man es auch machen«. Sie enthält Nachdenkenswertes und Hilfreiches für alle Lebenslagen

    Das Bild von meinem Avatar ist Gustav Landauer (1870-1919), zu dessen Leben und Werk ich ein besonders enges Verhältnis habe.

    »Einen Tisch kann man umwerfen und eine Fensterscheibe zertrümmern; aber die sind eitle Wortemacher und gläubige Wortanbeter, die den Staat für so ein Ding oder einen Fetisch halten, den man zertrümmern kann, um ihn zu zerstören. Staat ist ein Verhältnis, ist eine Beziehung zwischen den Menschen, ist eine Art, wie die Menschen sich zueinander verhalten; und man zerstört ihn, indem man andere Beziehungen eingeht, indem man sich anders zueinander verhält.«

    G.Landauer

    Wg. Knöpfchenkaufen: Wir zum Glück in der nächsten, großen Stadt ebenfalls. Mit kleinen, blaubekittelten Wichteln, die alles haben oder es wenigstens besorgen können. Man muß nur etwas mehr Zeit mitbringen. Sie wissen absolut alles über ihre Schätze und geben das gerne und unaufgefordert weiter. Und die Damen an den Kassen (oh ja: Das sind Damen!) treffen gerade immer dann, wenn ich dort bin, eine sehr gute alte Bekannte, die vor mir steht. »Warten Sie – ich habs passend!« und endlich hört ihnen mal jemand geduldig zu. Ein sehr schönes Geschäft!

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  16. Pentimento sagt:

    Moin Pantoufle,

    nun weiß ich endlich, wessen Bildnis das ist. Paßt irgendwie. Es kam mir zwar bekannt vor, aber manchmal erkennt man vielleicht das Menschliche im Menschen. In diesem innerlich und äußerlich schönen Gesicht ist etwas, das man nicht beschreiben kann. Danke für den link und den wunderbare Absatz aus seinem Werk.

    Die Art, wie wir miteinander umgehen, kann uns niemand vorschreiben. Das entscheiden wir allein. Freiheit und Gleichheit können “sie” uns vorenthalten, nicht aber Brüderlichkeit. Sie versuchen indes schon, diese Beziehung zwischen den Menschen zugunsten einer anderen Beziehung der Menschen (zum Geld) zu zerstören.

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