Propaganda

lenin

»Es gibt ja ein paar Dinge die auffällig sind.Es waren ja nicht die Russen, die als erste in Syrien gebombt haben, sondern es haben auch schon andere gebombt. Und für mich, ich weiß nicht wie Sie das sehen, sind Bomben zerstörerisch und bedeuten immer Leid für die Zivilbevölkerung. Also, was mir auffällt: Seit Russen anfangen zu bombardieren, zählen wir zivile Opfer. Vorher nennt man das Kollateralschaden. Das ist das Eine.
[…] Ich glaube, daß wir eine ganz gefährliche Denkfalle haben in diesem Thema. Und die Denkfalle besteht nach meiner Einschätzung in Folgendem. Wenn man sich auf moralisierende Debatten einläßt, dann ist das sehr leicht – vor allem wenn man selbst im Warmen sitzt und wenn man weiß, daß man moralisch immer auf der richtigen Seite steht, wenn man von Demokratie und Freiheit spricht. Das ist leicht!

Was viel, viel schwieriger ist Komplexe und schwierige Situationen zu analysieren und herauszufinden, was politisch – auch geopolitisch – geht! Das ist nicht zynisch, das ist auch nicht menschenverachtend; ganz im Gegenteil! Und man muß einfach zur Kenntnis nehmen, daß an und in Syrien so viele Akteure mitmischen, daß es an der Zeit ist, einfach… einfach ist gut… Der springende Punkt ist, einen Interessenausgleich auf möglichst zivilisierte Art und Weise herbeizuführen. Das nennt man politische Kunst, und das wäre vor fünf Jahren erheblich leichter gewesen als es jetzt ist. Aber da – und da möchte ich gerne dran erinnern – da sind Verhandlungen daran gescheitert, weil die USA nicht bereit waren mit Assad vielleicht noch ein krummes Ding… es wird immer so dargestellt, als wären Putin und Assad nur große Männerfreundschaft! Assad ist den Russen herzlich egal! Nur die Russen haben eine Erfahrung, die uns fehlt: Die haben die Erfahrung, daß was passiert wenn Ordnungen verloren gehen. Und Assad ist Mittel zum Zweck, wenn Sie so wollen, um eine Region zu stabilisieren, wo auch unter anderem die Russen Interesse haben.«

Zwischenfrage Anne Will: »Moralisiert die Kanzlerin dann?«

»Alle moralisieren, die diese schwarz-weiß Malerei betreiben und von vornherein davon ausgehen, daß die eine Seite der Welt das Gute will und die andere Seite das Böse.«

Gabriele Krone-Schmalz bei Anne Will

Was unter der von Frau Krone-Schmalz angesprochener politischen Kunst zu verstehen ist, demonstrierte dann gleich der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz: »Ich mag Putin nicht«. Früher hatte man für solche Aussetzer Diplomaten – die sich eher die Zunge abgebissen hätten, bevor sie sich dermaßen aussortieren -, heutzutage gibt es dafür den Präsidenten des EU-Parlaments.

Aber warum sollten die Ergebnisse einer 45minütigen TV-Show anders sein als die der gerade zu Ende gegangenen Wehrkundetagung in München? War diese Veranstaltung in den letzten Jahren geprägt von deutschen Ankündigungen, endlich wieder Weltgeltung zu erlangen, klang es dieses Jahr doch etwas kleinlauter. Die großen Reden blieben aus. Nun war der Krieg, den man herbeigeredet hatte und die Beteiligung daran da, und man mußte final dem Feind einen Namen geben. Wenigstens darauf einigte man sich ohne Widerspruch, Einigkeit auf unterstem Niveau unter strengster Vermeidung des Wortes Krieg.
Die Angst vor einer Wiederauflage des kalten Krieges? Zu spät: Er ist längst wieder Realität. Nichts anderes war auch das resignierte Fazit der Rede des russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew in München. »Gehetztes Stakkato,Trommelfeuer der Vorwürfe«, »zwischen den Zähnen hervorgestoßenen«, »in seiner Aggressivität auch ein selbstbewusster Auftritt«, so konnte man es unter anderem auf Spiegel-Online lesen. Medwedew: Von Putin gelenkt! Auch er ein Putinversteher? Es geht immer noch etwas dümmer – vor allem dann, wenn man beginnt, die eigenen Propaganda-Parolen zu verinnerlichen. Redet Medwedew einen kalten Krieg herbei? Eher nicht – es ist seine Meinung und sein Bedauern darüber. »Man kann es auch schärfer sagen: Im Grunde sind wir in die Zeit eines neuen Kalten Krieges gerutscht«, so die tatsächliche Formulierung des Ministerpräsidenten.

Darüber, in wie die Rede des russischen Ministerpräsidenten ihren Widerhall in deutschen Qualitätsmedien findet, hat Jens Berger auf den Nachdenkseiten bereits alles gesagt.

Wenig überraschend, daß es Frau Krone-Schmalz dort nicht anders ergeht. »…versucht sie Anne Will die Moderation abzunehmen«, »die Putin-Versteherin zickt«, »intellektuelle Sandkastenspiele«. Ebenso über den Ex-Nato-General Harald Kujat: »wichtigtuerischem Habitus«, »…als sitze er noch immer im Nato-Hauptquartier in Brüssel an den Schalthebeln und spinne dort die großen Militärstrategien«. Man weiß, was man dem Schwarz-Weiß-Denken schuldig ist, auch wenn man im Fall Kujat offensichtlich vorsichtiger ans Werk geht. Der war immerhin ein Nato-General, was in der intellektuellen Rangfolge offenbar weit über einer Journalistin steht.

Was Kujat in diesem Zusammenhang nicht disqualifizieren soll – die Gemütsruhe, mit der er die militärischen Fakten darlegte, war schon bemerkenswert. So wie auch seine simple Feststellung »Das wäre der Supergau, denn wenn die Türkei in Syrien einmarschiere, dann sind wir alle im Konflikt mit Russland«. So wenig wie Russland sich den Kampf gegen den IS als vorrangiges Ziel auf die Fahnen geschrieben hat, so wenig kämpft der das Nato-Mitglied Türkei dagegen.

Tomasz Konicz auf Telepolis vom 14.2.16:

»Unbestätigten Berichten zufolge sollen die syrischen Streitkräfte das Feuer auf die türkischen Artilleriestellungen erwidert haben.
Zugleich verlegt Saudi-Arabien Kampfflugzeuge auf den türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik, die in den kommenden Tagen mit der Bombardierung Syriens beginnen sollen. Der Hintergrund: Die türkischen Luftstreitkräfte sind nicht mehr in der Lage, über syrischem Territorium Luftschläge auszuführen, nachdem die Türkei ein russisches Kampfflugzeug abschoss und Moskau im Gegenzug das moderne S-400-Luftabwehrsystem in Syrien installierte.
Offiziell sollen sich die Luftschläge der Saudis gegen den Islamischen Staat richten, doch die bisherige Vorgehensweise bei der türkisch-saudischen Intervention – bei den bisherigen türkischen Artillerieangriffen gegen syrisches Territorium wurde kein einziges Ziel des Islamischen Staates beschossen – legt den Schluss nahe, daß die Saudis die türkische Luftwaffe bei ihrem eskalierenden Krieg gegen die Kurden ersetzen sollen.
Zudem verdichten sich die Zeichen für eine Bodenoffensive der Türkei und Saudi-Arabiens. Die Türkei hat schon vor Tagen Truppen an der syrischen Grenze zusammengezogen, was Anschuldigungen Moskaus über eine bevorstehende türkische Invasion nach sich zog.
Der saudische Außenminister hat vor wenigen Tagen gegenüber CNN betont, alles zu tun, um den syrischen Präsidenten Assad zu stürzen und auch zu einer Bodenoffensive bereit zu sein. Saudische Truppen wurden bereits in die Türkei verlegt, meldete der Independent.
[…]
Konkret sollen die USA und die NATO zu einer eindeutigen Parteinahme für das türkischen Expansionsstreben in der Region genötigt werden. Sollte Russland auf die Angriffe der Türkei auf das syrische Staatsterritorium – die ja faktisch einen Kriegsakt darstellen! – militärisch antworten, wird die Türkei Himmel und Hölle in Bewegung setzten, um den NATO-Bündnisfall auszurufen. Hierdurch rückt ein Großkrieg zwischen dem Westen und Russland in greifbare Nähe.«

Und damit kommt man der Realität einen entscheidenden Schritt näher. Nato-Mitglied Türkei – oder besser ein außer Kontrolle geratener Potentat Erdogan, der von einem neuen Großreich Türkei träumt – und die Despotie Saudi-Arabiens wunschträumen sich eine neue Machtverteilung in einer Region, die bis dato Syrien hieß. Ob das Ziel dabei eine Demokratie nach westlichem Vorbild in Syrien sein soll, darf getrost bezweifelt werden. Außer Kujat brachte niemand dieses Thema bei Anne Will zur Sprache. Man hatte sich so sehr auf den Begriff Putin eingeschossen, daß für andere Betrachtungsweisen offenbar kein Raum mehr blieb.
Warum auch nicht? Mit dieser Eingleisigkeit ist man ja nicht alleine. Im deutschen Bundestag rangiert Saudi-Arabien als unvermeidlicher Verbündeter – Kopfabschlagen beim IS und den Saudis ist angeblich nicht vergleichbar. So wenig wie Krankenhäuser zerstören. Und wertvoller Nato-Partner kann man auch dann sein, wenn die Menschenrechtslage einen Beitritt zu EU vollkommen unmöglich macht.

Ach, da war doch noch was? Was wurde eigentlich aus dem Kampf gegen den IS?

»Es ist eine äußerst komplizierte Lage, deshalb müssen wir zurückkehren zur Realpolitik und eine Aufteilung des Gebiets akzeptieren, um Frieden zu erreichen. Aber die Verhandlungen dürfen nicht selektiv geführt werden. Alle politischen Kräfte müssen beteiligt werden. Russland muss unbedingt mit einbezogen sein und natürlich der IS, der nach wie vor ein sehr großes Gebiet kontrolliert. Er hat die Rolle eines Staates, ob uns das gefällt oder nicht. Er hat eine Bürokratie, zivile Verwaltung, baut Straßen.«

Loretta Napoleoni

»… Und man muß einfach zur Kenntnis nehmen, daß an und in Syrien so viele Akteure mitmischen…« Langsam bekommt der IS ein Aufmerksamkeitsproblem! Dort  läuft man Gefahr, nur noch als Alibi zu fungieren und daran ist nicht Russland schuld.
Den Schuh, die Lage so eskalieren zu lassen, dürfen sich alle Beteiligten anziehen. In dieser Hinsicht darf die Erklärung »ich mag Putin nicht« des EU-Präsidenten Schulz als sinnbildlich gelten. Wenn das alles ist, was ihnen dazu einfällt…

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26 Kommentare zu Propaganda

  1. „Muss man nicht – salopp gesprochen – das Völkerrecht auch mal Völkerrecht sein lassen?“ (Dietmar Hipp, SPON, am 3.12.2015 zur deutschen Beteiligung am Syrien-Krieg; einen Tag später wurde im Bundestag der Kriegseintritt beschlossen)

    Die deutschen Medien verkaufen uns den kompletten Krieg auf dem geistigen Niveau eines Kasperle-Theaters. “Der Russe” ist das Krokodil, der brave deutsche Michel hängt an den Rockschößen der Großmutter aka Mutti Merkel – und der Ami ist der Held: Kasperle. Er darf das Krokodil auf den Kopf hauen und alle Kinder / Leser klatschen. Was für ein Trauerspiel.

    So muss die DDR gewesen sein. Es reichte, wenn man das Neue Deutschland las, der Rest der Medien brachte ohnehin den gleichen Mist. Wer erinnert sich noch an die 80er, als taz und FAZ noch unterschiedliche Meinungen vertreten haben, ebenso ZEIT und WELT – und BILD und SPIEGEL noch nicht zu SPIEGELBILD geworden waren? Eine große Koalition der Propagandamaschinen, was für ein Armutszeugnis stellen wir uns mit dieser Medienlandschaft selbst aus …

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    • Der Emil sagt:

      Neee, sorry, aber so war’s ind der DDR nicht. “Man” las nicht das ND, sondern die “Bezirksorgane” (Lokalzeitungen sozusagen). Und bis auf wenige Ausnahmen (Dresden) informierte “man” sich auch in ARD, ZDF, Radio usw. und kannte daher mehrere Varianten der verkündeten “Wahrheit”

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  2. R@iner sagt:

    Der Chulz (Smiley!) hat also gemeint, er möge Putin nicht? Ich ahnte schon immer, dass in dem Mann ein Vollblutirgendwas steckt, aber wenn das ein neuer eu-Politikstil werden soll, dann kaufe ich nachher ein Rippchen, lege es in die gefüllte Badewanne und hoffe, dass sich daraus wieder ein Schwein entwickeln möge oder wie Opa Hoppenstedt sagt: Früher war mehr Entspannungspolitik.

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  3. waswegmuss sagt:

    Die IS richtet sich gerade in Libyen häuslich ein. Wenn dort die Lande verzottelbärtet sind heißt dann plötzlich: “Hupps, das haben wir ja ganz übersehen” und das homöopathische Bombardement beginnt von Neuem.
    Frieden? https://de.wikipedia.org/wiki/Divide_et_impera

    Was mich an Putin fasziniert ist diese totale Offenheit. Damit kommen sie nicht klar. Die Jägereinsätze und Bombardements sind bei Sputniknews und RT stellenweise mit Werbung überschrieben. “Combat proven” war früher ein Verkaufsargument bei Waffenmessen im kleinen Kreise. Sie scheinen ja wie doll zu verkaufen. Die anderen ärgert das natürlich und so werden halt die Putinerklärer auf die Titelseite gepinnt.

    Der Junge war auch noch clever genug, die ganze Rüstungsindustrie rechtzeitig aus der Donbass-Region abzuziehen. Deshalb schadet der niedrige Ölpreis anderen mehr. Aber darüber redet erst recht niemand.

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  4. Provinzei sagt:

    ” Ich mag Putin nicht “……. sagenhaft.
    Wo gibt es denn so was ?
    Noch heute kündigen, dem Typ.
    Der soll mich vertreten ?
    Volksvertreter, oder was ?
    Peinlich, nur peinlich.

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  5. pantoufle sagt:

    @Matthias

    Ja, das ist das eigentliche Elend. In dieser Hinsicht hat sich seit dem Mauerfall wenig getan. Der Presse gelingt einfach nicht, sich von der seligen »Dann geh doch nach drüben«-Romantik zu verabschieden. Alles was die Komplexität einer Glasmurmel überschreitet…
    Aber das Problem lag auch bei Anne Will auf dem Tisch, als es darum ging, noch mehr Waffen nach Syrien zu exportieren. Ja wer soll sie denn bekommen, die Raketen und Schießgewehre? Bei der Frage, wer denn gerade die Guten sind, gab’s viel Gestotter.

    Gerade der Schweizer Kriegsberichterstatter Kurt Pelda war dabei von entwaffnender Naivität. Irgend welchen gemäßigten sonstwas ein paar Handgranaten und Gewehre im Kampf gegen eine russische Militärmaschine in die Hand zu drücken, weil sonst »der Russe« in Polen einfällt… du meine Güte!

    @R@iner

    Ja, so hub er an, bevor er sich erfolgreich zwischen jeden im Studio befindlichen Stuhl setzte und fortan nur noch feststellte – selbstverständlich ohne Wertung und Ideologiefrei. Ein Stück nasse Seife als Türstopper.

    @waswegmuss

    Die alten F14 Tomcat der iranischen Luftwaffe müssen weg! Wegen Mangel an Ersatzteilen und etwas in die Jahre gekommen sind sie ja auch, die guten, alten Stücke die man noch dem Schah verdankt.
    In Zukunft setzt man auf die bewährte Technik der russischen Traditionsmarke Sukhoi. Der Deal geht unter anderem um die SU-30; das ist schon mal was Vernünftiges!

    The last stages will be discussed of delivering Iran the S-300 complex, the first part of which should arrive before the end of next month, and the second by the end of June. Minister Dehqwan will also discuss the delivery of Su-30 airplanes because the Defense Ministry believes the Iranian Air Force needs this type of plane. We’ve moved far in these discussions of purchases and I think that during the upcoming visit a contract will be signed«

    Soweit bekannt, ist das Geschäft in trockenen Tüchern. Noch ein paar T90S gefällig?

    Und damit wären wir wieder beim Thema, um das es eigentlich hüben wie drüben geht! Auf nichts warten die großen Hersteller verzweifelter, als das ein Abrams einen T14 abschießt oder eine SU-27 eine F16 abknallt – irgend etwas in dieser Richtung ist immer bares Geld.

    @Provinzei

    Ja, sowas gibt’s! Wo? Auf dem Chefsessel des EU-Parlaments.
    Nur noch mal zum mitschreiben.

    @dem stillen Trollregen, der sanft auf die Schrottpresse niedergeht.

    Nein, es gibt in diesem Krieg keinen Guten und auch keinen Bösen. Oder etwas unscharf: Nur Böse, wenn es dem Hang zur Schlichtheit weiterhilft.
    Was aber auf allen Seiten gleich verteilt existiert, ist die Weigerung dazuzulernen: Mit Waffen werden keine Konflikte gelöst! Um das zu begreifen muß ich nicht Putin verstehen oder das Star-Spangled Banner schwenken.
    Eine zynische Großmäuligkeit herrscht auf allen (Verstanden? Allen!) Seiten, die vom Publikum nur zu gerne adaptiert wird. Es kommt der Sucht nach scherenschnittartigkeit der Feindbilder entgegen. Mal heißt es »Weihnachten in Paris«, mal »Lebensraum im Osten« und dann wieder »Demokratie in Afghanistan«. Es meint aber immer das Gleich: Geld.

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    • Provinzei sagt:

      Möchte hier widersprechen.
      Es geht nicht um Geld.
      Wie auch schon beim Kiezschreiber unlängst kommentiert behaupte ich, wenn die entscheidenden Leute Geld brauchen, dann drucken Sie sich welches oder lassen andere Dinger an der Börse hoch oder runter gehen.
      Nein, Kohle ist nicht die Motivation.
      Das wäre zu einfach.
      Wenn die maßgebenden Leute das alles nur wegen der Kohle machen würden gingen Sie anders vor.
      Direkter, Einnehmender. Kurz mal einmarschieren und sich das holen was man will.
      Nee.
      E s g e h t u m w a s a n d e r e s !
      Ich weiß nur nicht um was.

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      • epikur sagt:

        Was oft vergessen wird: Russland hat Edward Snowden Asyl gewährt. Ich wette, dass hat die US-Administration nicht vergessen. Und der gute Junge hat bestimmt auch eine ganze Menge zu erzählen…

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  6. pantoufle sagt:

    P.S. Waffengewalt.

    EU-Kommissar Günther Oettinger fügt seinen berühmten Stilblüten eine weitere hinzu:
    »Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen«.
    Schon nicht schlecht, aber unter dem Aspekt der putativen Notwehr falsch gezielt. Schließlich war sie es doch, die schießen lassen wollte. Wie auch immer: Es könnte eine interessante Ehe werden.

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  7. GrooveX sagt:

    es gibt da ein kleines problem. der militärstützpunkt ingirlik wird ja sehr hauptsächlich von der us air force genutzt. ich kann mir kaum vorstellen, dass die stationierung saudi-arabischer bomber ohne die zustimmung der entsprechenden stellen in arlington, brüssel und/oder ramstein erfolgt ist. genauso wenig kann ich mir vorstellen, dass die nato dem abgleiten der türkei in die saudische interessensphäre tatenlos zusähe.

    irgendwie ist das alles ziemlich verworren und ungut, ich meine scheiße.

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    • Als ob der Sultan des neo-osmanischen Reichs in irgendeine Interessensphäre abgleitet … der kocht, wie die Saudis, sein eigenes Süppchen und möchte sich sein eigenes Stück der Beute sichern, z.B. ein kurdenfrei gebombtes Nordsyrien als Protektorat.

      Afghanistan wurde vom Westen 2002 auch recht schnell in Einflusszonen aufgeteilt, selbst der Deutsche bekam einen Flecken Erde für das Einüben des Zivilistenmords, äh: zum Brunnenbohren.

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    • derda sagt:

      Die Saudis sind nicht in der Nato. Offenbar möchten sich die guten Kopfabschneider mit den Russen messen.

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  8. waswegmuss sagt:

    Der Chinese lächelt sie alle in Grund und Boden und zahlt in bar.

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  9. pantoufle sagt:

    Guten Morgen, guten Morgen

    Dreiviertel OT und dann doch wieder nicht. In der taz steht ein Artikel über den Soziologen Gustave Le Bon. Der hat schon vor mehr als 100 Jahren analysiert, wie aus Wohlstandsbürgern Pegida und Internettrolle werden.

    »Die Masse, die Le Bon entdeckt hatte, war im Grunde ein Mob, gesteuert vom Unterbewussten, das vernünftiges Handel unmöglich machte, triebhaft, leichtgläubig, grausam, ungeduldig. Wer Teil einer Masse wird, entwickelt sich gleichsam eine Evolutionsstufe zurück. In der Masse gibt man seinen gesunden Menschenverstand und die Fähigkeit zur Kritik auf, die Persönlichkeit wird durch „Rückenmarkdenken“.
    Ersetzt. […]
    Eine Stänkerindustrie aus Pegida, AfD, Compact etc. dient dabei als Stichwortgeber für eine überschaubare Zahl von Phrasen („Gutmensch“, „Lügenpresse“ etc). Deren unermüdliche Wiederholung ist die Basis des Weltbilds der Internet-Schreihälse. Jede Behauptung, schreibt schon Le Bon, „hat nur dann wirklichen Einfluss, wenn sie ständig wiederholt wird, und zwar möglichst mit denselben Ausdrücken“«

    taz

    Das fand ich als Beschreibung schon mal recht interessant und siehe da: Das Buch kann man als PDF im Netz finden.
    Ich hab schon mal angefangen zu lesen und finde das recht interessant. Und ansonsten einen herrlichen Mittwoch.

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    • DasKleineTeilchen sagt:

      tjä, n rassist wara trotzdem, aber wer ist das nicht, nä?

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      • pantoufle sagt:

        Ja, ich hab R@iners Wutausbruch bei Flatter auch schon gelesen.
        Nun ist die Sache aber die: Le Bon taucht immer mal wieder auf – nicht nur in der taz. (Hier ein Artikel aus der Zeit von 1983).

        Wenn ich von da mal zitieren darf
        »Anstößige Stellen findet man auf nahezu jeder Seite; Sätze, die auf das fehlerfrei aufgeklärte Bewußtsein wirken müssen wie politische Pornographie: Der „außerordentliche geistige Tiefstand der Massen“ wird beklagt, ihre Triebhaftigkeit, ihr Wankelmut, ihr Terror.«
        Mein politisches Bewußtsein ist wohl nicht so entsetzlich fehlerfrei. Wenn mir danach ist und ich mal wieder herzhaft lachen will, lese ich auch Oswald Spengler. Le Bons Buch ist 1895 erschienen, ausgehendes 19. Jahrhundert. Da muß man aber mit der Lupe suchen, um politisch einwandfreies Material zu finden. Auch die Liste derjenigen, die sich später auf Le Bon berufen oder ihn zitieren ist nicht uninteressant: M. Mitscherlich, Freud, Max Weber, Hannah Arend – ebenso Hitler, auch wenn man davon ausgehen kann, daß er es wohl kaum gelesen haben wird.

        Etwas Lesekompetenz darf man wohl voraussetzen. Und das Letzte was ich mir als Killerkriterium bei der Auswahl meiner Literatur gesetzt habe, ist die politisch klinisch reine Lehre.

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        • R@iner sagt:

          Das war doch kein Wutausbruch, wo doch jeder weiß, dass Wutausbrüche so aussehen: Du dreckiger kleiner @!#%§? hahaHA :-(((
          Außerdem müsst ihr schon meine Ergänzung von heute lesen.
          Na gut, das Ergebnis ist und bleibt, dass die taz einen Rassisten zum Lesen empfiehlt. Aber egal, vielleicht kommen sie demnächst mit einem H-IV-Kochbuch à la “Vegan und preiswert kochen mit Adolf bei Aldi”. Das hole ich mir dann bestimmt, weil ich ein Freund des Differenzierens bin. *börks*

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  10. “Alle 11 Minuten verliebt sich ein suizidaler Politiker in Frauke Petry.” (Friedemann Weise)

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  11. Die aktuelle Lage bestätigt meine Annahmen aus den 80ern: Gründe keine Familie, mach keine langfristigen Pläne, erwarte nichts, glaube nicht daran, dass du alt wirst, rechne mit dem Schlimmsten.

    http://derstandard.at/2000031147106/Walter-R-Mead-Die-Jungen-muessen-eine-neue-Welt-erschaffen

    So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen.

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