Ein älterer, aber leicht besoffener Herr

Von Kurt Tucholsky

– Wie Sie mich hier sehn, bin ick nämlich aust Fensta jefalln. Wir wohn Hochpachterr, da kann sowat vorkomm. Es ist wejn den Jleichjewicht. Bleihm Se ruhich stehn, lieber Herr, ick tu Sie nischt – wenn Se mir wolln mah aufhehm … so … hopla … na, nu jeht et ja schon. Ick wees jahnich, wat mir is: ick muß wat jejessen ham … !
Jetrunken? Ja, det auch … aber mit Maßen, immer mit Maßen. Es wah – ham Sie ’n Auhrenblick Sseit? – es handelt sich nämlich bessüchlich der Wahlen. Hips … ick bin sossusahrn ein Opfer von unse Parteisserrissenheit. Deutschland kann nich untajehn; solange es einich is, wird es nie bebesiecht! Ach, diß wah ausn vorjn Kriech … na, is aber auch janz schön! Wenn ick Sie ’n Sticksken bejleiten dürf … stützen Sie Ihnen ruhig auf mir, denn jehn Sie sicherer! Weiterlesen

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Deutschland wählt heute DIE PARTEI/Update

Wie die Schrottpresse zu ihrem Entsetzen feststellen muß, gilt für den heutigen Tag ein Wahlwerbeverbot! Dieser Zustand ist unhaltbar und gehört genau so wie Merkel weg. Weiterlesen

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Kurz und dreckig 48

Also erst mal Dank dafür, daß sich für das letzte Thema »Nochmal zur Wahl« doch so viele interessiert haben (nimmt man die Klicks als Maßstab); es lag mir am Herzen. In diesem Zusammenhang: Susannah Winter hat Martin Kaul von der taz an anderer Stelle sehr anschmiegsam filetiert. Sehr lesenswert. Weiterlesen

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Nochmal zur Wahl/Update

Blogs sind ja eine praktische Sache: Man kann, wenn einem etwas quer im Hals hängt, darüber schreiben, auch wenn man sich sicher ist, daß es sonst niemanden interessieren wird.
Dann wollen wir mal.
Der von mir eigentlich sehr geschätzte Stefan Niggemeier verbreitet sich wie andere auch unter anderem auf Twitter. Und genau dort fand ich etwas, was mir seitdem im Halse steckenblieb.

»Stimmen für eine Partei, die unter 5% bleibt, machen die AFD im Bundestag größer.«

Nein, Niggemeier meinte damit nicht Bündnis 90/ die Grünen!

»Möge jeder wählen, was er will. Aber wer die PARTEI wählt, soll sich nicht einbilden, er hätte damit etwas gegen die AFD getan.« Weiterlesen

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Presseschredder 14.9.2017

Wer erinnert sich nicht an das entführte Passagierflugzeug »Landshut« und das glückliche Ende des Geisel-Dramas durch den Einsatz der GSG9 am 18. Oktober 1977?

»Jeder aus meiner Generation erinnert sich an die dramatischen Tage im Deutschen Herbst im Oktober 1977, als die RAF die noch junge Bundesrepublik Deutschland buchstäblich in Atem hielt (…) All das hat Deutschland und besonders meine Generation ganz stark geprägt.«

Sigmar Gabriel, momentaner Außenminister Weiterlesen

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Bedenkenswertes zur Bundestagswahl

Selbst die größten Demokratie-Schreihälse halten sich gerade auffallend zurück mit der Ermahnung, daß angeblich jede nicht abgegebene Stimme eine für die AFD wäre, eine Stimme für den Faschismus und daß – wenn es schon keine Wahlpflicht gibt – dann doch eine moralische, irgend ein Kreuz an irgend einer Stelle zu malen. Jeder nur zwei Kreuze! »Aber geht in dreiteufelsnamen zur Wahl, damit uns noch jemand diesen Affenzirkus abnimmt!« Weiterlesen

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Verblüff mich

Verblüff mich mit mehr Liebe
mehr und mehr im Übermaß
Und sei gnädig!
mit dem glühenden Herzen,
das die Liebesflamme zerfraß

Wenn ich darum flehe
dich in der Wahrheit zu bestaunen
So erlaube!
Lass deine Antwort nicht jene sein:
Nein! du darfst nicht, Nein!

Oh mein Herz!
Versprochen hast du mir einst,
in der Liebe Geduld zu zeigen.
So wehe!
aufzugeben oder dich zu langweilen

Die Liebe ist das Leben
So sterbe der Liebe wegen
weinend um ihn.
Es ist ein ehrwürdiger Tod
Entschuldigen wird man deine Not.

Sagt den Ersten,
die mir vorausgegangen sind
Und erzählt den Letzten
Sowie jedem,
der mein Elend sieht:

Von mir lernt
Als Vorbild sollt ihr mich nehmen
Von mir hört
Von meinem Augenwasser
Erzählt allen Menschen

Und doch war ich mit dem Geliebten
Ganz Allein!
Ein feines Geheimnis war dazwischen
weniger als eine Brise Morgenwind
war es fein.

Erlaubt hat er meiner Seele
Ihn lang zu bewundern
Davor war meine Liebe
Im Tiefsten versteckt
Nun ist sie allerdings aufgedeckt

 

[…]

Imām Ibn al-Fāriḍ (1181-1235 n. Chr.) Weiterlesen

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Kurz und dreckig 47

Berlin spuckt mich aus und Teilchenbeschleuniger peitscht mich durch den Regen so schnell es geht aus dieser Stadt. Mit eckig gefahrenen Reifen – der Satz hat gut 9000km auf der Uhr – und viel Geklapper von ein paar losen Verkleidungsteilen. Ellenbogenfreiheit. Eigentlich sollte es ein Urlaub werden, drei Tage nach dem letzten Job mit einer Katastrophenband. Die Crew war sich auch nach dem Abbau nicht darüber einig, vor wievielen Jahren man eine schlechtere Combo auf der Bühne hatte. Einigkeit nur darüber, daß es sich um eine zweistellige Zahl handelt.
Ein Urlaub wurde es dann doch nur eingeschränkt. Weiterlesen

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Das schale Leben im Hotel

Also Summerbreeze war geil. Wie immer eigentlich die letzten Jahre. Hammer, kein Speedlimit, Wodan statt Jesus und Pils-Bier statt Messwein. Geil eben!
Meine Glückwünsche und Dank an das wie immer extrem relaxte und freundliche Publikum. Ein FOH-Engineer aus Scandinavien bemerkte, das wäre das erste Festival in seinem Leben, auf dem das Publikum Platz gemacht hätte auf seinem Weg zum Arbeitsplatz. Keine (sichtbaren) Schlägereien, kein Nerv, freundliche Security. Wir (die Crew) sind mit unserem Auto im Schlamm steckengeblieben, ein anderer hielt an, um uns zu helfen, blieb selber stecken… man schob sich gegenseitig aus dem Dreck. Weiterlesen

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Kleiner Gruß

EU-Flüchtlingskommissare

Wie ja einige von Euch vielleicht mitbekommen haben, bin ich gerade im Namen des Herren unterwegs und habe wenig Zeit, mich um die Verbesserung der Welt zu kümmern. Auch die Revolution muß noch etwas warten. Mein größtes Problem besteht momentan darin, daß Hotelbars morgens um 4:00 Uhr geschlossen haben und sich dadurch die Organisation des Feierabendbieres als meterhohe Hürde erweist. Weiterlesen

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Short People

Short people got no reason
Short people got no reason
Short people got no reason
To live

They got little hands
And little eyes
And they walk around
Tellin‘ great big lies

They got little noses
And tiny little teeth
They wear platform shoes
On their nasty little feet

Well, I don’t want no short people
Don’t want no short people
Don’t want no short people
Round here

Randy Newmann

Wo ist eigentlich der antiimperialistische Schutzwall, wenn man ihn mal braucht? Vor ziemlich genau 90 Jahren (24.Mai 1927) wurde der Vater von Donald Trump, Ku Klux Klan-Mitglied Frederick Christ Trump, bei einer Parade des Klans in Brooklyn verhaftet. Weiterlesen

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Sprengköpfe

»Könnten wir den ausprobieren, bevor wir ihn kaufen?«
»Das ist ein thermonuklearer Sprengsatz!«
»Draußen vielleicht?«

»Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich, nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen«. Kim Jong-un sieht das vollkommen richtig – daran ändert der Sprung in der eigenen Schüssel wenig. Weiterlesen

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Bildergeschichten am Freitag

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Presseschredder 7.8.2017

Hardware-Update

Es geht endlich aufwärts mit der SPD! Der neue Grillkönig aus Deutschland heißt Martin Schulz mit seinem Team »Grill doch mal«. Sein Grillteller »Bayerischer Grillbauch trifft Asia Burger« überzeugte eine 130-köpfige Jury. Die FAZ.net ist sichtlich begeistert und verlinkt – irgendwohin! Aber auch das ist symptomatisch. Gute Nachrichten wo immer es möglich erscheint. Für’s nächste Mal: Der Clown von der SPD heißt »Chulz«! Weiterlesen

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Kurz und dreckig 46

Es geht immer auch anders

Das wichtigste zuerst: Ferrari verliert die Markenrechte am Namen Testarossa. Das Düsseldorfer Landgericht verkündete, die alleinige Wartung und der Handel mit Ersatzteilen rechtfertige nicht den Schutz des Namens. »Eine Marke muss genutzt werden, damit sie geschützt bleibt. Das hat das Unternehmen hier nicht getan.« Daß das allein über die Wartung und den Handel von Ersatzteilen nicht funktioniert, erstaunt bei dieser Marke und derartig alten Fahrzeugen.
Der Nürnberger Spielzeugfabrikant Kurt Hesse darf nun Rasierer, Fahrräder, Motorroller und ferngelenktes »Erlebnis-Spielzeug« Testarossa nennen. Ein Grund mehr, um um die Erzeugnisse dieses Herstellers einen Bogen zu machen. Treudeutsch doof: Ein Ferrari Testarossa ist geil, ein Rasierapparat oder Motorroller ist es nicht. Da mag es heißen wie es will.
»Ich hab einen Testarossa im Badezimmer-Schrank und Gelsenkirchener Barock im Wohnzimmer!«
(P.S. Die überteuerten Modellschiffe des Spielzeugherstellers sind übrigens lausig zusammengekloppt) Weiterlesen

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Gedicht am Dienstag 32

Das Gedicht am Dienstag, Gedichte aus einer besseren Zeit, Gedichte, erschienen am Vorabend der Hölle.
Erschienen (oder wenigstens gedruckt) sind sie in der Zeitschrift

In diesem Falle in der Sondernummer »lyrische Anthologie« 1913 und das Quartheftchen kostete 50 Pfg. Weiterlesen

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Presseschredder 24.7.2017

Türkei zieht Liste deutscher Terror-Unternehmen zurück.

»Der türkische Innenminister habe von einem „Kommunikationsproblem“ gesprochen. Er habe versichert, dass weder türkische Behörden in der Türkei noch in Deutschland gegen Unternehmen ermittelten, die auf einer Liste aufgeführt worden seien. Zudem habe die Interpol-Stelle in Ankara am vergangenen Samstag die ursprüngliche Bitte an das BKA „förmlich zurückgezogen“, zu diesen Unternehmen verschiedene Informationen zuzuliefern.«

Was mögen das für Informationen gewesen sein? Weiterlesen

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Aus gegebenem Anlaß

Fremde Federn: Kurt Tucholsky

Reisende, meidet Bayern!

In politisch unselbständigen Ländern, wie in Persien, genügt es, den Häuptlingen unzuverlässiger Stämme einige Aktien zu schenken, um sie durch Geldinteressen von der Zerstörung industrieller Anlagen abzuhalten.
Sidney Jessen: ›Die Weltinteressen der englischen Petroleumindustrie‹
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Moin, Frau Liane Bednarz

Urlaub, Sonne, Strand und Meer


Für die überraschend vielen Facebook-Besucher: Sie dürfen auch bei Sehschwäche weiterlesen 😀

Liberal-konservative Notizen zum G20-Gipfel in Hamburg.
Bevor ich auf den von Ihnen verfassten Artikel im Tagesspiegel eingehe, möchte ich etwas anmerken: Ich muß gestehen, daß mich das Thema eigentlich überhaupt nicht interessiert. Daß ich trotzdem bereits zweimal etwas dazu angemerkt habe, lag am Unwohlsein über die Richtung der Debatte, nicht an seinem Objekt. Dazu gehört Ihr Artikel leider auch.
Zum anderen… aber dazu später. Weiterlesen

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Rote Flora

»Über diese Ihnen gleich vorzulegenden Eidesstattlichen Versicherungen hinaus gebe Ihnen, gebe ich den Bürgerinnen und Bürgern der freien und Hansestadt Hamburg und der gesamten deutschen Öffentlichkeit mein Ehrenwort, ich wiederhole: Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß die gegen die Polizei erhobenen Vorwürfe beim G20-Gipfel haltlos sind. Wer das Wort Polizeigewalt in den Mund nimmt, der diskreditiert die Polizei als Ganzes.«

Redevorschlag für den designierten ehemaligen Bürgermeister Olaf Scholz (»SPD«). Weiterlesen

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